Nochmals zur WHO

15.02.2016
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Spätestens mit diesem Zitat sollte klar werden, dass sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) endlich von ihren völlig irregeleiteten Gesundheits- und fehlenden Krankheits-Begrifflichkeiten verabschieden muss:

„Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ [„Health is a state of complete physical, mental and social wellbeing and not merely the absence of disease or infirmity.”]

Diese Definition scheint mir angesichts demografisch zunehmender, globaler Krankheiten, chronischer Leiden, Krebs, Infektionen mit Epidemien, Endemien und Multiresistenzen, Morbidität und Sterblichkeit, aber auch in Anbetracht von Kriegen, Terrorismus, Fundamentalismus, Umweltgefährdung und -zerstörung, Bedrohungen, Verkehrskollaps, Ressourcenverbrauch, Migration und Flucht bzw. Naturkatastrophen, Unterernährung und Armuts-Elend eher einem die Realität verleugnenden Katechismus von „Gesundbetern“ entlehnt.


Mit der Realität von Krankheitsbewältigungs-Strategien (
„coping
“), Versorgung, Forschung und Entwicklung, Sterblichkeit, Armut, Not, Behinderung und Mangelzuständen hat diese WHO-Definition nicht mehr das Geringste zu tun. 

Beim Krankheits-Alarmismus will die WHO allerdings paradoxerweise immer in der ersten Reihe stehen: Ob Vogelgrippe, Schweinegrippe, Ebola-Epidemie in Westafrika und jetzt das Zikavirus in Lateinamerika – plötzlich ist eine eher verträumte „Gesundheitsorganisation“ von echten Krankheitsverläufen scheinbar tief betroffen:

Ohne jemals auf die vergleichbar qualitativ und quantitativ viel dramatischeren Multimorbiditäten bzw. exogen und endogen bedingte Sterblichkeitsverläufe zu achten. Zigtausende Menschen ertrinken auf der Flucht im Mittelmeer, erfüllen aber kurz zuvor noch viele wesentliche „Gesundheitskriterien“ der WHO.

Ich bedaure sehr, dass ich dies nicht in einem freundlicheren Tonfall schreiben kann.

Vgl. dazu: „Globaler Gesundheitsnotstand: WHO – Mal zu spät, mal zu früh?“ von Vera Zylka Menhorn

Bildquelle (Außenseite):ecodallaluna, flickr
 

Bildquelle: \"WHO\" Copyright Praxis Dr. Schätzler

Artikel letztmalig aktualisiert am 18.02.2016.

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Gast
Dass die Zika-Viren nicht der eigentliche Grund für solche plötzlich auftretenden gehäuften Mikrocephalgien sind, ist augenfällig. Die Insektizidsprüherei kommt mir wie eine demonstrative Ablenkung vom Wesentlichen vor seit der ersten Nachrichten. Interessant ist auch, dass ca. 6 Monate vor den ersten Geburten geschädigter Kinder eine Schwangerenimpfung mit Boostrix DTP (Diphterie/Tetanus/Polio) eingeführt wurde.... wer kommt nur auf solche fatale Ideen? Es steht in jeder Medikamentenbeschreibung von Boostrix, dass es keine Erfahrungen mit Schwangerenimpfung gibt und es wird davon abgeraten...unverantwortlich! Aber wer sitzt in der WHO, dass sie nicht eingreifen???
#9 am 19.02.2016 von Gast
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Gast
Da blamiert sich derzeit die WHO wohl unübertrefflich. In weniger als 5% der Mikrocephalie-Fälle ließ sich eine Infektion mit dem Zika-Virus nachweisen. Dieser Virus ist in der Zeit seit den 1940er Jahren unauffällig gewesen. Es ist aber vor Beginn der Microcephalgie-Fälle ein neues Larven schädigendes Mittel eingeführt worden: Pyroproxyfen Der Wirkmechanismus ist eine Fehlbildung im Reifeprozess von Larven, die dann tödliche Fehlbildungen entwickeln. Aber wohl nicht nur die Larven. Contergan traf wenige Menschen, es erhielten nur Menschen die an bestimmten Symptomen litten. Pyroproxyfen bekommt jeder, je ärmer, desto mehr, auf den Acker und zusätzlich in das Trinkwasser. Wir haben ziemlich strikte Regeln für Arzneimittel. Umweltchemikalien, die womöglich alle Menschen treffen werden wesentlich schlechter untersucht. Wenn aber ein Insektizid einen mutagenen Wirkmechanismus hat, dann gehört es desthalb vor jedweder breiten Anwendung strengsten untersucht.
#8 am 18.02.2016 von Gast
  1
Die Definition ist korrekt - man sollte eine ungesunde Realität nicht zum Anlass nehmen, diese als gesund umzudeklarieren. Dann wäre kein Anreiz zur Verbesserung der Realität mehr vorhanden. Sehe auch nicht, was da "irregeleitet" sein soll. Auch gesunde Menschen können verunfallen und daran sterben (z.B. ertrinken); wo ist da der Widerspruch? Es wäre jedenfalls eine Aufgabe, die WHO an ihre Definition zu erinnern. Aber letztlich ist die WHO nur so stark, wie die Weltgemeinschaft sie sein lässt. Der Etat jedenfalls ist mehr als bescheiden.
#7 am 18.02.2016 von Dr. Ralf Dettmann (Chemiker)
  0
Gast
Die Definition der WHO zu Gesundheit ist ein anzustrebend lohnender Zustand, den wir uns doch wohl alle wünschen. Der reale Ist-Zustand der Menschen auf dieser eigentlich so schönen Erde und ihrer sozialen, ökologischen und okönomischen Lebenssituationen zeigt eher ein erschreckendes Bild, wie weit wir von einem gesunden und lebenserfreulichen Zustand entfernt sind. Das ist die erschreckende Bilanz finde ich - nicht die Definition der WHO.
#6 am 18.02.2016 von Gast
  0
Gast
Die Definition der WHO ist doch längst überholt! Demnach wird es kaum "gesunde" Menschen auf unserem Planeten geben. Je präziser die Untersuchungsmethoden, desto mehr Kranke gibt es, oder desto mehr eigentlich gesunde Menschen werden plötzlich zu Patienten. Ob körperlich, psychisch oder im sozialen Bereich, irgendwo "hakt" es doch bei fast Jedem. Jeder, der im Gesundheitswesen direkt mit Menschen zu tun hat, kennt sicher viele Beispiele von vermeintlich gesunden Leuten, die sich aber ständig krank fühlen, und von Menschen, die sich trotz gravierender Erkrankungen trotzdem wohl fühlen und ein zufriedenes Leben führen. Vielleicht sollte man die WHO-Definition zum Thema Gesundheit mal überarbeiten.
#5 am 18.02.2016 von Gast
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... und die Bedenken beim Zika-Virus - den man mit chemischen Insektiziden ausmerzen will - zeigt sich, dass die Auslöser der Mikroenzephalie ein (natürlich chemisches) Pflanzenschutzmittel sei. Den grossen Chemieriesen ist das eine, wie das andere egal - Geld fliesst da immer. Ob die WHO da mal wieder zu schnell vorgreift und der Panik hinterherhinkt kann sich jeder selber beantworten.
#4 am 18.02.2016 von Dr. med. Inge Eisenmann-Stock (Ärztin)
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FA Allgemeinmedizin
WHO könnte ebensogut für "W er das Geld H at, dem O rdne ich mich unter" stehen. Die Hysterie z.B. zur Zeit der Schweinegrippe-Epidemie 2010 diente womöglich dem Zweck der schnellen Bereicherung der mafiösen Pharma-Riesen. Ähnliche Verquickungen findet man ja auch bei einigen Mitarbeitern des RKI, weshalb ich sehr kritisch mit den Empfehlungen dieser Organisationen umgehe...
#3 am 18.02.2016 von FA Allgemeinmedizin (Gast)
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Gast
Das ist ein alter Hut. Eine Nebelkerze hinterherzuwerfen macht es nicht besser.
#2 am 18.02.2016 von Gast
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Alles schön und gut und ich kann den Frust verstehen, aber wozu dieser Artikel ? Die WHO mag ja von echten Krankheitsverläufen übermäßig stark betroffen sein, aber soll man nur deshalb diese tatsächlich hehre Gesundheitsdefinition aufgeben nur weil wir Menschen immer zerstörerischer mit uns und mit unserer Umwelt inklusive Kriegen umgehen. Das würde ich für falsch halten.
#1 am 18.02.2016 von Guenter Doil (Unternehmensberater)
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