Look left, look right!

08.04.2016
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„Zwieback für Zimmer 7“ ist der Anlass, warum ich mich heute mit der manchmal ambivalenten, eheähnlichen Beziehung von Ärzten und Pflegern auseinander setze. Dabei soll es um die Frage gehen, wie aus den unterschiedlichen Ansätzen der beiden Partner ein Verständnis füreinander wachsen kann. Welcher Mittel können wir uns bedienen, um Missverständnissen vorzubeugen?

Zwieback für Zimmer 7

„Zwieback bei Diarrhö“, steht auf dem Monitor vor mir, als ich den Mauszeiger über die ärztliche Anordnung halte. Ich arbeite heute als examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger auf einer hämato-onkologischen Station und versuche, zusammen mit meinem Kollegen 24 Patienten zu versorgen. „Sach ma“, entfährt es mir, „sonst geht’s aber noch?“

Verständnislos fragen wir uns, warum der ärztliche Kollege nicht einfach die fünf Meter aus seinem Zimmer zu uns kommt und stattdessen elektronisch wissen lässt, dass der Patient in Zimmer 7 nun unter Diarrhöen leidet.

Look left, look right

Im klinischen Alltag passiert es leicht, dass vorschnelle Annahmen über den Geisteszustand des Gegenüber getroffen werden. Das ist ungefähr so verhängnisvoll wie wenn man als Deutscher in London beim Überqueren der Straße in die falsche Richtung guckt.

Ich schreibe von einer manchmal ambivalenten Beziehung. Warum ich diesen im Allgemeinen eher negativ besetzten Begriff gewählt habe, möchte ich gerne näher erläutern: Aus dem Lateinischen stammend lässt sie sich durch die Übersetzungen ambo „beide“ und valere „gelten“ beschreiben. Professor Eugen Bleuler beschrieb die Ambivalenz 1910 während der Ordentlichen Winterversammlung des Vereins schweizerischer Irrenärzte in Bern als äußerlich begründet: „Jedes Ding hat seine zwei Seiten. Der Normale zieht meistens, aber nicht immer, das Fazit aus beiden […].“

Er führt zudem an, dass „die Ambivalenz des Willens macht, dass man überlegen muss“, was mir ein ausgesprochen guter Gedanke scheint. Sein eigenes Tun und Denken zu reflektieren halte ich in unserem Beruf für unabdingbar und eine Fähigkeit, die uns nicht eigen ist, sondern erlernt wird.

Mir geht es in diesem Sinne also nicht um Recht oder Unrecht, sondern um die Benennung verschiedener Sichtweisen. Ehetherapie, sozusagen. Beide haben Recht, wissen es aber noch nicht.

Beide haben Recht

Interessanterweise haben nicht nur die Pflege und Ärzte beide Recht und das gleiche Ziel, sondern bedienen sich sogar der exakt gleichen Argumentation: Regelmäßig insistieren beide Berufsgruppen, dass doch jene Tätigkeit Aufgabe des jeweils anderen sei. Durch Kompetenzschnittstellen mit artifiziellen, bereichsindividuellen, teilweise unklaren oder historischen Abgrenzungen entstehen regelrechte Kompetenzkrisen. Ist die Blutentnahme nun ärztliche oder pflegerische Aufgabe? Wer entscheidet, wie in unserem Beispiel, über die Ernährung?

Um zu verstehen, wer welche Kompetenzen mit in den Arbeitsalltag bringt und nach welchem Selbstverständnis sie gelebt werden, möchte ich dazu ermutigen, einmal abstrahiert die verschiedenen Positionen zu beleuchten.

Ähnlichkeiten in der Lehre

Zunächst muss ich aber feststellen, dass zentrale Aspekte unseres Denkens gleich gelehrt werden: Sowohl in der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger als auch im Studium der Humanmedizin wird der ganzheitlichen, empathischen Betrachtung des Menschen ein großer Stellenwert eingeräumt. Früh lernen wir, dass Frau Müller nicht „die Diarrhö auf Zimmer 7“ ist und die Behandlung des Herzinfarkts nicht nach dem Herzkatheter aufhört. Wir lernen beide nicht nur viel über die Pathophysiologie von Erkrankungen, sondern auch die Auswirkungen auf das Leben unserer Patienten.

In der Praxis leiden wir unter einer großen Gemeinsamkeit, nämlich dass die Organisation von allerlei Dingen als wenig originäre Tätigkeit angesehen wird. Wer füllt schon gerne gefühlte Berge an Formularen, wenn die Zeit am Patienten besser verbracht wäre.

Dennoch zeigt sich im Krankenhaus in der Regel ein wesentlicher Unterschied in der ärztlichen und pflegerischen Arbeitsweise.

Die Pflege: „Mit meinem Patienten stimmt etwas nicht“

Die Pflegekraft verbringt deutlich mehr Zeit am Patienten als es der Arzt tut. In der Folge wird die Patientenbeobachtung deutlich intensiver geübt, als es dem Arzt möglich ist. Auch wird die emotionale Bindung zum Patienten stärker. Daher fällt es leichter nachzuvollziehen, welchen Maßnahmen aus Patientensicht Priorität eingeräumt werden sollte. Wenngleich die objektive Beschreibung in der Pflege einen hohen Stellenwert besitzt, halte ich die gelernte Intuition in der Patientenbeobachtung für eine wichtige Fähigkeit, um daraus letzten Endes objektive Maßnahmen ableiten zu können.

Diese Intuition drückt sich oft in dem folgenden Satz aus: „Mit meinem Patienten stimmt etwas nicht.“ Ehe wir wissen, was nicht stimmt, gibt uns diese subjektive Information die Chance, zu handeln und die Beobachtung weiter zu objektivieren. Das geschieht in gemeinsamer Arbeit durch Ärzte und Pflege, und auch den Patienten will ich nicht unterschlagen. So schließt sich der Kreis.

Ich halte also fest, dass sich die Kompetenzen der Pflege aus dem Vorteil entwickeln, meist intensiver und länger mit dem Patienten zu arbeiten. Man könnte die Pflege als den Part einer Beziehung beschreiben, der mehr zu Hause ist und die Kinder überwiegend begleitet.

Der Arzt: „Der Wert ist mein Freund“

Die Beschreibung der Pflege offenbart gleichzeitig die Kernkompetenz des Arztes: Das Wissen um Erkrankungen sowie speziell deren Diagnostik und Therapie. Gerade zu Beginn des Studiums wird auch Wert auf die ganzheitliche, salutogenetische Betrachtung des Menschen gelegt. Im Gegensatz zur Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege allerdings weicht diese im Verlauf zunehmend der Pathogenese. Auch diese Entwicklung hat, so meine ich, ihre Berechtigung, damit Möglichkeiten bekannt sind, um das Problem des Patienten zu lösen. Das Erlernen und Erfahren eines Verständnisses für die Probleme, welche die Pathogenese zusätzlich im sozialen oder beruflichen Alltag mitbringt, steht daher hinten an. Auch der geringere Patientenkontakt, der eher wissenschaftliche Fragen der Therapie beinhaltet, macht es dem Arzt schwieriger, eine ganzheitliche Betreuung zu gewährleisten. Jede Pflegekraft kann ein Lied davon singen, wenn nach der ärztlichen Visite die Fragen der Patienten ihr Gehör suchen. Wofür der Arzt in diesem Falle wenig kann, aber eine Aussage über die Rollenverteilung erlaubt, die ich hier nicht weiter ausführen möchte. Ich empfinde die Rolle des Arztes also seltsamerweise weiter weg vom Patient und näher an seiner Erkrankung, wenngleich ihn das in dessen Innerstes führt – molekularbiologisch betrachtet.

Dem gegenüber steht der Wunsch, manchmal auch die Angst, alles richtig machen zu wollen. Es kann so dazu kommen, dass eine „Apparatemedizin“ unser Handeln bestimmt. Werte geben eine scheinbare, schnelle Sicherheit, um möglicherweise weitreichende Entscheidungen zu treffen, für die wir einstehen.

Der Arzt ist also eher der Partner, der versucht, mit weniger Zeit dennoch allen gerecht zu werden. Es steckt nicht weniger Herzblut in seiner Arbeit.

Dein Freund und Helfer: Die Kommunikation

Bekanntlich hilft ja oft nur eins: Reden, reden, reden. Aber lassen wir mal die Erkenntnisse und Theorien von Watzlawick, von Thun und Roger zur Gestaltung von Kommunikation weg und konzentrieren uns darauf, wie Fehler vermieden werden können und unseren Patienten eine höchstmögliche Sicherheit geboten werden kann.

Um also richtig zu reden, empfehlen unter anderem die WHO Hilfsmittel wie SBAR. Weil es immer einen Haken gibt, sei dieser gleich zu Beginn genannt: Optimal funktioniert die Übergabe standardisiert. Das bedeutet, dass dieser Standard von den Führungskräften gewollt, an den Bedarf vor Ort angepasst, vorgestellt, eingeführt und trainiert werden muss. Wie bereits erwähnt ist Kommunikation Teamsache.

SBAR bricht viele Methoden der Übergabe auf vier wesentliche Punkte herunter: Situation, Background, Assessment, Recommendation. In genau der Reihenfolge. Auf unsere Eingangssituation bezogen könnte die Übergabe wie folgt aussehen: „Herr Müller, 77 Jahre, in Zimmer 7 hat Durchfall. Dies hat er aufgrund eines Antibiotikums. Er braucht deshalb eine angepasste Kostform bis die Diarrhöen abgeklungen sind. Ich empfehle hierzu Zwieback und ausreichend Flüssigkeit in Form von Tee.“

Einfach. Evident. Professionell.

Fazit – Look left, look right

Wir befinden uns im Spannungsfeld des noch jungen, sich entwickelnden Selbstverständnisses der Pflege und dem Beruf des Arztes, dessen Selbstverständnis etablierter scheint. Kompetenzschnittstellen kombiniert mit einer jeweils eigenen Herangehensweise an die gleiche Aufgabe „Patient“ können ermöglichen, dass dieser umfassend versorgt ist.

Glücklicherweise kennen hierzu beide Seiten gute Mechanismen, welche der Notwendigkeit, gezielt zu kommunizieren und Kompetenzen klar zu verteilen, gerecht werden. Unglücklicherweise müssen diese trainiert werden und erfordern oft eine hohe Disziplin. Der Ehe gleich gilt es täglich neu, Auseinandersetzungen zu nutzen, um ein lebenslanges Lernen als Vorteil zu sehen und uns zu zwingen, die eigene sowie die Rolle des Gegenübers in Konflikten zu reflektieren und sich beider Kompetenzfelder bewusst zu sein. Steht „Team“ allerdings stellvertretend für „Toll, Ein Anderer Macht es“, leidet diese Logik.

Der Zwieback wurde ursprünglich seiner langen Haltbarkeit wegen „zwie“ gebacken. Damit niemand von uns zwei Mal durch das Feuer muss, um am Ende knackig und gut zu sein, lassen wir doch „die Ärzte“ und „die Pflege“ zu dem werden, was sie sind: Kollegen auf Augenhöhe.

 

Ich danke:

 

Bildquelle (Außenseite): Steven Depolo, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 22.05.2016.

48 Wertungen (3.69 ø)
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Gast
nee Gast, die Pfleger haben keine Ahnung, das ist das Problem.
#58 am 24.05.2016 von Gast
  1
Gast
#56: Und ich finde, dass Ihr unverschämter Kommentar an Arroganz nicht mehr zu überbieten ist. Ich vermute, Sie sind Arzt! Schon einmal darüber nachgedacht, dass ohne die Pflegekräfte in einem Krankenhaus GAR NICHTS laufen würde??? Die Angehörigen der Pflegeberufe in der heutigen Zeit als "Hilfskräfte" zu bezeichnen, die gefälligst gehorchen sollen (den Ärzten etwa?), zeigt, dass Sie absolut keine Ahnung haben. Wollen Sie Zustände, wie sie vor 70 Jahren geherrscht haben? Ich selber habe eine Stationsleitung gekannt, die jeden Mittwoch nach der Chefarztvisite eine Kaffeetafel mit Tischdeckchen und Porzellan aufgebaut hat. Den Kuchen hatte sie zuvor Zuhause gebacken. Das hätte Ihnen wohl auch gefallen, nicht wahr??? Jedes Pflegeteam könnte Sie , wenn es wollte, am langen Arm verhungern lassen. Wenn Sie glauben, Sie wären etwas besonderes, nur weil Sie offensichtlich studiert haben, irren Sie sich. Ihr Beitrag zeigt, dass Sie zu denjenigen gehören, die noch nicht begriffen haben, wie wichtig TEAMARBEIT und GEGENSEITIGER Respekt in der täglichen Arbeit sind!!! Ein emanzipierter Krankenpfleger
#57 am 23.05.2016 von Gast
  2
Gast
Ich finde auch, das diese allzu emanzipierten Pflegekräfte mal wieder das arbeiten und gehorchen als Hilfskräfte lerne müssen.
#56 am 20.05.2016 von Gast
  1
Gast
Schön wäre es ja, wenn die Schwestern alle von der Venus kämen:-)
#55 am 13.05.2016 von Gast
  1
Gast
vielleicht erklärt mir hier jemand, was eine Pflegetheorie ist, die ja offensichtlich was mit Optik zu tun hat ... .. von wegen der Augenöhe
#54 am 11.05.2016 von Gast
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Gast
wer ist schon der Ethik-Rat
#53 am 11.05.2016 von Gast
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"Zunächst empfiehlt der Ethikrat, eine bessere Kommunikation im Krankenhaus sicherzustellen." http://www.ethikrat.org/presse/pressemitteilungen/2016/pressemitteilung-03-2016
#52 am 10.05.2016 von Moritz Dieckmann (Student der Humanmedizin)
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Gast
Das problematische an diesem Berufsfindungstheater ist ja die Tendenz zur Aufkündigung der dringend notwendigen Zusammenarbeit "von unten". Das ist ja kein ganz neues Thema. Ich erinnere mich an eine Ordensschwester, die jegliche ärztliche Therapie beendet hat, wenn die Diagnose "Krebs" aufgetaucht ist, natürlich war sie auch "geschützt" von der Oberin, vor der auch der Chefarzt Manschetten hatte. Also auch Infusionen abgehängt etc.. Sie fühlte sich dazu berufen. Es blieb da nichts anderes übrig, als die Diagnose zu verheimlichen,
#51 am 29.04.2016 von Gast
  0
Guten Morgen, da ist mir tatsächlich einer durch die Lappen gegangen!
#50 am 27.04.2016 von Moritz Dieckmann (Student der Humanmedizin)
  0
Tja, genau!! Es fehlt häufig am Format *gg* .... auf beiden Seiten *lach* An #47: Gemeint war offensichtlich folgender Eingangssatz:" "Zwieback für Zimmer 7“ ist der Anlass, warum ich mich heute mit der manchmal ambivalenten, eheähnlichen Beziehung von Ärzten und Pflegern auseinander zu setzen. " ... da gehört eigentlich statt "zu setzen." geschrieben "setze."!!Dann machst grammatikalisch wieder Sinn!
#49 am 26.04.2016 von Schwester Annette Latka (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
  0
FF
(Ich hatte schöner formatiert, aber alle Absätze und Leerstellen wurden konsequent ignoriert. Sorry für das bescheidene Format.)
#48 am 24.04.2016 von FF (Gast)
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FF
Beitrag 29: "„Zwieback bei Diarrhö“, steht auf dem Monitor vor mir, als ich den Mauszeiger über die ärztliche Anordnung halte." ist der erste Satz des Artikels. Was ist daran - sprachlich / anderweitig / inhaltlich - zu beanstanden bzw. "macht deutlich, dass Pflegende nicht auf gleicher Augenhöhe mit den Akademikern sind"? Und was unterscheidet Pflegende mit akademischem Abschluss qualitativ von Akademikern? Im Übrigen sind "solche" (wie z. B. ich) somit ebenfalls sechsjährig qualifiziert... Na, was soll's - hier wird das Problem auch nicht gelöst.
#47 am 24.04.2016 von FF (Gast)
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Gast
... und darum scheint es bei der ganzen Debatte ja letztendlich auch nur zu gehen ...
#46 am 23.04.2016 von Gast
  0
Naja, ich sage es ja schon immer: Wenn "die Pflege" es nötig hat, sich nicht mehr mit "Schwester Sowieso" anreden zu lassen, dann stimmt da doch ganz was anderes nicht!! Also ich kann mich NICHT über Arbeiten NICHT auf Augenhöhe beklagen! Ein bisschen weniger Genöhle von der Pflege und dieses ewige Besserwisserische in der Pflege, bei dem es dann aber bei genauem Nachfragen an Fakten hakt, würde meiner Berufsgruppe gut stehen! Es liegt auch immer an dem Einzelnen, wie er das Ganze wahrnimmt.. vorallem aber, wie er SICH SELBER sieht....klein, mit wenig Selbstwertgefühl, oder mit einem gesunden Anteil dessen....da hilft auch ein Pflegestudium nicht weiter! Und: Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch hinaus! Ich sehe mich und mein Pflegeteam von der ärztlichen Seite her voll akzeptiert, und wir arbeiten nicht den Ärzten zu, sondern wir alle in einem geben und Nehmen zum Wohle des Patienten ZUSAMMEN. Ich kann das ewige sich nicht genügend angesehen fühlen von einigen Pflegekollegen nur mehr sehr schwer ertragen - also ICH bin anerkannt in meinem Umfeld - sei es in der Klinik, im Bekannten und Freundeskreis, der Familie sowie in der Nachbarschaft. Da betrachtet man meinen Beruf mit großem Respekt - nicht weniger als den des Arztes.
#45 am 22.04.2016 von Schwester Annette Latka (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
  0
Sehr geehrter Gast aus Kommentar #41, Sie sind nah dran! Es geht primär um "Augenhöhe". Hierunter verstehe ich, wie beschrieben, einen respektvollen, professionellen Umgang miteinander. Ein Aspekt dieser Professionalität ist Kommunikation, die letztendlich für auch für eine gute Pflege sorgt. Somit erhalten Sie dann wie gewünscht eine gute Behandlung. Beste Grüße
#44 am 22.04.2016 von Moritz Dieckmann (Student der Humanmedizin)
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Lieber Gast aus Kommentar #40, ich bin mir nicht sicher, wo ich geschrieben haben soll, dass die Wundbehandlung im Medizinstudium nicht mehr gelehrt wird? Ebenso wenig, wo geschrieben steht, dass ich glaube, dass ein Dekubitus kein Pflegefehler wäre? In beiden Fällen bin ich nämlich ganz Ihrer Meinung. Beste Grüße
#43 am 22.04.2016 von Moritz Dieckmann (Student der Humanmedizin)
  4
Gast
"Gerade zu Beginn des Studiums wird auch Wert auf die ganzheitliche, salutogenetische Betrachtung des Menschen gelegt." Mit Quatschen von Modewörtern wird man kein Arzt. Bevor man sich mit Krankheit beschäftigen darf, muss man erst lernen, wie de normale gesunde Mensch beschaffen ist und "funktioniert", eine enorm schwierige Angelegenheit, genannt Anatomie, Physiologie und Biochemie. Die Schulbildung reicht dafür heute schon lange nicht mehr, deshalb ist noch ein Vorphysikum davor geschaltet. Wenn man das alles geschafft hat (Physikum) beginnt erst die Lehre der Krankheiten. Davon kann man niemals genug "Wissen" erlernen. Und ist auch das Studium geschafft, fängt man als Assistent nochmal fast von 0 an und ja, dann ist man auch froh, wenn mann etwas von Pflegern lernen kann. In kaum einem anderen akademischen Beruf ist die theoretische "wissenschaftliche" Seite so stark an bodenständige körperliche Realität gefesselt. "Augenhöhe" braucht bitte jeder.
#42 am 22.04.2016 von Gast
  0
Gast
offenbar geht es gar nicht um gute Pflege, sondern um "Augenhöhe". Vielleicht kann man ja das Thema wechseln und fragen was ihr alle genau unter Augenhöhe versteht. Ich verstehe das Wort ehrlich gesagt NICHT. Mir ist die gute Behandlung viel wichtiger. Und ich will bitte nicht nach meinem Sexualleben gefragt werden Herr Student!!! Davon bekommt man keine Gallensteine.
#41 am 21.04.2016 von Gast
  1
Gast
Moritz Dieckmann, vielleicht sollten sie einfach erst mal zuende studieren und bis zum Facharzt praktisch lernen, bevor Sie hier fachlichen Unsinn verbreiten. Wunden und Wundbehandlung gehören zur Basisausbildung jedes Chirurgen, genannt "allgemeine Chirurgie". Das geht zurück auf den Chirurg Dr. Paul Leopold Friedrich * 1864 † 1916 er hat mit Robert Koch zusammen gearbeitet, lernt man das heute nicht mehr??? Und ein Dekubitus ist IMMER ein "Pflegefehler" bzw. Lagerungsfehler! Da kann sich sogar Gasbrand entwickeln, diese Keime sitzen auch im Dickdarm. Wenn Dekubitus "passiert" ist, muss der Chirurg zuhilfe eilen und sehen wie er das wieder "reparieren" kann. Und das geht heute ganz gut.
#40 am 21.04.2016 von Gast
  2
hm... icih konnte leider nicht sämtliche Ausführungen lesen, als in einem anderen Land als Deutschland tätige Ärztin, frage ich mich allerdings, Zwieback bei Diarrhoe überhaupt eine ärztliche Verordnung ist. Bei uns werden nicht nur Zweibak sondern auch Laxantien und andere Dinge bereits selbstständig von der Pflege verabreicht, es wird nicht gewartet, bis der Assistent oder ich mit der nächsten OP fertig sind um den Durchfall des Patienten zu behandeln... Ansonsten gut geschrieben nur kann ichs nicht komplett durchlesen, sorry.
#39 am 21.04.2016 von Dr. med. Stefanie Peggy Kühnel (Ärztin)
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Gast
In Spanien ist die Ausbildung zum Krankenpfleger meines Wissens nach eine akademische! d.h. es ist ein Universitätsstudium... Wie allerdings Pfleger und Ärzte im Anbetracht dieser Tatsache dort im Klinikalltag miteinander zurecht kommen, entzieht sich meiner Kenntnis.
#38 am 21.04.2016 von Gast
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Gast
Es resultiert ein "Brain drain": Nur noch der "Rest vom Kirmesfest" bleibt in der angewandten Pflege.
#37 am 21.04.2016 von Gast
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Gast
Der "Akademisierungswahn" führt dazu, dass heutzutage nahezu jeder herkömliche Ausbildungsberuf studiert werden kann. Das wird spätestens dann bei den Absolventen zu Frustration führen, wenn diese bemerken, dass sie - obwohl nunmehr im Selbstverständnis "Akademiker" - immer noch in den alten, nur umbenannten Berufsfeldern stecken.
#36 am 21.04.2016 von Gast
  0
Liebe Frau Latka, Sie sind sehr herzlich eingeladen, zur Verbreitung des Artikels in der Pflegewelt beizutragen! Beste Grüße
#35 am 21.04.2016 von Moritz Dieckmann (Student der Humanmedizin)
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Leider lesen hier zu wenige Pflegekräfte die Artikel....naja, heißt ja auch "DocCheck" statt vielleicht "MediCheck".....entsprechend fällt die Kommentierung natürlich einseitig aus!!!
#34 am 21.04.2016 von Schwester Annette Latka (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
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Gast
...Arztbriefe... (no comment)!
#33 am 21.04.2016 von Gast
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Sehr geehrter Herr Walter Werner, dann lesen Sie mal Artzbriefe, und dann reden wir weiter!!! War eben einfach schlecht lektoriert!
#32 am 21.04.2016 von Schwester Annette Latka (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
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Gast
Die Akademisierung der Pflege untersucht ja eben nicht konkrete, einzelne Maßnahmen auf Wirksamkeit. Es geht hier doch einmal um Pflegetheorien, die in der Praxis kaum Anwendung finden und deren Sinn auch eher fragwürdig ist. Ein anderer Part z.B., die sog. "Expertenstandards", bei denen man die Chance gehabt hätte, tatsächlich mal konkrete Maßnahmen zu untersuchen, beläuft sich auch wieder nur auf Wischi-Waschi-Gerede und enthält keinerlei praxisrelevante Handlungsanweisungen etc. ("Pflegekraft verfügt über Wissen zu Dekubitusentstehung und kenn Lagerungstechniken" - Danke, wäre ich nie drauf gekommen dass das hilfreich sein könnte. "...verfügt über die Kompetenz, Weichlagerungsmaterialien auszuwählen", etc.) Solange man eine Akademisierung mit solcher Pseudowissenschaft zu füllen versucht, wird man in dieser Hinsicht auch von anderen Berufsgruppen kaum ernst genommen werden. Zumal es doch Möglichkeit und Bedarf der Überprüfung bestimmter Pflegemaßnahmen auf Wirksamkeit durchaus gäbe.
#31 am 21.04.2016 von Gast
  0
Liebe/r Frau/Herr Dr. jur. Sigmund, hinsichtlich Ihrer Verwunderung über die Befragung (Anamnese) zu Ihren sexuellen Gewohnheiten möchte ich Sie wissen folgendes wissen lassen: Die Sexualanamnese gehört zu einer vollständige Anamnese. Sie werden wissen, dass man gerade zu Beginn des Arbeitslebens dazu neigt, Dinge lieber ausführlicher (wie man es gelernt hat) zu machen, bis irgendwann die Erfahrung erlaubt, (anscheinend) unwichtige Dinge wegzulassen. Nicht selten wird auch aus Scham/vermeintlicher Rücksicht auf wichtige Befragungen und Untersuchungen verzichtet, die hinweisgebend sein könnten und das Leiden so nicht rechtzeitig erkannt. Beste Grüße
#30 am 21.04.2016 von Moritz Dieckmann (Student der Humanmedizin)
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Walter Werner, Pflegepädagoge
Alleine schon der erste Satz des Artikels macht deutlich, dass Pflegende nicht auf gleicher Augenhöhe mit den Akademikern sind. Ein solches Sprachkonstrukt zu veröffentlichen macht den Sprechenden schon zum Mitglied des Bildungsprekariat. Leider! Und das findet man häufiger bei den Pflegenden. Da muss man sich nicht mehr wundern.
#29 am 21.04.2016 von Walter Werner, Pflegepädagoge (Gast)
  3
Liebe/r Frau/Herr Dr. jur. Sigmund, Sie haben Recht, die Trennung des Patienten in ein pflegerisches und ein medizinisches "Objekt" ist hirnrissig. Ich freue mich, dass sie meinem Beitrag in diesem Punkt zustimmen. Allerdings halte ich die Akademisierung der Pflege durchaus für berechtigt und hilfreich: Oder wollen Sie einen Dekubitus immer noch mit Eis und Föhn behandelt bekommen, anstatt gut gelagert zu werden? Hichsichtlich der Reinigungskräfte kann ich Ihnen versichern: Diese machen einen verdammt wichtigen Job. Und ich habe es oft erlebt, dass ihr auf Augenhöhe begegnet wird. Beispiel Station X: Es war 7 Uhr und jemand wollte gerade in den Arbeitsraum? Nix da, 7 Uhr war bei der Kollegin immer die Zeit, zu der sie dort geputzt hat und das wurde respektiert. Insofern danke ich für ein weiteres Beispiel der gelungenen Kommunikation und des gegenseitigen Respekts. Beste Grüße
#28 am 21.04.2016 von Moritz Dieckmann (Student der Humanmedizin)
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Lieber Gast aus Kommentar #23, da gibt es tatsächlich so einige Berufe: Richter, Sozialarbeiter, Polizisten, ... Ich glaube, Prof. Reuschenbachs Absicht war es mehr, auf die Unterschiede in der Betrachtung der Berufsgruppen hinzuweisen. Die Pflege hat sich eben aus einem reinen Hilfsberuf (hilft dem Arzt, hat aber selbst keine Aufgaben) hin zu einem selbstständigen Beruf entwickelt (hilft immer noch dem Arzt, hat aber jede Menge eigene Aufgaben). Beste Grüße
#27 am 21.04.2016 von Moritz Dieckmann (Student der Humanmedizin)
  1
Liebe Elvira Sigmund, die Ausbildung an Krankenpflegeschulen wird überwiegend durch Pflegepersonal abgedeckt. Diese haben oft studiert oder/und Zusatzqualifikationen/Weiterbildungen. Bei uns an der Schule gab es eine Ärztin, die anatomische Grundlagen, Anatomie und (Patho-)Physiologie unterrichtet hat. Weiter waren Dozenten aus dem Controlling oder Labormediziner unsere Lehrer. Beste Grüße
#26 am 21.04.2016 von Moritz Dieckmann (Student der Humanmedizin)
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Gast
#14 Ihr Beitrag mit "Elfenbeinturm, Wilden Westen oder dem Urwald" zeigt den Respekt des neuen Typs Pfleger vor der schweren Aufgabe des Arztes. Das wird jeden Patient glücklich machen. Da passt noch Impfverweigerung und andere Verweigerungen dazu. Mir verkündete mal ein Stationsschwester, dass ihr Team beschlossen hätte, man sollte auf ihrer Station Schluss machen mit der grausamen Chemotherapie. Ich zeigte volles Verständnis mit der psychischen Belastung und habe darauf eine sofortige Versetzung in die Geriatrie angeboten, wo noch Personalbedarf war. Das wollte man merkwürdigerweise auch nicht.
#25 am 21.04.2016 von Gast
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Gast
Kein Arzt attakiert den Pflegeberuf. Wenn es um eine bessere Stellenbesetzung, eine bessere Ausbildung, eine bessere Bezahlun geht, immer sind die Ärzte auf der Seite der Pflegeberufe. Auch aktuell bei der politisch durchgepaukten "Vereinheitlichung" der Ausbildung sind die Pädiater auf der Seite der protestierenden Fachpfleger. Wir haben also einen gemeinsamen Feind das ist Kostenträger und Politik und eine gemeinsame Aufgabe, das ist der Patient, den kann man schlecht aufteilen. Was macht die politische Führung der Pfleger? Sie greift die Ärzte an, sozusagen die politisch Schwächsten. Das freut die Kassen, das freut die Politik, das freut die Medien - divide et impera - und das freut auch die Industrie, die ihre Produkte viel leichter über die Pflegeschiene in den Markt pumpen kann. Siehe Anrechnungsskandal in Berlin, die Spitze des Eisbergs.
#24 am 21.04.2016 von Gast
  0
Gast
Prof. Dr. Bernd Reuschenbach, schön, dass sie sich mit einem Titel schmücken können. Wer bei der Behandlung von Krankheit Probleme mit dem Begriff des "Dienens" hat, sollte sich einen anderen Beruf suchen. Auch der Arzt muss dienen, oder kennen Sie eine akademischen Beruf des nachts regelmäßig aus dem Bett geklingelt werde kann?
#23 am 21.04.2016 von Gast
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Gast
Schon die Überschrift spricht für eine latente Antipathie gegen Ärzte
#22 am 21.04.2016 von Gast
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Elvira Sigmund
Wer macht eigentlich die Ausbildung in den Schwesternschulen? Früher war das jedenfalls die Ärzte, ist das heute anders? Jedenfalls sind die Arbeitsbedingungen für Ärzte eher schlechter geworden, nicht besser. Das sieht man auch an den winzigen Arztzimmern eines "Stationsarztes". Meine Frage an den Verwaltungsleiter einer neuen Großklinik bei der Besichtigung einer Station bei diesem Anblick wurde beantwortet mit den Worten, die sollen nicht sitzen sondern arbeiten. Kaffee-Trinken können die zuhause.
#21 am 21.04.2016 von Elvira Sigmund (Gast)
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Dr.jur.Sigmund
Leider ist man als hilfloser Patient abhängiger von der Pflege als vom Doktor, der sich heute nicht mehr durchsetzen kann.
#20 am 21.04.2016 von Dr.jur.Sigmund (Gast)
  3
Dr.jur.Sigmund
Akademisierung von Krankenpflege ist inhaltsleere Profilneurose. Dem Patient nützt das nicht! Die Zusammenarbeit wird KEINESWEGS von den Ärzten abgelehnt, sondern von den ambitionierten "Pflegern". Der Patient kann nicht "aufgeteilt" werden in ein "Pflegeobjekt" und ein Mediziner-Objekt, genau das, was idiotischerweise versucht wird. Was genau heist bitte genau "auf Augenhöhe", ?????? das verlangt auch eine Putzfrau gegenüber dem Pfleger. Arbeitet der Pfleger auf Augenhöhe mit den Patient? Ich habe nicht immer den Eindruck. Wenn ich wegen einer Gallen-Op ins Krankenhaus gehe, möchte ich nicht vom Pfleger nach meinen sexuellen Gewohnheiten gefragt werden, ist mir schon passiert. Was hat das mit der Gallenblase zu tun?
#19 am 21.04.2016 von Dr.jur.Sigmund (Gast)
  4
Gast
Ergänzend: Umgekehrt konnte ich auch immer mit allen Ärzten vernünftig reden, wenn ich das für nötig befand, Ausnahmen sind meiner Erfahrung nach sehr selten gewesen. Als früherer Krankenpfleger und jetzt Medizinstudent erlebe ich das im übrigen ganz anders, zumindest als Student erlebt man einen nennenswerten Anteil (nicht die Mehrheit, aber eben doch genug, um in jeder Abteilung welche zu haben), der einem bewusst das Leben schwermacht, aus Gründen die ich nicht nachvollziehen kann, sodass man auf neuen Stationen meist den Pflegekräften gegenüber vorsichtig-ängstlich ist. Das aus einem solchen Klima bereits in der Ausbildung nur schwerlich Gutes werden kann, dürfte jedem klar sein.
#18 am 21.04.2016 von Gast
  0
Gast
Die Akademisierung der Pflegeberufe geht doch völlig am Praxisalltag vorbei. Niemand braucht im Krankenhaus die diversen Pflegetheorien oder ausgeklügelt formulierte Pflegepläne. Und dass ein dreijährig qualifizierter Beruf in der Hierarchie eben unter einem sechsjährig qualifizierten steht, ist doch etwas völlig normales. Ich bin als Krankenpfleger immer gut damit gefahren, mit den Ärzten zusammenzuarbeiten, und nicht die Dramaqueen zu geben, weil eine Anweisung nicht persönlich mündlich bei mir beantragt wird. Wo soll denn das Problem sein, wenn z.B. eine Kostformänderung auf Zwieback im Computer steht? Sollte ich der Meinung sein, dass die Anweisung unsinnig ist (was im Falle von "Zwieback bei Diarrhoe" wohl kaum der Fall sein wird) kann ich den Arzt drauf ansprechen, andernfalls spare ich uns beiden den Atem und die Aufregung. (Und ich erlebe häufig Kollegen/innen, die sich über einen solchen Fall minutenlang lauthals aufregen).
#17 am 21.04.2016 von Gast
  2
G.H.
Gleichmacherei ...
#16 am 20.04.2016 von G.H. (Gast)
  4
Gast
Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, spricht auch wirklich nichts mehr gegen ein Miteinander auf "Augenhöhe". Ich erhoffe mir einiges von der längst überfälligen Akademisierung der Pflegeberufe.
#15 am 20.04.2016 von Gast
  8
Gast
Ärzte scheinen eher von diesem Planeten zu stammen, viele allerdings speziell aus dem Elfenbeinturm, Wilden Westen oder dem Urwald und haben offenbar kaum etwas von einem EQ gehört bzw. können hiermit nichts anfangen. Pfleger sind da subsidiär.
#14 am 20.04.2016 von Gast
  10
Eine Annäherung und Begegnung auf Augenhöhe erscheint leider schon durch die Berufsbezeichnungen und den Jargon erschwert. Wenn Vertreter der nicht-pflegerischen Assistenzberufe, z.B. Ärzte, vom pflegerischen "Hilfsberuf" sprechen, dann wird hier schon das besondere Machtgefüge deutlich. Mit der Akademisierung des Pflegeberufes kommt Bewegung ins Spiel.
#13 am 20.04.2016 von Prof. Dr. Bernd Reuschenbach (Pflegewissenschaftler)
  6
FF
Es geht nach meinem Verständnis auch NICHT primär um Übernahme ärztlicher Tätigkeiten, sondern um ein grundsätzlich neues Verständnis der Tätigkeiten des Pflegepersonals! Das geht aber schon seit Jahrzehnten nicht in die Köpfe der Verantwortlichen, und so wird es wohl bleiben. Lieber entsorgt man die kritischen Stimmen als wirklich an der Ursache zu arbeiten. As simple as that. Anonymous again.
#12 am 20.04.2016 von FF (Gast)
  4
FF
Solange die vorbehaltlich (also meist gesetzlich definierten) zugeordneten Bereiche nur Verbalkosmetik sind und die Pflegepersonen keine juristisch-strafrechtliche Verantwortung übernehmen (müssen), ist das Wortgerangel. Selbstverständlich hieße das aber auch juristische Verantwortlichkeit und folgerichtig DEUTLICH bessere Bezahlung - der entsprechenden Vorbehalts-Kompetenz entsprechend. Und das eben dürfte unserer Gesellschaft nicht passen. Die zahlt lieber dem Bandarbeiter beim Daimler ohne Ausbildung und Verantwortung mehr als dem langjährig erfahrenen, dreijährig ausgebildeten Kranken-/Altenpfleger mit Verantwortung, u. U. für das Leben des Patienten / des Bewohners / Gastes / ... (All dies sage ich als Ex-stud. med. und Gesundjeits- und Krankenpfleger sowie Pflegewirt mit B. A. - Abschluss, also schon mit ein ganz klein wenig Kompetenz und mit ganz ganz viel Frustration. Meinen Namen entferne ich ausnahmsweise aus Angst vor evtl. Konsequenzen, obwohl hier seit Jahren aktiv.)
#11 am 20.04.2016 von FF (Gast)
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Honorararzt
Anruf: "Herr Doktor, Ihr Simulant auf Zimmer 9 mit dem lästigen Koterbrechen ist gerade völlig überraschend gestorben"
#10 am 20.04.2016 von Honorararzt (Gast)
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Liebe Leute, ich freue mich, dass dieses Thema offensichtlich Zuspruch findet. Um aber wieder auf den eigentlichen Inhalt meines Beitrages zu lenken: Es geht mir darum zu zeigen, wie Kommunikation besser gestaltet werden kann und wie die beiden Berufsgruppen ticken. Nicht, ob irgendwer schuld, böse oder unfähig ist. Dafür lassen sich hinlänglich Beispiele in beiden Lagern finden. Deshalb habe ich versucht herauszuarbeiten, dass das Zuspielen des Schwarzen Peters mir unsinnig erscheint. Ich bin daher auf weitere Kommentare gespannt, die möglicherweise über konstruktive Ereignisse zu berichten wissen und sich dem Inhalt des Beitrages selbst widmen, selbstverständlich gerne auch weiterhin kritisch. Beste Grüße Moritz
#9 am 20.04.2016 von Moritz Dieckmann (Student der Humanmedizin)
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Honorararzt
Fortsetzung: Nun, ich lobte ihn, ohne ihm meine innere Panik anmerken zu lassen und nahm den Nachtisch weg und erfuhr auf der Station, dass er Vollkost bekommen hätte, da ja keine Darmresektion gemacht worden sei (die landeten sowieso regelmäßig auf der Intensivstation). Mit einem kleinen Klysma kam dann noch am Abend der ersehnte Stuhlgang, es war nochmal gut gegangen.
#8 am 20.04.2016 von Honorararzt (Gast)
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Honorararzt
Als Honorararzt habe ich auch die "Selbständigkeit" einer Pflegemannschaft zu spüren bekommen, als ich nachts als Notfall (laparoskopisch) eine eingeklemmte Leistenhernie operiert habe. Es war eine Dünndarmschlinge eingeklemmt, die sich noch reponieren ließ. Sie sah zwar etwas schwarz aus, erholte sich allerdings nach einiger Zeit, nachdem die Hernienlücke mit Netz versorgt war, so dass ich mich entschloss, im Widerspruch zu allen anwesenden Besserwissern, sie NICHT zu resezieren. Ich legte allerdings ein taktisches Bauchdrain und verordnete schriftlich nur trinken und essen erst nach dem erste Stuhlgang. Bei der Visite am nächsten Tag nachmittag war der Bauch immer noch unauffällig ich sah aber ein volles Nachtischschälchen auf seinem Nachttisch und fragte den Patient danach. Er sagte, das hätte er "nicht mehr runter bekommen".
#7 am 20.04.2016 von Honorararzt (Gast)
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Gast
Das bekannteste (Fehl-)Urteil auf Schadensersatz war ja die Verurteilung eines Chefarztes in Köln wegen einer Rekurrens-Lähmung nach einer Struma-Op (die in jeder Aufklärung als Risiko unterschrieben wird) durch einen Facharzt und Oberarzt seiner Abteilung mit der Begründung er hätte wissen sollen, dass der das nicht kann, er hätte ihn gar nicht einstellen dürfen. Nun das konnte er gar nicht wie (fast) überall in Deutschland, das macht der Verwaltungsdirektor oder bei entspr. Größe des Hauses der (nicht ärztliche) Personalleiter.
#6 am 20.04.2016 von Gast
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Gast
Deutschland hat bekanntlich in der Kompetenz des Pflegepersonals international noch Defizite, die wohl gerade (aus ökonomischen Gründen, Ärzte sind "teurer") abgebaut werden, wobei man allerdings nicht übers Ziel hinausschießen darf. Man musste früher darum kämpfen, dass eine Schwester überhaupt auf Station Blut abnehmen durfte, ist z.T. ja heute noch so. In einer Uniklinik (Augenabteilung) benötigte ich 2014 als Patient eine i.m.-Spritze (nicht sc.), die nichts direkt mit den Augen zu tun hatte. Keiner von der gesamten Mannschaft war dazu in der Lage. Die Stationsleitung erklärte mir, das wäre "nicht mehr üblich". Man hätte sich auf Tabletten und Subcutan (Heparin) geeinigt und i.v. würde sowieso nur der Arzt machen, der hatte aber auf der Augenabteilung auch noch nie i.m. gespritzt. Also hab ich mir als Patient die Spritze selbst gegeben, die Gott sei Dank in der zentralen Uni-Apotheke vorhanden war.
#5 am 20.04.2016 von Gast
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Gast
Fortsetzung: Der Operateur hat darauf seinen Patient schnell von der Intensivstation verlegt. Und vorsichtig unter Durchleuchtung und Gastrographin eine neue Sonde gelegt. Gott sei Dank hat der Patient das folgenlos überstanden. 6 Wochen später (Duplizität der Ereignisse) ein gleicher Fall, nicht der gleiche Operateur, keine Magensonde, Patientin hat das nicht überlebt. Ich will es nicht übertreiben, ähnliches gibt es ja auch bei unerfahrenen Assistenzärzten, die eine O-Arzt-Anordnung nicht beachten, weil sie sie offensichtlich gar nicht verstehen. Dazu habe ich auch 2 Todesfälle nicht lange zurück, auf Lager. Hier haftet im Zweifelsfall auch der O-Arzt, weil er mit der Dummheit des Assistenten einfach rechnen muss. Dafür gibt es wirklich genug Urteile. Folglich kommt auch (juristisch) am meisten auf den Chefarzt herunter. Das wissen viele halt nicht.
#4 am 20.04.2016 von Gast
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Gast
Viel Spass für die Zukunft, Herr Student. Ich kenne als junger Arzt leider kein einziges Urteil, in dem ein Arzt freigesprochen wurde, wenn ein Pfleger einen schwerwiegenden Fehler gemacht hat. Das "Selbstbewusstsein" geht ja heute so weit, dass auch klare Anweisungen mit Rotstift missachtet werden. Habe ich zuletzt erlebt Bei einem perforierten Magen, der nachts als Notfall operiert wurde und die Intensiv-Schwester am nächsten morgen die Magensonde gezogen hat, obwohl handschriftlich mit Rotstift vom Operateur vermerkt war, dass diese nicht gezogen werden darf, annähen an der Nase war in dieser Abteilung nicht erlaubt, egal warum. Auf die Frage des Operateur bei der Visite, warum und wieso, war die selbstbewusste Antwort, nein er hat das nicht selbst getan, ich war das, weil ich eine Magensonde in der heutigen Zeit für unmenschlich halte, das hätte sie irgendwo gelernt.
#3 am 20.04.2016 von Gast
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@Intensivmediziner: Sie scheinen ein Mann der alten Garde zu sein! Die Annahme, die Pflege sei "Hilfspersonal" und der Arzt für selbiges haftbar, versuchte ich bereits im Beitrag selbst zu beleuchten. Ich bin mir sicher, Sie haben bereits den Link zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege beehrt und festgestellt, dass die Pflege durchaus eigene Kompetenzen besitzt, für die sie auch juristisch haftbar gemacht werden kann. Auch der Weg hin zu einer Profession macht deutlich, dass die Pflege Fachkräfte stellt. Beste Grüße
#2 am 20.04.2016 von Moritz Dieckmann (Student der Humanmedizin)
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Intensivmediziner
Der Fehler dieser Betrachtung liegt schon bei Formulierung "eheähnlich", denn der Arzt haftet für alles, nicht nur für sich selbst, auch für die Pfleger/Schwestern in seinem Tätigkeitsbereich, und auch zunehmend für die ganze Pharmaindustrie in schon fast unerträglicher Weise: "bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie den Arzt oder Apotheker", wobei man in der Realität den letzten fast vergessen kann. Das ist kein leerer Spruch, sondern juristisch relevant. Selbst das neue Heer der "Hygieniker" legt großen Wert darauf, die Verantwortung NICHT zu übernehmen. Während der Pfleger sich im Einzelfall auf den Arzt berufen kann, ist das umgekehrt niemals möglich. Selbstverständlich ist der Arzt auf JEDES Hilfspersonal angewiesen, nicht nur auf den Pfleger. Auf einen falschen Laborwert, keine seltene Sache, darf er sich selbstverständlich NICHT verlassen, das kann im Einzelfall tödlich sein, alles schon erlebt, keine Theorie. mfG
#1 am 20.04.2016 von Intensivmediziner (Gast)
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