Vom wilden (XXX) gebissen

20.01.2016
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Heute war der Tag der Tierbisse. Normalerweise kommt es ein, zwei Mal im Jahr vor, dass ich damit zu tun habe. Aber gleich zwei Mal an einem Tag ist wirklich selten.

Nummer 1

Frau in den 20ern: „Wie lange muss ich nach der Tollwut-Impfung warten, bis ich wieder Sport treiben kann?“


Das ist ja interessant. Ich frage weiter nach und erfahre von ihr folgendes: Sie wurde im Urlaub von einem Affen gebissen, woraufhin man dann ja nur 24 Stunden Zeit hat, sich um die Tollwut-Impfung zu kümmern, wenn man die nicht vorher schon gemacht hat. 24 Stunden – danach ist es meist zu spät. Tollwut, wenn man sich einmal damit infiziert hat, endet auch heute noch tödlich. Man kann sich also die Odysee vorstellen, die man nach einem Biss vor sich hat: Meist befindet man sich dann in einem Land, in dem die Gesundheitsversorgung eher suboptimal ist und muss erstmal nach einer Klinik suchen, die den Tollwut-Impfstoff auch wirklich auf Lager hat, respektive ihn rechtzeitig besorgen kann.


Aber mit einer einfachen Impfung ist es dann auch nicht getan. Man impft an den Tagen 0, 3, 7, 14, 30 – so auch bei ihr. Inzwischen ist sie aus den Ferien zurück und hat gerade die letzte Impfdosis hinter sich, aber es wurde ihr gesagt, dass sie danach kein Sport treiben soll, nur hat man ihr nicht gesagt für wie lange sie auf Sport verzichten soll. Ich musste nachschauen. In der Packungsbeilage steht davon gar nichts. Im Internet findet man Empfehlungen, dass man für eine Woche danach auf Sport verzichten soll, weil die Impfung für den Körper anstrengend ist. So ganz sehe ich das nicht ein, aber wenn sie sichergehen will: eine Woche also.

Nummer 2

Wild aussehender Mann, der schon häufiger mit (amüsant-)bizarren Anliegen bei mir aufgetaucht ist, weil er ziemlich ausgefallene Hobbies hat – die wären einen eigenen Blogpost wert. Offenbar arbeitet er auch in einem Aquarium. Denn heute zeigt er mir seinen verbundenen, noch ziemlich blutigen Daumen und will Verbandsmaterial. Er sei von einer Muräne gebissen worden, erklärt er. Originalzitat: „Dafür hat sie heute nichts mehr zum Abendessen bekommen ... man beißt nicht die Hand, die einen füttert.“

Ich habe noch eine Weile mit ihm diskutiert, da ich der Meinung war, dass er zumindest die Tetanus-Impfung noch machen sollte, wenn er schon nicht weiß, wann die letzte war und er mit Tieren arbeitet.

Zu Hause im Internet stoße ich noch auf dieses Bild:

m_1453370499.jpg

Darin sieht man eine Liste von Fallnummern, die brauchen die Ärzte in den USA offenbar zum Abrechnen mit den Krankenkassen (ähnlich wie bei uns die Tarmed vielleicht). Darunter auch unglaublich skurrile, wie diese zum Beispiel
„Orca gebissen, Erstkontakt“. Der Orca ist ein Killerwal. Ich stelle mir verschiedene Fragen: Wie schafft man es erstens von einem Killerwal gebissen zu werden? Und zweitens dann nur so wenig, dass sich eine Behandlung überhaupt noch lohnt? Und: Würde es da nicht reichen, einfach „Tierbiss“ zu schreiben?

Tierbisse sind übrigens nicht ganz ungefährlich. Auch mit einem normaler Katzen- oder Hundebiss gehört man zum Arzt, da hier fast sicher Antibiotika erforderlich sind. Gerade Katzen haben sehr spitze Zähne, wodurch Bakterien (anaerobe, also solche, die keinen Sauerstoff brauchen und oft hässlich sind) bis tief ins Gewebe gelangen und sich dort vermehren. Menschenbisse sind übrigens auch nicht viel besser. Das nur so am Rande.


Artikel letztmalig aktualisiert am 25.01.2016.

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