Depression bei COPD: eine "never ending story"?

08.04.2016
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Seit den Frühzeiten der Psychopneumologie stehen Angst und Depression bei COPD im Fokus der Aufmerksamkeit. Dennoch besteht weiterhin Forschungsbedarf für den Langzeitverlauf depressiver Symptome und ihrer Auswirkungen auf COPD-Patienten. Daten der ECLIPSE-Studie weisen erneut und eindringlich darauf hin, welchen Einfluß Depressionen auf Verlauf und Outcome der COPD üben.

In einer dreiteiligen Artikel-Serie in CHEST postulierten Dudley DL et al. bereits 1980 ein enges Zusammenspiel zwischem dem Krankheitsverlauf und psychosozialen Aspekten bei COPD. Ihre Forderung nach rechtzeitiger Erfassung und angemessener Behandlung von Angst und Depression bei COPD gilt damals wie heute, denn nach Daten der aktuellen ECLIPSE-Studie zeigt einer von vier Patienten mit COPD persistierende depressive Symptome über einen Beobachtungs-Zeitraum von drei Jahren - mit erheblichen Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf der COPD.

 

Meßmethoden

Analysiert wurden 3-Jahres-Daten von 1.589 Patienten mit COPD, die an der ECLIPSE-Studie teilnahmen.

Die Patienten wurden anhand ihrer Ausgangswerte und ihrer 3-Jahres-Werte in vier Gruppen eingeteilt:

Als Meßinstrumente dienten eine Depressions-Skala (CES-D) und die Frage nach dem Gebrauch von Antidepressiva (Ja/Nein-Frage).

 

Wie entwickelt sich der Depressions-Score zwischen Ausgangswert und 3-Jahres-Wert?

Die höchsten Depressions-Ausgangswerte zeigen Patienten mit persistierender und solche mit remittierender Depression.

Patienten ohne Depression haben eine geringere Krankheitslast und einen günstigeren Verlauf der COPD.

Patienten mit persisistierender Depression weisen fortgeschrittenere COPD-Stadien mit mehr Komorbiditäten und einen schlechteren Verlauf auf.

Patienten, deren Depression remittiert, ähneln in ihren Ausgangswerten zwar denen mit persistierender Depression - sie weisen jedoch bei den 3-Jahres-Werten weniger Exazerbationen und bei den Veränderungenim 6-Minuten-Gehtest ähnliche Werte wie die Patienten ohne Depression auf.

 

Welche unabhängigen Faktoren sind mit den Depressions-Verläufen bei COPD verknüpft?

Patienten mit persistierender Depression (im Vergleich zu Patienten ohne Depression) sind

Sie haben zudem höhere Zytokin-Level und häufiger Schlaganfälle in der Vorgeschichte.

Interessant ist der Vergleich der 3-Jahres-Werte zwischen Patienten mit remittierter und mit persistierender Depression - mit ähnlichen Ausgangswerten (siehe oben). Patienten mit remittierter Depression sind

 

Fazit:

Drei der dargestellten Zusammenhänge zwischen COPD und Depression sind bemerkenswert.

 

Was bedeuten dies Ergebnisse für die klinische Praxis?

 

Bildquelle: Privat

Artikel letztmalig aktualisiert am 08.04.2016.

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