PR: Fehlerquellen beim Rezeptieren: 4 Tipps wie Sie sich optimal schützen

02.03.2016
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Sie gehen davon aus, dass seit der Digitalisierung Fehlerquellen bei der Rezeptierung nahezu ausgemerzt sind? Leider nicht – denn auch automatisierte Systeme bieten allerlei Fallstricke für falsch ausgestellte oder fehlinterpretierte Rezepte. Damit Sie Fehler vermeiden können, möchte ich heute mit Ihnen über potenzielle Fehlerquellen sprechen.

Auch in unserer digitalisierten Welt sind Sie keineswegs vor Fehlrezeptierung sicher. Die elektronische Rezeptierung ist der handschriftlichen zwar deutlich an Leserlichkeit überlegen, bietet aber andere Fallstricke. Studien zufolge werden die meisten Rezeptierungsfehler zwar von Apothekern bemerkt und berichtigt1-3, doch leider gilt das nicht für alle.

1. Gefahr lauert bei Drop-down Menüs

Ähnlich lautende Medikamente in Drop-down-Listen können zum Verhängnis werden. Ein klassischer Fehler: Sie  öffnen ein Drop-down Menü von Medikamentennamen mit zum Verwechseln ähnlichen Wortstämmen und klicken versehentlich den falschen Namen, die falsche Konzentration oder die falsche Packungsgröße an. Wenn Ihr System auch ohne eine Indikationsangabe auskommt, ist es für den Apotheker fast unmöglich, den Fehler zu bemerken. Spätestens beim Unterschreiben sollten Sie Ihre Angaben nochmals sorgfältig prüfen.

2. Indikation auf dem Rezept vermerken

Vermerken Sie Wirkstoff- und Handelsnamen auf dem Rezept. Schreiben Sie zusätzlich noch die Indikation auf das Rezept, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Denn die meisten Medikamente mit ähnlichem Namen haben ganz unterschiedliche Indikationen.4 Falls es Ihr System zulässt, beschränken Sie die Medikamentenauswahl in den Drop-down Listen auf diejenigen, die Sie in Ihrer Praxis am häufigsten verordnen.

3. Auswahl der Darreichungsform: genau hinschauen

Ein weiterer Fallstrick: Oft liegen Präparate in unterschiedlichen Formen vor – wie z.B. das Antidepressivum Wellbutrin. In einer langsam freisetzenden Form wird es zweimal täglich eingenommen, in der Retardform nur einmal, während die Wirkstoffstärke mit 150 mg bei beiden Formen identisch ist. Da kann es schnell zu einer Verwechslung kommen.

Denn  die Benennung für kurzzeitige, mittelfristige und langfristige Wirkstoffabgaben ist  nicht standardisiert. Die Auszeichnung eines Medikamentes als Retard-Präparat kann bedeuten, dass es seinen Wirkstoff über 24 Stunden hinweg abgibt oder aber auch nur über 12 Stunden.

Verhindern Sie Fehler bei der Darreichungsform, in dem Sie die verschriebene Einnahme exakt und auf dem Rezept vermerken. Teilen Sie Ihrem Patienten zudem mündlich mit, wie und wann er das Medikament einnehmen soll. Dann wird er möglicherweise auf anderslautende Anweisungen des Apothekers aufmerksam. Eine Fehlinterpretation kann so leichter aufgedeckt werden.

4. Abkürzungen vermeiden

Vermeiden  Sie Abkürzungen. Wer weiß schon immer genau, ob es sich bei „HWI“ um einen „Hinterwandinfarkt“ oder einen „Harnweginfekt“ handelt? Die Abkürzung „HD“ kann beispielsweise für „Hämodialyse“, aber auch für „Hüftdysplasie“ oder „Hodgkin-Disease“, „Huntington-Disease“ oder „Hauptdiagnose“ stehen.

 

Mit diesem Wissen zum Thema „Rezeptierungsfehler vermeiden“ hoffe ich, Ihnen als Hausarzt einen Wissensvorsprung geboten zu haben. Weiteres Wissen zu Praxismanagement und Medizin finden Sie auf www.arztwelt.de5 von Sanofi.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen unter roland.krauth@sanofi.com oder über das Kommentarfeld.

Mit besten Grüßen

Ihr Roland A. Krauth

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Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

 

 

m_1407855263.jpg Da ist mir noch etwas aufgefallen. Ein erheblicher Anteil der Fehler beim Rezeptieren ist nicht etwa Systemfehlern oder Softwareproblemen geschuldet, sondern ist auf „menschliches Versagen“ zurückzuführen. Die meisten Verordnungsfehler gehen auf Müdigkeit, der Wahl der falschen Option oder der Eingabe falscher Patientendaten in ein oftmals umständliches System zurück.6,7 Kontrollieren Sie Ihre Verordnung daher besser noch einmal, wenn Sie erste Anzeichen von Müdigkeit verspüren oder bemerken, dass Ihre Konzentration nachlässt.

 

Quellen:

1 Gilligan AM, et al: Res Social Adm Pharm. 2012.

2 Stasiak P, et al: CJEM. 2014.

3 Odukoya OK, et al: Res Social Adm Pharm. 2014.

4  Galanter WL, et al: PloS One. 2014.

5 Sanofi-Aventis Deutschland GmbH: arztwelt – Wissensvorsprung für Hausärzte, Startseite

Quelle: www.arztwelt.de, Zugriffsdatum: 07.12.2015

6 Odukoya OK, et al: Int J Med Inform. 2014.

7 Christiansen SR, et al: J Pediatr Pharmacol Ther. 2008.

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 04.03.2016.

4 Wertungen (3.25 ø)
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Medizin, Pharmazie
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@Dr. med. Thomas Georg Schätzler: Danke schön!
#6 am 08.03.2016 von Dr. Roland Arnold Krauth (Mitarbeiter Industrie)
  0
Rezeptierungsfehler bei elektronischer Ausfertigung von GKV-Rezepten in Deutschland sind deutlich weniger häufig, wenn a l l e Rezepte (Rp.) grundsätzlich eine Signatur tragen. Bei dieser Dosierungs-Angabe vergewissert man sich eher, ob die Wirksubstanz die Richtige ist. Im Gegensatz zu kopierten Privatrezepten der PKV-Versicherten wird aber seit Jahrzehnten kultiviert, dass das roten GKV-Rp., dessen Abbildung ich in der Arztwelt von Sanofi schmerzlich vermisste, kommentarlos hinter dem Apotheken-Tresen verschwindet. Nur deshalb gab und gibt es nie eine Rückmeldung, ob ein GKV-Rp. überhaupt korrekt ausgeführt wurde. Mögliche Fehlerquellen beim Arzt oder Apotheker werden so niemals detektiert werden können: "Ein Schelm, wer Böses dabei denkt"! (honi soit, qui mal y pense)
#5 am 08.03.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  1
@Dr. med. Thomas Georg Schätzler: Danke für Ihre Mühe, die Sie sich bei Ihrer Kommentierung gemacht haben. Sicher ist Ihnen nicht entgangen, dass es bei "arztwelt von Sanofi" hauptsächlich um Tipps geht. Welche praktischen Tipps haben Sie für Ihre Kollegen, um Rezeptierungsfehler bei elektronischer Ausfertigung zu vermeiden? Danke schon jetzt! Dr. Roland A. Krauth Sanofi Aventis Deutschland GmbH
#4 am 07.03.2016 von Dr. Roland Arnold Krauth (Mitarbeiter Industrie)
  1
Das hier erwähnte Bupropionhydrochlorid (Amphebutamon), Handelsnamen Wellbutrin® (USA) Elontril® (D) und Zyban® (weltweit) ist als NDRI ein selektiver Noradrenalin- und Dopamin-Wiederaufnahmehemmer [norepinephrine-dopamine reuptake inhibitor=NDRI]. Die Substanz mag zwar besonders häufig in den USA und Kanada verschrieben werden. Hier ist es aber "off the records"! Zyban® wird zur Raucherentwöhnung angepriesen und in zahlreichen Foren als angeblich rezeptfrei vertrieben, birgt jedoch erhebliche Neben- und Wechselwirkungsgefahren (eigene Beobachtung: Induktion einer Psychose).
#3 am 05.03.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  0
Als Antidepressivum wird es unter dem Handelsnamen Elontril® in Deutschland vermarktet. Der Handelsname in der Schweiz, den USA und anderswo ist äußerst irreführend: Wellbutrin®, ein Name mit nicht unerheblicher Suggestivwirkung. Ebenso irreführend, wie dieser gesamte Beitrag von "Arztwelt bei Sanofi" nichts mit Deutschen Arzneimittel-rechtlichen Vorschriften und dem ärztlichen Rezeptwesen in Deutschland zu tun hat. Der Beitrag sollte zurückgezogen werden! Man hatte nicht mal ein Foto mit einem roten GKV-Rezept zur Hand?
#2 am 05.03.2016 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  0
Gast
Aus Datenschutzgründen ist das vermerken der Indikation auf den Rezept unzulässig. Patienten sollten einen Medikationsplan erhalten auf dem die Indikation vermerkt werden kann. Der Artikel trifft auf die Situation in Deutschland wenig zu und ist offentichtlich von jemanden verfaßt worden der in Deutschland nicht verordnet.
#1 am 05.03.2016 von Gast
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