Hand aufs Herz: Die Kardiologie-Highlights des ESC in London

14.10.2015
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Die Europäische Fachgesellschaft der Kardiologen (European Society of Cardiology) lockte dieses Jahr ca. 33.000 Teilnehmer zum jährlichen Kongress nach London. Unter dem Motto „Enviroment and the Heart“ wurden die neusten Trends und Entwicklungen in der experimentellen und klinischen Kardiologie vorgestellt. DocCheck war für Euch vor Ort.

Mit rund 33.000 Besuchern an fünf Tagen ist der ESC Kongress der größte und laut Prof. Frank Ruschitzka, Mitarbeiter im Programmkomitee des Kongresses und Spezialist für Herzinsuffizienz am Universitätshospital Zürich, auch „der beste Kongress für Kardiologie in Europa“. Ihn und weitere Redner des Kongresses haben wir für Euch interviewt.

„The High-Sensitive Troponin Test can be ruled out a heart attack within one hour the patient arrived at the hospital.“ Das Highlight des Kongresses für Joseph Stephen Alpert, Professor an der University of Arizona und Experte im Bereich der Herzmedizin, stellte dieses Jahr die Diskussion über eine Studie zum High-Sensitive Troponin Test dar. Mit Hilfe dieses Verfahrens kann innerhalb von einer Stunde ein Herzinfarkt ausgeschlossen werden. „Das finde ich doch sehr beruhigend und für die klinische Praxis sicherlich sehr hilfreich“, so auch Prof. Dr. med. Uwe Zeymer, leitender Oberarzt am Herzzentrum Ludwigshafen. Laut der Studie liefert der Test zu 99,65% exakte Ergebnisse.

 

Neue Hoffnung für Herzpatienten

Ein besonderes Highlight des Kongresses sind für Prof. Dr. med. Uwe Zeymer die neu vorgestellten Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie im Bereich der perikardialen Erkrankungen. Hierbei handelt es sich um seltene Herzerkrankungen für die bisher kaum Therapieansätze bekannt sind. „Mit diesen neuen Leitlinien (...) haben wir Hinweise, welche therapeutischen und welche diagnostischen Wege wir einschlagen sollten, um den Patienten zu helfen“ (Prof. Dr. med. Uwe Zeymer).

Eine weitere wichtige Erkenntnis, die auf dem Kongress vorgestellt wurde, fasst Prof. Frank Ruschitzka für uns wie folgt zusammen: „Das zeigt uns wieder, dass Medikamente (...) und medizinische Geräte viel zu lax gehandhabt werden. Dass man die ein bisschen kritischer hinterfragen und vorsichtiger sein sollte und erst mal schaut, ob man nicht vielleicht eher Schaden anrichtet.“  Grundlage dieser Aussage ist die Behandlung der Cheyne-Stokes-Atmung, welche häufig bei einer Herzinsuffizienz auftritt. Diese wird in der Regel mit dem Beatmungsverfahren ASV (adaptive Servoventilation) behandelt. Allerdings zeigt jetzt eine Studie mit über 1.000 Teilnehmern, dass diese Form der Behandlung „nicht nur nichts bringt, es bringt die Leute sogar um“ (Prof. Ruschitzka).

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(v.l.r. Prof. Dr. med. Uwe Zeymer; Joseph Stephen Alpert, MD; Prof. Frank Ruschitzka)


Weniger Neuheiten durch großen Fortschritt

Bezüglich neuer Trends in der Kardiologie „wird es immer schwieriger ganz neue Aspekte vorzustellen, weil die Therapien in vielen Bereichen schon sehr gut sind. Wir bewegen uns nicht mehr in großen, sondern eher in kleineren Schritten“ (Prof. Dr. med. Uwe Zeymer).

Dies liegt allerdings auch an den großen Fortschritten, welche in den letzten Jahren erzielt wurden. „The heart attack situation has become incredible better than (...) 30 to 40 years ago.“ So sieht auch Alpert die Entwicklung im Bereich Vorsorge und Behandlung von Herzerkrankungen insgesamt sehr positiv. Innerhalb der letzten 30-40 Jahre ist die Sterblichkeitsrate nach einem Herzinfarkt von 33% auf 5% gesunken. Einen einfachen Rat zur Prävention von Herzerkrankungen hat Alpert zum Schluss auch noch für uns:

„...stop smoking (...), keep your weight down and lead a good life with your family and your friends.“

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 14.10.2015.

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