PR: Forscher entdecken Molekül zur Reifung von T-Zellen

06.01.2016
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In einer aktuellen Veröffentlichung in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Immunology“ haben Forscher ein Molekül identifiziert, welches maßgeblich an der Funktion und Reifung von T-Zellen beteiligt ist. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass ein intaktes Immunsystem von der Funktion dieses Enzyms – genannt USP8 – in T-Zellen abhängt.

Verschiedene Zellen des Immunsystems sind im Organismus damit beschäftigt, Krankheitserreger abzuwehren. Eine besondere Aufgabe kommt dabei den T-Zellen zu, die über einen in großer Vielfalt vorkommenden Rezeptor Strukturen auf Viren und Bakterien erkennen. Damit diese Zellen nicht auch körpereigenes Gewebe angreifen, ist ein ausgeklügeltes Regulationssystem notwendig, welches T-Zellen aussortiert oder abschaltet, die sonst eine Entzündungsreaktion in Gang setzen würden. Störungen in diesen Vorgängen sind unter anderem die Ursache für Autoimmunerkrankungen, wie beispielsweise die entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa.

In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler im Tiermodell was passiert, wenn das Gen für USP8 gezielt in T-Zellen ausgeschaltet wird. USP 8 steht für „Ubiqutin specifc protease 8“. Es zeigte sich eine fehlerhafte Entwicklung und Funktion dieser Zellen und es entwickelte sich eine Störung des immunologischen Gleichgewichtes mit Symptomen, die starke Ähnlichkeiten zu menschlichen entzündlichen Darmerkrankungen aufweisen – wie Dr. Sonja Reißig und Professor Ari Waisman vom Institut für Molekulare Medizin an der Universitätsmedizin Mainz mit unterstützenden Untersuchungen zeigen konnten. Die Wissenschaftler konnten ferner den molekularen Mechanismus nachweisen, der zu diesem Effekt führt. Durch die Abwesenheit von USP8 kann der Proteinabbau durch Ubiquitin – ebenfalls ein Protein, welches für den Abbau anderer Proteine verantwortlich ist – nicht aufgehalten werden, was wiederum zur Reduzierung der regulatorischen T-Zellen und schlussendlich zur Erkrankung führt.

Ob Fehlfunktionen oder Veränderungen des Proteins USP8 auch beim Menschen als Ursache von Autoimmunerkrankungen oder sonstigen Störungen des Immunsystems verantwortlich sind, wird in einem nächsten Schritt in zukünftigen Studien geklärt werden.

Originalpublikation:
Dufner et al. (2015); The ubiquitin-specific protease USP8 is critical for the development and homeostasis of T cells;
DOI: 10.1038/ni.3230
Homepage: www.nature.com/ni/journal/vaop/ncurrent/full/ni.3230.html

 

Pressekontakt:
Dr. Renée Dillinger-Reiter,
Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131  17-7428, Fax 06131  17-3496,
E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

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Artikel letztmalig aktualisiert am 06.01.2016.

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