Nachts im Krankenhaus - warum Patienten nachts nicht schlafen können (Teil 4)

03.01.2016

Und dann war ich also Patient in diesem Krankenhaus und ein übereifriger Arzt beschloss mich auf die Intensivstation zu verlegen.
 Auf der Intensivstation ist es eigentlich unmöglich zu schlafen.

Jeder Patient hat einen Monitor, der sofort laut piepsend Alarm schlägt, sollte man auch nur für den Bruchteil einer Sekunde eine Herzfrequenz, einen Blutdruck oder ein was-auch-immer außerhalb des Normbereichs haben. Natürlich ging der Alarm nicht von alleine aus. Auch nicht wenn sich die Herzfrequenz, der Blutdruck oder der was-auch-immer normalisiert.

Er musste von einer Schwester persönlich ausgeschaltet werden. Manche Schwestern nahmen es einem auch übel, sollte man den Alarm genervt selbst ausgeschaltet haben. So ein Überwachungsmonitor durfte ja bitte wohl nur von fachkundigem Personal persönlich bedient werden! Aufgrund des genialen Systems der offenen Türen, konnte man auf jeden Fall immer irgendein Alarmpiepsen von irgendwoher hören.

Mindestens einer der anwesenden Patienten war in der Regel stockdement, in einem wahnhaften Delirium oder auch beides und brüllte die Nacht über Dinge wie: „ HALLO!! HALLOOO!!!“ „HIILFEEE“ „AHHHHH“ „SCHWEEEESTEEER“ „WOOO IST DIE TOILETTEEEEE?“ Meistens schrie dann nach ein paar Stunden einer der anderen Patienten etwas zurück wie: „KLINGELN SIE DOCH NACH DER SCHEISSSCHWESTER!!!“ oder auch „HALTEN SIE ENDLICH IHR BESCHISSENES MAUL!!!“ Aber das half auch nicht.

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Gegen ein Uhr nachts kam dann ein neuer Patient ins Bett neben mir. Damit man das Bett auch fand, musste man natürlich Licht anmachen. „SCHWEEESTER! ICH MUSS AUF’S KLO!“ In halbdelirantem Zustand starrte ich der Tochter des Neuzugangs auf den extra knappen, knallroten Rock und wunderte mich, wo die so schnell hergekommen war. „HIIIIIIIIILFEEEEE!“

Auf jeden Fall machten sie das Licht dann wieder aus und vielleicht habe ich geschlafen. So gegen 3 Uhr nachts schalteten sich plötzlich alle exklusiven Flachbildfernseher an, welche man für jeden Intensivpatienten über dem Bett zur Unterhaltung angeschraubt hatte. Hier konnte ich auf drei flackernden Bildschirmen gleichzeitig eine Dokumentation über Dinosaurier auf Discovery Channel verfolgen.

Irgendwann stellte ich jedoch befriedigt fest, dass ich mit meiner Fernbedienung alle drei Geräte auf einmal ausschalten konnte und diese Geschichte habe ich nicht mal geträumt.


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Bildquelle: Privatbild Zorgcooperations

Artikel letztmalig aktualisiert am 12.01.2016.

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