Medikationsplan bei den 'Flintstones'?

09.05.2015
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Wie wurde das neu geplante E-Health-Gesetz der Bundesregierung noch im Entwurfsstadium von den Experten auf dem letzten Gesundheitsnetzwerkerkongress abgewatscht? Es sei provinziell und ginge am Patienten vorbei. Mehr sektorenübergreifende Zusammenarbeit und Kompatibilität mit den 'Neuen Medien' wurde angemahnt.

Wie verschlafen das geplante E-Health-Gesetz der Bundesregierung auf Laien und Profis gleichermaßen wirkt, erkennt man unschwer daran, dass selbst die "Entwicklung eines Medikationsplans" redundant ist. Dieser soll nicht einmal elektronisch aufbereitet und damit kompatibel für 'Neue Medien' wie PC's, Tablets, Smartphones, mobile App's, Web-App's oder WhatsApp sein, sondern ausschließlich in der veralteten Papierform verbleiben.

Bereits 1992, zur Zeit meiner hausärztlichen Praxisgründung in Dortmund, waren papier-gestützte Medikationspläne weit verbreitet. In allen aktuellen EDV-Praxissystemen sind üblicherweise mit der allgemeinen und Patienten-individuellen Medikamenten-Datenbank vernetzte Medikationspläne erstellbar, die auch per E-Mail auf elektronische Medien übertragen werden können.

Doch um dies zu realisieren, müssten "Gesundheits"-Politiker, -Ökonomen und -Strategen erst mal in die medizinische Versorgungsrealität eintauchen, anstatt sich ein virtuelles Stethoskop mit einem Reflexhammer an die Wand nageln zu wollen.

Sie leben offensichtlich noch in der Welt der „Flintstones“ mit Fred Feuerstein, seiner Frau Wilma, geborene Schotterhaufen (Slaghoople), dem als Hauskatze dienenden Säbelzahntiger (Baby Puss), der Tochter Pebbles (engl. Kiesel), den Nachbarn Betty geborene McBackstein (McBricker) und Barney Geröllheimer (Betty & Barney Rubble) mit ihrem ungewöhnlich starken Adoptivsohn Bamm-Bamm bzw. den Schaudersteins (The Gruesomes) in der Schlafstadt Steintal/Felsental (Bedrock).

Der dortige Hausarzt hatte wohl die Medikationspläne damals immer von Hopperuh aus Steintralien, genannt Hoppy, in kleine Steintäfelchen ritzen lassen?

Bildquelle (Außenseite): Jeff Kubina, flickr / CC by-sa

Bildquelle: www.videoload.de/serie/familie-feuerstein/133&h=1080&w

Artikel letztmalig aktualisiert am 02.05.2016.

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@ Wissbegieriger (Gast): Empfehle s e l b s t zu recherchieren und eine eigene Meinung zu bilden. Erhöhte Armfrakturraten korrelieren mit Sturzneigung als traumatologisches Thema; die Milch ist da sekundär. Bezeichnend für eine modische "Milch-Epidemiologie-Verwirrung" ist die Publikation einer retrospektiven ex-post-Studie im BMJ 2014; 349: g6015. Teilnehmer waren zwei große schwedische Kohorten, eine mit 61.433 Frauen (zu Beginn 1987-90 im Alter von 39-74 Jahren) und eine mit 45.339 Männern (zu Beginn 1997 im Alter von 45-79 Jahren). Sie erhielten Fragebögen zur Nahrungsmittel-Frequenz. Die Frauen beantworteten 1997 einen zweiten Fragebogen zur Nahrungsmittel-Frequenz. Einzelheiten, Übersetzung der verworrenen Ergebnisse und Kritik von mir ausführlich unter: http://news.doccheck.com/de/blog/post/1884-milch-macht-muede-blogger-munter/ Merke: Immer erst DocCheck® konsultieren, bevor unüberlegte Fragen gestellt werden! MfG
#11 am 16.05.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Wissbegieriger
Hey Dr. Schätzler hab ne frage kannst du vl. mal ein paar Studien zum Thema hoher Milchkonsum Zusammenhang mit Knochenbrüchen anschauen vl. bei pubmed. Mir sind Studien aufgefallen die zu Milchkonsum raten aber mehr die von zu hohem abraten da das Risiko Knochenbrüche (Armbereich glaub ich) zu bekommen erhöht wird
#10 am 16.05.2015 von Wissbegieriger (Gast)
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Gast
Das lernte man eigentlich schon vor 100 Jahren an der Uni, (ich vor 50 J) auf dem Rezept steht unter dem Medikament ein großes S. für Signatur, darauf folgt die genaue Anweisung für die Einnahme, die der Apotheker auf die Packung schreiben soll. das kennen die heute in der Apotheke nicht mehr?
#9 am 14.05.2015 von Gast
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@Gast #7 und #3: Wie kommen Sie auf die Idee, ich "habe(n) kritisiert, dass der einheitliche Medikationsplan anachronistisch sei". Im Gegenteil, es gibt seit Jahrzehnten bereits einen "einheitlichen Medikationsplan", nämlich das gute alte Kassenrezept als Vordruck Muster 16 (1.2013). Kein rotes Rezeptformular hat seit 1992 ohne exakte Anwendungssignatur je meine Praxis verlassen. Doch was geschieht in der Apotheke? Es wird nicht einfach zur Abrechnung elektronisch eingelesen und dem Patienten zurückgegeben. Nur, wenn wir Ärzte/-innen Glück haben, wird die ärztliche Dosierungsempfehlung von der PTA flüchtig auf die Packung geschrieben oder aufgeklebt. Ob der Patient überhaupt das richtige Medikament bekommen hat, entzieht sich damit seiner direkten persönlichen Kontrolle, weil das Rp. immer einfach "eingesackt" wird. Das ist der eigentliche Skandal um "Medikationspläne" in der GKV! Denn alle privat in der PKV-Versicherten bekommen ihr Rezeptdokument wieder zurück.
#8 am 13.05.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Gast
Danke für die Antwort zu Gast #3 Sie können ja auch gerne weiterhin Medikationspläne nach Ihrem Ermessen erstellen. Die Debatte ab wie vielen Arzneimitteln ein Medikationsplan erstellt werden soll, ist unsinnig, das sollen die Anwender selbst entscheiden. Es geht darum den Softwareherstellern klar zu machen, dass der einheitliche Medikationsplan eine Zukunft hat, damit entsprechende Module in die Systeme integriert werden. Sie haben kritisiert, dass der einheitliche Medikationsplan anachronistisch sei - das ist der im Gesetz herausgehobene Ansatz aber nicht. Die Einheitlichkeit und der Barcode schaffen zum ersten Mal Interoperabilität zwischen den Systemen im Bereich Medikation. Man könnte sich sicher mehr wünschen - aber es ist ein erster Schritt....
#7 am 12.05.2015 von Gast
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@ Gast #3: Da können die Arzneimittelkommissionen der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), der deutschen Apotheker (AMK) und das Bundesgesundheitsministerium (BGM) noch so viel konferieren und publizieren. Eine Original-Meldung von heute spricht dagegen Bände: "Ärzte Zeitung, 11.05.2015. Medikationsplan - Anspruch soll erweitert werden: FREIBURG. Nicht ab fünf verordnete Medikamente, sondern bereits ab drei Medikamente sollen Patienten in Zukunft Anspruch auf einen Medikationsplan haben, der vom Arzt erstellt wird. Das hat Oliver Schenk vom Bundesgesundheitsministerium beim E-Health-Forum in Freiburg angekündigt. Eine entsprechende Änderung wird nach Aussage von Schenk auf Anregung auch der Ärzte in den Kabinettsentwurf aufgenommen. Die Zahl der anspruchsberechtigten Patienten dürfte nach Expertenschätzungen von bisher rund sieben Millionen Patienten auf ein Vielfaches ansteigen. Der Medikationsplan soll zunächst auf Papier erstellt werden. (ger)
#6 am 11.05.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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@ Gast #3 - Fortsetzung: Ich persönlich erstelle seit 1992 schriftliche Medikationspläne für meine Patientinnen und Patienten u n a b h ä n g i g von der Anzahl der Verordnungen. Nicht nur, weil manche Multimorbiden sonst die Übersicht verlieren könnten. Sondern weil aus medizinischer Indikation krankheitsbedingt die Alltagskompetenz- und Kommunikations-gestörten, Intelligenz- bzw. Teilhabe-geminderten Patienten eine sichere Anleitung zur Medikamenteneinnahme brauchen. Auch wenn es nur eine einzige Dauermedikation gibt, erfordern Bedarfsmedikationen eine schriftliche Absicherung.
#5 am 11.05.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Gast
Wozu jemand überhaupt seine Zeit mit Whatsapp und Co verplempert ist die eine Frage. Aber die Medikamentation auf einem elektronischem Medium (Karte, Stick), damit die verschiedenen Ärzte und Apotheken einen Überblick haben ist eine andere. Früher holte man seine Kräuter aus dem Garten und dem Wald oder vom Apotheker in der eine Tagesreise entfernten Stadt. Heute gibt es neben jedem Backshop eine Apotheke, da geht die Übersicht schnell verloren.
#4 am 11.05.2015 von Gast
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Gast
Bitte in die Begründung des Referentenentwurfs zum e-Health-Gesetz §31a schauen. Dort steht: "Bei der Erarbeitung der Vereinbarungsinhalte sollte der Sachverstand der Arzneimittelkommissionen der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und der deutschen Apotheker (AMK) einbezogen werden. Im Rahmen des Aktionsplans zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit des Bundesministeriums für Gesundheit sind unter Federführung der AkdÄ bereits wesentliche Vorarbeiten zu Inhalt und Struktur eines standardisierten Medikationsplans geleistet worden, die berücksichtigt werden sollten." Dieser Vorschlag sieht einen 2D-Barcode vor! Siehe auch: http://www.akdae.de/AMTS/Medikationsplan/docs/Medikationsplan_aktualisiert.pdf bzw. http://www.akdae.de/AMTS/Medikationsplan/index.html Es gibt bereits Apps (FH Dortmund), die mit dieser Lösung arbeiten.
#3 am 11.05.2015 von Gast
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Gast
Gesundheitsbezogene, persönliche Daten sind Daten sensitiver Natur. Ich finde es schon in Ordnung, dass man hier in Zeiten von Datensicherheitslücken- und Skandalen erstmal bei konservativeren Methoden bleibt. Medikationspläne haben meiner Meinung nach auf Whatsapp nichts verloren.
#2 am 11.05.2015 von Gast
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:-D wie wahr....
#1 am 09.05.2015 von Marie Sander (Studentin der Pharmazie)
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