Und dann wollte ich noch kurz diese Aufklärung kopieren

21.11.2015
Teilen

Und dann wollte ich nur noch die Aufklärungsinformation für die Patientin kopieren. Die Information bestand aus vier Seiten. Eine, die den Ablauf der Untersuchung beschrieb, eine mit einem verwirrendem Fragebogen und zwei, die ausführlich sämtliche erdenklichen Gefahren der Untersuchung auzählte.

Hier hatte man der Phantasie freien Lauf gelassen und listete wirklich alles auf, was dem kreativen Autor einfiel. Juristische Absicherung. So können wir später dem Patienten sagen: „Aaaber wir haben Ihnen doch gesagt, dass in sehr seltenen Fällen das Gehirn abgesaugt wird/ das Endoskop manchmal einen herzförmigen Zylinder in den Magen stanzt/ der Herzschrittmacher als Landesignal von Aliens missverstanden werden kann.“

m_1448145253.jpg

Also habe ich alle Blätter in den automatischen Kopiereinzug gestopft, damit die Patientin für immer alles nachlesen kann. Dann drückte ich auf „Kopieren“ und dann dachte ich „Huä, warum kopiert dieser Kopierer so lange?! Ich kopiere doch nur vier Blätter und keine 30.“ Aber da erkannte ich, dass der Mensch vor mir „42“ als gewünschte Kopienzahl angegeben hatte und der Kopierer meine vier Blätter nun auch 42 Mal kopierte.

Ich starrte misstrauisch auf die vielen Knöpfe, die der Kopierer so anbot und drückte dann erfreut auf „Abbruch“. „Piep“,  machte der Kopierer und kopierte weiter. „Piep“. Piep“. Anschließend versuchte ich es über den Menübutton, der ebenfalls ein piependes Geräusch auslöste, sonst aber auch nichts weiter.

Verzweifelt schaltete ich das wie wild Kopien ausspuckende Gerät aus und hoffte inständig, dass es meinen Kopierauftrag danach vergessen hätte. Der Kopierer war dann auch sehr verärgert und weigerte sich nach dem Einschalten überhaupt noch irgendetwas zu tun. Immerhin kopierte er nichts mehr!

Am Ende kam die Oberärztin der Station vorbei, baute den Toner des Geräts aus und wieder ein, was das Gerät wieder in einen funktionstüchtigen Zustand versetzte.

Außerdem hatte ich dann ca. 20 Kopien meiner Aufklärung.

Zum Blog geht's hier.

Bildquelle: Privatbild Zorgcooperations

Artikel letztmalig aktualisiert am 25.11.2015.

16 Wertungen (4.19 ø)
1411 Aufrufe
Medizin, Innere Medizin
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Also musste ein großer Zugang in ein noch größeres Gefäß her. Weil sonst gerade niemand übrig war und der mehr...
Nicht gewillt auch die Nacht im wunderschönen Klinikum Beteigeuze zu verbringen und zudem im glorreichen Besitz der mehr...
1. Medikamente, die ich einnehme? Öh ... da müssen Sie meine Frau fragen, die weiß das! 2. Ich nehme drei mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: