Wer braucht schon Schlaf

26.05.2015
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Seit mittlerweile fast zwei Jahren mache ich nun schon die KV-Bereitschaftsdienste, vor allem am Wochenende. Was mir in der letzten Zeit verstärkt auffällt: Die Hemmschwelle, wegen Kleinigkeiten einen Arzt anzurufen, sinkt. Vor allem nachts.

Ich bin es ja gewöhnt, dass Patienten die Nummer des Kassenärztlichen Notdienstes gerne auch als Auskunft benutzen. Wo finde ich die nächste Notdienstapotheke, wo finde ich den diensthabenden Zahnarzt, wo gibt es den nächsten Augenarzt, ich brauch ganz dringend einen HNO-Arzt, solche Dinge halt.

Eigentlich sollte sich jeder solche Fragen in Zeiten des mobilen Internets selbst beantworten können, aber nun gut. Ich habe mich daran gewöhnt und halte die meisten Informationen für die Patienten bereit. Gerne wird auch einmal gefragt, wie lange Frau die nachts vergessene Pille noch nachnehmen kann, ohne den Schutz zu verlieren. Oder ich werde telefonisch zu einer Zweitmeinung zu im Krankenhaus liegenden Angehörigen gefragt. Dafür ist der Bereitschaftsdienst zwar nicht gedacht, aber das macht man halt einfach mit.

Ungemütlich werde ich, wenn man mich nachts um 4:15 Uhr wachklingelt, um zu fragen, ob die Halsschmerzen, die man seit 3 Tagen hat, vielleicht doch eine Angina sein könnten? Ja können sie, aber das ist nichts, was man um 4:15 Uhr behandeln müsste. 9 Uhr reicht auch noch völlig. Auch schön sind die seit 3 Wochen bestehende Rückenschmerzen, die um 2:45 Uhr jetzt doch gerne einmal vorgestellt werden möchten. Oder Schnupfen. Ganz doller Schnupfen. Also die ganze Nase ist verstopft, so doll ist der. Und Gliederschmerzen.

Oder man war um 1:30 Uhr im Krankenhaus, wurde dort behandelt und mit Medikamenten (Antibiotika) versorgt, jetzt um 5:00 Uhr hat man doch noch eine Frage zu der Behandlung, denn Antibiotika, hat man im Internet gelesen, sind ganz doll böse und vielleicht geht es doch ohne? Ob noch mal jemand gucken kommen kann? Ja klar. Aber nicht um 5:00 Uhr morgens!

Ich stelle in solchen Fällen immer gerne die Frage, ob man denn jetzt in der Nacht auch zur Apotheke fahren würde, die wichtigen Medikamente holen, denn ich habe sie natürlich nicht dabei. Da winken die meisten Anrufer dann ab, ach das würden sie dann am nächsten Morgen bzw. am nächsten regulären Arbeitstag (!) machen. Da weiß ich dann immer Bescheid. Und kann sie beruhigt auf den nächsten Morgen/Tag vertrösten, dass sie sich dann bitte noch einmal melden sollen.

Äußerst mitdenkend ist auch die (mir bekannte) Schwester aus dem Pflegeheim, die um 2:15 Uhr mitteilt, dass die eine Patientin gerade eingeschlafen sei. In meiner Schlaftrunkenheit fragte ich nur: „Für immer?“ „Ja, für immer“, ob ich denn morgen früh im Laufe des Tages für die Leichenschau vorbeikommen könnte? Ja natürlich, aber muss man mir das um 2:15 Uhr mitteilen?

Es gibt viele Patienten, die völlig zu Recht nachts anrufen, weil sie wirklich schwer krank sind und Hilfe benötigen. Das oft der Rettungsdienst gleich der bessere Ansprechpartner gewesen wäre, sehe ich immer gerne nach, manchmal kann man Situationen nicht so richtig einschätzen.

Ich erwarte aber eigentlich von erwachsenen Menschen mit etwas Menschenverstand, das Halsschmerzen, Schnupfen, Rückenschmerzen nun nichts sind, weswegen man nachts irgendjemand aus dem Bett holen sollte. Nicht in der Rettungsstelle im Krankenhaus und auch nicht den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst. Kein Wunder, dass immer weniger meiner niedergelassenen Kollegen diese Bereitschaftsdienste machen wollen.

Bildquelle: Marisa, flickr / CC by

Artikel letztmalig aktualisiert am 21.09.2015.

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20 Jahre alt, seit einer Woche LWS-Schmerzen und nachts um eins den Bereitschaftsdienst rufen, denn der kommt ja ins Haus, wenn man nur lange genug darauf drängt...! Mitte 30, seit Tagen Verspannungen in der Schulter,verlangt einen Hausbesuch, weil man es ja nicht einsieht, sich wegen der Wartezeit in die Bereitschaftspraxis zu setzen! Und natürlich ist man ja ganz alleine auf der Welt und hat niemanden, der einen in die Bereitschaftspraxis bringen könnte! Abends, Punkt 19 Uhr, aber dann gehts rund! Die Ansprüche der Patienten sind teilweise unverschämt, junge Leute verlangen bei Bagatellerkrankungen Hausbesuche, während die Dame von 80 Jahren mit den gleichen Symptomen von ihrem Sohn in die Praxis gebracht wird! Hier wird das System maßlos ausgenutzt, Ärzte, die am nächsten Tag wieder mehr als 12 Stunden mit dicken Augen in ihrer Praxis sitzen, werden nachts um 3 wegen den banalsten Erkrankungen geweckt! Und dieses System tragen wir alle mit unseren Krankenkassenbeiträgen mit, wir zahlen diese unnützen Kosten und die, die wirklich Hilfsmittel benötigen, zahlen diese oft zum großen Teil selbst! Ich wäre dafür, das der Dienstarzt entscheiden dürfte, ob ein Besuch nun wirklich dringend notwendig war und bei unnützen, von Faulheit, Bequemlichkeit oder Unverschämtheit geprägten eine finanzielle Eigenbeteiligung verlangen dürfte! Dann würde sich so mancher doch lieber tagsüber zum Hausarzt begeben, auch wenn es anders sehr viel bequemer ist!
#38 am 30.06.2015 von Dirk Günther (Rettungsassistent)
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Gast
Ich halte das ganze für ein Generationsrpoblem. Die Singelgesellschaft ist es doch gar nicht mehr gewohnt von den Erfahren einen Rat einzuholen oder das man sich untereinander Pflegt und aufeinander Acht gibt. Gerade die junge Generation. Bei Fieber mal ein Wadenwickel, bei Schnupfen mal ne Salzinhalation... Da ist es doch einfacher Fachpersonal zu Rate zu ziehen und sei es auch nur ein banaler Schnupfen. Ist ja keiner da, der sagt - ist nur Schnupfen, wird schon wieder - vor allem nachts, wenn "schlimmer" wird...
#37 am 24.06.2015 von Gast (Heilpraktikerin)
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alter Arzt
#20 Gast Nieren(Ureter)koliken, sollte man klinisch ohne jedes (technisches) Hilfsmittel von einer Blasenentzündung schon unterscheiden können und auch SOFORT behandeln (Spasmolytika i.v.). Für Antibiotika benötigt man einen Keimnachweis oder Fieber.
#36 am 13.06.2015 von alter Arzt (Gast)
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Ärztin in der NA
Fortsetzung: Das schlimmste sind dann die überzogenen Erwartungen und mangelndes Verständnis: diese "Drive-In-Medizin" ist doch nur Flickwerk, bei Verstopfung nachts in die Klinik zu fahren ersetzt keinen erfahrenen Hausarzt der der jungen Frau dann im Laufe der Jahre bei anhaltenenden Stuhlunregelmäßigkeiten eine Colo empfiehlt... irgendwann nach vielen Jahren sitzt die Dame dann in einer Talkshow und beklagt, dass obwohl sie sich mehrere Male wegen einer Verstopfung im Krankenhaus untersuchen hat lassen keiner dieser Pfuscher ihren Darmkrebs rechtzeitig entdeckt hat...
#35 am 03.06.2015 von Ärztin in der NA (Gast)
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Ärztin in der NA
Ähnliche Erfahrungen auch hier: völlig gesunde Studentin Mitte 20, wird nachts vom RD in die NA gebracht (geht zu Fuß vom RW in die NA!) weil sie seit 3 Tagen keinen Stuhlgang mehr hatte und das kann ja wohl nicht gesund sein. Keine Bauchschmerzen usw. , die Stuhlfrequenz immer bei etwa 24-48h (sie habe halt soviel zu tun und nicht jeden Tag Zeit in Ruhe auf die Toilette zu gehen....). Stationäre Behandlung, stuhlregulierende Medikamente oder abführende Maßnahmen werden von vornherein abgelehnt, schließlich sei sie nur hier damit man sich vergewissere dass alles in Ordnung sei. Einen Hausarzt habe sie nicht, denn ihr fehle ja nie was und notfalls könne man ja den NA rufen oder ins KH gehen. Beim Abschied dann völliges Unverständnis weil sie nun nicht vom KW nach Hause gebracht wird und weil das alles so lange gedauert hat (*bitte hier genervten Blick und vorwurfsvollen Unterton einfügen*)... Fortsetzung folgt
#34 am 03.06.2015 von Ärztin in der NA (Gast)
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Gast
Manchmal hat man das Gefühl, es kommt zu einer zunehmenden kollektiven Verblödung. Den "gesunden Menschenverstand" konsultieren scheinbar immer weniger Patienten. Ein Beispiel: Ein junger Mann stellt sich als "Notfall" mit Rückenschmerzen vor, nachdem er einen ganzen Nachmittag lang seinen großen Garten umgegraben hat. Was könnte wohl die Ursache der Beschwerden sein? Hmmm.... Keine Ahnung. Aber auf die früher normale Idee, sich erst einmal in eine warme Badewanne zu legen oder eine Wärmflasche zu nutzen, einfach eine Schmerztablette einzuwerfen und abzuwarten, ob es besser wird, kommt er nicht. Lieber mitten in der Nacht den Arzt aus dem Bett klingeln.
#33 am 01.06.2015 von Gast
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Krankenhausarzt
Es sind nicht die "Alten", die kommen weil sie nicht internetaffin sind. Die Alten sind des Lesens noch mächtig und entnehmen die aktuellen Notdienste der Tageszeitung. Um 2h nachts sitzen fast ausschließlich U-40er, die den Notdienst wegen Lapalien missbrauchen, und sie alle spielen an ihrem Smartphone rum. Die meisten Ärzte reden mit den Patienten. Aber Patienten lesen im Beipackzettel "bei 1:1Mio" kann Übelkeit auftreten und werfen die Medikamentenpackung weg.
#32 am 30.05.2015 von Krankenhausarzt (Gast)
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Gast
Mit Blasenentzündung 23h im Krankenwagen (aber ein Antibiotikum will man auf keinen Fall einnehmen!), mit Zecke am Bein 3h nachts in der Notaufnahme, mit Zahnweh seit 3 Tagen 23h in der Notaufnahme, mit "auffälligem" Blutwert (vor 3 Wochen vom Hausarzt festgestellt) Samstags abends zur Zweitmeinung in der Notaufnahme, "Tabletten leer, brauche Rezept" Sonntag 21h in der Notaufnahme, und natürlich der allabendliche Klassiker: Rückenschmerzen seit 3 Wochen 22h in der Notaufnahme. Haben die keinen gesunden Menschenverstand? Wir schieben mit Blasenentzündung diese Notdienste, normale Leute entfernen die Zecke selbst und bei Zahnweh tut's ein Ibuprofen bis zum nächsten Morgen. Und das Rezept... Zu doof um schon beim Anbruch des letzten Blisters zu sehen, dass die Packung in 10Tagen leer ist?! Wegen solch dreist-dummer Leute will nicht nur keiner mehr Notdienste schieben, sondern auch unser aller Kassenbeiträge schießen in die Höhe und die ECHTEN Notfälle warten auf ihre Behandlung.
#31 am 30.05.2015 von Gast
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Nun gerade alte Menschen sind nicht umbedingt internetaffin und es gibt auch Leute, die sich das nicht leisten können - anders als der junge Arzt annimmt, der glaubt, jeder Mensch hätte ein Recht auf I-pod- Grundversorgung? Und dann darf man nicht vergessen, dass oft genug Hysterie auch durch die Medien geschürt wird: - Schmerzen im linken Arm - Herzinfarkt? Aber bei Frauen nicht, da kann das auch Übelkeit (!) sein; Kribbeln in den Fingern - Gehirnschlag!!! ( vielleicht sind sie auch nur eingeschlafen?) etc. etc. Nun gut, der Laie ist mit den Warnungen oft überfordert und nicht in der Lage, Ernstes von anderem zu unterscheiden. Die hier vorgebrachten Vorschläge , 150 Euro selbst zu bezahlen, ist Bullshit. Schon die Praxisgebühr hat so manchen davon abgehalten, zum Arzt gehen zu können, 150 Euro Vorkasse schließt dann arme Leute auch mit Schlaganfall und Herzinfarkt per se aus - eine ganz dumme, unsoziale Idee ( ich staune immer wieder.)
#30 am 30.05.2015 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
@Pascal Skähr: ich bin der Meinung, dass die Ausbildung von Medizinstudenten zu sehr theoriebelastet ist: vor dem Medizinstudium 1 jähriges Praktikum als Hilfspfleger im Krankenhaus, nach dem Studium 1 Jahr als Praktikant in einer Landarztpraxis. Und dann über etwas reden, wovon man Ahnung hat.
#29 am 30.05.2015 von Gast
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Gast
Eine einfache Lösung aus anderen Ländern: für jede Anforderung eines Hausbesuchs tagsüber Zuzahlung 50 Euro, nachts 85 Euro. Bei Bescheinigung der medizinischen Notwendigkeit Erstattung von 50 % durch die Krankenkassen. Die Erfahrung z.B. aus Belgien: die nächtlichen Anforderungen gingen um 95 % zurück.
#28 am 30.05.2015 von Gast
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Gast
Die meisten Kollegen leiten dies dann einfach an den Rettungsdienst weiter. So spart man sich das Aufstehen ;-) Auch keine sinnvolle Lösung!
#27 am 30.05.2015 von Gast
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Gast
Du sprichst mir aus der Seele.
#26 am 30.05.2015 von Gast
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Gast
Es ist sicher nicht nur die mangelnde Kommunikation des Arztes. Die Pat. übernehmen keinerlei Selbstverantwortung mehr. Was soll an einem angeschlagenem kleinen Zeh wirklich gefährlich sein, dass ich damit nachts um 2.00 Uhr ins Krankenhaus gehen muss...? Gerade die jungen Patienten geboren am 1980 nehmen wahnsinnig zu... Es sollte eine Notfallgebühr eingeführt werden. Jeder der einen (Bereitschafts-)Arzt nachts oder am WE kontaktiert muss pauschal 150 Euro zahlen. Ist es ein wirklicher Notfall, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen, wenn nicht muss er sie selber übernehmen. Ich überlege mir auch ganz genau ob ich meine Waschmaschine, die am Sonntag kaputt ist sofort reparieren lasse und dann erstmal 300 Euro Anfahrt und Sonntagzuschlag zahle (egal ob sie repariert werden kann oder nicht) oder ob ich bis zum nächsten Tag warte...
#25 am 30.05.2015 von Gast
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Das Problem ist (und das ist FAKT): Die mangelnde Kommunikation von Patient und Arzt! Und die mangelnde Aufklärung vom Arzt! Zudem: Ein Patient ist kein Arzt und nimmt für den Arzt lapidare Beschwerden anders wahr! Wenn nun ein aufgeklärter und dazu mit med. Wissen ausgestatteter Patient in die Praxis kommt, ist es dem Herrn Mediziner auch nicht recht! Im Endeffekt beisst sich da die Katze in den Schwanz ! Ich kann durchaus verstehen, dass es nervige Patienten gibt...aber als Arzt (oder Apotheker) sollte man neutral bleiben und für die richtige Kommunikationsbasis sorgen!
#24 am 28.05.2015 von Marie Sander (Studentin der Pharmazie)
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Gast
In der Tiermedizin kommen noch die ganz dringenden Notfälle hinzu, weil man Sonnabend abends so eklige, reiskornartige Tierchen (=Bandwurmglieder) auf dem Hund sieht und jetzt sofort eine Wurmkur braucht. Ich habe oft den Eindruck, das so mancher Tierbesitzer nur am Wochenende sein Tier anguckt, vor der Nacht von Sa auf So Angst hat oder (das hat tatsächlich mal einer gesagt!!) im Notdienst keine Wartezeit hat! Einer hat auch Sonntag abend im Internet gegoogelt und soo ein nettes Tier gefunden und wollte wissen, ob es zu ihm paßt....- Da hilft auch auch der erhöhte Behandlungspreis nicht. Viele Anrufe sind auch vom Typ "mir fällt gerade ein...". Mein Eindruck ist, abgesehen von den echten Notfällen, das sich eine "fast food"- Mentalität auch im medizinischen Bereich eingeschlichen hat: "Ich habe ein Bedürfnis und will es SOFORT befriedigt wissen" Und jeder hat sofort erreichbar zu sein - wer Notdienstbereitschaft hat, sitzt doch 24 Stunden neben dem Telefon, oder?
#23 am 28.05.2015 von Gast
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KrankenHausArzt
Ach Gottchen. Wer macht denn das in diesem Beruf nicht mit? Im stationären Notdienst ist es auch nicht anders. Und nein, lieber Pascal, es sind nicht die bösen unordentlichen Hausärzte die nie mit ihren Patienten reden und daher zur Überlastung des Rettungsdienstes beitragen. Ich vermute eher, es ist ein Zeichen einer Wohlstandskultur, die Verantwortung auch für die eigene Befindlichkeit immer und jederzeit abgeben zu können, und dann irgendwann einen Schnupfen gar nicht mehr als solchen einschätzen zu können. Aber das ist mir persönlich, wenn auch augenrollend und stoßseufzend, immer noch lieber als "echte Notfälle" mit sterbenden oder schwer kranken/verletzten Patienten. Genau, weil ich kein Retter bin, sondern einfach nur Arzt.
#22 am 28.05.2015 von KrankenHausArzt (Gast)
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Gast
Wer sind Sie "junger A"? Warum machen Sie diesen Dienst, wenn Sie lieber schlafen wollen? Aus Idealismus sicher nicht?
#21 am 28.05.2015 von Gast
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Gast
Die Kehrseite: Es ist nachts, ich habe starke Schmerzen in der Nierengegend, es folgt ein Anruf beim Rettungsdienstes--> Diagnose einer gefühlt 20 jährigen Ärztin/Studentin? - "Blasenentzündung". Zusätzliche Info- wenn es Nierensteine wären könnten sie nicht mehr laufen...aber dass ich die Treppe kaum alleine hochgekommen bin und mir empfohlene Schmerzmittel gleich nach der Einnahme wieder erbrochen habe, hat niemanden interessiert. Um 4 Uhr morgens kam dann der Bereitschafsarzt (Schmerzen haben nachgelassen), der mit ein Rezept fürs Antibiotikum ausgestellt habe...Nein, ich hatte keine Blasenentzündung, ich hatte Nierensteine!
#20 am 28.05.2015 von Gast
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Gast
Zur Pflegefachkraft die nachts um 02:15 meldet das eine Bewohnerin keine messbaren Vitalzeichen mehr hat - ja muss sie. Sie hat eine sofortige Meldepflicht an einen Arzt.
#19 am 28.05.2015 von Gast
  6
Gast
Eine "Freundin" musste ich mal mit einem vorgegebenen hinkenden Bein am frühen Morgen nach Hause fahren, nachdem sie sich kein Taxi leisten konnte. Zur Rede gestellt machte sie das nie mehr, obwohl sie Patientin bei mir blieb.
#18 am 28.05.2015 von Gast
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Gast
die Menschen wissen nicht, daß Sie als Bereitschaftsarzt schlafen. Die denken, Sie sitzen neben dem Telefon und tun nix anderes als zu warten ob es klingelt. Und somit eine günstige Zeit ist mal einen Arzt in Ruhe zu sprechen!
#17 am 27.05.2015 von Gast
  3
Gast
Als Apothekerin kann man im nächtlichen Notdienst genau das gleiche erleben...besonders beliebt bei mir und meinen Kollegen: Schwangerschaftstests nachts um 3...ohne Worte!
#16 am 27.05.2015 von Gast
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Gast 2
Zum Thema 2-3 Tage ins Bett legen: Die Krankmeldung ohne AU bis zu 5 Tage wie in Norwegen (vgl. dazu auch die Magdeburger Studie um Herrmann et al., http://bmjopen.bmj.com/content/3/6/e002952.abstract) würde vielleicht auch das System entlasten.. (http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/879508/magdeburger-studie-hitzige-debatte-krankmeldung-entbrannt.html)
#15 am 27.05.2015 von Gast 2 (Gast)
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Der Patient sonnt sich in "kassenbezahlter Jederzeit-versorgung". Macht sich keine Gedanken über die Kosten die er dem System verursacht. Es wäre schön, wenn Generell ein "erst mal selbst Bezahlen" System eingeführt würde. Bei Privaten üblich. Ist ein Augenöffner für jeden Patienten. Und an die Ärzte: Geben Sie nicht wegen jeder Lapalie Medikamente. Schicken Sie die Leute nach hause sie sollen sich 2, 3 Tage ins Bett legen. Dann ist die Grippe auch so rum. Ohne Arzt. Ohne Chemie. Der menschliche Körper hat in Tausenden jahren mit Bakterien und Viren umgehen gelernt. Ich mache das seit Jahr(zehnt)en so. Und wenns dann doch mal schlimmer wird kann ich immer noch zum Arzt. Wie heist der Spruch- Uralt: Mit Arzt bist ne Woche krank, ohne sieben Tage!
#14 am 27.05.2015 von Oliver Meckes (Medizinfotograf / Designer)
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Ärztin
Fortsetzung von unten ....Der "beste Notfall", der mich nachts um 3 Uhr in der Uniklinik aufstehen liess, war ein "extrem" juckender Fußpilz bei einem Mädchen, die gerade mit ihrer Freundin aus der Disco kam und mir dann den aufgeweichten Fuß aus ihren luftundurchlässigen Chucks entgegenstreckte! Ein Anfang ist auf jeden Fall schon mal gemacht, wenn man diesen Leute mal ordentlich die Meinung sagt und nicht alles brav runterschluckt, bloss weil es nicht zum Berufsimage passt!
#13 am 27.05.2015 von Ärztin (Gast)
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Ärztin
Vielleicht wäre ein neues Schulfach, wie Krankheitserkennung und -behandlung ja ganz nützlich, damit jeder von Klein auf lernt, wie man kleine Zipperlein selbst behandeln kann und von schwerwiegenden Erkrankungen abgrenzt. Eine ordentlich Selbstbeteiligung beim Notdienst wäre wirklich gut. Man könnte z.B. dem diensthabenden Arzt die Entscheidung überlassen, ob es sich um einen berechtigten Notfall handelt. Wenn ja, dann zahlt die Kasse die Behandlung, ansonsten muss der Patient die Behandlung selber zahlen und diese Info wird an die Krankenkasse weitergeleitet, die die Gebühr dann eintreiben muss und NICHT der Arzt! Aber das ist rechtlich wahrscheinlich nicht ganz einfach. ...
#12 am 27.05.2015 von Ärztin (Gast)
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Gast
Nun es gibt in Flensburg den hausärztlichen Notdienst direkt im Krankenhaus. so können die Kranken dort direkt hinfahren und fragen. Im Ernstfall zwei Türen weiter........im krankenhaus aufgenommen werden. Es wird immer die Gruppe Menschen geben die sich weigern für sich Verantwortung zu übernehmen. Gelassenheit ist eine wunderbare Übung die im Leben nie nie aufhört. anonymus
#11 am 27.05.2015 von Gast
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Realist
Zitat: „manchmal kann man Situationen nicht so richtig einschätzen“. Ja, das können Patienten meistens nicht. Ob nun das vermeintlich böse AB (man hört ja, dass auch Ärzte fehlbar sind), der fürchterliche Schnupfen (das ist doch sicher nicht nur ein Schnupfen, so schlimm, wie das ist), die Rückenschmerzen (die in genau dieser Nacht unerträglich werden und vielleicht aufgrund eines Fernsehberichtes jetzt gerade Angst vor einem Querschnitt machen) - all das macht den unwissenden Patienten Angst. Dann rufen sie an. Beim Bereitschaftsdienst bzw. Notdienst! Weil der, so denken sie, bereit steht und nicht schläft ;-) So sind sie, die Patienten. Aber auch die Pflegekraft, für die der Tod einer Patientin nicht nur ein einfacher Vorgang ist. Menschen eben, die in dem Moment gerade in persönlicher Not sind und das Wort „Notdienst“ bzw. „Bereitschaftsdienst“ wörtlich nehmen.
#10 am 27.05.2015 von Realist (Gast)
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Gast
Also, 10 Cent pro Anruf reichen nicht. Seit Wegfall der Praxisgebühr steigt die Zahl der sinnfreien Anrufe, und sie steigt und steigt... Bsp. Irland: am WE und in der Nacht 65E eigener finanzieller Anteil der Patienten. M.E. sollten den Patienten wieder Grundregeln im Krankeheitsfall beigebracht werden. Die meisten haben weder Paracetamol noch Ibu , noch Nasenspray oder so was zu hause ("Ja, wir denken, Sie sind der Arzt und bringen das mit?????). Und wer kennt noch so olle Kamellen wie Priesnitz-Wickel oder Wadenwickel bei den lieben Kleinen. Mit Verlaub, ich denke, das Bewußtsein in dieser Richtung ist bei vielen Patienten doch recht degeneriert. Das kann man wirklich nur über die finanzielle Schiene regulieren. Alles andere wird leider nicht helfen. Viele liebe Grüße an den kleinen Pascal. Am besten gleich zum MDK oder in das Gesundheitsministerium gehen. Dort werden wortgewaltige Leute - leider ohne Aussage- gebraucht...
#9 am 27.05.2015 von Gast
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Gast
In unseren Rettungsdienstbereich kommt es mir mittlerweile vor, dass derart beschriebene Fälle direkt vom ÄBD an die Rettungsleitstelle weitergereicht werden. Nach dem Motto "Das könnte etwas Gefährdendes sein und damit für den Rettungsdienst!" Dieser ist durch diese "Lappalie" gebunden und steht für wirkliche vitale Gefährdungen nicht zur Verfügung. Und seien wir mal ehrlich: können wir nicht überall etwas "vital gefährdendes" hineininterpretieren?!
#8 am 27.05.2015 von Gast
  0
Gast
Wenn man Jahre lang im Krankenhaus oder auch in der Praxis gearbeitet hat dann kann man ja schon sagen das Fr. Kollegin recht hat, es sind zu viele Patientin die keine Lust haben tagsüber stundenlang warten zu müssen ob im Krankenhaus oder in der Praxis, lieber Nachts zum Notdienst. da wartet man lieber 1 Stunde als 2 Wo., dann dies sind meistens keine Notfälle in dem Sinne. Atherom am Rücken seit 2 Wo., Rückenschmerzen seit 2 Monaten, usw., man kann bis morgen früh drüber reden, das nimmt kein Ende. Die Menschen hier in Deutschland sind verwöhnt. Stell dir man vor man würde 100 € bezahlen müssen bei Besuch des Arztes im Dienst, wer würde noch kommen? nur der tatsichtlich Hilfe braucht, darum gehts aber nicht, es mangelt an die Bereitschaft der Menschen sich Fair zu verhalten und an das Gesundheitssystem. schnell ist man als Arzt dekompensiert und schuld ist man in alle Fälle, Respekt für den Arzt wird immer wenige und was er leisten muss immer mehr. also willkommen im realen Leben.
#7 am 27.05.2015 von Gast
  4
Gast
Mein Vorschlag: kostenpflichtiger Anruf, 10 Cent reichen, mit Ansage bei Verbindungsaufbau, vermutlich reduziert das bereits die Anzahl der Anrufer.
#6 am 27.05.2015 von Gast
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Gast 2
Vielleicht wäre ein Nationaler Dienst (getragen von Krankenhäusern, Ärzten, Kostenträgern + Länder-KV's) mit Website und 24h-Hotline zeitgemäßer. So ist das z. B. in Schweden der Fall. Dort findet man auch alle möglichen Infos zu den Erkrankungen und Symptomen. http://www.1177.se/ Gerne in Kombination mit Kompetenzverschiebung Richtung spezialisierte Krankenschwestern (mit Studium), 4 Jahre wie dort oben auch. Entlastet ungemein! Nicht jede Aufgabe muss von einem Arzt erledigt werden und die Zusammenarbeit ist professionell auf Augenhöhe mit Respekt voreinander und zum Wohle des Patienten. Aber das ist halt auch ein grundverschiedenes System.
#5 am 27.05.2015 von Gast 2 (Gast)
  2
Gast
Lieber Pascal, dann ganz schnell in die Praxis mit Dir... Dann kannst Du nämlich wirklich mitreden. Grüße und gutes Gelingen beim Studium!
#4 am 27.05.2015 von Gast
  4
Lieber Pascal, ich bin gespannt wie du dazu stehst, wenn Du dann dereinst selbst mal Dienste schieben musst.
#3 am 27.05.2015 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
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Ergänzend.... Die Tatsache, dass ein Patient unsicher mit der Therapie seiner gewöhnlichen Erkältung ist, ist allein dem Umstand geschuldet, dass dieser nicht umfangreich über Erkrankung und Therapie aufgeklärt wurde. Internet hin oder her. Es ist immer noch Aufgabe des behandelnden Arztes über Verlauf und Therapie einer Erkrankung zu informieren, selbst wenn es sich "nur" um einen kleinen Infekt handelt.
#2 am 27.05.2015 von Pascal Skähr (Student der Humanmedizin)
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Welche Alternative gibt es denn? Sollen Patienten denn lieber mit o.g. "Lapalien" den Rettungsdienst in Anspruch nehmen? Dies tun die Leidgeplagten ohnehin schon über Gebühr. Entweder man schafft den ärztlichen Bereitschaftsdienst ab oder man nimmt ihn als das, was er ist: Eine Erweiterung der hausärztlichen Bevölkerungsversorgung.
#1 am 27.05.2015 von Pascal Skähr (Student der Humanmedizin)
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