Alle Jahre wieder....

21.09.2015
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Auch bei der gastroösophagealen Refluxerkrankung kann ein Blick über den Tellerrand helfen, die Symptome des Patienten zu lindern. EERD und GERD im Zeichen der Zeit.

Die gastroösophageale Refluxkrankheit ist das Lieblingsthema der Gastroenterologen und das rote Tuch der Langeweile für viele Medizinstudenten. Dabei gibt es nur wenige gastroenterologische Erkrankungen, denen so viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde und die, meines Erachtens nach, einer wirklich ausgesprochen simplen Logik folgen. Dennoch, oder gerade deswegen, gibt es alle Jahre wieder Publikationen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Einige sind klinisch relevant, andere potentiell als künftige Forschungsbasis interessant und wieder andere versuchen schlichtweg das Rad neu zu erfinden.

Interessante Daten liefert der Artikel von Francis und Vaezi im Journal of Clinical Gastroenterology and Hepatology. Hier stehen sich gastroösophagealer und extraösophagealer Reflux gegenüber. Es zeigt sich, wie wichtig der Blick über den Tellerrand ist, um das eine nicht mit dem anderen zu verwechseln. Vor allem, da es sich um jeweils andere Therapien handelt. Und bei jedem unserer therapierefraktären Patienten sollte man die extraösophageale Refluxkrankheit wenigstens im Hinterkopf behalten. Denn die zahlreichen Symptome überschneiden sich und zumindest für die extraösophageale Refluxkrankheit steht keine hinreichend effiziente Diagnostikmethode zur Verfügung.

Ganz gleich, wie gut oder schlecht, wie klinisch relevant oder unwichtig neue Fakten zur gastroösophagealen Refluxerkrankung auch sein mögen, sie alle tragen dazu bei, sich die Erkrankung ins Gedächtnis zu rufen. So kann selbst die schlechteste aller Studien bewirken, dass man sich mit den aktuellen Standards in Diagnostik und Therapie auseinandersetzt. Nichts ist schlimmer als veraltete Methoden unter der „Haben-wir-schon-immer-so-gemacht“-Prämisse. Wie bei jedem Krankheitsbild unterliegt auch die gastroösophageale Refluxerkrankung Neuerungen und neuen Erkenntnissen, die in die Behandlung unserer Patienten einfließen sollten.

So wird aus einem alten Hut ein neuer, dem Stiefkind der Gastroenterologie zu neuem Glanz verholfen und gleichzeitig sein Tod in den hintersten Schubladenecken verhindert.

Quelle:
Francis DO, Vaezi MF (2015): Should the reflex be reflux? Throat Symptoms and alternative explanations. CGH Journal 13(9):1560-1566.

Bildquelle: 3StepsCrew, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 08.10.2015.

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Gast
PPI reduziert nur die Azidität aber nicht den Reflux, das sollte man wissen. Was könnte da wohl "nachhaltig" sein? Die größte nicht medikamentöse Wirkung hat deutliche Gewichtsabnahme. Trotzdem wird dadurch nicht eine Zwerchfellücke geschlossen, nur rutscht der Magen(eingang) dann wieder etwas runter. Wenn man dann noch im Sitzen schläft, kann es deutlich besser werden. Allerdings gibt es auch Schlanke mit pathologischen Reflux. :-)
#3 am 08.10.2015 von Gast
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Quer Gedacht
Hallo Gast, das kann ich so nicht stehen lassen, auch wenn es jetzt wieder "Daumen runter" hagelt. Reflux ist auch ohne PPI oft nachhaltig behandelbar. Jedoch nicht von jetzt auf gleich und PPIs sind nicht abrupt abzusetzen.
#2 am 07.10.2015 von Quer Gedacht (Gast)
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Gast
der Reflux ist immer therapierefraktär, außer man entschließt sich endlich mal zu einer Op.
#1 am 02.10.2015 von Gast
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