Warum die Medizin 4.0 nicht ohne Pflege 4.0 funktioniert

28.12.2015
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Eines der großen, aktuellen Themen ist die sogenannte Industrie 4.0. Dies bedeutet nichts anderes als die Digitalisierung der Industrie mittels Kommunikation von Endgeräten untereinander. Und Medizin 4.0? Kurz: Durch digitale Workflows und Maschine-zu-Maschine-Kommunikation wird der Arzt zunehmend von der Technologie abgelöst...

m_1408039816.jpgVon der Industrie 4.0 zur Medizin 4.0?

Eines der großen, aktuellen Themen ist die sogenannte Industrie 4.0. „Industrie 4.0 bezeichnet die Informatisierung der Fertigungstechnik und der Logistik bei der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation.“ – sagt Wikipedia dazu. Dies bedeutet nichts anderes als die Digitalisierung der Industrie mittels Kommunikation von Endgeräten untereinander. Nun könnte man annehmen, dass sich Medizin 4.0 direkt davon ableiten lässt. Aber weitgefehlt – hierzu kursieren verschiedene Definitionen. Zum Beispiel definiert Dr. Sontheimer auf seiner Seite :

„Medizin 1.0 waren die Zeiten des Selbstkostenerstattungsprinzips.

Medizin 2.0 begann mit der „Scharfschaltung“ des DRG-Systems im Jahr 2004.

Medizin 3.0 ist die qualitätsgesicherte, prozessoptimierte, patienten-in-den-Mittelpunkt-stellende Medizin, an der wir noch arbeiten.

Medizin 4.0 stellt die Behandlungsorganisation künftig auf einen digitalen Workflow.“

Heise.de beschreibt es so: „Stärker noch als der Verkehr wird sich nach Angaben des Bitkom das Gesundheitswesen wandeln, mit Telemedizin, 3D-Druck von Prothesen und Organen sowie Mikrochips im ganzen Körper, die die Funktionen der Organe überwachen. 2025 soll der Arzt vom Operationsroboter abgelöst sein.“

Kurzfassung: Durch digitale Workflows und Maschine-zu-Maschine-Kommunikation wird der Arzt zunehmend von der Technologie abgelöst.

Und was bedeutet dann Pflege 4.0? 

Die „Offensive Gesund Pflegen“ hat dazu sogar ein Informationsheft zur Pflege 4.0 herausgegeben. Hier wird darunter eine „Intelligente Technik in der beruflichen Pflege“ verstanden.
Wie könnte man also die pflegerischen Entwicklungsstufen auf den Punkt bringen?

Pflege 1.0: Die Pflege nach dem klassischen Pflegeprozess und auf Basis pflegerischer Erfahrung

Pflege 2.0: Pflege unter Nutzung der akademisierten Pflegewissenschaft

Pflege 3.0: qualitätsgesicherte, prozessoptimierte und erlösrelevante Pflege

Pflege 4.0: Pflege entlang eines digitalen Workflows unter konsequenter Nutzung innovativer, smarter Technologien.

Pflege 4.0 ersetzt nicht das Pflegepersonal – im Gegenteil

Wenn in der Medizin 4.0 der Arzt teilweise durch die Technologie ersetzt wird, ist dies auch für die Pflegefachkräfte in der Pflege 4.0 zutreffend?

Ganz im Gegenteil! Eine pflegerische Versorgung wird sich nie vollständig von Technologien erledigen lassen. Allerdings wird zukünftig intelligente Technik die Pflegefachkräfte deutlich stärker unterstützen als heute. Denn Pflegefachkräfte werden zukünftig dringender gesuchte Experten für Patienten und deren Versorgungsprozesse. Und wer versorgt dann die Patienten der Medizin 4.0? Nur die Pflege 4.0 wird diese Herausforderung bewältigen können und damit das zustehende Ansehen und die passende Vergütung für ihre Expertise erhalten.

Wie der aktuelle Stand ist und der Weg zur Pflege 4.0 aussehen könnte – werde ich in den nächsten Blog-Beiträgen skizzieren.

Artikel letztmalig aktualisiert am 09.01.2016.

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