Mammografie – ‚to screen or not to screen‘

07.03.2016
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Ist das wirklich die entscheidende Frage? Meine Ansage: Neues Anschreiben und Merkblatt des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bzw. des Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (GBA) sind ein ‚Handbuch der populären medizinischen Irrtümer‘. Da hilft Medizin-bildungsfern ‚Das Einmaleins der Skepsis‘ von Prof. G. Gigerenzer auch nicht weiter.

Diese Entscheidungshilfe soll eine Weiterentwicklung eines vom IQWiG erstellten Merkblatts sein, das der GBA im Januar 2016 veröffentlicht hatte. 


Bereits der Titel im Merkblatt der überlangen 16-seitigen "Informationen zum Mammographiescreening - Programm zur Früherkennung von Brustkrebs für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren" ist formal und inhaltlich unsinnig. Brustkrebs ist die häufigste Malignom-Todesursache bei Frauen weltweit in allen Industrie-Ländern mit hoher Lebenserwartung (Ausnahme aus genetischen Gründen: Japan). Es gehört eine gewisse Portion gender-spezifische, medizinische Einfältigkeit dazu, die Altersgruppe unter 50 und über 69 Jahre bei der Früherkennung des Mammakarzinoms alternativlos auszuschließen. 



Mit dem für Ratsuchende unverständlich saloppen Anglizismus „Screening“ („to screen“, engl. „etwas auf den Bildschirm bringen“), welcher hier vorsorgemedizinisch als Suche nach Krankheiten in einer definierten Bevölkerungsgruppe gemeint ist, verstecken sich IQWiG und GBA vor einer zwingend notwendigen Abgrenzung zwischen Vorsorge (Prävention) und Früherkennung. Und dies ist keinesfalls semantische Spitzfindigkeit. Das IQWiG stellt im Merkblatt des GBA auf Seite 6 fest: „Etwa 970 von 1000 Frauen erhalten nach der Untersuchung einen unauffälligen Befund.“



Abgesehen von der für Laien nur in völlig anderen Bereichen üblichen Promille-Rechnung, fährt das IQWiG/GBA auf Seite 7 fort: „Nach zwei Jahren erhalten diese Frauen erneut eine Einladung zur Mammographie“. Damit ist jedoch die Mammografie für 97% der Frauen als rein präventive Vorsorgeuntersuchung abgeschlossen, denn sie haben nach medizinisch möglicher Testgenauigkeit keinen Tumor („free of tumor“). Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit einer primären Tumordetektion 2 Jahre später deutlich geringer, als in der Gesamtpopulation möglicherweise prämorbider Frauen vom 40. bis 90. Lebensjahr mit altersabhängig steigender Inzidenz und Prävalenz. 



„30 Frauen werden zu weiteren Untersuchungen eingeladen“ heißt es in der IQWiG-Promille-Rechnung; „24 Frauen haben keinen Brustkrebs“ und „6 Frauen erhalten die Diagnose Brustkrebs“ (Seite 7). Nur und ausschließlich bei diesen 6 Frauen, also bei 0,6 Prozent, greift das „Mammographiescreening“ nicht mehr als präventive Vorsorgeuntersuchung, sondern als Krebs-Früherkennung. Deshalb ist auch der IQWiG/GBA-Satz für die Teilnehmerinnen irreführend und diskriminierend „Wichtig zu wissen: Die Mammographie kann nicht verhindern, dass Brustkrebs entsteht.“ Denn dieser unterstellt der praktischen Lebenserfahrung einer Nichtbetroffenheit in 99,4 Prozent als Ergebnis einer nicht repräsentativen Suggestiv-Befragung die Einfalt, dass der Brustkrebs damit gar nicht erst entstehen könne: Gesundheitsmonitor  „Mammografie-Screening und informierte Entscheidung: mehr Fragen als Antworten“ von Marie-Luise Dierks und Norbert Schmacke 

http://gesundheitsmonitor.de/uploads/tx_itaoarticles/2014-03-Beitrag.pdf


Weitere Fehler und medizinisch-senologische Ungenauigkeiten im zitierten Merkblatt:

Dass Brustkrebserkrankungen von begleitenden Multimorbiditäten, Inzidenzen und Prävalenzen bzw. Traumata und Unfällen oder hohem Lebensalter, welche ebenfalls zum Tod führen können, überlagert bzw. überschattet werden, ist leider auch eine Alltagserfahrung unserer fragilen Sterblichkeit und vergänglichen Endlichkeit.

Dass hier aber ein tendenziöses, wenig aufklärerisches Merkblatt publiziert wird, welches allgemeinen Standards der Differenzierung von Vorsorge (Prävention) und Früherkennung nicht Stand hält, ist die eine Sache. Aber hier die Brustkrebs-Problematik mit Vorsorge-Prävention, Früh-Detektion und möglicher Kuration bei Frauen herunter spielen bzw. ausgerechnet auf Frauen vom 50. bis 69. Lebensjahr und ausschließlich auf die Mammografie eindampfen zu wollen, ist m. E. amateurhaft fahrlässig. Es zeugt von fehlendem Verständnis für Gesundheit, senologische Krankheit und medizinische Kernkompetenz.

Bildquelle (Außenseite): frankieleon, flickr

Bildquelle: Repro Praxis Dr. Schätzler

Artikel letztmalig aktualisiert am 13.03.2016.

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Gast
Solange unsere Projekte laufen, halten wir uns mit Kommentaren zurück. Jetzt habe auch ich mich geäußert: https://www.esanum.de/polemik-bei-der-kritik-merkblatt-zum-mammografie-screening/ Unsere fertige Arbeit ist hier dokumentiert: https://www.iqwig.de/de/projekte-ergebnisse/projekte/gesundheitsinformation/p14-03-einladungsschreiben-und-entscheidungshilfe-zum-mammographie-screening.6270.html MfG, Klaus Koch, IQWiG
#48 am 19.12.2016 von Gast
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Das IQWiG hatte öffentlich unter 'berichte@iqwig.de' zu Stellungnahmen interessierter Fachkreise aufgerufen: "Stellungnahmeverfahren zu [P14-03] Einladungsschreiben und Entscheidungshilfe zum Mammographie-Screening". Dazu habe ich mich folgendermaßen geäußert: - http://news.doccheck.com/de/blog/post/3543-mammografie-to-screen-or-not-to-screen/ - http://news.doccheck.com/de/blog/post/3601-iqwig-und-gba-stellen-die-tatsachen-auf-den-kopf/ - http://www.esanum.de/dr-thomas-schatzler-uber-das-fragwurdige-mammografie-screening-merkblatt/ - MfG
#47 am 05.04.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Gast
Ich kenne viele Länder, aber keines, in dem "Ärzte" so feindseelig kritisiert werden wie in Deutschland
#46 am 03.04.2016 von Gast
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Gast
Der Ehrentitel "Verschwörungstheorie" wird ja bekanntlich zunehmend benutzt von der "herrschenden" Klasse gegen unerwünschte Kritik. Erfunden ist er zufällig von der CIA, also dem US-Geheimdienst.
#45 am 20.03.2016 von Gast
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Gast
Fortsetzung: Und da medizinisch unbestreitbar die Mammographie die höhere und spezifischere Trefferquote hat, kann hier nicht mehr, sondern weniger "nachteiliges" veranlasst werden, das sagt ja auch der neuste sytematische review, Dank an #20 für den link doi: 10.1001/jama.2015.13183 Das hat nun wirklich nichts mit Verschwörung oder Standesdünkel zu tun. Es geht um die Frauen, nicht um die Ärzte.
#44 am 18.03.2016 von Gast
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Gast
Richtig, man sollte sachlich darauf eingehen, dass in dieser "Einladung" schlicht der ganze positive Sinn des "Screenigs" FEHLT, nämlich die weitere Steigerung der Früherkennungsrate (Stadium 1) und damit die Verbesserung der Heilungschance, wie schon durch den legendären KH Bauer aus Heidelberg als Ziel beschrieben (#31 Dr.Bayerl). Damit wird der Sinn und die ja von allen geforderte "Messbarkeit" des Effektes konterkariert. Wer etwas nachdenkt muss doch erkennen, dass die Kritik an der Mammographie JEDE Früherkensmaßnahme betrifft, also auch die Selbstuntersuchung, bzw. "klinische Untersuchung", das wird bei der Diskussion völlig unterschlagen.
#43 am 18.03.2016 von Gast
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Gast
Ergänzung zu 37: Meinte natürlich "Vermeiden auch Sie ad hominem (bzw. bleiben Sie ad rem) ..."
#42 am 14.03.2016 von Gast
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Elvira Schadow
nun "Verschwörungstheorie" und "Standesdünkel" kommt aber von Dr.Wurst! Elvira Schadow
#41 am 14.03.2016 von Elvira Schadow (Gast)
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Gast
37: Statt sich selektiv auf Dr. med. Wurst einzuschießen, sollten ALLE wieder ein wenig herunterkommen. Er/sie versucht nichts anderes auszudrücken, als dass die Senkung des absoluten Risikos durch das Screening vergleichsweise gering, aber nicht zu vernachlässigen ist, man es den Teilnehmern aber gleichsam schuldet, sie über mögliche Schäden einer Teilnahme (Falsch-Positiv-Fälle, Überdiagnosen, Übertherapien) zu informieren. 38 Frau Shadow: Das ist das, was ich oben meinte. Wollen wir hier wirklich auf diesem Niveau weitermachen? Sie haben weder einen Anspruch auf Antworten noch unbekannterweise das Recht, fehlendes Verständnis zu unterstellen. Bleiben auch Sie ad hominem, und alles ist gut. Ihrem letzten Satz stimme ich ausdrücklich zu.
#40 am 14.03.2016 von Gast
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Liebe Leser, vielen Dank für Ihre zahlreichen und mitunter kontroversen Diskussionsbeiträge. Wir bitten Sie jedoch, dabei die Netiquette zu beachten und sachlich und themenbezogen zu kommentieren. Ihre DocCheck News Redaktion
#39 am 14.03.2016 von DocCheck News Redaktion (Mitarbeiter von DocCheck)
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Elvira Schadow
Ich denke Herr @Dr. med. Wurst kann #32 nicht beantworten und hat auch #29 nicht verstanden. Ökonomen und die AOK hat leichtes Spiel, wenn sich Ärzte so zanken.
#38 am 14.03.2016 von Elvira Schadow (Gast)
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Gast
Sehr geehrter Herr@Dr. med. Wurst, mit permanenten ad hominem-Attakken werden Sie nicht punkten können.
#37 am 14.03.2016 von Gast
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Dr. med. Wurst
#31, alter Chirurg: Es ist mir ehrlich gesagt völlig unklar, warum Sie jetzt noch solche Argumente wie "die Grünen", die "Impfgegner" oder die "Strahlengegner" ins Spiel bringen. Einer sachlichen Diskussion ist das wenig würdig. Das thematisierte Informationsschreiben enthält nämlich keinerlei diesbezügliche Implikationen. Zur Strahlenbelastung wird auf Seite 13 explizit ausgesagt, dass sie selbst bei dichtebedingt höheren Dosen "so niedrig ist, das sie normalerweise keine Folgen hat".
#36 am 13.03.2016 von Dr. med. Wurst (Gast)
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Dr. med. Wurst
#32, Herr Bayerl: Dann zweifeln Sie mal schön weiter. Denn Ihre Quizfragen jedesmal erneut zu beantworten, wird nichts daran ändern, dass Sie an allem zweifeln, was nicht mit Ihnen meinungskonform geht. Im Übrigen sollten Sie sich vielleicht einmal meinen Ausgangskommentar durchlesen. Sie werden auch bei intensiver Suche darin nicht ansatzweise eine Aussage oder Implikation finden, dass ich das Mammografie-Screening nicht für sinnvoll halte. Darauf bau(scht)t aber ihre gesamte Argumentation auf.
#35 am 13.03.2016 von Dr. med. Wurst (Gast)
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Erfreulich viele, kontroverse Rückmeldungen! Das belebt und verbessert die Debatten-Kultur, auch wenn manche Beiträge polemisch oder ohne jede Quellenangabe rüberkommen. Meine konkreten Praxisprobleme: - was ist mit 48- oder 71-jährigen Frauen, z. B. zusätzlich mit familiären Mammakarzinom-Risiken? - was mit BRCA 1 und 2 Risikoträgerinnen (zusätzlich Ovarial-Karzinom-Risiko)? - der Nichtbetroffenheit in 99,4 Prozent stehen 0,6 Prozent Brustkrebs-Inzidenz gegenüber - das familiäre Risiko verdoppelt diese Tumor-Inzidenz und verringert die Nichtbetroffenheit - IQWiG-GBA verstecken sich hinter dem Begriff "Screening" und erklären nicht Prävention/Früherkennung. Statistik, Fakten-Box und Leitlinien werden zu Leidlinien, wenn nicht die individuellen Patienteninteressen der Erkrankten medizinisch-therapeutisch genutzt, sondern durch pädagogisch-psychologische Belehrungen bzw. Angstmache ersetzt werden.
#34 am 13.03.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Dr.Bayerl
Ergänzung, für Herrn Wurst. Bitte nicht mit Namen, sondern mit Fakten argumentieren. Es geht nicht um meine Person sondern um Sinn und Zweck von Mammographie-Screnning in Deutschland. Ich halte das für sinnvoll und habe das auch begründet.
#33 am 13.03.2016 von Dr.Bayerl (Gast)
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Dr.Bayerl
Lieber Herr Wurst, muss ich denn nochmal wiederholen, dass die "statistischen Angaben" in der Einladung "für den Laien" den völlig falschen Eindruck erwecken, dass das Mamma-Ca für die Frau nur ein Risiko von 0,6% (6 von 1000) hat. Darf ich Sie denn als Fachmann fragen, wie hoch das Lebensrisiko einer Frau ist? (ganz ohne Verschwörungstheorie natürlich) Ist zwar schon mehrfach genannt worden, bei Ihnen bin ich aber echt im Zweifel.
#32 am 13.03.2016 von Dr.Bayerl (Gast)
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alter Chirurg
zu #19 Dr. Bayerl, K.H. Bauer Heidelberg: "Einführung in die allgemeine Geschwulstlehre für Studierende, Ärzte und Wissenschaftler" von 1963 hab ich auch gelesen. Sei auch Dr.Wurst empfohlen, weil hier der Zusammenhang von Kausalität und Statistik noch auf den ersten Blick erkennbar ist. Die "Grünen" sind ja auch kopflos gegen Röntgen. Allerdings hat in Deutschland sogar die allarmistische staatliche Strahlenschutzkommission Ende 2008 auch ihren Senf dazugegeben und das Mammographie-Projekt, das die Politiker schon 2002 im Bundestag beschlossen haben, tatsächlich befürwortet, schreibt aber extra: „Graue“ oder „opportunistische“ Screenings sind als unstrukturierte Maßnahmen abzulehnen, da sich Nutzen und Schäden hier nicht beurteilen lassen. " Gemeint ist hier insbesondere die niedrige Beteiligung, siehe die Kritik der Ärzte #21 Giersiepen, K im Dtsch Arztebl 2004. Genau das tritt jetzt 2016 ein. Und viele finden das toll. Irgendwie erinnert das an die Impfgegner, mangelnde Solidarität.
#31 am 13.03.2016 von alter Chirurg (Gast)
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Dr. med. Wurst
#18ff. Fortsetzung: Dass die Kostenträger heute zu allem fähig sind, wissen wir ja. Ihnen aber zu unterstellen, mit u.a. Gigerenzers Statistiken das Mammografie-Screening langsam zu demontieren, grenzt an Verschwörungstheorien. Denn es übersieht, dass die Info-Blätter im Wesentlichen an statistische Laien gerichtet sind, denen bislang erhebliche Aussagen vorenthalten wurden. Der "Erfolg ärztlicher Therapie" steht auf einem völlig anderen Blatt als die objektive Betrachtung des Gesamtergebnisses über einen längeren Zeitraum. Noch länger wäre freilich besser. Die besagte "Trendwende" erreicht man indes aus Sicht der eingeladenen Frauen auch nicht damit, indem man sie mit unendlichem Kompetenzstreit der Experten konfrontiert.
#30 am 13.03.2016 von Dr. med. Wurst (Gast)
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Gast
zu#15 20% von 25% (NRW-GEKID-Atlas) sind nicht 0,1% sondern 5%, das wären z.B. nur in NRW (4089) 204 0der 205 Tote pro Jahr weniger.
#29 am 13.03.2016 von Gast
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Dr. med. Wurst
#18, Dr.Bayerl: Na nur gut, dass Sie NIE persönlich werden. Ich habe kein Problem damit, und lasse mich da nicht mehr auf Dispute mit Ihnen ein. Aber, da Ihnen Standesdünkel hier seit Jahren immer so wichtig ist, zu Prof. Dr. G. Gigerenzer: Er ist nicht „irgendein Psychologe“ und „medizinischer Laie“, sondern gilt als einer der renommiertesten Psychologen und Statistikexperten der Gegenwart. Ich kann Ihre Meinung auch nicht teilen, dass er sich mit Vorlesungen zur Risikokompetenz „gegen unseren Berufsstand richtet“, sonst würde man ihn wohl kaum an medizinische Fakultäten einladen. Und Statistik ist nun mal die Disziplin, die wir mit den Psychologen teilen, ohne dass man dabei in Kompetenzgerangel verfallen muss. Er hat sich an keiner Stelle eine Wertung angemaßt, ob ein früh erkanntes Karzinom die Prognose verbessert. Medizinisch tut es das üblicherweise. Einzig und allein hat er das Outcome des Screenings über einen längeren Zeitraum und mit von Medizinern gelieferten Rohdaten dargestellt.
#28 am 13.03.2016 von Dr. med. Wurst (Gast)
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Chirurg
Lieber Herr @Horlbeck, ich gebe auch Dr.Bayerl recht, gerade das was in den fact boxen drin ist, ist doch das medizinische Hauptobjekt im Studium. Auch ich sehe die Statistik zunehmen als Gefahr an, weil zunehmend Publikationen (and die Laienpresse) über den Medizinbereich von Nichtmedizinern veröffentlicht werden, die als "Wissenschaft" verkauft werden mit z.T. haarsträubenden Interpretationen, die bekannte Kausalitäten völlig ignorieren. Als älterer Arzt sehe ich den Trend einer zunehmenden Fernlenkung von Ärzten (durch Nicht-Ärzte), die nur noch wie Roboter nach externernen "Küchenrezepten" reagieren dürfen. Davor kann nur ein gutes Studium und eine gute Ausbildung danach schützen. Auch wenn man z.B. Landarzt werden will, würde ich zur Vorbereitung immer eine gute bis sehr gute Klinik empfehlen in der man viel sehen kann. Ich sage immer scherzhaft, aber ernst gemeint, wenn man viele Komplikationen sehen will (davon lernt man natürlich auch) muss man an die Uni gehen.
#27 am 13.03.2016 von Chirurg (Gast)
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Hallo Dr. Bayer, bin kein 'Gigerenzer-Fan', aber eine Darstellung an realen Sachverhalten ist immer besser als trockene Statistikvorlesungen. Und das kann er richtig gut. Dass der Mittelwert beim Torschießen einmal links und einmal rechts vorbei statistisch ein Volltreffer ist, ist kein Argument dagegen, sondern eher dafür, den Sinn oder Unsinn von Statistik sachlich zu hinterfragen. Immerhin hat Statistik noch ein wenig mehr zu bieten als die Wahrheit (die es ohnehin so nicht gibt) durch Datenaggregation noch weiter zu verfremden. Es kommt auf die Darstellung und Interpretation an. Und da sollen seine Faktenboxen helfen. Ob sie das im konkreten Fall tatsächlich tun, und inwieweit die IQWiG-Merkblätter für Ihre Patientinnen eher schädlich als nützlich sind, darüber kann und will ich nicht spekulieren. Insofern war der Link auch einfach nur ein Link, keine Wertung. Wer mehr draus macht, ist selber Schuld :-).
#26 am 12.03.2016 von Torsten Horlbeck (Student)
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Elvira Schadow
Demnächst sagen die noch, raucht ruhig weiter, Lungenkrebs und Co. trifft ja sooo wenige. Und wir brauchen ja die Tabaksteuer, .... zwar nicht für die Kranken ...
#25 am 12.03.2016 von Elvira Schadow (Gast)
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Dr.Bayerl
Hallo @Torsten Horlbeck und andere Gigerenzer-Fans, das Problem der fact-box ist wirklich, dass darin nur Statistik steckt, also nicht die Wahrheit. Denn statistisch hat der Mensch nicht 2 sondern nur 1,95 Beine weil auch die Beinamputierten mit drin stecken in der fact box. Hast du also einen realen Patient vor dir, musst du entweder einen Amputierten oder einen 2-Beinigen behandeln aber nicht beide gleich, wie das die AOK- fact box verlangt. Zum Studium gehört die Krankheitslehre und die Kausalität vor der fact box. Den Erfolg ärztlicher Therapie beim (tödlichen) Krebs erkennt man statistisch an der Schere zwischen Inzidenz (soweit bekannt) und Mortalität (bekannt stat.Bundesamt). Sind sie (fast) identisch, wie beim Lungen-oder Pankreas-Krebs, ist die Therapie (fast) unwirksam, geht die Schere weit auseinander wie (zunehmend) beim Mamma-Ca ist die Therapie sehr erfolgreich. Natürlich gibt es auch Prävention, das wäre Nikotinverzicht, weniger Übergewicht und keine Östrogene postm.
#24 am 12.03.2016 von Dr.Bayerl (Gast)
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Gast
Lieber Gast #22, ruhig Blut! Sie haben nicht gelesen, dass hier ausdrücklich ab 50 Jahren betont wurde. Das war nicht ohne Grund, vor allem nicht "dümmlich", ist das ein neuer statistischer Fachausdruck? Gerade das Mamma-Ca ist sehr variabel. weis ja sogar die überflüssige IQWiG. Man kann doch nicht mit Statistik unterschiedliche Dinge für identisch erklären!!! Es gibt die Sondergruppen unter 50 und die mit genetischer Belastung, hier tut sich auch einiges diagnostisch, nicht die Mammographie. Wenn Sie von USA reden, sollten Sie auch erwähnen, dass dort bei invasivem CA auch zusätzlich zunehmend die zweite Brust entfernt wird. Im übrigen hat die USA interessanterweise eine noch höhere Inzidenz, aber keine höhere Sterberate!
#23 am 12.03.2016 von Gast
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Gast
Die gleiche hitzige Debatte gab es in den USA, als die US Preventive Services Task Force (USPSTF) das zweijährliche Screening durch Mammographie für Frauen mit durchschnittlichem Risiko erst ab dem 50. Lebensjahr (statt dem 40.) empfahl. Wer diese Diskussion nicht kennt (wie offenbar der Autor des Blog-Eintrags und die meisten Kommentatoren), sollte einfach seine Ignoranz für sich behalten und IQWiG bzw. G-BA nicht so dümmlich kritisieren.
#22 am 12.03.2016 von Gast
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Dr.Bayerl
Schluss: Der hier oft "geforderte" Nachweis der Reduzierung der Gesamtsterblichkeit ist statistischer Nonsens bei einer niedrigen Beteiligung am Screening, wenn man nicht einmal registriert wird welcher Todesfall nun zur Screeninggruppe gehört und welcher nicht, das wurde oft genug auch im Ärzteblatt thematisiert: "das jetzt vom Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen bisher für Deutschland vorgesehene Evaluationskonzept wird methodisch nicht in der Lage sein, die dort in der Präambel als Ziel definierte „deutliche Senkung der Brustkrebssterblichkeit in der anspruchsberechtigten Bevölkerungsgruppe“ später kausal der Screeningintervention zuzuordnen" Dtsch Arztebl 2004; 101(30): A-2117 / B-1769 / C-1701 Giersiepen, Klaus et.al. Für mich ganz persönlich stellt daher nicht das Screening als solches, aber das jetzige neue negative "Einladungsschreiben" 2016 eine eindeutige Trendwende in den Bemühungen dar, die Sterblichkeit des häufigsten Krebses der Frau weiter zu senken!
#21 am 12.03.2016 von Dr.Bayerl (Gast)
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Dr.Bayerl
Fortsetzung: geht es um "screening" also systematische Früherkennung ohne subj. Beschwerden, darf man nicht nur die Mammographie betrachten, sondern auch die "klinischen Untersuchung". Und hier ist offensichtlich die Mammographie überlegen mit einer etwas vollständigeren Analyse als unser Psychologe hervogekramt hat: JAMA. 2015 Oct 20;314(15):1615-34. doi: 10.1001/jama.2015.13183. Benefits and Harms of Breast Cancer Screening: A Systematic Review. Myers ER, et.al. Hier wird die Reduktion der Mortalität durch Mammographie-Screening von ca.20% genannt. Die "klinische Untersuchung" hat TROTZDEM hier MEHR Übertherapie veranlasst als die Mammographie. Wichtig ist noch die Abgrenzung auf das Alter ab 50 Jahren. Auch eine Analyse des Kebsregisters Münster von 2005-2008 mit Mammographie Screening ergab einen deutlichen Anstieg der "Frühdiagnosen".
#20 am 12.03.2016 von Dr.Bayerl (Gast)
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Dr.Bayerl
Zu den Fakten: Wenn die Überlebensrate des Mamma Ca´s verbessert werden soll, so ist unbestritten das Tumorstadium bei Behandlungsbeginn von größter Bedeutung. Bei K.H. Bauer Heidelberg, wenn Ihnen das was sagt, konnten Sie schon 1963 nachlesen, dass bei Therapie die Häufigkeit des Stadiums I von allen Mamma-Ca´s 1928 nur 5 % betrug, 1939 14%, 1950 20,9% und 1958 schon 40,8% betrug. Zur Inzidenz muss man nach dem o.g. auf das Ausland zurückgreifen, z.B. Australien mit einer Verdopplung in 40 Jahren von 1970 bis 2010. Für Deutschland lohnt immer ein Blick ins RKI, das seit 1998 immerhin noch einen fast kontinuierlichen Anstieg zeigt, offenbar in den letzten Jahren nicht mehr, warum auch immer. Und schließlich muss man auch noch den Unterschied zwischen "Roh-Daten" und age-adjustet, also alterskorrigierter Häufigkeit kennen, damit man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht.
#19 am 12.03.2016 von Dr.Bayerl (Gast)
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Dr.Bayerl
Lieber @Dr. med. Wurst, Sie sollte weder persönlich werden noch einem Pamphlet eines Psychologen (Gigerenzer) glauben, eines medizinischen Laien also, das sich gegen Ihren eigenen Berufsstand richtet, wenn Sie wirklich Dr.med. sind. Meine "Risikokompetenz" ist daher höher als Ihre, da das Mamma-Ca auch zum meiner klinischen Ausbildung gehörte und ich hier selbst Analysen einer großen Uniklinik mit Hilfe mehrerer Doktoranden durchgeführt habe, wahrscheinlich als Sie noch Schüler waren. Diese waren allerdings therapieorientiert, denn nicht das Screening, sondern nur die Therapie kann die Mortalität senken, was immer vergessen wird. Meine Hinweise zur Statistik haben Sie offensichtlich nicht verstanden. Leider ist Deutschland "Entwicklungsland" bzgl. Tumorregister und damit nur eingeschränkt nutzbar für langfristige Aussagen, die gerade beim Mamma-Ca besonders wichtig sind.
#18 am 12.03.2016 von Dr.Bayerl (Gast)
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Dr. med. Wurst
Nachtrag zu 13: Bitte das Formatierungsproblem zu entschuldigen, es wird nach Absenden alles total durcheinandergewürfelt. Nach den Ziffern folgt jeweils ein Zeilenumbruch. Und nochmal an Dr. Bayerl: Was an der Beurteilung des Gesamtüberlebens "schämenswert" sein soll, müssen Sie schon mal näher erklären. Entweder man trifft statistisch gültige Aussagen, oder man lässt es. Schämenswert ist es allenfalls, wenn man medizinischen Laien statistisch nicht haltbare Vorsorgeergebnisse suggeriert und die möglichen Nachteile unter den Tisch fallen lässt. Und wenn Ihnen ein empirisch belastbares Register vorliegt, welches die die Brustkrebshäufigkeit und dessen "erhebliche Zunahme in den letzten hundert Jahren" aufzeigt, dann können Sie offenbar Dinge aus dem Hut zaubern, die bislang keiner hatte.
#17 am 11.03.2016 von Dr. med. Wurst (Gast)
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Dr. med. Wurst
#13 Dr. Bayerl: Könnte es nicht eher Ihre Risikokompetenz sein, die grottenschlecht ist? Aus u.g. Gigerenzer, der sich in seiner fact box u.a. auf das Cochrane Database Systematic Review „Screening for breast cancer with mammography“, Gotzsche und Jorgensen, 2013 bezieht: . Mammographie je 1.000 Frauen 50+, über 10 Jahre ____________________Ohne Screening__Mit Screening Nutzen Brustkrebssterblichkeit____5______________4 Krebssterblichkeit_______21_____________ 21 Schaden False-Positives/Biopsie____0______________50 - 200 Unnötige Behandlung_____0______________2 – 10 . Allerdings glaube ich gar nicht, dass Sie an einer objektiven, empirisch fundierten Diskussion interessiert sind. Ihnen geht es wie so oft darum, Ihre Meinung und Ihr Recht hier durchzupeitschen. Koste es (Leben), was es wolle.
#16 am 11.03.2016 von Dr. med. Wurst (Gast)
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Gast
Richtig ist, dass diese Broschüre NUR die Altersgruppe der 50 bis 69-jährigen Frauen adressiert, weil: exakt diese Gruppe das Merkblatt erhält, weil genau für sie das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm in Deutschland systematisch und flächendeckend eingeladen wird. Weiterhin: Der "objektive" Nutzen des BK-Screenings für ALLE Frauen ist statisch vergleichsweise schmal (Senkung des Absoluten Risikos um ca. 0,1 %). Er steigt in bestimmten Risikokonstellationen an, aber die Einladung zum Screening richtet sich unterschiedslos an alle Frauen zwischen 50 und 69. Zweck dieser Broschüre ist, Frauen zu ermächtigen, eine informierte Entscheidung zu treffen. Dafür muss man über den möglichen Schaden einer Teilnahme informiert werden. Neben den "falsch-positiven" Fällen, sind das auch Überdiagnosen und Übertherapien. Um Aufklärung geht es also; und in diesem Zusammenhang ist es absolut richtig, auf den irreführenden Begriff der "Vorsorge" zu verzichten.
#15 am 11.03.2016 von Gast
  7
Dr.Bayerl
Negativ tendenziös ist die statistische Beschränkung der "Aufklärung" auf eine einzige Untersuchung, schon bei der zweiten steigt "statistisch" selbstverständlich die gesamt-Trefferzahl. Und die hohe Zahl von 80% siehe #11 für lokal begrenzte Frühcarcinome gibt es halt nur durch blindes Screening. Die AOK, die das bezahlen soll, will offensichtlich Geld sparen. Der Trend zeigt ja eine erhebliche Zunahme des Mamma-Ca in den letzten 100 Jahren. Seriöse Statistiker verlangen deshalb etwas mehr als die Beobachtung der Gesamtmortalität: Entweder benötigt man ein Flächendeckendes Screening von mindestens 80% der Frauen, wovon wir meilenweit entfernt sind, oder es muss zu dem Kollektiv der Frauen mit Screening-Programm ein gleich großes und vergleichbares Kollektiv von Frauen beobachtet werden, das NICHT am Screnning teilnimmt. Hinzu kommt speziell beim Mamma-Ca der bekannt lange Verlauf, so dass die Beobachtungszeit ebenso sehr lang sein muss.
#14 am 11.03.2016 von Dr.Bayerl (Gast)
  8
Dr.Bayerl
@Dr. med. Wurst, wenn Sie hier Behauptungen aufstellen, bitte auch Belege dafür. Insbesondere ist Ihr "unverändertes Gesamtüberleben" grottenfalsch. Gäbe es keine Heilung durch aktive Therapie hätten wir nicht 30.000 Tote sondern 70.000 Tote. Bei dem langen Verlauf kann natürlich eine andere Todesursache z.B. ein Unfall vorher eintreten. Wenn das ein Argument sein soll, darf man sich schämen. Bei den "falsch negativen" Ergebnissen handelt es sich um die 5% bis maximal 10% (fraglich) für eine EINZIGE Untersuchung!!! Tumoren, die so mikroskopisch klein sind, dass sie am Röntgenbild nicht erkennbar sind, und auch für den Pathologen kaum aufzufinden sind, selbst wenn er die ganze Brust untersucht (occultes Mamma- Ca). Ich halte diese hohe Zahl für absolut falsch, da ich das in meinem Leben nur ein einziges mal gesehen habe und in der Weltliteratur nur das Sloan Cattering Cancer Center in New York eine nachgewiesenen Anzahl von über 100 Fällen publiziert hat.
#13 am 11.03.2016 von Dr.Bayerl (Gast)
  8
Dr. med. Wurst
#9, Dr. Bayerl: Negative Kommentare zum Screening sind nicht "wissenschaftlich falsch", sondern sie reflektieren die eine Seite der Medaille bei solchen großangelegten Durchuntersuchungen. "Sinnvoll und wirksam" sind sie für die Frauen, die falsch positiv getestet wurden (und Ängste und evtl. invasive Diagnostik durchleiden mussten), nicht wirklich. Und für die, die falsch negativ getestet wurden, zusätzlich noch lebensgefährlich. Dazu kommt das praktisch unveränderte Gesamtüberleben. Der Autor will damit ausdrücken, dass es um das Nutzen-Risiko-Verhältnis nicht gerade rosig steht. Dass die andere Seite der Medaille dabei ein wenig zu kurz kommt, stimme ich Ihnen zu.
#12 am 10.03.2016 von Dr. med. Wurst (Gast)
  14
Gast
zu#3 was hat bitte das Tumorscreening mit Chemotherapie zu tun? Die Frühbefunde nach Screening sind statistisch zu 80% lokal begrenzt, also nicht metastasiert und damit sicher heilbar nur durch die lokale chirurgische Therapie.
#11 am 10.03.2016 von Gast
  2
Gast
Danke Dr. Bayerle; wir haben also 2 Themen: a) ist Mammographie ein wirksames screening? b) ist "Einladung" ohne Ärzte ein vernünftiges "für und wider"? Wenn diese merkwürdige Einladung vom screening abrät, warum wird dann überhaupt eingeladen? Geht es hier vielleicht um Arztkritik, nicht um die Frau?
#10 am 10.03.2016 von Gast
  6
Dr.Bayerl
Vielleicht sollte man darauf hinweisen, was eigentlich selbstverständlich ist, dass ein "Nutzen" nur durch eine Behandlung (Operation) möglich ist und damit selbstverständlich auch einen Heilung möglich ist. Für die Frage der Heilungsmöglichkeit ist das Stadium bei Behandlungsbeginn sehr wichtig. Aus diesem Grund ist ein Screening sinnvoll und wirksam und auch negative Kommentare zum Sinn der Maßnahme wissenschaftlich FALSCH, auch die Stellungnahme von Dr. H.-J. Koubenec #7. Das organisatorische Problem des aktuellen Mammographie-Schreenings, ist die völlige Loslösung der Programms vom ärztlichen Kontakt, sehr schade und sehr problematisch. Frauen erhalten unaufgefordert ein anonymes Schreiben, dass sich auf das Einwohnermeldeamt beruft. Das Einwohnermeldeamt wird hier sozusagen zum Hauarzt und macht FALSCHE Aufklärungen, weil die Krankenkasse Geld sparen möchte.
#9 am 10.03.2016 von Dr.Bayerl (Gast)
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"vergängliche Endlichkeit" ist aber auch ein schöner Ausdruck ;). Mit anderen Worten: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
#8 am 10.03.2016 von Kirsten Kruse (Heilpraktikerin)
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Gast
#7 am 10.03.2016 von Gast
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Der Statistik-"Papst" Gerd Gigerenzer geht in seiner Vorlesung an der Charité (ab ca. 32:30 min) sehr lehrreich und kurzweilig mit diesem Thema um: https://www.youtube.com/watch?v=zdOBJW2zlKU
#6 am 10.03.2016 von Torsten Horlbeck (Student)
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Gast
Nicht das IQWiG sonder der Autor hat einen falschen Begriff von "Prävention". Prävention zeilt immer auf die *Abwendung* des Eintritts eines Ereignisses, hier der Erkrankung, ab. Eine Mammographie hat aber noch kein einziges Mammakarzinom verhindert, sonder immer nur allenfalls früh erkannt. Verhindern, bzw. die Wahrscheinlichkeit des Eintritts verringern lässt sich die Krebserkrankung nur, solange sie eben noch nicht eingetreten ist. Und nur dann kann Prävention greifen. Über den Sinn einer Früherkennungsmaßnahme mag man geteilter Meinung sein, es gibt sicher Situationen in denen sie sinnvoll ist. Um Prävention handelt es sich jedenfalls nicht.
#5 am 09.03.2016 von Gast
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Hier wird die Diskusion über den Sinn des Screenings und Kritik an der Broschüre vermischt. Die Broschüre richtet sich an medizinische Laien. Da muss manchmal auch etwas vereinfacht werden. Ich würde gerne eine Broschüre sehen, in der Sie neutral für den Laien verständlich das Für und Wider dieses Angebotes erklären. Ohne dabei die Leserin zu verunsichern und natürlich ohne die Broschüre zu überladen. 16 Seiten kommen übrigens dadurch zu Stande, dass sie nur ca 10x 23cm misst und die Seiten zum Teil nur halb gefüllt sind, wäre also locker auf 2 DIN 4 Seiten zu bekommen.
#4 am 09.03.2016 von Ute Schuurman (Medizinisch-Technische Assistentin)
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Gast
Was haben die Frauen Glueck, die ausgeschlossen werden. Mittlerweile sollte doch hinreichlich bekannt sein, dass die Vorsorgeuntersuchung den Frauen keine Vorteile bringt. Das Gegenteil ist der Fall. Sie werden gnadenlos in die Chemotherapie getrieben. Bezogen auf alle vorkommende Tumorarten betraegt entsprechend der Defintion die ueberlebensrate 2-3 Prozent. Bei einer Umfrage unter Aerzten lehnen etwa 80% der Befragten Kollegen fuer sich selbst die Chemotherapie ab
#3 am 09.03.2016 von Gast
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Elvira Schadow
Diese Qualitätstheoretiker wahrscheinlich kein Facharzt dabei, sind nur zu feige zu sagen: WIR WOLLEN KEIN SCREENING! Statt dessen verunsichern sie die Frauen in übelster Weise und versuchen (vergeblich) die Ärzte schlecht zu machen.
#2 am 09.03.2016 von Elvira Schadow (Gast)
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Gast
Was sagen denn die Fachgesellschaften zu so einem patientenfeindlichen Mist? Oder warum schweigen sie ?
#1 am 09.03.2016 von Gast
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