Die Heilpraktiker Ausbildung

22.02.2016
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Die Meinungen, die ich in diesem Forum, in den Kommentaren lesen konnte gehen über Heilpraktiker sehr weit auseinander. Ich denke die Diskussion über den Beruf des Heilpraktikers ist berechtigt, denn es muss sich meiner Meinung nach einiges ändern.

Tatsächlich ist es so, dass es durch die schwammigen gesetzlichen Vorgaben, viele schlechte bzw. keine Heilpraktiker Ausbildungen gibt.In meiner Ausbildung haben wir 2 Jahre lang, 20 - 27 Stunden pro Woche Unterricht und das fast ausschließlich Schulmedizin. Wir werden von Ärzten und Heilpraktikern in fast allen medizinischen Fachrichtungen geschult und müssen viel alleine bzw. in Gruppen nachlesen.

Tatsächlich ist es so, dass ich persönlich viel Verständnis und Respekt auch von Schulmedizinern erfahre, da ich eine fundierte Ausbildung nachweisen kann.

So durfte ich zum Beispiel in einem Krankenhaus in der Chirurgie als Assistent lange Zeit arbeiten (Hackenhalter), was meist nur Medizinstudenten erlaubt ist.

Jedoch möchte ich Kritik an der Ausbildung der Heilpraktiker Ausbildung üben.

Ich bin jeden Tag aufs neue Überrascht, über einige schwachsinnige und leistungsschwache Mitschüler, die wahrscheinlich eine fachlich fundierte Diskussion nicht eine Minute überstehen würden. Auch einige Dozenten sind völlig fehl am Platz und wir versuchen diese Dozenten mit Erfolg wieder los zu werden. In einem Fall war es sogar eine gewisse Dr. med. dent.; die ihr eigenes Handwerk nicht verstand. Oder ich habe Diskussionen mit einigen Mitschülern geführt über energetische Heilverfahren, bei der ich die Contraseite vertreten habe. Dabei stellte sich heraus, dass mein Gegenüber diese "Therapieform" mit der Quantenphysik und Energie bzw. Schwingung/Frequenz begründete, jedoch nicht die leiseste Ahnung von Quantenphysik oder klassischen Physik hatte. Ich war echt schockiert und empört, dass man auf diesen extrem falschen Annahmen und Rückschlüssen eine Therapie aufbauen möchte und dies an Patienten "ausprobieren" möchte.

Aus diesem Grund vordere ich:

- Mindestens Abitur für diese Ausbildung,- einen allgemeinen Test vor Ausbildungsbeginn um die Qualifikation des Bewerbers festzustellen,

- Zwischenprüfungen der einzelnen Module,

- Pflichtfächer wie Physik, Chemie, Biologie, Biochemie, Anatomie, Physiologie, Histologie, Pathologie und vielleicht Latein,

- dementsprechend die Ausbildungszeit auf mindestens 6 - 8 Semester zu setzen (ich habe nur 4; Paracelsus Schule),

- extra ausgebildete und geprüfte Dozenten,

Ich hoffe, dass durch diese Mechanismen, die Qualität der Ausbildung gesteigert werden kann und somit auch das Ansehen der HPs.

Ich selbst werde jetzt nach Abschluss der Prüfung Medizin an einer Universität studieren um vielleicht beide Zweige der Medizinberufe zusammen zu bringen.

Artikel letztmalig aktualisiert am 22.02.2016.

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Gast
Der Beruf des "Heilpraktikers" wird immer für mich ein immer dubioserer. Wer sich heutzutage alles Heiler nennen darf ist unglaublich. Das verrückteste was ich in letzter Zeit gelesen habe, sind "Geistheiler" oder "Lichtarbeiter" (hier zu lesen: http://spirituell-leben.org/geistheiler-und-lichtarbeiter/) Da stellen sich bei mir alle Nackenhaare auf!
#8 am 05.09.2017 von Gast
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Gast
Respekt, wenn der Autor eine solche Meinung zum Thema hat. Trotzdem die Frage, ob der Umweg vom Heilpraktiker zum Medizinstudium dann überhaupt sinnvoll ist. Eine ganz andere Frage stellt sich allerdings: Welchen Sinn hat denn ein HP, der 3 Jahre (also die Dauer einer Pflegeausbildung und Hälfte eines Medizinstudiums) seine Ausbildung erhalten hat? Welche Nische im Gesundheitssystem soll er denn ausfüllen? Ein Arzt hätte am Ende des Studiums ein deutlich umfassenderes Wissen (und hinzu kommt noch eine Weiterbildung von mind. 5 Jahren). Die Ausbildung eines Krankenpflegers, MTA oder MFA setzt hingegen komplett andere Schwerpunkte. Dazu kommt, daß die meisten therapeutischen Verfahren der HPs nicht evidenzbasiert sind; was hilft ein gutes Grundlagenwissen, wenn im Endeffekt höchst fragwürdige Methoden angewandt werden? Und der psychologisch-psychosomatische Bereich wird bereits durch Fachleute abgedeckt. Wo also einen "Heilpraktiker mit Curriculum" in das System einordnen?
#7 am 18.12.2016 von Gast
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Gast
ich vordere auch Abitur... lol
#6 am 07.03.2016 von Gast
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Bettina
Danke für diesen tollen und reflektierten Beitrag! Sie sind sicher ein guter Behandler und werden nun ein guter Arzt werden. Viel Erfolg und Freude beim Studium. Grundsätzlich muss man sagen, dass der Heilpraktiker komplett abgeschafft werden sollte. Es kann nicht angehen, dass kurz ausgebildete Behandler ohne weitere Kontolle auf Kranke losgelassen werden. Wer Patienten behandeln will, soll studieren und sich umfassende Kenntnisse über Körper und Geist aneignen.
#5 am 23.02.2016 von Bettina (Gast)
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Gast
Sie wären und werden mit ihrer Einstellung sicher ein guter Arzt für Psychosomatik! Viel Erfolg beim Studium!
#4 am 23.02.2016 von Gast
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Gast
....und so lange Heilpraktiker an Schulen wie der Paracelsus ausgebildert werden, die 80-90% pseudowissenschaftlich-esoterischen Schrott wie diesen hier anbietet: http://www.paracelsus.de/ausbildung/verz_haupt/alle_haupt.asp ....wird sich daran auch nichts ändern, dass man diesen Schrott auf den Webseiten der HPs sieht.
#3 am 23.02.2016 von Gast
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Gast
...und so lange Heilpraktiker ihr "Wissen" von Aluhut-Seiten wie "Zentrum der Gesundheit" oder ähnlich ziehen, ist hier Hopfen und Malz an Verschwörungstheoretiker verloren.
#2 am 23.02.2016 von Gast
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Gast
Heilpraktiker sind so lange nicht angesehen, wie sie pseudowissenschaftlich-esoterischen Unfug anbieten und verbreiten. Impfkritik, Bioresonanz, Homöopathie, usw. usf. Da gibt es wohl viel Arbeit! Der Idealfall wäre, wenn sich Heilpraktiker seriös als Psychosomatiker einbringen würden.
#1 am 23.02.2016 von Gast
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