Impfen in der Apotheke: Jetzt in der Schweiz.

09.11.2015
Teilen

Am 6. November war Grippeimpftag. Wer sich impfen lassen sollte, und wer nicht weiss ob, findet hier einen Grippeimpfcheck: http://www.impfengegengrippe.ch/de-ch/impfung/grippe-impf-check.html

Das einzige, was mir da drin nicht ganz so gefällt ist das: “Für die Impfung wenden Sie sich am besten an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin” … inzwischen dürfen nämlich in manchen Kantonen auch die Apotheken impfen (Danke!) – das wird nicht mal erwähnt.

Gut, das ist jetzt eine neuere Entwicklung und die Seite ist vom Bund, der ist immer etwas langsamer. Auf der Seite des Apothekervereins http://www.impfapotheke.ch/  findet sich eine Übersichtskarte:

impfapotheken

Da sieht man in welchen Kantonen die Apotheker gegen die Grippe impfen dürfen:

Bern (ganz neu), Freiburg, Neuenburg, Solothurn und Zürich

In welchen Kantonen die Impfung gegen Grippe mit Rezept vom Arzt in der Apotheke möglich ist:

Baselland, Tessin

Nicht da drauf: die Kantone, wo es seit Jahren Grippeimpfaktionen in der Apotheke gibt, wo aber ein Arzt in der Apotheke zu bestimmten Zeiten impft:

Aargau http://www.apotheken-aargau.ch/ und Basel-Stadt http://www.apothekerverbandbasel.ch/

In allen Kantonen können die Apotheken aber den Impfstatus einer Person kontrollieren anhand dem Impfbüchlein und auf Wunsch einen elektronischen Impfausweis erstellen.

Das mit dem Impfen in der Apotheke ist eine ziemlich neue Sache … aber die Vorbereitungen dafür laufen auf Apothekerseite schon länger. Man erhält nur dann als Apotheker eine Bewilligung zum impfen, wenn man die entsprechende Ausbildung und den Fähigkeitsausweis „Impfen und Blutentnahme“ dafür gemacht hat. Die ist ziemlich aufwendig, ich selber bin momentan noch dabei sie zu machen und werde demnächst ausführlicher schreiben, was damit zusammenhängt. Ich selber darf also noch nicht … aber ich finde es ganz toll, dass das überhaupt so weit möglich ist!

Ich hoffe, dass bald noch mehr als nur die Impfung gegen die Grippe in den Apotheken gemacht werden darf (Anmerkung: hier herrschen grosse kantonale Unterschiede, in manchen Kantonen dürfen Apotheker auch gegen andere Krankheiten impfen). Die Apotheke ist eine niederschwellige Anlaufstelle für Gesundheitsfragen, die beim Impfen als wirksame Krankheitsprophylaxe auf jeden Fall mehr einbezogen werden sollte. In anderen Ländern hat man das schon erkannt: in den USA, Kanada, Portugal und Irland dürfen die Apotheker schon impfen (auch dort sehr uneinheitlich was alles: meist die Grippeimpfung, aber auch die anderen Impfungen wie Tetanus, Hepatitis A, B, etc.) und das erfolgreich: die Akzeptanz dafür ist gross und die Impfraten verbessern sich.

Artikel letztmalig aktualisiert am 09.11.2015.

13 Wertungen (2.23 ø)
847 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Aber mal ganz abgesehen davon: die bisherigen Erfahrungen zeigen wie selten so etwas wie ein Schock, Allergie oder Anaphylaxie in der Praxis vorkommen. Laut Dr. Steffen, der 25 Jahre im Impfzentrum in ZH gearbeitet hat und dabei über 500'000 Beratungen und ca. 1 Million Impfungen gemacht hat waren das genau 2: ... und das bei Personen, wo man das anhand der Anamnese wusste - und die hat man dann im auf Allergien spezialisierten Spital daneben geimpft.
#4 am 11.11.2015 von Apothekerin Pharmama (Apothekerin)
  2
Wie bezeichnend, dass die Frage nach der rechtlichen Haftung aus Deutschland kommt. Wer verantwortlich ist haftet, Dafür gibt es (auch in der Schweiz) Haftpflichtversicherungen, auch für Apotheker. Zur Voraussetzung für das Impfen gehört ausser der Ausbildung dafür auch ein Epipen im Pmfzimmer ... den wir als Apotheker im Notfall auch anwenden können. Falls das überhaupt vorkommt: bei der Vorbereitung der Impfung werden auch Sachen wie bestehende Allergien nachgefragt. Dann gibt es da nich die nicht unerhebliche Einschränkung, dass wir nur gesunde Personen impfen dürfen (im Gegensatz zu den Ärzten). ...
#3 am 11.11.2015 von Apothekerin Pharmama (Apothekerin)
  2
Und wer haftet bei Kollaps, Synkope, Schock, Allergie, Anaphylaxie und Impfschaden? - Natürlich der doofe Doktor, der nicht rechtzeitig aus seiner Sprechstunde zu diesem extramuralen Notfall eilen konnte? In Flächenstaaten wie den USA sieht die Sache kaum anders aus, wenn sich dort ein Anwalt in einen derartigen Konfliktfall reinhängt. Selbst das Online-Magazin "slate" fragt: "Should You Go to the Drugstore for Your Flu Shots?"
#2 am 10.11.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  1
Gast
Ich kann mich nicht dazu durchringen das Ganze gut zu finden. Für mich persönlich ist Impfen ganz klar eine ärztliche Tätigkeit. Ich denke hier in Deutschland wäre vielen Patienten schon sehr gut geholfen, wenn Ärzte und Apotheker sich endlich mehrheitlich darauf verständigen würden gleichberechtigt miteinander zu arbeiten. Eine Zusammenarbeit jenseits der Kompetenzstreitigkeiten, zum Wohl der Patienten und jeder in seinem Fachgebiet, wäre mehr als wünschenswert. Als Apotheker kann ich sehr gut auf das Impfen verzichten, aber nicht auf die Berücksichtigung meiner pharmazeutischen Einwände.
#1 am 10.11.2015 von Gast
  1
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Ausser den älteren (meist weiblichen) Beruhigungsmittelabhängigen gibt es noch den zweiten Typ Süchtigen. Dieser mehr...
Beispiel 1 erstaunt vielleicht einige hier, ist aber eigentlich ein ziemlich typischer Fall. Frau Dormadalm, ein mehr...
Wir haben in der Apotheke häufiger mit abhängigen Personen zu tun. Ich möchte hier nicht auf die Ursachen eingehen mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: