Was bin ich

18.10.2015
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Herzlich willkommen zur 338. Folge des heiteren Beruferatens! Unser heutiger Gast, E. Depp, macht sein Kreuzchen artig bei „Selbstständig“, sucht sich ein Schweinderl aus und macht eine typische Handbewegung: Er scheint etwas aufzuziehen ...

Ratefuchs Guido ist mit seiner ersten Frage (ein Klassiker) gleich auf der richtigen Spur: „Sind Sie mit der Herstellung oder Verteilung einer Ware beschäftigt?“ – „Ja.“ „Könnte ich auch ich zu Ihnen kommen?“ – „Ja.“ „Machen Sie Menschen glücklich und zufrieden?“ - „Nein.“



5 Euro fürs Schwein …



Als nächster darf sich Hans versuchen: „Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie bei der Ausübung Ihres Berufes gewissen Regeln und Vorschriften unterliegen?“ – Der Kandidat bricht in Tränen aus und nickt heftig.


So geht es noch eine Weile weiter bis schließlich Marianne an der Reihe ist und noch einmal die bisherigen Erkenntnisse zusammenfasst:

Sie hat einen Verdacht und will ihn durch eine weitere Frage absichern: „ Beraten Sie auch zu möglichen Risiken, die der Kauf der Ware nach sich zieht, in Bezug auf weitere Waren, die der Kunde bereits erworben hat oder regelmäßig kaufen muss?“– „Nein.“



Weitere 5 Euro für's Schwein – es sind mittlerweile 45 Euro und die letzte Chance für Ratefuchs Guido: „Also wenn ich es mir so recht überlege, kommt für mich nur noch der Dönermannn in Frage – Sie verkaufen Döner mit und ohne Scharf in der Fußgängerzone von Dortmund Dorstfeld stimmt's?“


Der zehnte 5-Euro-Schein wandert ins Schweinderl und Robert löst endlich auf: „Also meine Lieben, ihr wart ja lange Zeit auf der richtigen Spur, aber was ihr nicht bedacht habt ist, dass unser Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe jüngst die Tätigkeiten eines Apothekers – und genau das ist Herr Everybody's Depp - in genau zehn Punkten definiert hat und daran hält sich unser Gast zukünftig.


Ich gebe ja zu, dass das wirklich etwas gemein gewesen ist. Denn das was die meisten Pharmazeuten tagtäglich in ihren Apotheken leisten und das, was die Patienten und auch ihr wahrnehmt, hat wirklich nur sehr rudimentär mit dem antiquierten Berufsbild von Herrn Gröhe zu tun. Aber Gesetz ist Gesetz und Herr Gröhe ist nun einmal der Ansicht, Pillen drehen Schubladen ziehen und Krämer sein reicht völlig.“


Während des Abspanns kommt es dann noch zu einem kleinen Disput zwischen Marianne, die meint Herr Gröhe habe vergessen die Abgabe der Apotheken Umschau als vorrangige pharmazeutische Tätigkeit zu erwähnen und im übrigen sei Sie persönlich froh, dass endlich Schluss sei mit den ständigen Belehrungen zu Kontraindikationen und Wechselwirkungen und Herrn Depp, der zurück ätzt Marianne solle mal schön aufpassen, dass Herr Gröhe nicht auf die Idee käme die ärztlichen Tätigkeiten auf zehn Punkte einzudampfen und dabei die Therapiefreiheit zukünftig unter den Tisch fallen ließe bzw. sie komplett in die Hände der Krankenkassen geben würde.


Aber davon bekommt das Publikum Gott sei Dank nichts mehr mit.



 

Bildquelle: privat

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.10.2015.

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Erwin Müller
#1 am 20.10.2015 von Erwin Müller (Gast)
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Obwohl unser Berufsstand ja häufig etwas konservativ und verstaubt daherkommt, macht der technische Fortschritt auch mehr...
Warum?
 Meine Krankenkasse hat den Zusatzbeitrag erhöht, genau so wie fast alle Kassen, aber eher unauffällig mehr...
Liebes DAK Fachzentrum Bremen, liebe Arzneimittelfachgruppe, dank eures geballten Fach- und Sachverstandes habe mehr...

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