Eine Uber-dosis Grippeimpfstoff.

21.05.2015
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Der in Deutschland viel geschmähte Fahrdienst Uber bietet in Südafrika einen interessanten Service an: Grippeimpfung per Hausbesuch. Ein kleiner Knopfdruck in der Uber-App reicht und schon kommt eine Krankenschwester mit der Impfstoff-Spritze vorbei.

Wenn man in der deutschen Presse von Uber liest, hat man den Eindruck, die Mächte des Bösen wollten den öffentlichen Nahverkehr übernehmen. Uber-Autos werden vom Taxigewerbe die gleichen Zerstörungskräfte nachgesagt wie Steven Kings dämonischer Rostlaube Christine.

Natürlich: Die Besitzstandbewahrer im Transportwesen würden uns gerne auf dem Verkehrsmodell der 1960er Jahre festnageln. Wer einmal mit Uber oder BlablaCar unterwegs war oder Carsharing-Modelle wie Car2Go oder DriveNow kennt, weiß aber mittlerweile, dass das gute alte Taxi nicht die Krone der Fortbewegung ist. Von Googles autonomen Autos ganz zu schweigen.

Es wäre aber zu kurz gedacht, wenn man glaubte, Uber würde nur chronisch missgelaunte Taxifahrer ersetzen. In Wirklichkeit bietet Uber eine ziemlich raffinierte Transportlogistik, mit der man in den USA von den eigenen Kindern bis zum Umzugskarton bereits alles in der Gegend umher bewegen kann.

In Zusammenarbeit mit Krankenversicherer Discovery-Health mischt sich Uber in Südafrika jetzt auch in das Gesundheitswesen ein. Für 100 Rand, umgerechnet knapp 8 Euro, kann man sich die Grippeimpfung bequem nach Hause bestellen - Krankenschwester inclusive. Für diesen Preis kann man sogar weitere 4 Familienmitglieder mitimpfen. Dazu reicht ein einfacher Knopfdruck in der Uber-App.

Sicher ist das zunächst vor allem ein Marketing-Gag, um neue Kunden zu gewinnen - aber es zeigt einen interessanten Trend auf, der vom allgegenwärtigen Ecommerce vorangetrieben wird: Zuerst werden die Waren, dann auch die Dienstleistungen nach Hause geliefert. Warum soll ich mir die Spritze umständlich in der Praxis abholen, wenn Amazon oder Zalando mir kostenlos 5 Paar Schuhe bequem ins Wohnzimmer liefern? Die jetzt aufwachsende Konsumenten-Generation dürfte bald auch an Gesundheitsdienstleister erhöhte Anforderungen stellen. Da darf man gespannt sein.

Artikel letztmalig aktualisiert am 24.05.2015.

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Ich benutze Taxis wegen der hohen Kosten überhaupt nicht. Wir hatten in unserer Stadt einen jungen Unternehmer der mit seinem Wagen als Ein Euro Taxi unterwegs war, vor 15 Jahren. Das Model ist großartig. Ich verstehe, dass mit den ganzen Auflagen Taxiunternehmen solche Preise aufsagen müssen. Das ist nicht mehr Zeitgemäß. Mitfahrgelegenheiten und Uber sind Umwelt- und Ressourcenschonend, das ist nötig. Schöner Artikel Frank, werde mir die sublinks gleich mal ansehen und Plane soundso mich von meinem Auto zu trennen.
#4 am 24.05.2015 von Stud.med.dent. Sascha Alexander Bröse (Student der Zahnmedizin)
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Carsharing mit dem Taxi zu vergleichen ist schon etwas verwegen. Und es stimmt schon nachdenklich, wenn ausgerechnet auf DocCheck der Umgehung von sicherheitsrelevanten Rechtsvorschriften das Wort geredet wird (insbesondere der arbeitsmedizinischen Untersuchung!), und Haftpflichtversicherungen anscheinend als überflüssig angesehen werden. Davon, dass Taxis in ihrer gegenwärtigen Form in Deutschland ein "Verkehrsmodell der 1960er Jahre" seien kann keine Rede sein. Denn damals gab es weder Mobiltelefone noch Apps, die keineswegs eine Erfindung von Uber sind sondern im deutschen Taxigewerbe seit Jahren in Gebrauch. Hier ein Artikel von Harvard Business Review (auf Englisch), der die Unterschiede der Situation in den USA und Deutschland aufzeigt: https://hbr.org/2014/09/to-succeed-in-germany-uber-needs-to-grow-up
#3 am 23.05.2015 von Dr.rer.nat. Oliver Hauss (Biologe)
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Pfff... geht's noch dümmlicher?
#2 am 23.05.2015 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
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Gast
verteilt Uber auch Obst und Gemüse an verarmte Familien, damit die Heilungskräfte des Körpers gestärkt werden ? Die Natur kennt keine Krankheiten, nur Störungen die sich selbst regulieren ohne Gift und Chemie !! ZB. Gerstengras ein Wunder der Natur !! Hanf die Wunderpflanze, über tausende Jahre bekannt !!
#1 am 23.05.2015 von Gast
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