Kopfbälle – wie gefährlich sind sie wirklich fürs Gehirn?

05.04.2016
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Als Fussballer hört man sehr viele verschiedene Sachen zu diesem Thema. Wer in diesem Sport zu viel mit dem Köpfchen macht wird dumm. Doch was ist wirklich dran an diesem Gerücht? Können zu viele Kopfbälle beim Fussball wirklich einen bleibenden Schaden hinterlassen?

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Die richtige Ausführung macht den Unterschied

 

Ob und wie gefährlich ein Kopfball für einen Spieler sein kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen sagt man, dass Kopfbälle erst ab einer bestimmten Anzahl bleibende Schäden hinterlassen. Doch wie gravierend können diese Schäden sein? Forscher fanden heraus, dass es ab einer Anzahl von 885 Kopfbällen jährlich, zu Hirnveränderungen kommen kann. Werden um die 1800 Kopfbälle getätigt, nahm sogar die Gedächtnisleistung der Spieler ab.

Neben der Anzahl an Kopfbällen zählt die Art der Ausführung als ein entscheidender Faktor, wie schädlich jene Kopfbälle für den Spieler wirklich sind. Ein technisch gut ausgeführter Kopfball mit der Stirn, ist deutlich harmloser, als ein unvorhergesehener Zusammenprall oder Schlag gegen den Kopf. Neben der Art der Ausführung eines Kopfballs, zählen auch die Körperspannung und die Nackenmuskulatur eines Spielers als wichtige Faktoren. Bei einem Fussballer mit einer soliden Körperspannung und einer gut trainierten Nackenmuskulatur, kann die Energie bei einem Kopfball, besser auf den Körper verteilt werden.

Zusammenfassend kann man also sagen, je professioneller die Ausführung eines Kopfballs, desto geringer ist das Verletzungsrisiko und der damit zusammenhängende gesundheitliche Schaden des Spielers.

 

Wie kann man sich schützen?

 

Wie bereits angedeutet, ist das Risiko bei einem Zusammenprall, oder einem nicht vorhergesehenen Schlag gegen den Kopf, am größten. Welcher Fussballer kennt es nicht, wenn man gerade seine neuen Kickschuhe einspielen möchte und dementsprechend noch nicht die gewohnte Stabilität auf dem Platz hat. Man rutscht weg und knallt mit einem Gegenspieler zusammen. Ein Szenario, welches sich kaum verhindern lässt. Verletzungen auf beiden Seiten sind oft die Folge. Geschehnisse, die sich im Fussballsport einfach nicht verhindern lassen. Es gibt Testseiten (Beispiel) die Fußballschuhe testen. Dabei wird der Untergrund berücksichtigt. So ist im vorhinein eine optimale Stabilität gewährleistet.

Beim Kopfballspiel hingegen kann man sich als Spieler ideal auf die Einschläge der Bälle vorbereiten. Im Idealfall lernen Kinder von klein auf im Training, wie ein technisch perfekter Kopfball zu absolvieren ist. Zudem können Spieler an der bereits erwähnten Körperspannung arbeiten. Stärkt man separat die Nackenmuskulatur, ist man sehr gut vorbereitet. Vor unvorhergesehenen Bällen kann man sich im Spiel natürlich nicht schützen. Bekommt man als Fussballer einen Ball gegen die Schläfe, so sollte man besonders vorsichtig sein. Schwere Verletzungen können hier die Folge sein. Auch bei leichten Gehirnerschütterungen ist oberste Vorsicht geboten. Hier sollte man keinen falschen Ehrgeiz entwickeln und sich direkt auswechseln lassen.

 

Der Fall Petr Čech

 

Die damalige Verletzung des tschechischen Nationaltorwarts Petr Čech hat gezeigt, wie schwer Verletzungen am Kopf beim Fussball sein können. Der damals noch beim FC Chelsea spielende Čech knallte mit seinem Gegenspielers Stephen Hunt unglücklich zusammen und erlitt einen Schädelbasisbruch. Von diesem Zeitpunkt an sah man Čech nur noch mit einem schwarzen Kunststoffhelm spielen. Dieser ca. 80 Gramm schwere Helm ähnelt sehr einem Rugby-Helm. Schützen soll der Helm den Torhüter vor weiteren schwerwiegenden Verletzungen am Kopf.

Der Fall Petr Čech zeigt, wie schnell man sich beim Fussball schwerwiegende Kopfverletzungen zuziehen kann. Vor allem in dieser sehr hart umkämpften Sportart sollten Spieler einen großen Wert auf ihre Gesundheit legen.

Bild: CC0 Public Domain

Artikel letztmalig aktualisiert am 07.04.2016.

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Allgemeinmedizin
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