PR: Welche Rolle spielen Rezeptoren des angeborenen Immunsystems bei der Entstehung von Thrombose?

15.04.2015
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Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert Forschungsprojekt des Centrums für Thrombose und Hämostase der Universitätsmedizin Mainz mit rund 100.000 Euro

Bei bakteriellen Infektionen reagiert das körpereigene Immunsystem oft über das erforderliche Maß hinaus: Es bekämpft bakterielle Infektionen häufig durch Bildung eines Thrombus (Blutgerinnsel). Die angeborene Immunität schädigt damit potentiell den menschlichen Organismus, weil daraus Folgeerkrankungen wie zum Beispiel ein Schlaganfall entstehen können. Die Thrombusentwicklung ist auf eine Überaktivierung des Blutgerinnungssystems zurückzuführen. Doch wie läuft dieser Prozess ab? Und welchen Einfluss könnten aktivierte angeborene Immunrezeptoren auf die Funktion von Blutplättchen haben? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines aktuellen Forschungsprojekts der Juniorgruppe von Dr. Christoph Reinhardt am Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz. Ergebnisse dieses Forschungsprojekts können dazu beitragen, neue Interventionsstrategien zur Behandlung der Arteriellen Thrombose und insbesondere des Schlaganfalls zu entwickeln. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert dieses Projekt mit rund 100.000 Euro.

Bei einer Thrombose bildet sich in einem gesunden oder vorgeschädigten Blutgefäß ein Blutgerinnsel und verengt oder verstopft das Gefäß. Gefährliche Komplikationen einer Thrombose sind der Herzinfarkt, die Lungenembolie oder der Schlaganfall, die im schlimmsten Fall tödlich verlaufen können.

 

In ihrem Forschungsprojekt mit dem Titel „Rolle von Toll like Rezeptor-2 bei der arteriellen Thrombozytenadhäsion“ untersuchen Dr. Christoph Reinhardt und Dr. Sven Jäckel vom CTH die durch Mikroorganismen hervorgerufenen Mechanismen, die zur Thrombusentwicklung führen können. Dabei wollen sie unter anderem herausfinden, ob die bakterielle Aktivierung angeborener Immunrezeptoren – wie der Toll like Rezeptor-2 und seine Signalmechanismen – Blutplättchen in ihrer Funktionsweise beeinflusst. Ziel ist es, die beteiligten Signalwege zu identifizieren, die dazu beitragen, dass es zu einer Thrombozytenadhäsion (Adhäsion bezeichnet Anhaftung) kommt. 

„Die Förderung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung wird es dem CTH-Juniorgruppenleiter Christoph Reinhardt und seinem Kollegen Sven Jäckel ermöglichen, ein vielversprechendes und innovatives Forschungsfeld zu erschließen“, sagt der Wissenschaftliche Direktor des CTH, Univ.-Prof. Dr. Wolfram Ruf, und fügt hinzu: „Dass Bestandteile des angeborenen Immunsystems die Entstehung von Thrombosen begünstigen, haben wir seit langem gewusst. Nun ist es entscheidend, die zellspezifische Wirkung dieser Signalwege besser zu verstehen, um darauf aufbauend effektive pharmakologische Interventionsstrategien entwickeln zu können. Genau da setzt dieses Forschungsprojekt an.“

Bildunterzeile: Der Wissenschaftliche Direktor des CTH, Univ.-Prof. Dr. Wolfram Ruf (rechts), freut sich gemeinsam mit Dr. Christoph Reinhardt (links) und Dr. Sven Jäckel (Mitte) über die Förderung durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung.

Hinweis: Bildmaterial darf honorarfrei mit folgender Quellenangabe genutzt werden: Foto Thomas Böhm – Universitätsmedizin Mainz

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Wolfram Ruf
Wissenschaftlicher Direktor des CTH
Universitätsmedizin Mainz
Telefon: 06131 17-8382
E-Mail: ruf@uni-mainz.de
Internet: www.cth-mainz.de

Pressekontakt

Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse, Universitätsmedizin Mainz, Telefon: 06131 17-7424, Fax: 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de

Über das CTH

Das Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) wird als Modellzentrum zur verbesserten Integration von Ausbildung, Forschung und Patientenversorgung unter einem translationalen Fokus vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF 01EO1003) im Rahmen des nationalen Programm „Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren (IFB)“ gefördert. Im CTH-Konzept wird die Schnittstelle zwischen Patientenbehandlung und Forschung neu definiert und so die Voraussetzung für Innovationen in der Gesundheitsversorgung geschaffen. Die Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung und umgekehrt ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Umgekehrt sollen klinische Beobachtungen als Anregung und Rückkoppelung direkt in die Grundlagenforschung einfließen.

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

Bildquelle: Universitätsmedizin Mainz, CTH

Artikel letztmalig aktualisiert am 15.04.2015.

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