Ein ab-getörnter Onkologe.

01.06.2015
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Der New Yorker Mediziner Leonard Saltz hat gestern zum Auftakt des Jahreskongresses der US-Onkologen einige bemerkenswerte Rechnungen aufgemacht. In seiner Keynote beklagte sich Saltz darüber, dass die neueste Generation immunonkologischer Medikamente die Krebstherapie auf Dauer unbezahlbar macht.

Am Beispiel der Kombination Nivolumab und dem anti–CTLA-4-Antikörper Ipilimumab rechnete der US-Onkologe vom Memorial Sloan Kettering Cancer Centre die Behandlung eines Melanom-Patienten mit einem Gewicht von 80 kg vor. Sie kostet rund 300.000 US$. Wenn alle Patienten mit Melanom-Metastasen in den USA nach diesem Schema behandelt würden, kämen satte 174 Milliarden (in Zahlen: 174.000.000.000) US$ auf das teuerste Gesundheitswesen der Welt zugerollt.

"Ipilimumab ist ungefähr 4.000mal so teuer wie Gold" erklärte Saltz den verdutzten Anwesenden auf der ASCO 2015 - während sich die Frage nach der Kosten-Nutzen-Relation der Therapie keineswegs eindeutig beantworten ließe. 

Der monklonale Antikörper sei aber nur eines von vielen Beispielen, so Saltz weiter, der mittlere Preis neuer Krebstherapien in den USA habe sich von 4.716 $ (2000-2004) auf 9.900 $ (2010-2014) erhöht. Diese Kostensteigerungen würden weder die Entwicklungskosten adäquat abbilden, noch würde sie Innovationen vorantreiben. 

Als weiteres Beispiel konstruierte der Onkologe den Fall einer Behandlung mit dem neuen PD-1-Inhibitor Pembrolizumab. Bei einer Dosis von 10 mg/kg bei einem 75 kg schweren Patienten würden ca. 83.500 $ pro Monat oder mehr als 1 Million $ Behandlungskosten pro Jahr zusammenkommen. 

"Die unbezahlbaren Kosten für Krebsmedikamente sind ein großes Problem. Und es ist unser Problem", erklärte er seinen Kollegen. Falls die Preise nicht deutlich sänken, müssen die Gesellschaft darüber diskutieren, welches finanzielle Limit man bei der Behandlung onkologischer Patienten einziehen wolle.

Saltz wörtlich: "Das wird eine sehr unangenehme Diskussion - aber es ist notwendig sie zu führen."

Der Onkologe hat bereits in der Vergangenheit auf die Kostenproblematik von Krebstherapien aufmerksam gemacht. 2012 sorgte seine Entscheidung für AufsehenAflibercept nicht am MSKCC einzusetzen, da die Kosten mehr als doppelt so hoch waren als die der Vergleichstherapie.

Nivolumab und Pembrolizumab sind zur Zeit in Deutschland noch nicht zugelassen. Mit der Zulassung beider Wirkstoffe ist jedoch noch 2015 zu rechnen. Die DGHO hat bereits NUB-Anträge für Nivolumab und Pembrolizumab gestellt. Die Kostendiskussion dürfte daher schon bald im deutschen Gesundheitswesen ankommen. 

Artikel letztmalig aktualisiert am 14.07.2015.

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Gast
Als Betroffener schicke ich Eines voraus: jeder von einer tödlichen Krankheit bedrohte Mensch sollte: sich für eine aus der Diagnose ergebende Therapieform entscheiden können und nur er/sie; keinem Lobbyisten aus Wirtschaft, Politik, Gesundheits- oder Religionswesen kommt Mitspracherecht zu die Möglichkeit haben, sich statt Therapie für eine für ihn und andere angemessene finale Alternative entscheiden zu können, die von den Kassen selbstverständlich getragen würde ( z.B. Kreuzfahrt, wobei es zu dem Problem kommen könnte, daß sich Kreuzfahrer nach dem Trip anders entscheidet – regelbar ) die Möglichkeit zum kassengetragenen begleiteten Suizid offenstehen. Würde der Diskurs offener und freier geführt werden – allerdings könnte sich auch kein Betroffener der gesellschaftlichen Relevanz dieses Themas entziehen – erschiene die finanziell/gesellschaftliche Bilanz dieses ethischen Problems weniger bedrohlich und abtörnender, der Austausch fände das nötige ästhetische Niveau und die Würde der Betroffenen erführe angemessene Beachtung, das gesellschaftliche Bewusstsein könnte wachsen und einige Probleme – auch finanzielle – wären Randerscheinungen. Statt dessen herrscht eine verlogene Moral, die Kraft, die stets das Blöde will und auch das Blöde schafft und wesentlich zur Verrohung des sozialen Umgangs in D beiträgt. In meinem Fall äußert sich das in der Form, daß ich genötigt werde eine immens teure Therapie ( Pembrolizumab ) - wenige verdienen viel – zu durchlaufen, obwohl ich bereit wäre, darauf zu verzichten, wenn mir das mir zustehende Krankengeld gezahlt und mein von mir aus begleiteter Suizid finanziert würde ( Kostensenkung liegt bei 80%, wenn nicht höher ). Mein Onkologe, mit der Problematik konfrontiert, hat sich köstlich amüsiert, die Apothekerin bangte um ihren Umsatz. Die Krankenkasse als eigentlicher Ursprung der Nötigung, im Sinne des `Sozialrechts`dienend, lauert im Hintergrund auf eine dumme zufällige Unregelmäßigkeit im stupiden AU-Nachweisgefüges, um mir die Unterstützung zu verwehren oder hinauszuzögern (vorgekommen ). Die Kostenfrage würde sich selbst relativieren, wenn nicht so viele klebrige Hände mitmischten, die korruptes Wollen als verantwortungsvolles Handeln verkaufen wollten, und sich die Freiheit, deren Eichmaß der Umgang mit dem Sterben und Tod ist, in diesem Land etablierte. Doch wird unter den momentanen gesellschaftlich-ethischen Umständen das leichte Sterben unmöglich, der Weg zum schönen Tod ( der Teufel der Euthanasie wird lobbyistisch-wirkungsvoll an die Wand gekreuzt ) zur Farce.
#22 am 11.02.2017 von Gast
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Gast
Als betroffener sehe ich das Problem- aber wenn viele noch nach Neuseeland jetten, SUV´s so gross wie Spähwagen fahren- was will ich das sagen--- Gerechtigkkeit wird es erst im Leben danch geben. -Und manch einer wird sich wundern wenn er merkt, dass es länger als das bisherige ist.
#21 am 15.12.2016 von Gast
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Gast
Als betroffene Krebspatientin bin ich über diese Kommentare von so überaus schlauen, nicht betroffenen, Menschen schockiert. Ich bin so unendlich dankbar, dass für mich Nivolumab zur Verfügung steht. Ich hänge so sehr am Leben und freue mich über jeden neuen Tag der mir durch Nivolumab geschenkt wird. Und sie alle da draussen, die meinen beurteilen zu können wie teuer ein lebensrettende bzw verlängertes Medikament sein darf, wünsche ich nur für ein paar Tage die unsägliche Qual der Todesangst und dann das wunderschönes Gefühl, wenn das Röntgenbild, nach Einnahme des ach so teuren Medikaments, einen Stillstand bzw. Rückgang der Tumore zeigt. Und dann, und wirklich erst dann, DÜRFEN Sie sich erst einen Kommentar bzw. eine Beurteilung erlauben. Vorher nicht!!!!!! Angelika Westphalen (58 Jahre alt und voller Freude am wundervollen Leben!!!!)
#20 am 14.12.2016 von Gast
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Gast
Die in #1 und #2 angeschnittene Frage wird man so nicht beantworten können. Denn sie ist immer an die Perspektive gebunden. Ist man gesund und das Thema Krankheit und Tod noch in weiter Ferne, neigt man schnell zur Vogelperspektive. Ist man hingegen selbst betroffen, greift man nach jedem Strohhalm, der sich bietet. Der Tod schließt nämlich grundsätzlich Rationalität aus. Ich möchte nicht derjenige sein, der seinen Patienten aus statistischen Gründen ein sozialverträgliches Ableben nahelegen muss. Es wäre ethisch unvertretbar und käme einer Euthanasie gleich, die Therapie nach verbleibender (Über-)Lebenszeit zu diskriminieren. Denn so gesehen ist jeder Tag unbezahlbar.
#19 am 16.03.2016 von Gast
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Apotheker
Sollte ein Hersteller sich entschließen ein Produkt nicht zu einem im jeweiligen Land vereinbarten Preis anbieten zu wollen könnte man einfach den Patentschutz für dieses Produkt im jeweiligen Land aufheben. Da es vom Originalhersteller nicht vertrieben wird entgehen ihm damit auch keine Gewinne. Dann dürfte sich recht schnell zeigen in welchen Bereichen die Kalkulation knapp ist und die Schmerzgrenze erreicht ist und wo noch viel Spielraum für rationalisierung ist.
#18 am 14.07.2015 von Apotheker (Gast)
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Apotheker
Eigentlich sind das ganze zwei Probleme, die es separat zu betrachten gilt: Einerseits die ethische Frage, die hier mehrmals gestellt wurde. Andererseits die Mondpreise, die für manche neue Therapieoption verlangt werden, und die in keinem Verhältnis zu den Entwicklungs- oder Produktionskosten stehen. Dies lässt sich ganz leicht an den Wachstumszahlen und Rekordgewinnen der entsprechenden Firmen sehen. Auf diesem Markt gibt es dank Patentschutz so gut wie keinen Preiskampf. Und während im Generikabereich Preiswettbewerbe um Centbeträge stattfinden und Patienten dank gesenkter Festbeträge immer mehr aufzahlen müssen werden in anderen Bereichen überteuerte Preise ohne viel Gegenwehr und mangels Alternativen gezahlt. Die sonst so forcierte Liberalisierung im Gesundheitswesen wäre hier ausnahmsweise der Bevölkerung und dem Sozialsystem zuträglich.
#17 am 14.07.2015 von Apotheker (Gast)
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Gast
"gesellschaftlich" ist die zunehmende "amerikanische" Dollarmentalität, z.Zt. mit den Geheimverhandlungen TTIP als vorbereitet Sturzflut in unser "System". Der 4000 mal höher Preis als pures Gold ist das Problem, das ist Erpressung. Die Entwicklung ist doch erkennbar, schon gibt es Firmen, die machen selbst "MRT-Schmerz.Messung", für ein paar läppische 1000 €., der Dr. ist nur noch lästig oder Mittel zum Zweck. Um den Patient geht es eher NICHT, lieber Herr @ Dr. med. Martin Lorenz
#16 am 05.06.2015 von Gast
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Das muss, wie schon gesagt wurde, gesellschaftlich entschieden werden. Daß Patienten tlw. jahrelang ihren Tumor mit hochpotenten neuen Medikamenten überleben können, ist sicher zu begrüßen. Die Frage ist, ob nicht ein Teil der Gewinne der Pharmaindustrie reinvestiert werden könnte, um auch ärmere Patienten behandeln zu können. Um auf Herrn Saltz zurückzukommen: das ist m.E. nicht der richtige Ansatz. Wenn mehrere hundert Millionen investiert werden für ein vollkommen sinnloses G7-Treffen, damit es allen dort in dem Schloß in Bayern gut geht, Dinge besprochen werden, die kein Mensch wissen muss, kann man auch das Geld dorthin schicken, wo es gebraucht wird.
#15 am 05.06.2015 von Dr. med. Martin Lorenz (Arzt)
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Was ist ein Patientenleben wert? In Amerika wird das ja rigoros bewertet, soweit ich weiß, mit "erwerbsfähigen Lebensjahren". Wir dürfen die beiden Gesundheitssysteme nicht vergleichen. Es trifft auch zu, was #6 sagte: es sind obszöne Preise für neue Tumormedikamente. Es trifft nicht zu, daß man differenzieren sollte, mit wieviel Geld man in Afrika soundsoviele Menschen retten könnte und hier mit teuren Therapien nur wenige. Natürlich kann man in Entwicklungsländern für nur relativ geringe Kosten viel bewirken. Diejenigen, die dabei über die "Klinge springen", sieht man selten in der Statistik. In den Industrieländern kommen immer teurere Medikamente zur Anwendung, aber ist das deshalb falsch? Sollen wir nach #10 verfahren und sagen, weil man in Afrika an Krebs verreckt, muss man das hierzulande auch? Also zurück zur Anfangsfrage: was ist ein Menschenleben wert?
#14 am 05.06.2015 von Dr. med. Martin Lorenz (Arzt)
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Dr. Florian Majer
Diese Diskussion muß gesamtgesellschaftlich geführt werden. Die Politik hat seit 2009, als "Lucentis vs. Avastin" die Gemüter erregte (1600€ für das neue Lucentis oder 40 mal teurer die Therapie mit Avasatin), nur das AMNOG-Verfahren als "Verzweiflungstat" geschaffen. Aber nicht nur in Deutschland, in der ganzen EU oder besser gleich auf dem G7-Treffen. Und so könnte man weltweit einen Kosten-Nutzen-Koeffizienten z.B. "progession free survival/cost" schaffen. Der jährlich überprüft wird usw. Wir leben nunmal in Zeiten der finanziellen Maßlosigkeit. "Früher" gab´s auch Pharmafirmen und konnten auch ohne "double digit growth" forschen und gedeihen (Bayer, Boehringer, Merck, Roche etc. pp.). Profit ist per se gut, Gier ist krank und macht krank!
#13 am 04.06.2015 von Dr. Florian Majer (Gast)
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Gast
Dann sollten Sie doch gleich die Koffer packen und nach Afrika fahren, hoch verehrter Herr@ Dr. med Herbert Hagen
#12 am 04.06.2015 von Gast
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Wer will die Abwägung treffen ein Tumorpatient in Deutschland lebt vielleicht 6 Monate länger oder mit dem gleichen Geld können in Zentralafrika 50.000 Kinder vor der Erblindung gerettet werden. Als jetzt Gesunder würde ich mich für die Kinder entscheiden. Was aber wenn ich selbst ein Tumorleiden habe?
#11 am 04.06.2015 von Dr. med Herbert Hagen (Arzt)
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Ethisch ist das Kostenproblem nicht zu beantworten. Der Betroffene und sein behandelnder Arzt werden immer die Wahl der bestmöglichen Therapie ohne Kosten/ Nutzenabwägung wünschen. Gerade deshalb ist es die Verantwortung der Politik Machbarkeitsgrenzen zu ziehen, die Betroffenen und Arzt von einer Wirtschaftlichkeitsdiskussion bei einer schwerwiegenden Erkrankung (c.P., Tumor) entlasten. Aber bitte mit weltpolitischen Blickwinkel. Wir können nicht in Deutschland über exorbitante Behandlungskosten bei fragwürdigem Nutzen diskutieren ohne zu Berücksichtigen dass in vielen armen Ländern auf dieser Welt das Geld fehlt um Kinder banalste Impfungen und Behandlungen im Centbereich zu finanzieren damit diese z.B. nicht erblinden.
#10 am 04.06.2015 von Dr. med Herbert Hagen (Arzt)
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Gast
Da muss ich mal die AXA fragen, bei mir kommt so was monoclonales infrage. Ob die mich dann rausschmeist aus der Krankenversicherung? Ich hab noch Familie und werde selbst von dieser dringend gebraucht.
#9 am 03.06.2015 von Gast
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Gast
Obwohl mit den exorbitant steigenden Krebsbehandlungskosten die Vorsorge (gerade in Bezug auf Melanome) ökonomisch immer interessanter wird: die Betriebswirte sollten sich wenigstens aus dem Gesundheitssektor raushalten, sie haben schon auf anderen Gebieten genügend Unsinn angerichtet!
#8 am 03.06.2015 von Gast
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UroDoc
Die Firmas Astellas hat die Frage nach dem Kostendruck in einem nicht-onkologischen Fall wie folgt gelöst: Da es bei den Preisverhandlungen im AMNOG-Prozess zu zu keiner Einigung gekommen ist, hat der Hersteller das Präparat einfach vom deutschen Markt zurückgezogen.
#7 am 03.06.2015 von UroDoc (Arzt)
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Gast
Viele Fragen, wenig Antworten - was sagt die Politik dazu?
#6 am 03.06.2015 von Gast
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Gleiche Diskussion wie kürzlich bei Sofosbuvir am Beispiel Hepatitis C. Die Diskussion ist reine Ethik & entsprechend heiß. Beim Sovaldi handelt es sich immerhin um eine kurative Behandlung. In der Onkologie dagegen oft um "palliative" Ansätze - einzelne Subgruppen mit speziellen Tumormutationen können enorm von einer Behandlung mit z.B. Ipilimumab profitieren - doch wer genau? Mittlerweile geht man davon aus, das jeder Patient eigene Tumormutationen hat, eine mögliche Lösung führt über eine exakte Diagnostik (des individuellen Patienten) und dann eine individuelle Therapie. Den Trend kann man zur Zeit gut in der "Immunonkologie" beobachten. Der Nachbau von Antikörpern ist machbar (Biosimilars) & möglich (aktuell bei Infliximab - Original: Remicade und den Bioidenticals Remsima & Inflectra. Die Zulassungshürden der EMA zeigen aber keinen Weg hoher Kostenreduktion, es handelt sich hier auch nicht um eine schnelle Lösung wie man an den Infliximab-Biosimilars sieht.
#5 am 03.06.2015 von Dr. Christian Beck (Apotheker)
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Klar sind oft Entwicklungs- und Zulassungskosten hoch, aber für neue - meist onkologische - Medikamente werden häufig obszöne Preise verlangt. Das weiß jeder, der einem Patienten schon mal "an einem Tag 25.000 EUR infundiert" hat. Dem kann nur durch gesetzliche Regelungen zur Preisfestlegung begegnet werden. Falls keine annähernd vernünftige Einigung bei den Preisverhandlungen erzielt werden kann, sollte halt einfach der Patentschutz aufgehoben werden und das Präparat zum Nachbau als Generikum freigegeben werden (was allerdings recht schwierig bei Antikörpern ist). Ist dann halt Pech für die Pharma-Firma und sollte zu vernünftigen Verhandlungen motivieren.
#4 am 02.06.2015 von Dr. med. Jan Schiefer (Arzt)
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Gast
Die Kommentare können nur von Leuten kommen, die sich nicht vorstellen können, wie es ist, Krebs zu haben. Ich habe ein Krebsleiden das laut Statistik eine Überlebenszeit von ca. 11 Monaten hat. Ich werde mit Chemo behandelt und lebe schon über 2 Jahre damit. Und ich lebe ganz gut und sehr gerne. Nach welcher Rechnung ist es gestattet zu leben oder zu sterben? Wer will das entscheiden? Und wie - nach Statistik? Man versucht ein finanzielles und politisches Problem ethisch zu lösen. Das ist ziemlich anmaßend. Und von einer halbjährigen Kreuzfahrt hätte ich sicher nicht soviel gehabt als von einer Behandlung. Ohne die wäre ich sicher schon tot. Wer immer diesen Kommentar geschrieben hat: Ich wünsche Ihnen nicht, dass Sie eines Tages in diese Lage kommen. Aber sollte es so sein dann haben Sie sicher den Mut eine Behandlung abzulehnen - lohnt sich ja sicher nicht mehr, oder?
#3 am 02.06.2015 von Gast
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Gast
ich denke auch, dass ein Krebskranker mehr von einer halbjährigen Kreuzfahrt auf der Queen Elizabeth II hätte, wäre für das Gesundheitssystem auch wesentlich günstiger... Es trauen sich aber nicht sehr viele die Sinnhaftigkeit von derart kurzen Lebensverlängerungen zu diskutieren. Weder Patienten, Ärzte, Gesundheitspolitiker oder gar die verantwortungsvolle Pharmaindustrie. Ich würde mir für mich wünschen meine verbliebene Lebenszeit qualitativ und nicht fraglich quantitativ zu steigern/erhalten.
#2 am 02.06.2015 von Gast
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UroDoc
Hier wird eine generelle Frage angerissen: Wieviel darf ein statistisch signifikanter Überlebensvorteil kosten, der sich teilweise nur in Wochen/Monaten bemessen lässt?
#1 am 02.06.2015 von UroDoc (Gast)
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