Wohin damit?

25.11.2015
Teilen

Sophia Thomalla hat sich nach fünf Jahren von Rammstein-Sänger Till Lindemann getrennt. Doch was geschieht jetzt mit dem Gesicht ihres Ex-Freundes, das sie sich auf ihren Unterarm hat tätowieren lassen?

Eine Tätowierung ist ein Bild, dessen Farbe durch eine oder mehrere Nadeln – je nach gewünschtem Effekt – in die zweite Hautschicht gestochen wird und stellt eine permanente Körpermodifikation als Ausdrucksmöglichkeit für Exklusivität, Selbstdarstellung, Geltungssucht und Abgrenzung dar. Dient aber auch als Mittel zur Verstärkung sexueller Reize, Schmuck, Protest und nicht zuletzt der politischen Stellungnahme dar. Hatten Tätowierungen ursprünglich das Stigma des Matrosen oder Sträflings (Knasttätowierungen), erfreuen sie sich spätestens seit den 90er Jahren zunehmender Beliebtheit in der Allgemeinbevölkerung, sodass man von einem regelrechten Trend sprechen kann. Inzwischen werden sie auch in breiten Bevölkerungsschichten akzeptiert, wozu auch Prominente beigetragen haben, die ihre Tattoos offen zeigen.

Nun ist solcher Körperschmuck ebenso Modeströmungen unterworfen wie Kleidung oder Frisuren (Vokuhila lässt grüßen): Die noch vor 20 Jahren hochaktuellen, in der Sakralregion platzierten Tribals – sogenannte Arschgeweihe (im Englischen Tramp Stamp, wörtlich Schlampenstempel) – werden kaum noch nachgefragt und gelten inzwischen eher als peinlich. So manche Besitzerin wäre ihre Tätowierung daher gerne wieder los. Gleichzeitig hat die gesellschaftliche Akzeptanz dazu geführt, dass der Reiz der Exklusivität und Abgrenzung verloren gegangen ist. Wenn jeder Spießer tätowiert ist, ist man damit nichts Besonderes mehr.

Nun liegt es in der Natur der Sache, dass Tattoos als dauerhafte Körpermodifikation gedacht sind. Das haben sie mit Brandings (Brandzeichen) und Scarrings (Schmucknarben) gemeinsam. Zusätzlich sind auch sie normalen Alterungsprozessen unterworfen, die dazu führen können, dass das Motiv nicht mehr so brillant wie anfangs erscheint. Was macht man also mit einer unliebsam gewordenen Tätowierung?

Die Entfernung ist aufwendig, teils schmerzhaft, kostspielig und kosmetisch nicht immer zufriedenstellend. Mit gütegeschalteten Nd:YAG- und Rubinlasern lassen sich bestimmte Tätowierfarben entfernen, was bei schwarzen Bildern meist besser gelingt als bei mehrfarbigen, wobei je nach Farbe zwei bis zehn Sitzungen erforderlich sind. Als Alternative werden neuerdings auch flüssige Tattoo-Entferner angeboten, welche aus Lösungen bestehen, die in der Regel 40-prozentige Milchsäure enthalten, und – ähnlich wie beim Tätowieren – unter die Haut gestochen werden. Diese Methode ist jedoch aufgrund möglicher Risiken und Nebenwirkungen nicht unumstritten.

Einfacher und preiswerter kann es daher sein, ein ungeliebtes Motiv durch einen begabten Tätowierkünstler so ändern zu lassen, dass es ein neues, als besser empfundenes Bild entsteht.

Grundsätzlich sollte man es sich aber im Vorfeld sehr gründlich überlegen, ob man sich wirklich tätowieren lassen möchte. Und anonsten eben zeitlose Motive wählen. Abraten sollte man dagegen vom Namen und Bild des Lebensgefährten, da man nie wissen kann, ob es nicht nur ein Lebensabschnittsgefährte ist.

Artikel letztmalig aktualisiert am 25.11.2015.

48 Wertungen (4.81 ø)
3252 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Gast
Zu Gast #2: Die gleiche Frage wurde mir auch gestellt und ich bin großflächig Tatowiert. War absolut kein Problem beim MRT, mir wurde hinterher erklärt as dies mit den verwendeten Farben zusammen hängt. Wurde eine Farbe benutzt die Metalle enthält kann dies zu schweren Reaktionen führen. Da jedoch kaum ein SERIÖSER Tatowierer solche Farben verwendet, ist da auch kein wirkliches Risiko gegeben. Jedoch sollte man tatsächlich aufpassen wenn man sich im Ausland oder bei "Hinterhof" Tatowierern, welche auch nicht geprüfte Farben verwenden könnten, stechen lassen hat. Aber da sollte einem schon der Gesunde Menschenverstand sagen das dies nicht die geeigneten Stellen sind um eine Lebenslange veränderung am eigenem Körper vornehmen zu lassen. Von daher lieber einmal die langen Wartezeiten (die gut und gerne auch mal 2 Jahre betragen) und den hohen Preis ( Stundenlohn ab 150€) in Kauf nehmen oder ganz verzichten, als am Ende sein leben lang dafür zu bezahlen!
#3 am 27.05.2016 von Gast
  0
Gast
war gestern ein MRT machen lassen und die Frage war zuallererst: Haben sie Metallteile im Körper oder sind tätowiert? Denn dann muss man gegebenenfalls auf diese Art der Untersuchung verzichten,zumindest dann,wenn es großflächig und dort ist,wo man untersucht werden soll.Da wird sich vorher doch kaum einer Gedanken drüber machen,schon aus unkenntnis.
#2 am 05.04.2016 von Gast
  0
Über die möglichen Risiken des Tätowierens kann sich jeder im Vorfeld informieren, z.B. unter https://pagewizz.com/giftstoffe-in-tatowierfarben-33365/ ). Nun scheint Phase 2 des Phänomens "Tätowierwut" angebrochen zu sein.
#1 am 26.11.2015 von Dr. rer. nat. Jürgen Boxberger (Biologe)
  0
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
„Ich hab da ein Problem.“ Dem jungen Mann (19 J.) , der vor mir in unserer andrologischen Sprechstunde sitzt, mehr...
Herr R. ist 63 Jahre alt und wird von seinem behandelnden Urologen zur Prostatastanzbiopsie ambulant zugewiesen. mehr...
Die Top-10-Anzeichen, dass das Restaurant, in dem du gerade bist, schlecht ist: Das „Schnitzel Wiener Art” mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: