Psyche an Lunge - Zum prospektiven Einfluss von Ungewissheit auf Atemnot und Co.

24.04.2016

Ungewissheit gehört zu einem Leben mit chronischer Lungenkrankheit. Krankheitsbezogene Ungewissheit kann durch Kontrollverlust und Unsicherheit als kognitiver Stressor wirken - mit negativen Effekten auf Krankheits-Bewältigung, Lebensqualität und klinische Parameter.

Dabei haben einzelne "Ungewissheits-Kategorien" unterschiedliche Auswirkungen auf psychosoziale und klinische Ergebnisse.

 

Welche Faktoren charakterisieren "Krankheits-Ungewissheit"?

Die Mishel Uncertainty in Illness Scale (MUIS) unterscheidet vier Kategorien:

 

Wie wirken sich die Ungewissheits-Faktoren aus?

In Übereinstimmung mit dem Lazarus/Folkman-Modell von Stress und Coping kann Ungewissheit in zweierlei Weise bewertet werden:

Als Gefahr erfordert Ungewissheit die Anwendung von (neuen) Coping-Strategien zum Umgang mit Affekten und eine Stärkung der Kontrolle zur positiven Anpassung.

Als Herausforderung reicht eine fortwährende Unterstützung der (bereits praktizierten) positiven Anpassung.

Eine Studie von Hoth KF et al. untersucht die Ungewissheits-Kategorien "Mehrdeutigkeit" und "Komplexität" als potentielle Prädikatoren von

 

Studiendesign

407 Patienten mit COPD aufgrund von Alpha-1 Antitrypsin-Mangel (AATD-COPD) wurden zu Studienbeginn, im 1-Jahres- und im 2-Jahres-Follow up erfaßt.

Krankheits-Ungewissheit wurde mittels MUIS (Mishel Uncertainty in Illness Scale for Adults) bestimmt.

Messinstrumente für psychosoziale und klinische Befunde waren:

Die Ungewissheits-Kategorien "Mehrdeutigkeit" und "Komplexität" wurden anhand unterschiedlicher linearer Modelle geprüft, die jeweils an demographische und gesundheitsbezogene Charakteristika angepasst waren.

 

Welchen Einfluß haben die Ungewissheits-Kategorien "Mehrdeutigkeit" und "Komplexität"?

"Mehrdeutigkeit" (ambiguity) ist ein hochsignifikanter Prädiktor für alle vier Outcome-Parameter

"Komplexität" (complexity) besitzt für keinen dieser Parameter Vorhersagekraft.

"Mehrdeutigkeit" zeigt seine signifikanten Effekte unabhängig von "Komplexität" und den demographischen und gesundheitsbezogenen Charakterstika.

Höhere "Mehrdeutigkeits-Werte" sind mit schlechteren 2-Jahres-Ergebnissen verknüpft.

Die Zeit seit Diagnose-Stellung hat keinen Einfluss auf den Zusammenhang zwischen den Ungewissheits-Kategorien.

 

Fazit:

 

  

 

Bildquelle: Privat

Artikel letztmalig aktualisiert am 24.04.2016.

0 Wertungen (0 ø)
2337 Aufrufe
Um zu kommentieren, musst du dich einloggen. Einloggen
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
  "Medizin ist die Wissenschaft der Ungewißheit  und die Kunst der Wahrscheinlichkeit." Bereits 1922 legte mehr...
  Patientenzeichnungen nach Herzinfarkt und bei Herzinsuffizienz Bereits seit mehr als einer Dekade bringen mehr...
  Die vielen Gesichter der COPD Mit diesem Motto lenkt der Welt-COPD-Tag am 15.11.2017 den Blick auf drei mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2018 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: