Sozial verträgliches Frühableben

01.09.2015
Teilen

Jetzt ist es amtlich: Rauchen nützt der Gesellschaft. Eine Studie belegt, dass der frühere Tod von Rauchern die Rentenkassen und damit die Gesellschaft mehr entlastet, als die durch den Tabakkonsum verursachten Krankheiten den Sozialstaat kosten.

Es steht außer Frage, dass die durch Rauchen verursachten Krankheiten (Bronchialkarzinom, Atherosklerose, COPD etc.) das Gesundheitswesen und damit indirekt die Gesellschaft durch Mehrkosten belasten. Genausowenig kann bezweifelt werden, dass Raucher statistisch gesehen früher sterben als Nichtraucher, sodass sie auch weniger Altersruhegeld beziehen. Berthold Wigger und Florian Steidl vom Karlsruher Institut für Technologie haben jetzt in einer Studie diese Effekte gegengerechnet und kommen zu dem Schluss, dass die Einsparung bei den Rentenkassen größer ist als die Mehrkosten durch die erforderlichen medizinischen Behandlungen. Dabei ging es ausschließlich um die von der Allgemeinheit zu tragenden Kosten.

m_1441115931.jpg

Die Forscher ließen in Modellrechnungen einen theoretischen Nichtraucherstaat und die reale deutsche Gesellschaft des Jahres 2011 über einen Zyklus von 89 Jahren gegeneinander antreten und ermittelten, welche an Kosten und Einsparungen für die Gesamtheit dabei herauskamen. Ergebnis: Die rauchende Gesellschaft (30 % der Männer und 21 % der Frauen) ist um 36,4 Milliarden Euro günstiger für alle. Hinzu kommen noch 376 Milliarden staatliche Einnahmen aus der Tabaksteuer.

Fazit: Raucher praktizieren in vorbildlicher Weise das sozial verträgliche Frühableben. Es ist vielleicht zynisch, aber wir sollten sie daher nicht mit Verachtung strafen. ;-)

Quelle:

Die externen Kosten des Rauchens in Deutschland

Abbbildung: Yale Rosen / Wikipedia

Bildquelle (Außenseite): kenji aryan, flickr

Bildquelle: Lewis Hine / Wikipedia

Artikel letztmalig aktualisiert am 23.09.2015.

112 Wertungen (4.79 ø)
9180 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Gast
In der Überschrift ist ein schwerwiegender Schreibfehler gleich im ersten Satz, es muss heißen: "Rauchen SCHADET der Gesellschaft"
#21 am 10.09.2015 von Gast
  2
Das heisst, dass ich mehr Rente kriege wenn mehr geraucht wird? Aha, dafür könnte man fast das tägliche Angepafftwerden tolerieren, oder dass zB. Schwerbehinderte sich nicht setzen können weil die Qualmer, die meistens alleine auf der Welt sind, die Plätze an der Bushaltestelle besonders bei Regen so gerne in Beschlag nehmen... die sterben dann auch früher, Steuer kassiert der Staat ohnehin, und die Gesellschaft spart. Prima! Der Weg zur Lunge muss schliesslich geteert werden, damit der Krebs nicht stolpert.
#20 am 08.09.2015 von Silvia Hain (Heilpraktikerin)
  0
Gast
Die Belastung der Sozialkassen wird gerne als Argument für die Existenz und/oder Erhöhung der Tabaksteuer herangezogen. Aufgrund der Milliarden Einnahmen aus der Tabak- und Alkoholsteuer hat der Staat kein echtes Interesse daran, dass wir alle Nichtraucher und Abstinenzler werden. Diese Studie belegt, dass das Hauptargument für diese Steuereinnahmen schlicht staatliche Geldgier ist.
#19 am 06.09.2015 von Gast
  0
Dr. Stefan Graf
@#16+17: sehr richtig - und die Entsorgung der Kippen, die 99% der Raucher wie selbstverständlich auf den Boden schmeißen - egal ob auf der Straße (auch das Ausleeren der Autoaschenbecher ist hier beliebt), in Grünanlagen, besonders gern im Bereich von Sitzbänken (widerlich!), kostet viel, das in die Studie miteingehen müsste. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Waldbränden, die auch im heißen Sommer 2015 durch glühende Zigaretten entfacht wurden. Die Studie hat keine Aussagekraft und lenkt die Diskussion um das Rauchen in eine völlig falsche Richtung.
#18 am 06.09.2015 von Dr. Stefan Graf (Gast)
  0
Gast
Eigentlich übernimmt der nicht mehr im Arbeitsprozess stehende Rentner sehr wichtige soziale Aufgaben, z. B Unterstützung der eigenen Kinder durch Betreuung der Enkelkinder usw.. Der gesellschaftliche Wert ist also komplexer zu sehen. Raucher schädigen auch die Gesundheit der Umgebung. Also gehören auch sehr viel Behandlungskosten der Nichtraucher auf das Konto der Raucher.
#17 am 05.09.2015 von Gast
  0
Die Luftverschmutzung durch Zigarettenqualm ist ja nur eine traurige Seite der Ökobilanz. Gewässerverschmutzung durch Kippen und Zigarettenfilter scheint ebenfalls nicht unerheblich zu sein: https://pagewizz.com/zigarettenkippen-vergiften-gewasser-32574/ Quelle: Thomas E. Novotny, Sarah N Hardin, Lynn R. Hovda, Dale J. Novotny, Mary Kay Mclean, Safdar Khan: Tobacco and cigarette butt consumption in humans and animals. Tobacco Control 2011; 20 (Suppl. 1): pp 17-20 Link zur Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3088460/
#16 am 04.09.2015 von Dr. rer. nat. Jürgen Boxberger (Biologe)
  0
Dr. Stefan Graf
@ #12: 40 Jahre Rauchen und kerngesund = typischer Spruch der unbedarften Besserwisser! Nach 40 Jahren Rauchen sind Sie nicht kengesund. Ich empfehle Ihnen folgende Studie: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26098755 http://www.srf.ch/gesundheit/koerper/viele-r Wenn Sie erst etwas merken, ist bereits über ein Viertel Ihres Lungengewebes futsch und die COPD lässt auf sich warten. Und auch dem nicht ohne Häme von vielen uneinsichtigen Rauchern stets als Alibi hochgehaltenen Helmut Schmidt blieb sein Raucherbein nicht erspart Ihr Rechtfertigung, Gast #12, mit den Kosten durch die "fette Gesellschaft" ist ebenso typisch. Fakt aber ist: Es gibt kein "Passiv-Essen". Aber die Schädigung der Mitmenschen rechtfertigen Raucher ja ebenso störrisch mit der Luftverschmutzung durch Autoabgase, was aber völlig am Thema vorbeigeht. Bevor Sie, Gast #12, hier mit Ihrer Rauchergesundheit protzen, sollten Sie sich besser informieren und dankbar sein, sich noch gesund zu FÜHLEN.
#15 am 04.09.2015 von Dr. Stefan Graf (Gast)
  0
Gast
Der Link in der Quellenangabe führt zur Publikation.
#14 am 03.09.2015 von Gast
  0
Welcher der bisherigen Kommentatoren hat die ursprüngliche "Studie" überhaupt gelesen und inhaltlich nachvollzogen??? Ansonsten wird hier nur unnötig "Tinte" verspritzt.
#13 am 03.09.2015 von Jürgen Wolf (Arzt)
  0
Gast
Ich jedenfalls rauche gerne und das seit vierzig Jahren, bin kerngesund. Man sollte mal gegenrechnen, was die ganze fette Gesellschaft kostet.
#12 am 03.09.2015 von Gast
  10
Gast
Ich würde mal schätzen, wenn man diese Studie an die große Glocke hängt bekehrt das mehr Menschen zum nicht rauchen als jeder noch so gut gemeinte ärztliche Rat.
#11 am 03.09.2015 von Gast
  0
Urodoc
Aus welchem Grund die Studie iniziiert wurde, weiß ich nicht. Sie macht aber einen validen Eindruck. Dass andere Studien zu einem gegenteiligen Ergebnis kommen, liegt laut Autoren daran, dass diese diese Brutorechnungen anstellen, während diese Untersuchung die Nettokosten berücksichtigt. Wer beispielsweise mit 70 Jahren an den Folgen des Rauchens stirbt, kann mit 80 nicht mehr an einem Darmkrebs erkranken. Dass diese Studie der Tabakindustrie in die Hände spielt glaube ich nicht, da sie die gesundgheitlichen Schäden des Rauchens ja nicht verneint. Weder die Studie, noch dieser Beitrag sollen Werbung für das Rauchen sein. Lediglich das Kostenargument zieht eben nicht.
#10 am 03.09.2015 von Urodoc (Gast)
  1
DocDriver
Und da die Forscher auch Raucher waren, sind sie auch schon von uns gegangen ***
#9 am 03.09.2015 von DocDriver (Gast)
  2
Ist ja interessant. Natürlich kommen sofort auch Gegenstimmen. Für mich ist es unmöglich, zu entscheiden, wer richtig gerechnet hat. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Krankheitskosten überwiegen. Die Studie kommt zum gegenteiligen Ergebnis. Daraus folgert Gast 6, dass die "Anfänger die Krankheitskosten" zu niedrig eingeschätzt haben. Ich habe keine Ahnung, wie hoch die im Schnitt sind. Vielleicht wissen das die Krankenkassen. Jedenfalls wäre im Artikel eine Angabe, womit die ungefähr gerechnet haben und ob das realistisch ist, schön. Ein weiterer Einwand, nämlich die Waisenrente (vermutlich vernachlässigbar, so früh sterben die Raucher ja nicht) und Witwenrente (das dürfte einiges sein), erscheint mir auch plausibel. Wurde das mit einberechnet? Wenn allerdings stimmt: "hinzu kommen noch 376·10⁹€ Tabaksteuer", dass also die Tabaksteuer bei der Gegenüberstellung (Raucher sind billiger) noch dazu kommt, wird es wirklich schwierig, das durch Krankheitskosten wieder "reinzuholen".
#8 am 03.09.2015 von Christian Becker (Apotheker)
  1
Gast
Lieber Urodoc, Sie haben offenbar die gleiche Meinung, dann sollten sie Studien zur Kenntnis nehmen, die das Gegenteil errechnen. Ungerecht ist es lediglich, dass der Staat die Tabaksteuer nicht zur Verbilligung der Krankenkasse rausrückt.
#7 am 02.09.2015 von Gast
  0
Gast
Die Anfänger haben die Krankheitskosten der Raucher viel zu niedrig eingeschätzt.
#6 am 02.09.2015 von Gast
  4
Dr. Stefan Graf
Womöglich sollen wir die Raucher obendrein noch dafür loben, dass sie auch das Leben ihres eigenen Nachwuchses und vieler Passivraucher verkürzen und dadurch weitere Kosten einsparen. Was für eine unsinnige Studie!
#5 am 02.09.2015 von Dr. Stefan Graf (Gast)
  2
Das hat mir ein internistischer Kollege schon Anfang 2000 gesagt... und nebst den Ersparnissen für Rentenkasse und Gesundheitssystem, bedenke man die Steuereinnahmen. ..
#4 am 02.09.2015 von B.A Cathrin Zajber (Pflegepädagogin)
  3
Gast
Aha. Ich frage mich bei solchen Studien immer zuerst, wer die Studie angeregt hat, wer sie finanziert hat, wo die Studienverfasser sonst noch so mitmachen oder mitmachen werden. Am Fuss des andernorts publizierten Textes steht ein dürrer Satz, der Beitrag sei unbeeinflusst von Interessen Dritter verfasst worden. Vielleicht tue ich den Studienverfassern mit meinem Misstrauen unrecht, aber so ist es eben: Die Tabakindustrie ist verlogen und hat jahrzehntelange und massiv betrogen und bestochen und gefälscht, und das vergisst man ihr nie, und so färbt ihr Verhalten eben auf alles ab, was zu ihren Gunsten geäußert wird.
#3 am 02.09.2015 von Gast
  2
Gast
Bin schon immer davon ausgegangen,dass die Raucher die Sozialkassen entlasten,zumal sie für ihre Sucht jede Menge zusätzlicher Steuern berappen müssen,ebenso die vielen vielen Alkoholiker,auch die werden nicht immer alt und so bekommen auch die nur kurze Renten.Und was die Witwen und Waisenrenten angeht,die werden eh nur unter Bedingungen ausgezahlt,da muss so ein Alki oder Qualmer schon sehr früh sterben.Aber das ist ja nicht der Fall. So hat die Allgemeinheit viel davon,wenn viele rauchen.Anders ist es auch gar nicht zu verstehen,dass es immer noch Zigarettenautomaten und Zigarettenwerbung gibt.Wollte man den Menschen nur gutes tun,müsste die Raucherei und die Sauferei drastisch eingeschränkt werden.Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
#2 am 02.09.2015 von Gast
  1
Gast
Dieser auch von der Tabakindustrie seit Jahrzehnten verbreitete Unsinn ist schon längst widerlegt: abgesehen davon, dass zahlreiche Raucher vor ihrem Ableben noch innerhalb weniger Monate extrem hohe Kosten verursachen, ist diese Rechnung selbst dann noch grob falsch, wenn man dies nicht berücksichtigt. Tatsächlich sterben nicht wenige Raucher viele Jahre vor dem Erreichen der Altersgrenze, was aber für die Rentenkassen alles andere als eine Entlastung darstellt: die weitaus meisten Todesfälle beenden nicht etwa den Bezug von Rente, sondern bedeuten, dass schon viele Jahre vor Erreichen der Altersgrenze Rente an die hinterbliebenen Ehefrauen oder Ehemänner, insbesondere auch an die hinterbliebenen Kinder bezahlt wird, sodass durchschnittlich gut und gerne 70 % der bis dahin erworbenen Rente Jahrzehnte lang an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird, ohne dass auch nur ein einziger Cent eingezahlt wird. Aus diesem Grunde sind solche »Nachrichten« schlicht unerträglicher Flachsinn!
#1 am 02.09.2015 von Gast
  23
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
„Das Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu machen.“ Und dazu gehört leider auch mehr...
Penisringe gibt es aus Leder, Latex, Gummi, Silikon, weichem Kunststoff, aber auch aus Metal und können je nachdem mehr...
Glaubt man der aktuellen Fernsehwerbung, dann scheint es für die moderne Frau kaum etwas Erstrebenswerteres zu geben, mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: