Lies mich! Lies mich! Lies mich!

18.05.2015
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Jeden Tag sehe ich ihn. Den Stapel von medizinischen Fachzeitschriften, die ich alle noch lesen möchte. Jede Woche wird er etwas größer anstatt kleiner, und jede Woche nehme ich mir fest vor, eine Stunde in der Woche freizuschaufeln, wo ich in Ruhe alle Zeitschriften durchgucken kann.

Ich komme nur sehr selten dazu. Hinzu kommen zunehmend vermehrt Mitgliedschaften in verschiedenen Fachgesellschaften, die dann auch alle ihre eigenen Zeitschriften herausbringen. Natürlich könnte ich sie auch alle ungelesen in die Altpapiertonne werfen, aber eigentlich lese ich auch gerne den ein oder anderen Artikel.

Da liegt auch das Problem, denn nicht jeder Artikel ist es wert, gelesen zu werden. Entweder, weil das Thema für mich nicht relevant ist oder mich schlichtweg nicht interessiert. Das heißt, die meiste Zeit verbringe ich damit, die Seiten nach spannenden und interessanten Artikeln zu scannen, diese dann eventuell rauszureißen und danach den Rest des Heftes zu entsorgen. Das kostet ziemlich viel Zeit und ist auch nicht so sonderlich befriedigend. Auch die Qualität der Artikel und der Zeitungen ist teilweise sehr unterschiedlich, vom Schreibstil einmal ganz zu schweigen. Manche scheinen eine Sportart daraus zu machen, die längsten und trockensten Sätze zu verfassen, die nur irgend gehen. Leider heißt kompliziert und umständlich geschrieben nicht unbedingt intelligent gedacht.

Eigentlich schade, dass soviel Papier von mir unbeachtet direkt wieder aussortiert wird und in die Tonne fliegt. Mir persönlich wäre es lieber, wenn ich alle Zeitschriften nur online bekommen würde und dann mir schon im Vorraus die Themengebiete aussuchen kann, die mich interessieren. So bekomme ich jeden Tag ein schlechtes Gewissen, wenn ich den Zeitschriftenstapel nur sehe.

Im Studium habe ich noch sehr viel gelesen, jetzt im Beruf muss ich mich wirklich bewusst dafür entscheiden und etwas dazu zwingen. Ich finde es aber wichtig, sich wenigstens ein wenig und im bescheidenen Rahmen mit den aktuellen Entwicklungen in Medizin und Wissenschaft zu beschäftigen. Allerdings wäre es mir wirklich lieber, wenn ich eine Wahl hätte und zum Beispiel die für mich interessanten Artikel online sammeln könnte, anstatt sie in meinem Wohnzimmer zu stapeln. So wäre für mich auch die Hemmschwelle niedriger, einfach mal etwas für 5 oder 10 Minuten zu lesen. Wenn ich aber erst eine Weile nach etwas Lesenswertem suchen muss, verliere ich schon vorher die Lust. 

Alternativ könnte ich mir auch endlich einen Kamin anschaffen, dann hätten die Zeitschriften auf jeden Fall eine wichtige Aufgabe, wenn ich sie schon nicht lesen möchte.

Bildquelle: Petras Gagilas, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 12.08.2015.

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...Gute Zeitschriften haben vorne ein Inhaltsverzeichnis, um eine Vorauswahl zu machen..:-) Bin zwar Kein Mediziner, aber in meinem Bereich gibt es inzwischen etliches auf Wunsch auch Online statt in Papierform..:-)
#10 am 12.08.2015 von Johann St. (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Jedes Mal hat der eine oder der andere ein neues Enzym entdeckt. Ob es wirklich existiert Oder nur aus dem Hirn eines der um schnelle Veröffentlichung bemühten "Wissenschaftler" entspringt um nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung zu verschwinden, wie soll ich das verarbeiten ? Kurzum Zeitvergeudung sich mit den Artikeln zu befassen. Auf den Punkt gebracht: Wirklich nützliche Mitteilungen,die meinen Praxisalltag bereichern können finde ich leider nur selten in den sogenannten Fachzeitschriften
#9 am 05.07.2015 von Gast
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UroDoc
Wichtige/relevante von unwichtigen/irrelevanten Fachartikeln zu unterscheiden kann man lernen: Ich empfehle in diesem Zusammenhang das Buch "How to read a Papier" von Trisha Greenhalgh.
#8 am 25.05.2015 von UroDoc (Gast)
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Tipp: Ins Internet gehen. Fast alle guten Journals bieten sog. RSS-Feeds an. Die kann man auf einem Service wie Netvibes bequem auf einer Seite zusammenfahren. Auf einen Blick kann man so schnell über 100 Artikelüberschriften aus verschiedenen Journals überfliegen und sich schnell die Rosinen rausfischen.
#7 am 21.05.2015 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
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Gast
Die Idee mit dem Kamin ist gar nicht gut! Durch zu viel Papier verrußt der Kamin und man braucht viel Zeit zum Putzen. Inzwischen hätte man wieder Artikel lesen können.
#6 am 21.05.2015 von Gast
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Gast
Ich fertige von interessanten Beiträgen Fotos mit einem Tablet an. Das habe ich unterwegs immer griffbereit und kann so auch kurze Wartezeiten nutzen.
#5 am 20.05.2015 von Gast
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Anngy
ich finde diese Zeitschriften wunderbar um die Strecken in öffentlichen Verkehrsmitteln interessant zu gestalten -und nicht so "abgeschottet" wie mit Kopfhörern...
#4 am 20.05.2015 von Anngy (Gast)
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Gast
Oh ja, es herrscht eine wahre Informationsflut in meinen diversen privaten Räumlichkeiten und die "Häufchen" der verschiedenen Fachzeitschriften horten sich dort. Da hilft nur Konsequentes ausmisten. Gestehe oft einen Artikel anzulesen und wenn's mich nicht packt, diesen direkt wieder zu verwerfen.
#3 am 20.05.2015 von Gast
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Gast
Geht mir genauso. Schon das Selektieren der Artikel kostet wertvolle Zeit und da hat man noch nichts gelesen. Zählt das eigentlich als Arbeitszeit?
#2 am 20.05.2015 von Gast
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Gast
Mache es immer so: Die Zeitschriften liegen griffbereit im Wohnzimmen, genau da, wo ich immer Abends sitze. Sonst liegt da nichts Lesbares. Da Abends meistens die Glotze an ist und das Programm immer mal grottenlangweilig ist, ist es ein Genuss nebenbei die eine oder andere Zeitschrift durchzublättern, Interessantes zu lesen oder gar abzuheften. Da kommt es gar nicht zu einem Zeitschriftenstau.
#1 am 20.05.2015 von Gast
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