An einem Mittwoch auf Station

27.08.2015
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Andere Länder, andere Herausforderungen. Manche Probleme gibt es so nicht zuhause. Und zuweilen gibt es Überraschungen, wie gut sich etwas doch schlussendlich entwickeln kann.

Manche Tage scheinen ohne größere Katastrophen zuende zu gehen, zumindest, wenn man seelisch und handwerklich schon seit einer Weile im „Buschmodus“ funktioniert. Von zuhause aus betrachtet, wäre die Beurteilung vielleicht eine andere.

1. Eine junge Frau kommt mit schweren Bauchschmerzen, liegt stöhnend im Bett.  Ihr „Attendant“ (jeder Patient muss einen Begleiter mitbringen, der für ihn kocht, die Wäsche wäscht und ihn auch sonst versorgt) ist die magere, achtjährige Tochter, die den kleinen, zweijährigen Bruder im Tuch auf dem Rücken trägt.

Das Mädchen steht ratlos am Bett der Mutter. Sie haben nichts zu essen, die Küche ist schon geschlossen, wo man zur Not etwas bekommen könnte. Das Pflegepersonal meint, es sei wohl jemand losgeschickt von zuhause, um nach ihnen zu schauen. Die Wege sind weit in diesem Land. Auch die Kinder müssen fasten. Es sei denn, man plündert den eigenen Kühlschrank.

2. Ein Ziegenhirte ist von einer Hyäne angefallen worden, die ihm aus Unterarm und Bein handtellergroße, zum Glück nur oberflächliche Fetzen herausgerissen und mit ihren spitzen Zähnen mehrfach zugebissen hat. Nun kommt der Patient mit Wunden, die zehn Tage alt und teilweise schon verschorft, darunter aber teilweise auch wenig eitrig sind.

Bei der Versorgung dieser Wunden staune ich, wie wenig Schaden dabei entstanden ist, es haben sich keine Abszesse gebildet, auch die eitrigen Wunden sehen nach Reinigung bald sauber aus. Zum Glück kam rechtzeitig ein Dorfbewohner mit Speer zur Hilfe und hat das Tier erstochen. Insofern eigentlich gute Nachrichten an dieser Stelle...

Bildquelle (Außenseite): Arkangel, flickr, CC by-sa

Artikel letztmalig aktualisiert am 31.08.2015.

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#9 am 31.08.2015 von DocCheck News Redaktion (Mitarbeiter von DocCheck)
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mehr als traurig
„Buschmodus“ Auch die Kinder müssen fasten,auch wenig eitrig,oberflächliche Fetzen,ich glaub ich werd nicht mehr,muss mich nunmehr setzen.
#8 am 30.08.2015 von mehr als traurig (Gast)
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Gast
Auf welchem Niveau wird hier kommentiert? Traurig!
#7 am 30.08.2015 von Gast
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Gast
doccheck, zu #3 bitte haarstreubende Hitler/Auschwitz-Vergleiche einfach löschen
#6 am 29.08.2015 von Gast
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Gast
hallo, liebe Frau @Ute Bogatzki, wissen Sie nicht, dass es bei den "grünen" Naturschützern die schlimmsten Menschenfeinde gibt? Stichwort "Klimarettungswahn", koste es was es wolle, Lügen, dass sich die Balken biegen. Eine Hyäne kann locker einen Unterarm eines Erwachsenen mit Knochen durchknacken.
#5 am 29.08.2015 von Gast
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Sehr geehrter Gast, ich finde das sagt sich leicht wenn man bequem im Sessel sitzt und die Hyänen einem nur im Fernsehen einen Schrecken einjagen können :-)
#4 am 28.08.2015 von Ute Bogatzki (Heilpraktikerin)
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Gast
[Kommentar von der Redaktion entfernt.]
#3 am 28.08.2015 (editiert) von Gast
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Gast
@Gast: Auch Glück ist relativ. Aus der Sicht des betroffenen Menschen erscheint mir der Umstand, dass sein Dorfmitbewohner zur Hilfe kam, durchaus glücklich zu sein. Aus Sicht der Hyäne ... nun ja!
#2 am 28.08.2015 von Gast
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Gast
[Kommentar von der Redaktion entfernt.]
#1 am 28.08.2015 (editiert) von Gast
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