Nix von Dr. X

15.08.2015
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Manchmal hat ein Arzt beim Hausbesuch kein Btm-Rezept zur Hand, oder er hat die Rezepte nicht rechtzeitig nachbestellt, oder er hat wie im folgenden Fall gerade eine Praxis übernommen und die Erstanforderung bei der Bundesopiumstelle noch nicht eingereicht.

Dann darf er in diesen Ausnahmefällen ein Betäubungsmittel auf einem „normalen“ Rezept verordnen.
 
Das Procedere für diesen Fall ist eigentlich klar geregelt:
 

Anfang Juni hat Dr. X ein solches Notfall-Rezept ausgestellt und was soll ich sagen, nach nunmehr zehn Wochen warte ich immer noch auf das unverzüglich nachzureichende Btm-Rezept...

Vergessen haben kann er es eigentlich nicht, denn wir haben jede Woche in der Praxis angerufen, das Problem geschildert und den Arzt sprechen wollen. Jedes Mal wurden wir mit dem Hinweis, der Arzt sei gerade beschäftigt, rufe aber umgehend zurück, vertröstet.
 
Mehrmals war unser Bote persönlich in der Praxis und hat nach dem Rezept gefragt. Auch er wurde vertröstet.
 
Letzte Woche haben wir es mit einem Brief versucht – bis heute keine Reaktion.
Ganz ehrlich – so langsam bin ich gelinde gesagt etwas ungehalten! Es mag ja viele Gründe geben, warum sich die Auslieferung seiner Btm-Rezepte verzögert hat, aber dann melde ich mich wenigstens kurz und bitte weiter um Geduld.
 
Also, Dr. X, komm endlich in die Puschen! Sonst muss ich dich doch noch beim BfArM verpetzen.
 
Und wo ich gerade so darüber nachdenke:
Was passiert eigentlich, wenn ich nach elf oder zwölf Wochen das BtM-Rezept endlich zur Abrechnung einreichen kann, der Patient aber inzwischen verstorben ist?
 
Bildquelle (Außenseite): Richie Diesterheft, flickr / CC by-sa

Bildquelle: privat

Artikel letztmalig aktualisiert am 23.08.2015.

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Pharmazie
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Wir müssen immer Totenscheine im Notdienst ausfüllen die mangels Erben auch nie bezahlt werden.
#1 am 23.08.2015 von Cord Wilhelms (Arzt)
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