Reich, gesund, fit in New York kann jeder – arm, krank, gebrechlich in Wanne-Eickel, das ist die Herausforderung!

17.10.2015
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WHO – MISSION IMPOSSIBLE? Weltgesundheitsorganisation (WHO), Medien, Öffentlichkeit, Ärzte-Funktionäre, ‚Gesundheits‘- und Gesellschaftspolitiker ticken einfach nicht mehr richtig: Zuletzt konnte man dies bei Veranstaltern, Wissenschaftlern, selbsternannten Gesundheits-Experten und der guten alten WHO auf dem Berliner ‚World Health Summit‘ mit den G-7-Fachministern eindeutig beobachten.

Warum wird eigentlich nie von einem Welt-„Krankheits“-Gipfel statt von einem „World Health Summit“, von Gesundheits-Ministerien für „Krankheitsbewältigung“ oder von „Krankheits“- statt Gesundheitskrisen gesprochen? 

Fährt die Politik womöglich einen euphemistisch-beschönigenden Schmusekurs, der die Dramatik der unbewältigten globalen Krankheits- und Sozialprobleme verniedlichen oder gar vertuschen soll? 

Beim heutigen „Gesundheitshype“ kann man ja schon froh sein, dass Rettungswagen (RTW) nicht in „Gesundungs“-Wagen, Notarztwagen (NAW) nicht in „Heiler-Express“, Krankenwagen (KTW) nicht in „Gesundheitswagen“ umgetauft werden. Sollen Rettungs-Hubschrauber (RHS) Einsätze als Helikopter-Flüge etwa mit dem Begriff „Heil-Flüge“ statt Heli-Flüge umschrieben werden? Werden „Rettungsgassen“ auf der Autobahn fortan „Gesundheitsgassen“ heißen? Oder soll das sogenannte Rendezvous-System zwischen RTW und NAW zum „Gesundheits-Date“ werden? Kliniken und Krankenhäuser zu „Heilerzentren“ oder Reanimationen zu „Gesundheits-Energie-Rückgewinnungen“ mutieren?

194 Staaten, welche die WHO finanzieren, werden seit Jahrzehnten mit ebenso unverbindlichen wie haltlosen Versprechungen in die Irre geführt: „Gesundheit für alle bis zum Jahr 2000“ der WHO war bereits Anfang der 90er Jahre im letzten Jahrhundert leitmotivisch absolut weltfremd und eher surrealistisch. Selbst fach- und sachbezogene Aktivitäten bei Krankheits- und Naturkatastrophen, Seuchen- und Epidemie-Bekämpfungen werden pseudologisch mit Gesundheits-Ansprüchen oder Wohlfühl-Versprechungen verbrämt. Kein Staat dieser Welt gibt gerne Geld für Projekte, die nicht entschieden gegen Krankheiten ausgerichtet sind.

Nein, wenn es um internationale Unterstützung und Finanzierung von Projekten geht, mit denen alle Arten von Krankheiten, Not, Armut, Elend, Katastrophen oder bio-psycho-soziale Traumatisierungen weltweit bekämpft werden sollen, müssten die WHO und ihre regionalen Organisationen endlich einmal Mut zeigen, Farbe bekennen bzw. ihre begrenzten Möglichkeiten dokumentieren: HEALING IMPOSSIBLE!

Der permanente Gesundheits-Schmusekurs der WHO ist obsolet. Weltweit berechtigte Interessen von Patientinnen und Patienten bzw. von vital akut bedrohten Kranken, Gebrechlichen oder chronisch Kranken könnte die WHO nur überzeugend wahren und vertreten, wenn sie endlich einmal alle Krankheits-Entitäten, Epidemie-, Hunger- und Armuts-Gefahren bzw. ihre besonders schwerwiegenden Folgen bei Krieg, Vertreibung oder politisch, ethnisch und religiös begründeten Fluchtbewegungen mit ihren eigentlichen Namen benennt. Alles andere ist krankheitsverleugnendes, die Patienteninteressen nicht ernst nehmendes Gesundbeten bzw. gesundheitsduselige Augenwischerei. Vorhandene Krankheiten, ihre Bekämpfung und Behandlung müssen in den Fokus rücken.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

WHO – [fighting global diseases for better living] globale Krankheiten für ein besseres Leben bekämpfen.

Aus persönlichen Gründen widme ich diesen Beitrag meiner hochverdienten Kollegin vom Deutschen Ärztinnenbund e. V., Frau Dr. med. Waltraud Diekhaus, von 1998 bis 2007 Generalsekretärin und von 2007 bis 2012 Vizepräsidentin des Weltärztinnenbundes (Medical Women’s International Association, MWIA).

Bildquelle (Außenseite):ben dalton, flickr

Bildquelle: WHO... Copyright Praxis Dr. Schätzler

Artikel letztmalig aktualisiert am 30.10.2015.

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@ Gast #5 Völlig irreführend, Ihr Satz, es wäre "an sich lächerlich überzogene Ansprüche bezüglich Gesundheit zu haben", ganz so, als hätten Sie meinen Beitrag gar nicht gelesen: Denn Kranke selbst und die Krankheit an und für sich sind Thema meines Blogs hier! Es geht mir um die semantische, gesundheits- und sozialpolitische Umdeutung jeglicher Krankheitsmanifestationen in Gesundheit. Während wir Ärztinnen und Ärzte Patienten professionell befragen, untersuchen, diagnostizieren, differenzieren, therapieren, heilen oder lindern wollen, sprechen Medien und Öffentlichkeit immer nur laienhaft-bagatellisierend von Gesundheit, um überhaupt mitreden zu können! Ihre "Kriege... mit immensen Waffenexporten" haben mit einer akuten Appendizitis-OP nur insofern zu tun, als z. B. Medicines sans Frontières selbst dann operieren, wenn sie selbst tödlich angegriffen werden. Für die von Ihnen abstrakt geforderte "gesunde Umwelt und daraus resultierend gesunde Lebensmittel"...
#7 am 27.10.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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@ Gast #5 (Forts.) können nicht wir Ärzte, sondern müssen konkret alle Menschen, Verbraucher, Nahrungsmittel-Industrie und Produzenten gleichermaßen kämpfen, während wir uns um Krankheiten kümmern. Gipfel der Vorwürfe ist, "dass Ärzte nur am Kranken verdienen"? Ja, selbstverständlich, in Klinik und Praxis, in Forschung und Wissenschaft, in Verwaltung und Administration verdienen wir professionell hochqualifiziert mit Einsatz, Wille, Ausdauer, Empathie, Selbstkritik, Wissen und Können unseren angemessenen L e b e n s u n t e r h a l t! Wer etwas anderes behauptet, kann das zwar scheinheilig glauben, sollte mir und meinem DocCheck®Beitrag dies aber nicht unterstellen. Schlussendlich: Selbst wenn wir glaubwürdig "wirkliche Krankheitsursachen" erkennen, analysieren, verändern und behandeln könnten, bliebe noch genügend medizinische Lebensarbeitszeit, um die dann trotzdem immer noch auftretenden Krankheiten zu behandeln, Leiden zu lindern und palliativ zu wirken. MfG
#6 am 27.10.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  0
Gast
Es ist ansich lächerlich überzogene Ansprüche bezüglich Gesundheit zu haben, wenn zur Prophylaxe noch nicht einmal die einfachsten Dinge berücksichtigt werden. Diese wären Kriege zu vermeiden und sie nicht wie Deutschland mit immensen Waffenexporten am Laufen zu halten sowie eine gesunde Umwelt und daraus resultierend gesunde Lebensmittel für alle bereit zu stellen. Statt dessen wird der mieseste unnnütze Schrott produziert, was schon längst nicht mehr die Bezeichnung " Lebensmittel " verdient. Da man aber die Menschen nicht zu ihrem Glück zwingen kann, wird sich daran kaum etwas ändern. Erst recht nicht, wenn damit auch noch grosse Gewinne erzielt werden. Man sieht ja, dass unsere bisher heile Welt keineswegs ein Garant für Gesundheit ist. Und wenn ein System so aufgebaut ist, dass Ärzte nur am Kranken verdienen, kommt auch dieser Beitrag nur noch scheinheilig herüber. Wenn Ärzte vereint gegen wirkliche Krankheitsursachen auftreten, machen sie sich auch wieder glaubwürdiger!
#5 am 25.10.2015 von Gast
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Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens (Def. der WHO). EIne derartige Definition zeugt von einer absoluten Ahnungslosigkeit der Realität gegenüber oder aber will der Medizin in ein immerwährendes schlechtes Gewissen einimpfen. Damit fördert die WHO auf jeden Fall die Anspruchsmentalität der Patienten auf eine Reparatur mit 100% Garantie ohne eigenes Zutun. Beide Varianten sind in meinen Augen schändlich.
#4 am 23.10.2015 von Dr. med. dent. Gerd Kruse (Zahnarzt)
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Gast
Sehr geehrter Herr Kollege Schätzler, danke für den Blickwinkel auf WHO und ähnliches. Wer außer uns Ärzten befasst sich täglich mit Menschen und ihren Krankheiten? Gesundheitsministerium?Gesundheitskasse?Gesundheitsorganisation? Euphemismus aus Furcht vor den Realitäten? Man sollte darüber nachdenken.
#3 am 23.10.2015 von Gast
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Wer mich kennt, weiß dass ich immer die Arbeit und Mühen aller Menschen achte und respektiere. Und ich beschäftigte mich seit Studien-Beginn 1968 bzw. Arbeitsbeginn 1975 immerhin 40 Jahre lang überwiegend mit Krankheiten, nicht mit Gesundheit. Diese ärztliche Kernkompetenz erfüllen Ärztinnen und Ärzte weltweit ebenso professionell wie inhaltlich begründet. Medizin-bildungsferne und Versorgungs-fremde "Gesundheits"-Experten versuchen aus sozial-psychologisch durchaus verständlichen Gründen alle Krankheits-Entitäten in Gesundheits- und Heilsverspechen umzudeuten. Darüber nachzudenken wollte ich nicht nur Ihnen näher bringen. Ohne Scheu vor "großen Tieren" und der Institution WHO.
#2 am 21.10.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Gast
Lieber Dr. Schätzler, ich bin mir sicher, dass in der WHO durchaus kompetente Menschen arbeiten und dass es seine Gründe für bestimmte Formulierungen gibt. Sie haben sich meiner Meinung nicht ausreichend mit dem Thema befasst, um eine Organisation, die versucht die Welt ein Stückchen besser zu machen, so ab zu werten. Durch Ihre Kritik wird nichts besser, Sie ziehen nur jahrelange Arbeit und Mühe vieler Menschen in den Dreck und das scheint mir alles andere als fair.
#1 am 21.10.2015 von Gast (Mitarbeiterin Industrie)
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