Fakelaki

07.08.2015
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...klingt irgendwie nach „Ferkelei“. Ist es auch, denn das griechische Wort für „kleiner Umschlag“ ist ein Synonym für die weit verbreitete Korruption speziell im griechischen Gesundheitswesen. Es folgt ein Interview mit unserem Bundesjustizminister Heiko Maas:

Herr Maas, haben wir auch in Deutschland ein Problem mit Fakelaki?

 
Maas:
Korruption im Gesundheitswesen beeinträchtigt den Wettbewerb, verteuert medizinische Leistungen und untergräbt das Vertrauen von Patienten in die Integrität heilberuflicher Entscheidungen.
 
Ein schönes Zitat aus Ihrem Gesetzesentwurf. Herr Maas, wieviele Ärzte, Apotheker, etc. sind denn tatsächlich korrupt?
 
Maas:
Die weit überwiegende Mehrzahl der Ärzte sowie sonstiger Erbringer von Gesundheitsleistungen sind ehrlich und setzten sich täglich für das Wohl ihrer Patienten ein.
 
Welche Schäden entstehen jährlich durch korruptives Verhalten im Gesundheitswesen?
 
Maas:
Konkrete Schadenshöhen sind nicht bekannt.
 
In Interviews mit Ihnen bringen Sie immer wieder eine Schadenshöhe von zehn Milliarden Euro ins Gespräch. Woher kommt diese Zahl?
 
Maas:
Es gibt Schätzungen...
 
Wo kommen diese Schätzungen denn her?
 
Maas:
Transparency International Deutschland e.V. geht von einer europaweiten Quote von 5,6 Prozent aus...
 
Und diese Quote haben Sie auf die Ausgaben der GKV heruntergebrochen?
 
Maas:
Ja.
 
Wie kommt Transparency denn auf diese Zahl?
 
Maas:
Transparency International Deutschland e. V. verweist in seinem Jahresbericht 2011 auf einen im Januar 2010 herausgegebenen Bericht des „European Healthcare Fraud & Corruption Network (EHFCN)“…
 
Herr Maas, was bedeutet FRAUD ?
 
Maas:
Bei „fraud (and error)“ allgemein, geht es um Verluste, die durch vorsätzlichen oder fahrlässigen Betrug oder sonstige Unregelmäßigkeiten verursacht wurden.
 
Wie hoch ist denn jetzt der Anteil der Korruption an „fraud and error“?
 
Maas:
Da müsste ich schätzen…
 
Aber in jedem Fall geht Korruption mit einem Vertrauensverlust in die von Korruption betroffenen Institutionen einher. Dies wiegt gerade im Gesundheitswesen besonders schwer, ohne dass sich die Auswirkungen konkret beziffern ließen.
 
Eine letzte Frage Herr Maas, wie viel sind zehn Prozent von einhundert?
 
Maas:
Schätzungsweise...
 
 
Natürlich habe ich mir das alles nur ausgedacht, aber die Fragen habe ich mir schon gestellt und die meisten Antworten habe ich hier gefunden.
 
Bildquelle (Außenseite): Images Money, flickr

Bildquelle: Digital Vision. / thinkstock

Artikel letztmalig aktualisiert am 25.08.2015.

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Gast
Ach wenn die sog. Korruption im Gesundheitswesen nur das einzige Problem der Gesundheits-Versorgung wäre ! Bezogen auf den ärztlichen Bereich gibt es gravierendere. Sie haben damit zu tun, dass Ärzte und Klinken das Gebot der "wirtschaftlichen" Diagnostik und Behandlung auf recht unterschiedliche Weise interpretieren und in der Praxis umsetzen... meint ein langjährig tätiger Vertrags (Kassen-) Arzt.
#9 am 25.08.2015 von Gast
  0
Gast
Ich sag einfach mal: Korruption gibt es immer und überall! Und dass das obige Fake ist, ist beim Überfliegen nicht ohne weiteres zu erkennen, da man mittlerweile den Politikern und grad dem Herrn Maas alles, aber auch alles zutrauen muss! Seien Sie mal froh, dass der Herr Maas das nicht liest, da wäre nämlich sofort der Bundesanwalt auf dem Plan, mit dem Herrn Maas ist möglicherweise nicht zu spaßen! Üble Nachrede könnte es heißen!
#8 am 13.08.2015 von Gast
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Natürlich ist das Interview gefaked, das steht doch genau so am Ende! Ich habe diesen Blogbeitrag geschrieben um aufzuzeigen, dass diese häufig genannten 10 Mrd. eben nicht nur auf Korruption beruhen, sondern ein geschätzter Betrag an "Schwund" durch unabsichtlichen/absichtlichen Betrug und auch Korruption darstellen. Davon ist aber in der ganzen medialen Berichterstattung zu dem Thema nie die Rede. Da heißt es einfach nur 10 Mrd. - alle Ärzte/Apotheker korrupt.
#7 am 12.08.2015 von Barbara Buschow (Selbstst. Apothekerin)
  0
Gast
Falls das Interview echt und nicht gefaked ist: Herr Maas wär grad der Kompetente um Stellung zu beziehen: Mitglied einer Partei, die mal einen Kanzler stellte, der den Russen Milliarden Schulden erlassen hat und irgendwann später im Gasgeschäft bei denen gelandet ist! Hieß irgendwie Gerd oder so? Korruption in der Politik gibt es ja gottseidank nicht!
#6 am 12.08.2015 von Gast
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Gast
Veränderungen im Gesundheitssystem könnte ich mir schon vorstellen. Irgendwann werden immer mehr Patienten finanziell überfordert sein. Bin gespannt wie lang das noch so funktioniert.
#5 am 12.08.2015 von Gast
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Na ja, Herr Maas. Dann sollte ein Bürgermeister Ihrer Partei nicht den Fauxpas begehen und seiner Einladung Getränkekarten für Spirituosen beifügen. Vor anstehenden Wahlen ist das im heißen Sommer durchaus eine erfrischend offenherzige Offerte. Aber wir san nicht beim Königlich Bayerischen Amtsgericht. Für Kinder- und Jugendliche scheint mit ein Freibierangebot auch aus medizinischen Gründen deplaziert zu sein.
#4 am 11.08.2015 von Dr. med. Martin P. Wedig (Arzt)
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Kleiner Tipp! Wer seinen Blutdruck bei dem momentan ziemlich schwülen Sommerwetter etwas anregen möchte, dem sei ein Blick in die Rechtskolumne der FAZ - unter dem schönen Titel "Fischer im Recht" - ans Herz gelegt. Auf eigene Gefahr natürlich. Unter dem Titel "Nieder mit der Ärzte-Korruption" macht sich der Protagonist gemein,...ich wollte schreiben, meint der Protagonist die Macht,...der Ärzte und des Gesundheitswesens werde missbraucht, also der Patient werde missbraucht, des Geldes wegen und sei viel zu vertrauensselig. Fischer will den Patienten rausholen aus dem System, wahrscheinlich mit dem Fischerschen Rettungsnetz aus dem See der Plage, frei nach Shakin Stevens, ich meine Shakespeare, William.
#3 am 11.08.2015 von Dr. Matthias Günther (Arzt)
  0
OK, mal Spaß beiseite. "Fischermanns Fritze" geht es wahrscheinlich weniger um die Beseitigung der Korruption, sondern seine Polemik zielt ganz unverblümt darauf ab, einen Keil zwischen Ärzte und Patienten zu schieben. Was abzulehnen ist. Wir Ärzte kriegen das nämlich notfalls auch alleine hin, mit dem Vertrauensverhältnis untergraben, dafür brauchen wir nicht die Hilfe eines dahergelaufenen Avocado diaboli, dem es offensichtlich - wie ein Kommentator schreibt - zu langweilig wird, sein Geld nur mit dem Versenden von Abmahnschreiben zu verdienen. Auf jeden Fall ein denkwürdiger Beitrag von Herrn Richter, ich meine Fischer. http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-08/aerzte-bestechung-korruption-pharmaindustrie
#2 am 11.08.2015 von Dr. Matthias Günther (Arzt)
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Gast
Mein allererster Job als Zahntechnikerin in einem Dentallabor war in den 1970iger Jahren.Der Laborchef zahlte 10 % seines Umsatzes an die ihm Aufträge gebenden Zahnärzte.Wenn er nicht mehr zahlte,bekam er auch keine Aufträge mehr.So einfach war das.Ich empfand das damals als junge Frau eine ganz grosse Schweinerei.Aber so war es eben................Hab das später nicht mehr erlebt oder auch nicht mehr mitgekriegt.
#1 am 11.08.2015 von Gast
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