Rote Karte

10.02.2016
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Heute sind sie also gekommen, unsere neuen Karten unserer neuen Krankenkasse... Ja, ich habe zum Jahresende mit meiner ganzen Familie meiner Krankenkasse die rote Karte gezeigt und ihr nach 20 Jahren endgültig den Rücken gekehrt.

Warum?


Meine Krankenkasse hat den Zusatzbeitrag erhöht, genau so wie fast alle Kassen, aber eher unauffällig moderat. Sie ist immer noch vergleichsweise günstig. Das war nicht der Grund - oder wenn man es genauer betrachtet eben doch, denn ihren Verzicht auf eine deutliche Beitragserhöhung versucht sie durch eine drastische Leistungskürzung bei ihren schwerst kranken Patienten zu kompensieren und da ist mir sprichwörtlich „das Messer in der Tasche aufgegangen“
.

Um satte 40 % hat diese Krankenkasse die Monatspauschale zur Versorgung mit aufsaugenden Inkontinenzartikeln gekürzt.


Und zwar zeitgleich mit ihrer „moderaten“ Erhöhung des Zusatzbeitrages.
Für sage und schreibe 15,50 Euro im Monat (!) will sie zukünftig ihre pflegebedürftigen Patienten mit Windeln und Einlagen versorgen lassen.

Das sind gerade einmal 50 Cent am Tag. Jeder, der einmal einen Säugling mit Windeln versorgt hat weiß, das das nicht geht. Und hier handelt es sich in der Regel um Erwachsene, da sind Urin-und Stuhlmengen eher noch höher...

Und noch eins: Das sind die Erwachsenen, die, so wie ich, jahrelang brav ihre Beiträge gezahlt haben und nun bedingt durch Alter oder schwere Erkrankung auf Hilfe angewiesen sind. Die eigentlich einen Anspruch auf das Solidarprinzip GKV haben! Die werden hier ausgebootet zu Gunsten der Jungen und Gesunden. Und darum habe ich dieser Kasse nun die rote Karte gezeigt und gekündigt.

Meine neue Kasse ist auch nicht die günstigste, aber ich habe mich vorher informiert wofür sie das Geld ihrer Mitglieder ausgibt. Wie hoch der Verwaltungsaufwand ist und was die Versicherten für ihr Bonusprogramm bekommen – nämlich nur Gesundheitsleistungen, wie etwa eine professionelle Zahnreinigung und eben nicht eine Apple-Watch oder ein Bobby-Car!

Bildquelle: Tim Reckmann -pixelio.de

Artikel letztmalig aktualisiert am 16.02.2016.

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Christian Heine PT, MT
Ja, genau aus diesem Grund hatte ich Korrespondenzen mit der Hauptverwaltung. ich schickte auch ein Bild vom Borussenstadion mit. Auf die Frage, woher das Geld kommt, bekam ich keine Antwort. Die Vorsitzenden der Lok werden nach Anzahl der Mitglieder entlöhnt, jetzt wird klar warum auf Teufel komm raus geworben wird. Fernsehen, Zeitungen, öffentlichen Plätzen mit viel Publikum (Bahnhof), die Latte läßt sich beliebig erweitern. Eins hilft, zur regionalen Kasse gehen und die Begründung einer abgelehnten Leistung schriftlich geben lassen. Kann es evtl. in die Rubrik der unterlassenen Hilfeleistung fallen?
#10 am 17.02.2017 von Christian Heine PT, MT (Gast)
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Gast
Ich meinte pro AOK-Versicherten, sorry.
#9 am 25.07.2016 von Gast
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Gast
Ich bin spät mit meinem Kommentar. Wer erinnert sich nicht an die letzte Handball WM. In großen Lettern machte die AOK Bandenwerbung. Die WM war in Saudi Arabien (?), dann werden sicher weitere Mitglieder weltweit zur AOK wechseln. Auch im Stadion von Borussia Mönchengladbach läuft hoch unter dem Dach AOK-Werbung. Ich habe nachgefragt, die Antwort hätte ich mir auch geben können. Auf die Werbung fallen 0,69€ pro Patient pro Jahr. Woraus werden die Mittel genommen? Beiträge sind doch tabu, oder?
#8 am 25.07.2016 von Gast
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Gast
Das ist noch lange nicht alles. Es gibt auch Krankenkassen, die von der Apotheke die erbrachten Leistungen zurückverlangt, und zwar für die vergangenen zwei Jahre, denn der Patient ( Schwerkranke Patienten ) seien nicht mit den ge- lieferten drei Windelhosen am Tag ausgekommen, wobei der von dieser Kranken kasse vorgeschlagene Lieferant nur zwei Windelhosen liefern wollte.
#7 am 20.02.2016 von Gast
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Gast
Angeblich gibt es interne Anweisungen: Wir (die KK) wollen vermeiden,daß das in den Medien ausgeschlachtet wird. Daher soll bei Patientenbeschwerden umgehend im Einzelfallentscheid wieder der alte Betrag genehmigt werden.
#6 am 18.02.2016 von Gast
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Gast
Bei welcher KK der Autor war, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass die TK nur noch 15,50 pro Monat für die Inkontinentversorgung zahlt. Und ich weiß, dass das nicht mal für eine halbwegs anständige Versorgung reicht. Die Verantwortlichen der TK setzen darauf, dass die Betroffenen schon selber für die Kosten aufkommen werden. Diese Betroffen sind aber nicht nur Menschen am Lebensende. Sondern Menschen, die auf Grund unterschiedlicher Gebrechen/ Krankheiten inkontinent sind- durchaus auch Kinder! Und auf Grund ihrer persönlichen Umstände (Krankheit, Rentner etc.) finanziell eher knapp aufgestellt sind.
#5 am 17.02.2016 von Gast
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Gast
Eltern müssen die Windeln für Säuglinge auch komplett bezahlen, obwohl sie oft nicht viel Geld haben. Der Mensch ist sowohl am Anfang seines Lebens als auch oft am Ende seines Lebens inkontinent. Dies ist völlig normal. Warum soll der eine bezahlen und der andere von der Solidargemeinschaft unterstützt werden. Entweder beide oder keiner.
#4 am 16.02.2016 von Gast
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Gast
Da eine menschenwürdige Versorgung für diesen Betrag nicht mehr möglich ist haben wir die Inkontinenzversorgung für viele Kassen eingestellt. Solange aber noch jemand meint wirtschaftlich dafür liefern zu können und die Patienten sich in der Regel nicht dagegen wehren können,wird die Spirale weiter nach unten gehen.
#3 am 16.02.2016 von Gast
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K. Weiß
ja, diese Fragen haben sich mir auch aufgedrängt.....
#2 am 16.02.2016 von K. Weiß (Gast)
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Gast
...und welche KK war es und wo bist du jetzt hin?
#1 am 16.02.2016 von Gast
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