Gänsehaut- warum

16.08.2015
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Wem geht es nicht so, ein Musikstück an einer bestimmten Stelle, der Gruselfilm oder einfach mal so. Gänsehaut. Warum bekommen wir eigentlich Gänsehaut (landschaftlich: Hühnerhaut, Hinkelshaut, medizinisch: Piloerektion, lat.: cutis anserina), es ist doch so eine schein bar unnütze Erscheinung.

Wem geht es nicht so, ein Musikstück an einer bestimmten Stelle, der Gruselfilm oder einfach mal so. Gänsehaut. Gestern hatte ich die Diskussion mit der Partnerin, es sei doch ein Gefühl von Angst, das konnte ich nur vehemment verneinen. Es hat mich nicht schlafen lassen, die Frage, warum bekommen wir eigentlich Gänsehaut (landschaftlich: Hühnerhaut, Hinkelshaut, medizinisch: Piloerektion, lat.: cutis anserina), es ist doch so eine schein bar unnütze Erscheinung. Biomechanisch kann ich Sie erklären, bei Kälte (Zittern), Angst oder Erregung kommt es zu einer vom vegetativen Nervensystem gesteuerten Kontraktion des Haarbalgmuskels (lat. Musculus arrector pili), so dass sich der Haarfollikel über die Hautoberfläche erhebt und sich das Haar aufrichtet (medizinischer Fachbegriff Piloerektion). Dies diente zur Einschließung von mehr Luft zwischen den Haaren der Vorfahren des Menschen, von denen der Mensch die Reaktion „geerbt“ hat. An generell unbehaarten Hautflächen, wie Fußsohlen und Handflächen, entsteht keine Gänsehaut. Regionen mit selbst nur minimaler bzw. stark rudimentärer Behaarung dagegen zeigen bei entsprechenden Bedingungen durchaus diese sehr eindeutige Reaktion.
Gänsehaut kann auch im Rahmen der Totenstarre entstehen. Muskeln an jedem einzelnen Haar nahezu Ausnahmslos am ganzen Körper, hormongesteurte Auschüttung zur Aktivierung. Aber warum dieser Aufwand, was ist der Primärimpuls, welche Drüse und warum so Blitzartig. Im Internet bislang keine Anzwort, ein Mysterium. Ich bestand darauf, das es ein physiologischer Effekt ist und kein psychologischer; Was ist es denn nun. Ich empfinde ja keine Angst bei dem Musikstück und Fluchtgedanken, also bitte.
Bislang gibt es nur unbelegte Theorien, der Mechanismus zur Entwicklung der Gänsehaut ist als genetisches Rudiment zu betrachten. Funktion könnte die Reduzierung der Wärmeabgabe über die Haut und das Aufstellen der Haare als Drohgebärde sein. Beide Funktionen der Gänsehaut sind bei vielen Säugetieren (z.B. Hund) verwirklicht. Beim Musikhören eine Drohgebärde der Sympathie.

Es gebe verschiedene Theorien, die durchaus schlüssig klingen, aber nicht alle Fragen ausräumen. Bei einer, der sogenannten Peak-Arousal-These, stellen sich die Härchen im Nacken oder den Armen bei höchster Erregung auf. Das Problem: Sie passt nicht zu allen Basis-Emotionen.

Der zweiten These zufolge hören sich bestimmte Frequenzen oder Tonfolgen wie Schreie von Tierkindern an, die ihre Mutter verloren haben. Diese Laute verstärken das Trennungsgefühl, das Gefühl von sozialer Kälte, so die Überlegung. Die Reaktion auch auf nur emotional empfundene Kälte könnte also zur Gänsehaut führen.

Ich habe im Internet zu vielen Sprachen das Wort zur Erscheinung gefunden im Englischen (goose bumps), Italienischen (pelle d'oca), Russischen (гусиная кожа), Polnischen (gęsia skórka), Tschechischen (husí kůže), Dänischen (gåsehud), Lettischen (zosāda) und Ungarischen (libabőr).
In Frankreich (Chair de poule), Spanien (Piel de gallina), Rumänien (piele de găină) und in der Schweiz wird das Phänomen auch als Hühnerhaut bezeichnet. Wie wird es denn bei anderen ethnischen Gruppen ausgelöst, zeigt es ein Sympathiegefühl auch auf anderen.

Artikel letztmalig aktualisiert am 16.08.2015.

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