Stufenplan bei Behandlung der Hyperhidrose

21.03.2016
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Der letzte Sommer brach alle Rekorde. Auch in Deutschland wurde wohl niemand von Schweißausbrüchen verschont. Aber manche Menschen schwitzen auch dann noch, wenn die Temperaturen fallen. Wie der Stufenplan zur Behandlung von Hyperhidrose-Patienten laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft aussieht, erfahren Sie hier.

Schwitzen ohne Grund

Schwitzen ist lebensnotwendig: Schweiß schützt vor Überhitzung, denn er entzieht dem Körper durch Verdunstung überschüssige Wärme. Zur thermoregulatorischen Schweißbildung kommt es vor allem bei großer Hitze oder sportlicher Betätigung. Aber auch Stress oder starke Emotionen aktivieren die Schweißdrüsen, vor allem diejenigen, die an Händen, Füßen und Achseln sitzen. Insgesamt verteilen sich drei Millionen Schweißdrüsen über den ganzen Körper.

Reichen schon minimale Reize aus, um ins Schwitzen zu kommen, liegt eine primäre Hyperhidrose vor. Rund eine Millionen Deutsche sind davon betroffen. Ihr Leidensdruck ist teilweise sogar größer als der von Neurodermitis- oder Schuppenflechte-Patienten, denn im Berufs- und Privatleben fühlen sie sich durch ihre ständigen Schweißausbrüche eingeschränkt. Außerdem bietet dauerfeuchte Haut gute Bedingungen für Dermatophyten und Papillom-Viren. Doch es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, die Abhilfe schaffen.  

Stufenplan gegen Hyperhidrose

Vor drei Jahren aktualisierte die Deutsche Dermatologische Gesellschaft ihre Leitlinien zur Behandlung der Hyperhidrose. Sie empfiehlt aktuell einen Stufenplan, der mit konservativen Therapien beginnt. 

Bei palmarer und plantarer Hyperhidrose ist die Leitungswasser-Iontophorese das Mittel der Wahl. Hände und Füßen gibt der Patient in ein Wasserbad, durch das Gleichstrom fließt, der wohl den Ionentransport innerhalb der Schweißdrüsen verhindert. Wirkungsvoller ist jedoch die Injektion von Botulinumtoxin, das die Freisetzung von Acetylcholin blockiert. Botox® wurde lange nur für die Therapie von Bewegungsstörungen genutzt, ist mittlerweile aber auch zur Behandlung der axilliären Hyperhidrose zugelassen. Die Wirkung hält rund sechs Monate an. Patienten, bei denen diese Verfahren erfolglos bleiben, können sich einer Operation unterzieht, bei der die Schweißdrüsen entfernt werden.  

Schweiß als Krankheitsanzeichen

Schweiß ist teilweise aber auch eine Begleiterscheinung verschiedener neurologischer oder internistischer Krankheiten. Die sogenannte sekundäre Hyperhidrose kann beispielsweise bei Diabetes mellitus, Tuberkulose oder Depressionen auftreten. Aber auch Medikamente und die Wechseljahre können zu vermehrter Schweißbildung führen. Die Überprüfung möglicher Grunderkrankungen ist die Basis einer gelungenen Behandlung – und sollte mit einer ausführlichen Anamnese beginnen. 

Artikel letztmalig aktualisiert am 22.03.2016.

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Medizin, Dermatologie
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