IQWiG und GBA stellen die Tatsachen auf den Kopf!

25.03.2016
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Die Publikation aus Fortschr Röntgenstr [RöFo] 2016; 188(01): 33-37 DOI: 10.1055/s-0041-107835 von S. Weigel et al. mit dem Titel 'Reduction of Advanced Breast Cancer Stages at Subsequent Participation in Mammography Screening' ist ein Schlag ins Gesicht der aktuellen Aktivitäten vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) und Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Diese wollen das Mammografie-Screening-Programm durch ein völlig irreführendes Merkblatt in seiner Substanz relativieren. Vgl. hierzu 

und meine Veröffentlichung hier auf DocCheckBlog:

"Neues Anschreiben und Merkblatt des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bzw. des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (GBA) sind ein ‚Handbuch der populären medizinischen Irrtümer‘." 


Bei 19.563 Erstuntersuchungen und 18.034 Folgeuntersuchungen einer Screening-Einheit im Zeitraum von Januar 2008 bis Dezember 2010 lag die Zwei-Jahres-Inzidenzrate bei Frauen in der Erstuntersuchung bei 1,29 Prozent inzidentes Mammakarzinom und n i c h t, wie im IQWiG/GBA-Merkblatt irreführend behauptet, bei weniger als der Hälfte von nur 0,6 Prozent! 

Mammakarzinome aller Stadien lagen bei Frauen in der Folgeuntersuchung als Zwei-Jahres-Inzidenzrate erfreulicherweise signifikant niedriger (0,85 Prozent), aber immer noch höher als vom IQWiG/GBA behauptet. 

Fortgeschrittenen Brustkrebs-Stadien zeigten in den Folgeteilnahmen geringere Zwei-Jahresinzidenzen von 0,26 Prozent als bei Erstteilnahme mit 0,48 Prozent. 

Das Mammographie-Screening Münster/Westfalen detektierte bereits 2008-2010 demnach mehr als doppelt so viele Mamma-Karzinome, als bisher vom IQWiG/GBA verlautbart, und kann in der Folge den Anteil fortgeschrittener Krebsstadien senken. 

IQWiG/GBA spielen mit verharmlosenden Zahlen und gezinkten Karten und riskieren damit eine höhere Morbidität und Mortalität besonders bei fortgeschrittenem Brustkrebs von Frauen, die durch das neu formulierte Merkblatt einerseits abgeschreckt und abgehalten werden, andererseits sich in falscher Sicherheit wiegen. 

Quelle: "Reduction of Advanced Breast Cancer Stages at Subsequent Participation in Mammography Screening - Abnahme fortgeschrittener Brustkrebsstadien bei wiederholter Teilnahme am Mammografie-Screening" 

Volltext https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0041-107835

Artikel letztmalig aktualisiert am 30.03.2016.

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Das IQWiG hatte öffentlich unter 'berichte@iqwig.de' zu Stellungnahmen interessierter Fachkreise aufgerufen: "Stellungnahmeverfahren zu [P14-03] Einladungsschreiben und Entscheidungshilfe zum Mammographie-Screening". Dazu habe ich mich folgendermaßen geäußert: - http://news.doccheck.com/de/blog/post/3543-mammografie-to-screen-or-not-to-screen/ - http://news.doccheck.com/de/blog/post/3601-iqwig-und-gba-stellen-die-tatsachen-auf-den-kopf/ - http://www.esanum.de/dr-thomas-schatzler-uber-das-fragwurdige-mammografie-screening-merkblatt/ - MfG
#1 am 05.04.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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