Notfall „Hörsturz“: Welche Therapie ist die richtige?

22.02.2016
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Rund 20.000 Deutsche haben jedes Jahr einen Hörsturz. HNO-Ärzte streiten nach wie vor, welche Behandlung die richtige ist – und vergessen, dass alternative Verfahren ebenfalls gute Wirkungen erzielen können.

HNO-Notfall - Wie äußert sich ein Hörsturz? Dr. Schuster

Wann muss die Therapie zügig eingeleitet werden?  

Der plötzliche, oft einseitige Hörverlust gilt als Leitsymptom des Hörsturzes, der jedoch mit vielen weiteren Beschwerden assoziiert sein kann. Rund 85 Prozent der Patienten haben gleichzeitig Tinnitus, 30 Prozent leiden unter peripher-vestibulärem Schwindel. Manchmal berichten die Patienten auch von Kopfschmerzen oder lediglich von einem reinen Ohr- oder Kopfton.

Eine zügige Diagnostik ist in jedem Fall anzuraten, denn je früher die Therapie beginnt, desto erfolgreicher kann sie abgeschlossen werden. Findet die Behandlung in den ersten 24 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome statt, erhöht sich die Chance einer Wiederherstellung des Hörvermögens deutlich. Allerdings gilt es, das richtige Therapieverfahren zu wählen …

Eine Krankheit, viele Behandlungsmöglichkeiten

Den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie sind lediglich Therapievorschläge zu entnehmen. Als Therapie der Wahl wird die hochdosierte Glukokortikoidtherapie genannt. In den USA beispielsweise gehört Cortison zur Standardtherapie. Je nach Ursache können aber auch antibiotische oder antivirale Mittel, Paukenröhrchen oder die Sauerstoff-Mehrschritttherapie zum Einsatz kommen.

Wie wirkt die Sauerstoff-Mehrschritttherapie?

Ziel der Sauerstoff-Mehrschritttherapie ist es, die Sauerstoffsättigung im Gewebe anzuheben. Das geschieht per ionisiertem Sauerstoff, der nach der Inhalation direkt in die Zellen transportiert wird. Bei Durchblutungsstörungen wie dem Hörsturz hat sich dieses Verfahren als Begleittherapie in der Praxis bewährt.    

Die Therapie gliedert sich in drei Schritte: Zunächst erhält der Patient Vitamine und Mineralstoffe zur Verbesserung der Sauerstoffverwertung, um dann ein 40-prozentiges Luft-Sauerstoffgemisch zu inhalieren. Im Anschluss sorgt leichte körperliche oder geistige Aktivität für eine verbesserte Durchblutung der Zellen, was ihre Regeneration unterstützt. In Kombination mit durchblutungsfördernden Mitteln kann so das Hörvermögen wieder hergestellt werden.

Welches Verfahren im Einzelfall Anwendung findet, hängt vom individuellen Beschwerdebild und dem Wunsch des Patienten ab. Oftmals stellt die Sauerstoff-Mehrschritttherapie jedoch eine lohnenswerte Therapieergänzung dar, ist dieses Verfahren gänzlich nebenwirkungsfrei.

Artikel letztmalig aktualisiert am 22.02.2016.

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Medizin, HNO
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