Warum es Apotheker braucht

21.10.2015
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Hier nur drei Beispiele von Rezepten, die ich hatte und die so nicht ausgeführt werden dürfen / sollen:

Rezept 1

1 OP Crestor 10mg 0-0-1

1 OP Euthyrox 25mg 1-0-0

1 OP Maltofer Tbl 1-0-0

Na, wenn der Kunde das so einnehmen soll, könnte er die letzten beiden Medikamente auch grad weglassen. Zusammen geschluckt bilden das Schilddrüsenmedikament und das Eisen nämlich unlösliche Verbindungen im Magen und werden nicht in den Körper aufgenommen. Also wirken sie auch nicht.

Lösung: Euthyrox morgens nüchtern nehmen, Eisenpräparat vor dem Mittagessen. Tel an den Arzt um ihm das zu sagen.

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Rezept 2
Patientin mit Asthma, chronischen Schmerzen und bekannter Penicillinallergie:

1 OP Augmentin 1g     1-0-1 für 6 Tage

Oh, oh. Der Wirkstoff von Augmentin ist Clavulansäure und Amoxicillin – und da besteht eine Kreuzallergie zu Penicillin. Das kann sie also auf gar keinen Fall nehmen, sonst droht im Schlimmsten Fall ein allergischer Schock.

Lösung: Telefon an den Arzt (“Oh, das wusste ich, hab ich nicht mehr dran gedacht.”) und ein anderes Antibiotikum suchen.

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Rezept 3
Patient mit Dauermedikation Sortis und Aspirin cardio war wegen akuter Beschwerden im Spital-Notfall, wo ihm gegen seine Infektion folgendes verschrieben wurde:

1 OP Klacid one 7 Stück, 1-0-0

Nimmt der Patient gleichzeitig den Cholesterinsenker und das Antibiotikum Klacid riskiert er Muskelschäden und Nierenversagen.

Lösung: Sortis kurzfristig absetzen bis Antibiotika Therapie vorbei. Arzt informieren.

 

Ich könnte noch mehr Beispiele bringen. Mit so Sachen sind wir täglich und mehrmals konfrontiert ... und dabei geht es nicht nur um die rezeptpflichtigen Medikamente. Auch die freiverkäuflichen. Gerade das Schilddrüsenmedikament und freiverkäufliche Nahrungsergänzungen, aber auch zu anderem gibt es viel Beratungsbedarf.

Ich schreibe das hier jetzt nicht um die Ärzte anzugreifen. Ich möchte einfach zeigen, dass das Gesundheitssystem ein “Teamsport” ist. Ärzte, Apotheker, Krankenschwestern, Pharmaassistentinnen, Spitex … wir müssen zusammenarbeiten für die Gesundheit des Kunden.

Fehler passieren gelegentlich, man kann nicht alles wissen – wer weiss, ob der Patient mit dem Cholesterinsenker daran gedacht hat, zu erwähnen, dass er das nimmt? 4 Augen sehen jedenfalls mehr als 2.

Artikel letztmalig aktualisiert am 21.10.2015.

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:-) natürlich microgramm. Das mü will hier nur irgendwie nicht.
#3 am 31.10.2015 von Apothekerin Pharmama (Apothekerin)
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25 !!!mg!!! Euthyrox, dann gute Nacht :)
#2 am 23.10.2015 von Florian Jacobi (Apotheker)
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Gast
Gerade unter Medizinern sind Apotheker oft "studierte Verkäufer" - sehr schade, denn mich haben Apotheker oft besser beraten, als es die behandelnden Ärzte!
#1 am 21.10.2015 von Gast (Mitarbeiterin Industrie)
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  Auf einem aktuelleren Rezept. Ich bin … verwirrt. Wie muss der Patient das Pantoprazol dosieren? Da steht: mehr...
„Sie können mir das schon geben, ich übernehme die Verantwortung!“ … sagt die Frau, die unbedingt ein mehr...
(von der Apothekerin) Es ist anscheinend nie Ihre Verantwortung über ihre Deckung Bescheid zu wissen. Und dann mehr...

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