PR: Der richtige Umgang mit Angstpatienten beim Zahnarzt

15.04.2016
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Nicht alle Menschen gehen gern zum Zahnarzt. Die meisten wissen jedoch wie wichtig der alljährliche Besuch ist und absolvieren diesen ohne groß darüber nachzudenken. Es gibt allerdings nicht wenige Menschen, die große Angst vor dem Besuch beim Zahnarzt haben.

Da es sich dabei um ein weitverbreitetes Phänomen handelt, wird die Angst vor dem Zahnarztbesuch als Dentalphobie bezeichnet. Laut einer Untersuchung gehen lediglich 20% der Deutschen angstfrei zum Zahnarzt, 50 bis 60% der Bevölkerung suchen den Dentisten mit einem teils kleineren, teils größeren Gefühl der Angst auf und etwa 20% der Menschen haben eine sehr große Angst vor der zahnärztlichen Behandlung.

Da aber auch diese Angstpatienten regelmäßig zum Zahnarztbesuch gehen sollten und auch müssen, ist auf den richtigen Umgang mit ihnen zu achten. Dr. med. dent. Steffen Klabunde von der Zahnarztpraxis Klabunde kennt sich sehr gut aus mit Angstpatienten und stellt im Folgenden hilfreiche Methoden zum richtigen Umgang mit ihnen vor.

Aktives Zuhören als wirksame Methode

Der richtige Umgang mit Angstpatienten fängt bei uns bereits bei der Begrüßung an. Kommunikation ist der wichtigste Aspekt im Umgang mit Menschen, welche Angst vor der Behandlung haben. Unsere Erfahrung zeigt, dass ängstliche Patienten oftmals fürchten, dass der Zahnarzt arrogant, grob und gefühlskalt ist und zudem wenig Zeit für sie hat. Der Zahnarzt und natürlich auch das ganze Team sollten also empathisch sein und sich Zeit für die Behandlung nehmen. Zuhören können und die Ängste und Sorgen des Patienten wahrnehmen sind die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung von Angstpatienten.

Eine sehr sinnvolle Methode bietet das aktive Zuhören, in welchem das eigene Mitteilungsbedürfnis zurückgestellt wird und der Gebrauch von Verstärkern in Form von kleinen verbalen oder nonverbalen Rückmeldungen genutzt wird. Beispiele hierfür sind Kopfnicken, Äußerungen wie "Ja", "Genau" oder "Ich verstehe", sowie das Suchen nach Blickkontakt oder das Nachfragen bei Unklarheiten. Auch das Reflektieren des Gesagten ("Sie haben bisher Probleme mit dem Zahnarzt gehabt.") und das verdeutlichen von nonverbalem Verhalten sowie von Emotionen ("Sie zittern stark."; "Ich vernehme bei Ihnen eine große Verunsicherung.") helfen dem Patienten, sich auf die Situation einzulassen und ein Vertrauensverhältnis zu mir als Zahnarzt aufzubauen.

Zusätzlich sehr wichtig für den Patienten ist es, dass ich mir genügend Zeit für ihn nehme. Auch wenn ich als Zahnarzt nur ein bestimmtes Zeitfenster für jeden Patienten zur Verfügung habe, sollte ich mir für Angstpatienten mehr Zeit nehmen, da dies auf längere Sicht Zeit und Kosten sparen kann. Durch eine längere Behandlung fühlt sich der Patient zudem besonders wertgeschätzt, sodass sich seine Angst reduzieren kann.

Kommunikationsbeispiele

Vor der Behandlung trösten wir einen Patienten nicht bereits bezüglich eventueller Schmerzen, da dadurch der Eindruck erweckt wird, dass auf den Patienten auch Schmerzen in nicht geringem Maße zukommen werden. Der übliche Satz "Es wird nicht wehtun." sollte daher vermieden werden und besser durch einen ehrlichen Satz ersetzt werden, der etwa "Zuerst werde ich mir Ihre Zähne in Ruhe anschauen und danach beraten wir gemeinsam was gemacht werden kann." lauten könnte. Dadurch wird dem Patienten suggeriert, dass ich zuerst einen genauen Blick auf die Zähne werfe, ohne direkt das Bohren anzufangen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass dies dem Patienten ein Gefühl der Sicherheit gibt. Auch die Aussage, dass danach gemeinsam über das weitere Vorgehen beraten wird, verdeutlicht dem Patienten, dass an dieser Stelle eine Kommunikation auf Augenhöhe stattfindet und ich als Arzt keine Schritte einleiten werde, welche dem Interesse des Patienten widersprechen. Schließlich ist es immer noch der Patient, welcher über die Art der Behandlung entscheidet und auch, ob diese überhaupt durchgeführt wird. Fühlen sich Patienten einem Zwang unterworfen, ist die Gefahr sehr groß, dass sie die Behandlung abbrechen. Dennoch ist es als Zahnarzt meine Aufgabe, den Patienten darauf hinzuweisen, dass eine Behandlung, beispielsweise von Karies, unabdingbar ist. Das Wandern auf dem schmalen Grat zwischen Nicht verschüchtern und trotzdem die Behandlung im Sinne der Gesundheit des Patienten durchzuführen ist dabei die große Kunst der Kommunikation.

Geduld und einfühlsame Kommunikation als Weg zum Ziel

Der Schlüssel zum Erfolg im Umgang mit Angstpatienten liegt daher in der Geduld seitens des Zahnarztes und seines Teams. In der ersten Sitzung mit einem Angstpatienten versuchen wir immer mithilfe von einfühlsamer Kommunikation ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit aufzubauen, sodass der Patient nach der Behandlung auch weiterhin regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen erscheint.
 

Artikel letztmalig aktualisiert am 25.04.2016.

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