Phimose: die Urologensicht

14.07.2015
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Der Blog-Beitrag "Bürokratischer Wahnsinn" hat eine heftige Diskussion zum Thema Sinn und Unsinn der Zirkumzision ausgelöst. Grundtenor der Kritiker ist, dass die bösen Urologen nur zum Messer greifen wollen. Deshalb hier die offiziellen Behandlungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU).

In den Kommentaren zu meinem letzten Blogbeitrag Bürokratischer Wahnsinn, in dem es eigentlich um Abrechnungsfragen geht, fand ein regelrechtes Urologen-Bashing statt. Überspitzt gesagt: Auf der einen Seite die unwissenden Urologen, die unter anderem aus Geldgier hemmungslos die Vorhaut entfernen, ohne an die schwerwiegenden Folgen zu denken, auf der anderen Seite die radikalen Beschneidungsgegner, die mit allen Mitteln eine Zirkumzision vermeiden wollen und darin einen Übergriff auf das Recht auf körperliche Unversehrtheit bei Kindern sehen und schwerwiegende Auswirkungen auf das Sexualleben fürchten.

Nun ist eine ambulante Zirkumzision bei gesezlich Krankenversicherten für den niedergelassenen Urologen bestenfalls kostendeckend, so dass man sich daran sicherlich keine goldene Nase verdienen kann. Doch man hat natürlich auch einen Versorgungsauftrag.

Aber sind wir Urologen wirklich so ignorant, wie unsere Kritiker uns vorwerfen?

Hier die an der offiziellen Leitlinie orientierten Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) für betroffene Patienten, wie man sie auf dem Urogenportal nachlesen kann:

„Vorhautverengung - was ist das?

Die Vorhaut sollte sich beim erwachsenen Mann im erigierten und nicht erigierten Zustand des Penis leicht und ohne Schmerzen komplett über die Eichel zurückziehen lassen. Ist dies nicht möglich spricht man von einer Vorhautverengung oder Phimose. Besteht eine Vorhautverengung sind zudem oftmals die Erektion des Gliedes oder der Geschlechtsverkehr mit Schmerzen verbunden.

Im frühen Säuglings- und Kindesalter ist die Verklebung der Vorhaut ein Normalbefund (Häufigkeit zum Zeitpunkt der Geburt 96%). Reifungsvorgänge bedingen eine Auflösung der physiologischen Vorhautverklebung und -enge bei der übergroßen Mehrzahl der Knaben im Alter von 3 bis 5 Jahren. 
Adhaesionen (Verklebungen) zwischen innerem Vorhautblatt und Eichel sind ebenso wie gelblich schimmernde Epithel-Talg-Retentionen ein vorübergehendes Entwicklungsphänomen.
Im Alter von 6-7 Jahren haben etwa 8% der Jungen noch eine zu enge Vorhaut.
Bei 16- bis 17-jährigen Jugendlichen liegt die Häufigkeit einer Phimose bei etwa 1%.
Mit zunehmenden Lebensalter sinkt somit die Häufigkeit einer Vorhautverengung.

Es sollte bei einem Säugling oder Kleinkind nie versucht werden, die Vorhaut gewaltsam zurückzuschieben. Es kann dabei zur Abschnürung der Eichel durch den engen Ring der Vorhaut kommen (sog. Paraphimose).

Ursachen der Vorhautverengung

Prinzipiell kann zwischen einer angeborenen und einer erworbenen Phimose unterschieden werden.

Angeboren (kongenitale) Phimose: 
Fortbestehen der angeborenen Verengung, die sich weder im Wachstumsverlauf, noch durch konservative Therapie (vollständig) zurückbildet. Die Gründe hierfür sind unbekannt.

Erworbene Phimose: 
Es handelt sich um eine narbige Fixierung der physiologischen Verengung infolge von lokalen Entzündungen oder nach Verletzungen durch einen gewaltsamen Retraktionsversuch (etwa 20% der erworbenen Phimosen). 
Weiterhin können typischerweise im Schulalter auftretende narbige Verengungen der Vorhaut durch eine Hauterkrankung wie z.B. Lichen sclerosus ursächlich sein. Der Lichen sclerosus ist multifaktoriell und auch teilweise genetisch bedingt. Auslöser können auch wiederholt auftretende  Entzündungen sein. 
Auch Patienten mit einem Diabetes mellitus können durch wiederkehrende Entzündungen der Vorhaut eine Phimose entwickeln.

Welche Anzeichen sprechen für eine Vorhautverengung?

Beim Erwachsenen

• Die Vorhaut kann beim erigiertem und nicht erigiertem Glied nicht vollständig zurückgezogen werden.

• Unter Erektionen oder dem Geschlechtsverkehr treten Schmerzen im Bereich der zu engen Vorhaut auf. 

Beim Kind

• Bei hochgradigen Verengungen kann beim Wasserlassen der Harnstrahl durch die verengte Vorhaut abgeschwächt oder verdreht sein.

• Die zu enge Vorhaut „balloniert“ sich während des Wasserlassen auf.

Bei Erwachsenen und Kindern

• Nach längerem Zurückstreifen einer zu engen Vorhaut über die Eichel zeigt sich ein ödematöser Schnürring (Paraphimose) welcher ein zurückziehen der Vorhaut über die Eichel unmöglich macht. Es handelt sich hierbei um einen urologischen Notfall.

Diagnose

Die Diagnose wird im Rahmen einer körperlichen Untersuchung durch den Urologen gestellt. Der Urologe überprüft hierbei, ob sich die Vorhaut ganz oder teilweise über die Eichel zurückschieben lässt und ob sich eventuell ein Schnürring bildet.

Findet sich ein Befund, der einer Behandlung bedarf, wird der Urologe die am besten geeigneten Behandlungsmöglichkeiten mit dem Patienten besprechen.

Behandlung

Die Therapieempfehlung richtete sich nach Alter des Patienten, Schwere und Entstehung der Phimose. Daher wird zwischen der Behandlungen von Kindern und der von Erwachsenen unterschieden. 

Behandlung bei Kinder:
Grundsätzlich bestehen hier die Möglichkeiten eines weiteren Abwartens (z.B. frühes Kindesalter) einer möglichen spontanen Rückbildung, einer Salbenbehandlung und einer Operation.
Es herrscht in den westeuropäischen Industrienationen Einigkeit darüber, dass ein eventueller Nutzen der prophylaktischen Beschneidung einen möglichen Schaden nicht derart überwiegt, dass ihre Durchführung empfohlen wird.  

Therapiebeginn:

Bei unkomplizierter Vorhautverengung ist der Beginn einer Therapie im Vorschulalter, bei Beschwerdefreiheit auch später, zu empfehlen.
Ziele der Behandlung sind die regelrechte Harnentleerung, problemlose Genitalhygiene sowie später eine unbeeinträchtigte sexuelle Funktion.  

Topische Therapie (Salbenbehandlung):

Die Behandlung besteht in einem zweimal täglichen Auftragen einer kortisonhaltigen Creme auf die Vorhaut über 4 (bis 8) Wochen. Nach 2 Wochen können die Eltern beginnen, die Vorhaut vorsichtig zurückzuschieben. Einrisse oder Verletzungen der Vorhaut sollten hierbei natürlich vermieden werden. 
Die anfängliche Erfolgsrate dieser Therapie ist mit 75% der Behandelten hoch; die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens ist jedoch ebenfalls hoch. Bei etwa 30% der behandelten Jungen ist der Therapieerfolg dennoch von Dauer. 

Operation der Vorhautverengung bei Kindern: 

Sollten die genannten Maßnahmen keinen Erfolg gehabt haben, besteht oft nur noch die Möglichkeit einer operativen Behandlung.
Gründe hierfür können z.B. starke Beeinträchtigungen des Harnstrahls (z.B. Ballonieren der Vorhaut während des Wasserlassens) und hierdurch bedingte wiederkehrende Harnwegsinfekte sein.
Weiterhin können beim älteren Kind die Unmöglichkeit bzw. Schmerzen beim Zurückziehen einer zu engen Vorhaut Gründe für eine Operation sein. 
Kontraindikationen, also Gründe welche gegen eine Operation zur Beschneidung beim Kind sprechen, sind Penisfehlbildungen, bei denen die Vorhaut als Material für eine plastische Korrektur erforderlich werden kann. 
Die Operation erfolgt bei Kindern meist immer in Vollnarkose. Die OP-Verfahren unterscheiden sich oft nicht wesentlichen von denen die beim Erwachsenen Anwendung finden. Diese sind im nachfolgenden Absatz geschildert. 

Behandlung beim Erwachsenen
Bei Männern liegen die Ursachen für eine Vorhautverengung meist in vorausgehenden entzündlichen Veränderungen, wie z.B. dem erwähnten
Lichen sclerosus oder Vernarbung nach wiederkehrenden Vorhautentzündungen. Auch Verletzungen, wie gewaltsame Retraktionsversuche, Einklemmung in den Reißverschluss und eine entstandene Paraphimose können einen bereits bestehenden Vorhautverengung verstärken und letztlich eine Operation unumgänglich machen. 
Bei Erwachsenen kann, im Gegensatz zu Kindern, auch ein Eingriff in Lokalanästhesie erwogen werden.
Verschiedene operative Therapieverfahren stehen sowohl für Kinder, als auch für Erwachsenen zur Verfügung:  

Unterschieden werden die komplette Vorhautentfernung sowie Verfahren, die eine Vorhautmanschette teilweise erhalten („sparsame oder plastische Zirkumzision“). 

Erweiterungsplastik / Vorhauterhaltende Verfahren 

Insgesamt stehen hier verschiedene operative Techniken zur Verfügung. Nachteilig kann bei diesen Verfahren das Risiko eines erneuten Auftretens der Vorhautverengung sein.
Ein Lichen sclerosus schließt vorhauterhaltende Verfahren wegen des erheblichen Rückfallrisikos aus.  

Radikale Circumcision 

Hierbei wird die gesamte Vorhaut über der Eichel entfernt. Die Eichel liegt dann frei und wird nicht mehr durch Haut bedeckt. Mit dieser Methode wird ein erneutes Auftreten einer Vorhautenge vermieden. 

Generelle Risiken und Komplikationen

Beschneidungen sind von alters her häufige und routinemäßig durchgeführte Eingriffe, die dennoch mit einer signifikanten Komplikationsrate behaftet sind.
Das kosmetische Erscheinungsbild (z.B. Asymmetrie, Länge des Vorhautrestes) unterliegt dem subjektiven Urteil und kann zu Nachoperationen führen.
Wundinfektion sowie Narbenbildung sind seltenere allgemeine Risiken. Die Nachblutungsrate wird auf 1- 6 % beziffert.
Eine narbige Verengung der Harnröhrenöffnung (Meatusstenose) kann v.a. im Zusammenhang mit einen Lichen sclerosus auftreten.
Die Möglichkeit einer mehr oder weniger ausgeprägten Sensibilitätsstörung der Eichel ist gegeben. Diese führt hinsichtlich des Sexuallebens jedoch nur in seltensten Fällen zu tatsächlichen Einschränkungen oder Beschwerden.”

Ich denke, dass sich hier eine differenzierte und wissenschaftlich fundierte Sichtweise wiederspiegelt, die über die simple Gleichung Phimose=Zirkumsision hinaus geht und auch konservative und vorhauterhaltende operative Verfahren umfasst. Aber das scheinen unsere Kritiker nicht wahrnehmen zu wollen. Letztlich lässt sich eine Beschneidung nicht immer vermeiden. Und man sollte bei entsprechender Indikation auch den Wunsch eines Patienten oder der Sorgeberechtigten respektieren, wenn diese sich nach einer ausführlichen Aufklärung, wie sie der Gesetzgeber vor jedem operativen Eingriff fordert, für eine radikale Zirkumzision entscheiden.

 

Bildquelle: Andrew1985 / Wikipedia

Artikel letztmalig aktualisiert am 14.08.2015.

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Gast
@ #31: Zu viele Urologen? Obwohl die Hälfte der Bevölkerung Männer sind, gibt es erheblich mehr Gynäkologen, nämlich mit Stand vom 31.12.2014 laut Ärztestatistik 17.651, als (klassische "Männerärzte") Urologen, nämlich nur 5.635. Egal was die bürokratische Bedarfsplanung sagt, es gibt so gesehen eher eine Unterversorgung.
#39 am 25.11.2015 von Gast
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Is ja wahnsinn, wieviele Präputialspezialisten hier unterwegs sind und hier als Gast sich darüber auskotzen, dass alle Urologen geldgeile, dumme und ignorante Kinderverstümmler seien. Behalten Sie doch bitte einfach Ihre - ehrlich gesagt totalitäre - Meinung für sich, und leben Sie, wie es Ihnen gefällt. Lassen Sie aber auch andere leben, wie es Ihnen gefällt. Gehen Sie doch einfach nicht zum Urologen, wenn Sie Ihre Meinung zementiert haben. Schwarze Schafe gibt es überall. Sehen Sie nur in Ihre eigenen Reihen. Aber in der Anonymität des www lässt sichs halt vortrefflich diffamieren und verallgemeinern. UNd jetzt warte ich schon sehnsüchtig auf Ihren shitstorm! :-) In diesem Sinne, los gehts...
#38 am 09.11.2015 von Florian Hirsche (Arzt)
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Gast
„Im Medizinstudium erfährt man nicht, wozu die Vorhaut da ist, und in der Facharztausbildung lernt man nur, wie man sie abschneidet.“ -- Wohl in der Anatomievorlesung nicht aufgepasst.
#37 am 14.08.2015 von Gast
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Gast
„Im Medizinstudium erfährt man nicht, wozu die Vorhaut da ist, und in der Facharztausbildung lernt man nur, wie man sie abschneidet.“ So Dr. Kolja Eckert, Oberarzt Klinikum Essen im aktuellen Artikel zu Beschneidung in Medscape. Das scheint in der Urologie auch ein Problem darzustellen. Wie sonst ist zu erklären, dass man dort weder über Spätfolgen noch über Methoden zur Linderung der Schäden ("Wiederherstellung") informiert ist?
#36 am 10.08.2015 von Gast
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Belasternchen
Unterhält man sich mit Frauen die aus beschneidungsfreundlichen Kulturen stammen, so bekommt man oft hinter vorgehaltener Hand zur Antwort, das der Mann Probleme hat oder die Frau oder beide, doch darüber wird nicht in der Öffentlichkeit gesprochen. Es ist ein Tabu über das man nicht spricht. Denn es ist Tradition und es darf sich niemand beschweren, und weil es nicht verkehrt zu sein hat, macht man das halt weiter. Der Kreislauf muss durchbrochen werden und wer dann darauf steht, kann das ja in einem Alter nachholen, so mit 18 Jahren
#35 am 21.07.2015 von Belasternchen (Gast)
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Belasternchen
Früher galt der Blindarm als überflüssig heute weiss man Zitat:"3 Funktion Bei Pflanzenfressern (Herbivoren) ist das Caecum länger ausgeprägt als bei Fleischfressern (Carnivoren). Bei reinen Carnivoren kann es ganz fehlen. Der Blinddarm scheint deshalb eine Rolle für die Verdauung faserreicher Nahrungsbestandteile zu spielen. Darüber hinaus dient er als Reservoir für die bakterielle Besiedelung des Dickdarms. Sein lymphatisches Gewebe macht ihn zu einem wichtigen Teil des gastrointestinalen Immunsystems." http://flexikon.doccheck.com/de/Caecum Wir haben also dazu gelernt ;) Der Blinddarm ist nicht unnütz, er dient sogar dem Immunsystem, - Die Vorhaut ist nicht unnütz sie dient der Stimulation und der Gefühle beim GV - nur diese Erkenntnis müssen Mediziner noch lernen. ;) Klar kann man ohne beidem leben. Doch der Sex ist für viele besser mit Vorhaut.
#34 am 21.07.2015 von Belasternchen (Gast)
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Belasternchen
Desweiternen lege ich jedem Arzt das Buch ans Herz: "ENT-HÜLLT! DIE BESCHNEIDUNG VON JUNGEN - NUR EIN KLEINER SCHNITT? - Betroffene packen aus über - Schmerzen - Verlust - Scham Clemens Bergner Gesundheit, Familie, Lebenshilfe In diesem Buch kommen erstmals in deutscher Sprache Betroffene zu Wort, deren Vorhaut "beschnitten", also amputiert wurde. Sie sprechen offen und ehrlich über die negativen Folgen, unter denen sie leiden. Folgen, die sie sowohl körperlich, als auch seelisch und sexuell beeinträchtigen. Dabei kommen nicht nur die direkt betroffenen Männer zu Wort, sondern auch indirekt Betroffene, wie z. B. Sexualpartner/innen und Eltern. Ein wichtiger Beitrag zu einer noch immer unterdrückten Debatte." https://tredition.de/publish-books/?Customer%2FProductDetail.aspx%3FPageMethod%3DOpenBook%26creationId%3D44889%26title%26fb_action_ids%3D1632572950359760%26fb_action_types%3Dog.recommends
#33 am 21.07.2015 von Belasternchen (Gast)
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Belasternchen
Neue Seite altes Thema neues Glück? Traurig, das Urologen es nötig haben das Thema nochmal neu zu machen weil ihnen der alte Strang nicht gefallen hat. Wie dem auch sei, auch hier sei gesagt, das Beschneidung nicht harmlos ist, das die fehlende Gleitfunktion schmerzen beim Partner verursachen kann und die Vorhaut selber ein wichtiges Organ darstellt da in dem Gewebe viel mehr Nervenenden enthalten sind als in der Eichel. Auch in diesem Strang, kann das nicht weg diskutiert werden.
#32 am 21.07.2015 von Belasternchen (Gast)
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Rerun
Und zum Thema "Gerade kostendeckend": Ein fehlender Kostendeckungsbeitrag kann schon schmerzhaft genug sein. Der aktuelle Ärzteatlas zeigt eine urologische Überversorgung von 136 % auf. Da kann man wahrscheinlich trefflich drüber diskutieren, aber nichtsdestotrotz leistet jede Beschneidung auch wenn sie gerade kostendeckend ist, einen Deckungsbeitrag zur Deckung der ärztlichen Fixkosten. http://www.rp-online.de/wirtschaft/aok-zu-viele-chirurgen-und-urologen-aid-1.5242350
#31 am 18.07.2015 von Rerun (Gast)
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Rerun
Und wer mal gesehen hat, welche Folgen ein Blinddarmdurchbruch hat, wird natürlich bei eine Blinddarmreizung sofort zum Skalpell greifen und bei einer Halsentzündung umgehend die Mandeln entfernen. Ein Pädiater der nicht zwischen einem meist harmlosen Zustand, der meist völlig beschwerdefrei verläuft, und einer eher seltenen möglichen pathologischen Folge unterscheiden kann, sollte sich vielleicht doch noch einmal etwas fortbilden lassen.
#30 am 17.07.2015 von Rerun (Gast)
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Gast
Das es Indikationen gibt, die eine Zirkumzision erfordern, daran gibt es sicher keinen Zweifel. Ich sehe mich nicht als "Beschneidungsgegner" sondern als Aufklärungsbefürworter. Wenn ALLE Urologen über die Möglichkeiten einer Phimosetherapie und den möglichen Folgen einer Zirkumzision vollständig auklären und diese nicht mehr verharmlosen würden, dann würde es diese Diskussion hier gar nicht geben.
#29 am 16.07.2015 von Gast
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Gast
@#23: Sie verwechseln Symptom und Indikation. Nicht jede Vorhautverengung, die mit Ballonieren einhergeht, ist gleich eine hochgradige, narbige Präputialstenose mit gravierenden, obstruktiven Miktionsbeschwerden. Es dürfte sich in der Regel schlicht um die allmähliche Lösung der Präputialsynechien handeln. Erkrankungen verlaufen überdies in Stadien. Im fortgeschrittenen Alter wird eine beginnende Prostatahyperplasie mit nachlassendem Uroflow auch nicht sofort mit einer Enukleation oder gar Prostatektomie beantwortet.
#28 am 16.07.2015 von Gast
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Gast
Kann es sein, dass hier versucht wird, argumentativ zu retten, was noch zu retten ist? Niemand der bösen, bösen "Beschneidungsgegner" erwartet, ein Kind leiden zu lassen, koste es, was es wolle. Es geht einzig und allein darum, ANGEMESSEN zu behandeln. Und dies bedeutet, nicht sofort zu amputieren, sondern möglichst schonend und mit so wenig Gewebsverlust wie möglich zu therapieren. - Abwarten - Kortison- oder hormonhaltige Salben - Vorhautplastik - Zirkumzision. Ist das tatsächlich so schwer zu verstehen?
#27 am 16.07.2015 von Gast
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Gast
Mit derartigen Extrembeispielen, deren operative Behandlung ja niemand in Zweifel zieht, käme niemals eine ca 10%-Quote bei KINDERN zustande. Ich kenne unzählige als Kind Betroffene, darunter kein einziger Diabetiker, noch Fälle extremer Entzündungen oder Vernarbungen. Um derartige Fälle geht es.
#26 am 16.07.2015 von Gast
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Hausarzt
Wenn eine hochgradige Phimose zur Harnstauung geführt hat, ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Sowohl Eltern als auch erwachsene Männer neigen leider häufig dazu, eine (wie auch immer geartete) Behandlung aus Unwissenheit, Nachlässigkeit oder falscher Scham zu verschleppen. Bei z.B. einer narbigen Phimose eines Diabetikers, die wiederholt Entzündungen und/oder Einrisse durchgemacht hat, kann mit einer Salbenbehandlung und Dehnung nichts mehr erreichen. Da hilft nur noch eine OP.
#25 am 16.07.2015 von Hausarzt (Gast)
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Gast
Ballonieren führt keineswegs zwingend dazu, dass der Urin nicht voll abfließt, und das wissen Sie. SIE sind doch Arzt! Helfen Sie bei Verdacht dem betreffenden Jungen natürlich und lassen Sie ihn mittels Salbe die wenigen mm erdehnen, die das Ballonieren behebt. Aber amputieren Sie nicht seine Vorhaut! Wissen Sie, wieviele cm Haut sich ein Erwachsener erdehnen muss, um die durch eine Vorhautamputationen zwimgend entstehenden Schäden wenigstens zu mindern?
#24 am 16.07.2015 von Gast
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Pädiater
@ #19: Wer einmal ein postrenales Nierenversagen aufgrund einer subvesikalen Obstruktion durch eine hochgradige Phimose bei einem Kind gesehen hat, der wird nicht mehr behaupten, das Ballonieren der Vorhaut sein Teil einer normalen Entwicklung.
#23 am 16.07.2015 von Pädiater (Gast)
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Edward von Roy
[Korrektur; zur WHO-Klassifikation innerhalb von FGM Typ; Ia bzw. Ib sind: ] Was an männlichen Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen mit der verharmlosend Beschneidung genannten Amputation ausgeübt wird, entspricht mithin (sensitive Schädigung) nicht einer FGM Typ Ia, Klitorisvorhautamputation (removal of the clitoral hood or prepuce only), sondern einer Klitoris(teil)amputation, FGM Ib (removal of the clitoris with the prepuce). Edward von Roy, Dipl.-Sozialpädagoge (FH)
#22 am 16.07.2015 von Edward von Roy (Gast)
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Edward von Roy
Was an männlichen Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen mit der verharmlosend Beschneidung genannten Amputation ausgeübt wird, entspricht mithin (sensitive Schädigung) nicht einer FGM Typ Ib Klitorisvorhautamputation, sondern einer Klitoris(teil)amputation, FGM Ia. Edward von Roy, Dipl.-Sozialpädagoge (FH)
#21 am 16.07.2015 von Edward von Roy (Gast)
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Edward von Roy
Angesichts der sehr hohen Zahl dem Jungen oder Mann der mit dem Präputium (ridged band d. i. das Gefurchte Band; Frenulares Delta; Frenulum) amputierten Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen, die in der Eichel bis auf die schmale Zone der Eichel zwischen Corona glandis (Eichelrand) und Sulcus coronarius (Penisfurche) eben naturgemäß so gut nicht vorhanden sind, ist es angemessen und mehr als überfällig, die Penisvorhaut im Hinblick auf ihre Sensitivität nicht mit der Klitorisvorhaut zu vergleichen, sondern mit der Klitoris selbst (richtigerweise sind hierzulande auch die geringsten Formen der weiblichen Genitalbeschneidung sprich Genitalverstümmelung verboten).
#20 am 16.07.2015 von Edward von Roy (Gast)
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Edward von Roy
Das immer wieder zitierte Aufblähen der Vorhaut (Ballonieren) ist grundsätzlich gerade keine Indikation zu einer Beschneidung, sondern für viele kleine Jungen eine vorübergehende Phase, in welcher bei noch bestehender Vorhautenge eine Vorhautablösung bereits eingesetzt hat.
#19 am 16.07.2015 von Edward von Roy (Gast)
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Edward von Roy
Cold und Taylor, welche die Innervation des Präputiums des Penis ausführlich untersuchten, erklärten: „Die Glans penis ist vorwiegend durch freie Nervenendigungen innerviert und besitzt hauptsächlich nur protopathische Sensibilität. Protopathische Sensibilität bezieht sich auf gröberen, schlecht lokalisierten Empfindungen (einschließlich Schmerz, einige Temperaturempfindungen und bestimmte Wahrnehmungen von mechanischem Kontakt). In der Glans penis sind nur wenig spezialisierte Nervenendigungen vorhanden, und diese finden sich hauptsächlich entlang der Eichelkranzes und des Frenulums. Im Gegensatz dazu hat das gefurchte Band der männlichen Vorhaut an der mukokutanen Grenze eine hohe Konzentration an spezialisierten Nervenendigungen.“ (Cold CJ, Taylor JR (1999). “The prepuce”. BJU Int 83 Suppl. 1: 34-44. PMID 10349413)
#18 am 16.07.2015 von Edward von Roy (Gast)
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Edward von Roy
Im Gegensatz zur Vorhaut besitzt die Eichel (Glans penis) fast ausschließlich nicht-spezialisierte, freie Nervenendigungen, sogenannte Nozizeptoren, die (eben protopathisch) nur grobe Reize wie etwa starken Druck oder hohe Temperatureize detektieren können, welche vom Gehirn als Schmerzen wahrgenommenen werden.
#17 am 16.07.2015 von Edward von Roy (Gast)
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Edward von Roy
Innervation Die Vorhaut ist reich an spezialisierten Nervenendigungen und spezialisiertem erogenem Gewebe. Diese spezialisierten Nervenendigungen umfassen: Meissner-Körperchen (detektieren leichteste Berührung sowie Druckänderung), Vater-Pacini-Körperchen (nehmen Vibration wahr), Ruffini-Körperchen (detektieren Dehnungsreize) und Merkel-Zellen (dienen der Detektion von Druck und Vibrationen und sind verantwortlich für die Tastempfindung).
#16 am 16.07.2015 von Edward von Roy (Gast)
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Edward von Roy
Ein bisschen Anatomie Im Alter von 4 Jahren haben erst 17 % der Jungen eine komplett zurückziehbare Vorhaut (Kayaba H, Tamura H, Kitajima S, et al. Analysis of shape and retractability of the prepuce in 603 Japanese boys. J Urol 1996; 156 (5) :1813-5). Mit Einsetzen des Schulalters im Alter von 6-7 Jahren haben nur 23% Jungen eine komplett zurückziehbare Vorhaut (Øster J. Further Fate of the Foreskin: Incidence of Preputial Adhesions, Phimosis, and Smegma among Danish Schoolboys. Arch Dis Child, April 1968. p. 200-202). Im Alter von 10 Jahren können noch rund 50-60 % der Jungen ihre Vorhaut nur teilweise oder überhaupt nicht zurückziehen (vgl. bei DOC – Doctors Opposing Circumcision: ” the mean age of first foreskin retraction is 10.4 years in Denmark”). Was nichts anderes bedeutet, als dass die Hälfte der Jungen (50 %) erst jenseits der 10,4 Jahre (zehn Komma vier!) eine gänzlich retraktierbare Vorhaut besitzt. Völlig altersgemäß.
#15 am 16.07.2015 von Edward von Roy (Gast)
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4/4 Hier wird als klares Ziel definiert, junge „internetaffine“ Eltern zu beeinflussen und im Hinblick auf die Zirkumzision ihrer Söhne „auf Linie“ zu bringen. Warum? Für einen Eingriff, der bestenfalls kostendeckend ist? Die Urologie wäre gut beraten, Kritik ernst zu nehmen und weniger im Sinne eigener Interessen, sondern vor allem im Sinne der Patienten zu handeln. Andernfalls wird das von Ihnen so bezeichnete „Urologen-Bashing“, welches in Wirklichkeit den Unmut unzufriedener Patienten darstellt, sicher nicht aufhören.
#14 am 16.07.2015 von Paul Decker (Nichtmedizinische Berufe)
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3/4 Warum wird hier bewusst einseitig informiert? Entspricht dies der Vorstellung der DGU von umfassender Patientenaufklärung? Ein weiterer, deutlicher Hinweis darauf, dass die Urologen sehr wohl ein wirtschaftliches Interesse an der Zirkumzision haben, ist auf der Seite des Urologenkongresses zu finden: http://www.dgu-kongress.de/ Zitat: „Stillschweigend zu akzeptieren, dass häufige kinderurologische Eingriffe wie die Orchidopexie und die Zirkumzision fachfremd erfolgen, kommt einer freiwilligen Amputation unseres Faches gleich. […]Unser Ziel muss es sein, kinderurologische Schwerpunktkliniken und -praxen zu etablieren, die das gesamte Spektrum der Versorgung anbieten […]Flankierend werden wir mit Aktivitäten in den sozialen Netzwerken die vornehmlich jungen und damit internetaffinen Eltern über die häufigen kinderurologischen Erkrankungen und die Urologen als Ansprechpartner informieren.“
#13 am 16.07.2015 von Paul Decker (Nichtmedizinische Berufe)
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2/4 Dies ist der einzige (!) Hinweis, den die DGU im Hinblick auf die Auswirkungen der Zirkumzision auf das Liebesleben nennt. Weder wird die hohe Nervendichte der inneren Vorhaut erwähnt noch ihre generelle sexuelle Funktion. Ebenso kein Hinweis darauf dass es zuhauf Männer gibt, welche eben nicht von verstärkten Höhepunkten und vermehrter Ausdauer, sondern von Missempfinden, ausbleibenden Orgasmen und Problemen mit der als viel zu langen „Zwangs-„Ausdauer sprechen. Im Gegenteil: Auf der genannten Seite steht weiterhin: „Mittel- und Langfristig sollten keine Veränderungen der Empfindsamkeit der Eichel resultieren.“ Das ist definitiv falsch und durch zahlreiche Studien abgesichert: Durch die fortschreitende Keratinisierung MUSS es zu einer Einschränkung im Empfindungsvermögen kommen. Wie stark sich diese auf die einzelnen Patienten auswirkt, ist sicher individuell, doch diese Probleme völlig zu negieren ist geradezu fahrlässig.
#12 am 16.07.2015 von Paul Decker (Nichtmedizinische Berufe)
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Kommentar 1/4 Sehr geehrter Klempner, ich zitiere Sie: „Nun ist eine ambulante Zirkumzision bei gesezlich Krankenversicherten für den niedergelassenen Urologen bestenfalls kostendeckend, so dass man sich daran sicherlich keine goldene Nase verdienen kann. Doch man hat natürlich auch einen Versorgungsauftrag.“ Das stellt sich für mich die Frage: Warum wird ein Eingriff, der bestenfalls kostendecken funktioniert, so sehr beworben? Wie sehr die DGU auf die Amputation der Vorhaut fixiert ist, zeigt sie eindrucksvoll auf ihrem eigenen Webauftritt: http://www.urologenportal.de/beschneidung.html Ich zitiere auch hier: „Hat die Beschneidung Auswirkungen auf das Liebesleben? Manche Männer berichten über verstärkte Höhepunkte beim Geschlechtsverkehr (Orgasmen). Auch vermehrte Ausdauer beim Geschlechtsverkehr wird angegeben.‘“
#11 am 16.07.2015 von Paul Decker (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Wie wäre es, wenn beschwerdefreie Vorhautengen im vorpubertären Alter endlich nicht mehr pathologisiert sondern als entwicklungsphysiologisch normale Zustände betrachtet würden? Warum sollte ein Junge z.B. im Grundschulalter eine retrahierbare Vorhaut haben? Wer legt auf welcher wissenschaftlichen Basis hier Altersgrenzen fest?
#10 am 15.07.2015 von Gast
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Gast
Die DGU hat ja einen Flyer, "Starke Infos für Jungen" http://www.dgu.de/fileadmin/MDB/PDF/Jungenbroschuere.pdf , in dem zur Phimose das steht " Was ist, wenn du die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen über die Eichel zurückschieben kannst? Dann sprechen Urologen von einer Vorhautverengung oder Phimose, die mit einem kleinen, meist ambulant durchgeführten Eingriff, der sogenannten Beschneidung, behandelt wird. Dabei wird die Vorhaut ganz oder teilweise entfernt." kein salben, kein erweitern, nur eine Beschneidung hilft (damit da keiner auf die Idee kommt zu fragen?) Die gängige Praxis, wie Urologen ihre Patienten aufklären? Allen Eltern (und Jungs) kann ich den Flyer des BVKJ empfehlen http://www.kinderaerzte-im-netz.de/fileadmin/pdf/Broschueren_Dr._B._Stier/Bvkj-com-0161_Vorhautbrosch.pdf ,der lässt in meinen Augen keine Fragen offen, auch das die Vorhaut kein Fehler der Natur ist...
#9 am 15.07.2015 von Gast
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Gast
Alle Urologen verurteilen, bashen? Nein, es gibt durchaus verantwortungsbewußte, die eine Beschneidung nur als allerletzte Maßnahme sehen, die ihre Patienten über alle Möglichkeiten einer Phimosebehandlung aufklären und erst wenn Salben, erweitern, teilbeschneiden nicht helfen, zum letzten Mittel, der radikalen Zirkumzision greifen, und rituelle Beschneidungen an minderjährigen Knaben ablehnen. Und es gibt Urologen die sagen salben und dehnen, das helfe eh nie, erweitern gibt es nicht, auch keine verschiedenen Beschneidungsstile, das einzige was helfe sei eine radikale Beschneidung...Würden Urologen endlich einheitlich über ALLE Möglichkeiten einer Phimosetherapie mittels einheitlicher Aufklärungsbögen aufklären (auch wenn sie nicht alle Techniken beherrschen), könnten wir uns dann nicht auch dieses Theaterstück sparen?
#8 am 15.07.2015 von Gast
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Gast
Selbes Theater, neues Stück? Vom bürokratischen Wahnsinn, zum Medizinischen Irrsinn...Wobei, wenn das was auf dieser Seite der DGU steht, auch schon Kenntnisstand aller Urologen wäre...Vor ca. 2 Jahren war ich nochmal bei 4! Urologen, ob sich nicht doch noch was gegen meine Beschwerden machen ließe. Alle 4 habe ich gefragt, ob eine Phimose immer beschnitten werden muss wie bei mir (innere Vorhaut, Frenulum raus) oder ob es inzwischen andere OP Methoden gäbe, wo nur geweitet, nichts entfernt wird. 3 sagten, das muss und wird bei allen so wie bei mir gemacht, lediglich einer sagte, dass man auch nur die Engstelle aus dem Vorhautschlauch entfernen könne, aber es sei doch egal was und wieviel entfernt wird...Und ALLE 4 verneinten die Existenz von Erweiterungsplastiken, so etwas gäbe es nicht...
#7 am 15.07.2015 von Gast
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Gast
In Ihrem Fazit nennen Sie die Begriffe "Indikation" u. "Wunsch der Sorgeberechtigten" in einem Atemzug. Alles, was an medizinischen Eingriffen jedoch weniger als absolut indiziert ist u. wozu es minder invasive Alternativen gibt, verbietet sich aber, wenn es um den Körper eines nicht zustimmungsfähigen minderjährigen Menschen geht. Nur auf Wunsch der Eltern, ohne absolute Indikation, entnimmt hoffentlich auch kein Chirurg mehr die Mandeln bei einem Kind. Ausgerechnet beim Genital, also dem grundgesetzlich besonders geschützten Intimbereich, glauben Sie aber eine Ausnahme machen zu dürfen, sofern es sich um ein MÄNNLICHES Kind handelt. Ja sogar frei von jedweder Indikation werden deutsche Urologen gerne tätig, wie die positive Reaktion Ihrer Standesorganisation auf den Erlass des §1631d zeigt. Ganz im Gegensatz übrigens zu Ihren Kollegen in Schweden und Norwegen. Einzig dass auch andere, fachfremde Personen an Kinderpenissen schneiden dürfen ("Mohelklausel"), kritisieren Sie.
#6 am 15.07.2015 von Gast
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Tantejay
Vorschlag: Sind sie bereit zu einem offenen Gespräch? Kann ich ihnen anbieten (Tante Jay ist tatsächlich mein Blogname). Ein offenes Gespräch, frei von Bashing oder sonstigem - sondern einfach das Problem Zirkumzision offen besprechen. Wie, ist mir an der Stelle dann auch egal, das überlasse ich ihnen: Telefon, Mail, Skype...gibt ja viele Möglichkeiten.
#5 am 15.07.2015 von Tantejay (Gast)
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Tantejay
Sie orientieren sich an der Gairdner-Studie, die 1949 festgestellt haben will, dass im Alter von 5 Jahren bis zu 90% der Jungen eine frei reponierbare Vorhaut haben. Das ist, mit Verlaub, veraltetes Wissen und die Studie selbst ist NICHT aussagekräftig. Das Urologenportal verbreitet hier Falschinformationen. Der aktuelle Stand des Wissens ist, dass das durchschnittliche Alter einer frei reponierbaren Vorhaut bei 10,4 Jahren liegt. Wie wäre es mit einer Fortbildung? Es kann nicht sein, dass die Beschneidungszahlen in DE bis zu 10x höher sind als in Finnland.
#4 am 15.07.2015 von Tantejay (Gast)
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Gast
Woher wissen Sie, dass eine Vorhautamputation "nur in seltensten Fällen zu Beschwerden und Einschränkungen" führt? Wer erhebt denn Daten bei erwachsenen Männern über Spätfolgen? Welche Untersuchungen haben die deutschen Urologen dazu in letzter Zeit durchgeführt? Mit welchen Betroffenenorganisationen haben sie dazu von offizieller Seite Kontakt aufgenommen? Welche Behandlungsmöglichkeiten bieten Urologen erwachsenen Betroffenen, die mit Beschwerden bei ihnen vorstellig werden? Sind Urologen z.B. über Wiederherstellungsmaßnahmen wie in den USA übliche Dehnverfahren mit entsprechenden Geräten informiert und bieten dazu Begleitung an? Sie schreiben, manchmal seien Vorhautamputationen eben "unvermeidlich". Sprechen Sie da von der Quote in Deutschland, die ca. 10 mal so hoch wie z.B. in Finnland, Japan oder China ist? Welche Schlüsse ziehen Sie aus dieser vielfach höheren Quote in Deutschland? Werten Sie solche Fragen bereits als "radikal"?
#3 am 15.07.2015 von Gast
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Gast
Ja, wenn Ihr Berufsstand in der Praxis doch nur genauso verfahren würde. Leider weiß ich aus eigenem Erleben, dass genau dies nicht so ist. Vor einigen Jahren wurde ich mit meinem Sohn wegen einer - wie ich heute weiß - völlig harmlosen, weil entwicklungsbedingten, Vorhautverengung vorstellig. Die geradezu reflexhafte "Therapieempfehlung" Ihres Kollegen war: Zirkumzision. "Damit sind seine Probleme ein für alle Mal beseitigt!" war sein eindeutiger Rat. Ein Kinderurologe dagegen riet - fachlich korrekt - zur Kortisonsalbe. Anderes Thema: Ich habe mit inzwischen drei Urologen über meine eigene Beschneidung gesprochen. KEINER davon konnte sich auch nur vorstellen, dass ich damit ein Problem haben könnte. Noch nie habe man gehört, dass ein Mann damit nicht klar komme. Es ist leider überaus typisch, dass Probleme und Beschwerden mit der Zirkumzision nicht anerkannt bzw. marginalisiert werden. Warum?
#2 am 15.07.2015 von Gast
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Gast
"Die Möglichkeit einer mehr oder weniger ausgeprägten Sensibilitätsstörung der Eichel ist gegeben. Diese führt hinsichtlich des Sexuallebens jedoch nur in seltensten Fällen zu tatsächlichen Einschränkungen oder Beschwerden." Oh, nur von der Eichel wird gesprochen. Dass die Vorhaut selbst hoch sensible Teile (z.B. das gefurchte Band und das Frenulum) besitzt wird gar nicht erst erwähnt. Auch von der Gleitfunktion der Vorhaut lese ich dort nichts. Wenn man erstmal 50% seiner Penishaut verloren hat gleitet da nix mehr über den Eichelrand. Beim Sex kann das zu Problemen führen... http://www.cirp.org/pages/anat/ "The gliding mechanism is Nature's intended mechanism of intercourse. As such, it contributes greatly to sexual pleasure. Also, since more of the loose skin of the penis remains inside the vagina, the woman's natural lubrication is not drawn out to evaporate to a great extent, which makes sex easier without using artificial lubricants."
#1 am 15.07.2015 von Gast
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