PR: Heigl-Preis 2015 für den Forschungsverbund SOPHO-NET

26.05.2015
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Für ihre Forschungsarbeiten zur sozialen Angst hat der Forschungsverbund ,,Social Phobia Psychotherapy Research Network" (SOPHO-NET) den renommierten Heigl-Preis 2015 erhalten. Die Mainzer Forscher Univ.-Prof. Dr. Manfred Beutel und PD Dr. Dipl.-Psych. Jörg Wiltink waren maßgeblich daran beteiligt, im Rahmen des Forschungsverbundes psychotherapeutische Verfahren zur Behandlung von sozialen Angststörungen zu untersuchen. Den mit 20.000 Euro höchstdotierten deutschen Preis für Psychotherapieforschung nahmen die Mitarbeiter des SOPHO-NET im Rahmen des diesjährigen Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) entgegen.

Die soziale Phobie zählt zu den unterdiagnostizierten und folglich auch unterbehandelten seelischen Erkrankungen. Mit dem Ziel, das Verständnis und die Behandlung der sozialen Phobie zu verbessern, haben sich 2006 verschiedene Forschungseinrichtungen Deutschlands im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell geförderten Forschungsverbund soziale Phobie (SOPHO-NET) zusammengeschlossen. Die Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz war an SOPHO-NET als Behandlungszentrum und mit eigenen Teilprojekten beteiligt. Die Mainzer Wissenschaftler untersuchten den Transfer der im Verbund gewonnenen Erkenntnisse in die ambulante Regelversorgung durch niedergelassenen Psychotherapeuten und die Wirkmechanismen der manualisierten psychodynamischen Psychotherapie der Sozialen Angststörung.

Die Hauptergebnisse der Forschungen sind, dass soziale Angststörungen mit manualisiert durchgeführten psychotherapeutischen Verfahren – verhaltenstherapeutisch und tiefenpsychologisch, gleichermaßen nachhaltig behandelt werden können. Die Ergebnisse wurden kürzlich im American Journal of Psychiatry (Leichsenring et al. 2013, 2014) veröffentlicht.

Weitere Informationen zur Publikation:
Leichsenring F, Salzer S, Beutel ME, Herpertz S, Hiller W, Hoyer J, Huesing J, Joraschky P, Nolting B, Poehlmann K, Ritter V, Stangier U, Strauss B, Tefikow S, Teismann T, Willutzki U, Wiltink J, Leibing E. Long-term outcome of psychodynamic therapy and cognitive-behavioral therapy in social anxiety disorder. Am J Psychiatry. 2014 Oct;171(10):1074-82. doi: 10.1176/appi.ajp.2014.13111514.

Leichsenring F, Salzer S, Beutel ME, Herpertz S, Hiller W, Hoyer J, Huesing J, Joraschky P, Nolting B, Poehlmann K, Ritter V, Stangier U, Strauss B, Stuhldreher N, Tefikow S, Teismann T, Willutzki U, Wiltink J, Leibing E. Psychodynamic therapy and cognitive-behavioral therapy in social anxiety disorder: a multicenter randomized controlled trial. Am J Psychiatry. 2013 Jul;170(7):759-67. doi: 10.1176/appi.ajp.2013.12081125.


Über Soziale Phobie und SOPHO-NET:
Rund 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Angststörung. Damit sind Angststörungen die häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie nehmen oftmals einen chronischen Verlauf und wirken sich erheblich auf die Lebensqualität der Betroffenen aus. Zudem besteht bei Angsterkrankungen ein erhöhtes Risiko für Komorbidität mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Suchterkrankungen.

Bei Menschen, die an sozialen Ängsten leiden, treten unangenehme Gefühle bis hin zur panischen Angst auf, wenn sie Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, Präsentationen halten, auf Partys gehen oder Teil größerer Menschenansammlungen sind. Betroffene erleben sich im Umgang mit anderen Menschen als deutlich gehemmt oder befangen oder sie haben den Eindruck, durch Leistungsdruck stärker beeinträchtigt zu sein als andere. Menschen mit sozialen Ängsten versuchen, die gefürchteten Situationen möglichst zu vermeiden – oder ertragen sie mit einem starken Unbehagen. Häufig gehen damit körperliche Symptome wie zum Beispiel Zittern, Erröten, Schwitzen, Magen- oder Darmprobleme einher. Angst kann also krank machen.

Beim Forschungsverbund soziale Phobie (SOPHO-NET) handelt es sich um einen Zusammenschluss verschiedener Forschungseinrichtungen mit dem Ziel, das Verständnis und die Behandlung der sozialen Phobie zu verbessern. Der Verbund ist in hohem Maße interdisziplinär: Er schließt verschiedene Fachdisziplinen (z. B. Psychosomatik, klinische Psychologie und Psychiatrie), ebenso ein wie verschiedene Forschungsperspektiven (z.B. kognitiv-behavioral, psychodynamisch, neurobiologisch, gesundheitsökonomisch). Weitere Informationen unter http://www.sopho-net.de/home

 

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Manfred Beutel,
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsmedizin Mainz, Tel: 06131 / 17-2841, Fax: 06131 / 17-6688, E-Mail: manfred.beutel@unimedizin-mainz.de

Pressekontakt
Barbara Reinke, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Tel: 06131 / 17-7428, Fax: 06131 / 17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

Bildquelle: Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene

Artikel letztmalig aktualisiert am 26.05.2015.

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