PR: Neue Funktion des Blutgerinnungssystem macht Hoffnung

17.02.2016
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Wichtiger Impuls für die Erforschung einer verbesserten Stammzelltherapie

Stammzellen haben im menschlichen Körper blutbildende Funktion. Wie es gelingt, die Stammzellen im schützenden Umfeld des Knochenmarks zu erhalten und welche Rolle das Gerinnungssystem dabei spielt, fand jetzt Univ.-Prof. Dr. Wolfram Ruf von der Universitätsmedizin Mainz heraus. Er entdeckte, dass das Gerinnungssystem eine Verankerung der Stammzellen im Knochenmark durch Signalübertragungswege verstärkt. Das kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlichte Forschungsergebnis bietet eine gute Ausgangsbasis, um den Erfolg der Stammzelltherapie und Tumorbehandlung zu verbessern.

Professor Ruf vom Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz und seine Arbeitsgruppe haben in Zusammenarbeit mit Professor Tsvee Lapidot vom Weizmann Institute of Science in Rehovot (Israel) eine unerwartete neue Funktion des Gerinnungssystems entdeckt. Sie betrifft die Regulation der Stammzellfunktion im Knochenmark. Den Forschern gelang der Nachweis, dass das Gerinnungssystem eine Verankerung der Stammzellen durch Signalübertragungswege verstärkt. Bislang ging man davon aus, dass diese Signalübertragungswege ausschließlich dem Erhalt der Gefäßfunktion dienen. „Diese Arbeiten zeigen, dass das Gerinnungssystem über die Blutstillung (Hämostase) hinaus eine unerwartete unterstützende Funktion für blutbildende Stammzellen im Umfeld des Knochenmarks ausübt“, sagt Professor Ruf, der am CTH die Funktion des Wissenschaftlichen Direktors innehat, und fügt hinzu: „Stammzellen sind für die lebenslange, kontinuierliche Erneuerung aller zellulären Bestandteile des Blutes unentbehrlich.“ Darüber hinaus fand Professor Ruf heraus, dass eine unter Stressbedingungen verstärkte Aktivierung der Gerinnung, wie sie typischerweise nach Verletzungen auftritt, die Stammzellen mobilisiert. Die Aktivierung von Stammzellen ist für eine gesteigerte Blutbildung unter Belastungen wesentlich.

Stammzellen werden für die Wiederbelebung des Knochenmarks nach intensiver Krebstherapie eingesetzt. Die Stammzelltransplantation in der Tumor- und Blutkrebstherapie hat die Überlebenschancen erheblich verbessert. „Trotzdem besteht noch ein erheblicher Bedarf, den Erfolg der Stammzelltherapie weiter zu optimieren. In diesem Zusammenhang geht es auch darum, verbleibende Ursachen von ineffizienter Stammzelltransplantation aufzuklären und zu überwinden“, so Professor Ruf.

Basierend auf dieser Arbeit eröffnen sich neue Forschungsrichtungen, mit dem Ziel, die Funktion des blutbildenden Knochenmarks besser zu schützen und insbesondere den Erfolg der Stammzelltherapie und Tumorbehandlung zu verbessern. Diese Arbeiten werden in dem von der Alexander von Humboldt-Stiftung und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprogramm des CTHs fortgesetzt.

 

 

Originalpublikation: Wolfram Ruf, Tsvee Lapidot et al. (2015), PAR1 signaling regulates the retention and recruitment of EPCR-expressing bone marrow hematopoietic stem cells; DOI:10.1038/nm.3960

Homepage: http://www.nature.com/nm/journal/v21/n11/pdf/nm.3960.pdf

 

Bildunterzeile: Professor Ruf vom Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz

Quelle: Peter Pulkowski (Universitätsmedizin Mainz); Foto darf kostenfrei verwendet werden unter Angabe der Quelle.

 

Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Wolfram Ruf
Wissenschaftlicher Direktor des CTH
Universitätsmedizin Mainz
Telefon: 06131 17-8222
E-Mail: ruf@uni-mainz.de
Internet: www.cth-mainz.de

Pressekontakt
Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse, Universitätsmedizin Mainz,
Telefon: 06131 17-7424, Fax: 06131 17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Über das CTH
Das Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) wird als Modellzentrum zur verbesserten Integration von Ausbildung, Forschung und Patientenversorgung unter einem translationalen Fokus vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF 01EO1003) im Rahmen des nationalen Programm „Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren (IFB)“ gefördert. Im CTH-Konzept wird die Schnittstelle zwischen Patientenbehandlung und Forschung neu definiert und so die Voraussetzung für Innovationen in der Gesundheitsversorgung geschaffen. Die Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung und umgekehrt ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Umgekehrt sollen klinische Beobachtungen als Anregung und Rückkoppelung direkt in die Grundlagenforschung einfließen.

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

Bildquelle: Filter Forge / Flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 17.02.2016.

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