Medizinstudium: Alles NC, oder was?

10.03.2015
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Welche Kriterien müssen erfüllt werden, um das Medizinstudium erfolgreich zu meistern? Liegt der Fokus zu sehr auf fachlichen und zu wenig auf menschlichen Aspekten? Und wie steht es um Sinn und Unsinn des NC als Auswahlkriterium? Dr. Johannes findet Antworten.

Medizinstudium: Ist der NC wirklich alles?

Bildquelle: Anthony P Buce, flickr / CC by

Artikel letztmalig aktualisiert am 07.05.2015.

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C.F.
Ich will niemanden mit den folgenden Worten angreifen, allerdings muss ich hier wirklich erwähnen, dass diese ganze Hetzerei und Diskriminierung gegen überdurchschnittlich gute Abiturienten auch nicht von hoher emotionaler Intelligenz zeugt. Man stolpert mittlerweile viel zu oft über Aussagen, wie sie hier auch verfasst worden sind (vgl. "Die erfolgreichsten Ärzte hatten kein besonderes Abitur, oft um die 3 herum"). Ich würde hier gerne darauf hinweisen, dass genau das gemacht wird, das von eben jenen Personen kritisiert wird: Es wird an der Note festgemacht -> 1,0 = kann kein guter Arzt sein. Ich will damit nicht sagen, dass Abiturienten, die schlecht/gut abgeschnitten haben, oder Personen mit einer Berufsausbildung schlechtere bzw. bessere Ärzte seien. Apropos, der Begriff "NC" wird leider oft (wie auch hier) fälschlicherweise synonym zur "Durchschnittsnote" verwendet. Wenn jemand also 1,3 im Abi hat, hat er eine Durchschnittsnote von 1,3 und keinen NC von 1,3 - nur so am Rande ;) LG
#14 am 26.07.2016 von C.F. (Gast)
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Gast
Es ist wünschenswert, wenn ein praktischer Vorlauf zur Pflicht würde. Natürlich nicht nur im Krankenhaus sondern auch in der Altenpflege. Eine weiße Hose und eine "Pfanne" zu tragen ist wesentlich ergebgnisorientierter als eine hohe Nase über einem weißen Kittel zur Schau zu stellen. Wichtiger ist für diese Berufe Sozialkompetenz als ein entsprechender NC.
#13 am 07.05.2015 von Gast
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Sehr gut. Das Medizinstudium ist leider völlig überlaufen mit 1,0er Freaks, die Standardwerke auswendig lernen können aber im zwischenmenschlichen und sozialen Miteinander eine Art Schwerbehinderung aufweisen. Es sollte bei der Auswahl der Medizinstudenten viel mehr auf vorangegangene Ausbildungen, soziale Tätigkeiten und die gesamte Grundmotivation geachtet werden. Das Studium hat nichts mit Intelligenz sondern fast ausschließlich etwas mit Disziplin und Fleiß zu tun! Gutes Video. Grüße von einem Südstaatler mit 2,3er Abi (auch Kunst und Englisch LK ;-) Simon P.S. die Einführung einer Männerquote würde auch schon helfen!
#12 am 28.03.2015 von cand. med. Simon Müller (Student der Humanmedizin)
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Ich bin nicht so sicher, ob die guten Noten auf ein höheres Risiko für Fachidiotie schließen lassen. Ich selbst passe zwar ins Klischee (+ ungewöhnliche Hobbies wie Beteiligung an Radiologiequizfragen statt vernünftiger Studentenaktivitäten) und bin ohne Warten ins Studium gekommen, Jahrgangsbeste war an meiner Schule aber aber eine junge Frau, wie sie "normaler" nicht hätte sein können. Der Abiturschnitt ist afaik Auswahlkriterium, weil er das einzige war, was das BVerfG seinerzeit zugelassen hat - darum fand ich die Diskussion um die Abschaffung des NC seltsam, weil das Kernproblem, wegen dem die Schwelle steigt (viele Bewerber für wenig Plätze), damit nicht tangiert wird. Was man tatsächlich tun könnte wäre, mehr Studienplätze zu schaffen, damit der Konkurrenzdruck abnimmt. Vielleicht hängt der auch damit zusammen, dass meine Generation oft zuerst berufliche Sicherheit sucht - die geht in anderen Berufen zunehmend verloren.
#11 am 14.03.2015 von Sebastian Bertram (Student der Humanmedizin)
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Die Lösung ist schlicht: Ein soziales Jahr in einem Krankenhaus, einem Altenheim oder einer Behinderteneinrichtung als Pflicht. Wer das hinter sich hat, kann sich fürs Medizinstudium bewerben, Studienplatzzuweisung dann nach NC. Viele der Einserabiturienten würden durch das verbindliche soziale Jahr das Handtuch werfen, von vorneherein sich etwas anderes überlegen, weil sie das Jahr nicht verlieren wollen. Die, die das Jahr absolvieren, haben die Nehmerqualitäten und die für den Beruf erforderliche Opferbereitschaft bewiesen.
#10 am 12.03.2015 von Dr. med. Christian Nunhofer (Arzt)
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:-) Ein echter Johannes.
#9 am 12.03.2015 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
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Gast
Und AMEN! Ich meine es klappt ja auch, dass eine Pflegekraft ohne jemals Abitur gemacht zu haben nach 6 Jahren Berufserfahrung ins Studium einsteigen kann! Eine Ausbildung vor dem Studium ist generell nicht zu unterschätzen, man lernt klinische Abläufe, lernt die Arbeitswelt kennen und wird darauf vorbereitet, dass sterben leider auch dazugehört. Als Rettungsassistentin hat man sogar noch vorgelagerte Intensivmedizin inclusive. Wenn ich nun bald meine 13 Semester voll habe, MUSS mich die Uni dann endlich nehmen? Oder gibt es da wieder ne universitätsinterne Reglung und Besonderheit ?? Frustrierend wenn man es von ganzen Herzen möchte! :-(
#8 am 12.03.2015 von Gast
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Der NC ist niemals adäquate Messlatte gewesen, auch der "Medizinertest" war es nicht. Man muss nur mal ein bißchen in die Historie schauen. Die erfolgreichsten Ärzte hatten kein besonderes Abitur, oft um die 3 herum. Es gilt nach wie vor: ein Test misst nur das, was ein Test messen soll. Weder Abitur noch Medizinertest messen das, was der Patient von einem Arzt erwartet, schon gar nicht Empathie. Wir müssen weg von diesem Mist. Den Königsweg habe ich auch nicht. Vorstellungsgespräche sind eine, aber nicht die einzige Möglichkeit. Auslosungen, wie es sie es jedenfalls früher mal gab, konterkarieren das NC- / Testsystem. Abinote / NC / Medizinertest selektionieren nur willfährige, ja-sagende und glückhafte Personen beim Abitur heraus. Vollkommen ungeeignet. Solche Ärzte brauchen wir nicht. Schon gar nicht solche, die nach dem Studium sagen, ich geh mal da oder dorthin.
#7 am 12.03.2015 von Dr. med. Martin Lorenz (Arzt)
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Marc
Das spricht mir auch aus der Seele. Ich Selber auch 1,8er Abi, hab erstmal eine Krankenpflegeausbildung gemacht und arbeite nun seit nem 3/4 Jahr als Krankenpfleger und warte nun seit fast 4 Jahren auf meinen Studienplatz. Natürlich gibt es auch schöne momente als Krankenpfleger, aber wenn man quasi gezwungen ist durch das heutige System einen Beruf zu lernen der einem eigentlich keinen Spaß macht bzw. ziemlich belastend für einen ist, nur um einen Studienplatz zu bekommen in seinem "Traumstudiengang" dann muss ich sagen ist das System leider mehr als gescheitert. Insbesondere Wenn man die Chancen einen Studienplatz zu bekommen sieht. Diese sind nicht gerecht nach NC gestaffelt sondern bis 1,5 hat man ne relativ gute Chance und schlechter als 1,5 ist eigentlich so wie 2,9 oder ähnliches allein dies zeigt schon wie krank das Auswahlsystem ist. Ich muss genausolange warten wie jemand der ein wesentlich schlechteres Abitur hat.
#6 am 11.03.2015 von Marc (Gast)
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Hebamme und MTA
Lieber Doc Johannes: Give me Five! Sie sprechen mir aus der Seele! Ich habe, ausser als Hebamme, auch Jahre (7) als Arztassistentin in einer gr.Notfallaufnahme gearbeitet, hatte selbstständige Sprechstunden zur Unterstützung meiner Chef's (Gipssprechstd., Ulcus Cruris-Sprechstd.), weil ich sehr erfolgreich war. Ich habe festgestellt: der NC sagt gar nichts über die spätere Qualität eines Arztes aus, weder prakt.-med. noch menschlich! Im Gegenteil! Manche mit NC 0,9 "(kleiner Scherz😉), sind in der Praxis echte "Fachidioten" und nicht brauchbar, wenn die Ambulanz brennt! Da gehen Intelligenz und evtl.Fachwissen einfach nicht konform mit den Händen und dem EQ! Denn der EQ, praktisch der nötige NC für Empathie, der wird total vernachlässig! Die Ärzte, die vorher 6 J. LKW gefahren sind, um dann endlendlichefizin studieren zu können oder erst Krankenpflege erlernt haben, das waren später meine absoluten Favoriten - und die der Patienten!
#5 am 11.03.2015 von Hebamme und MTA (Gast)
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Gast
Genau ;) Man bekommt ja Angst, krank zu werden, wenn man so wenige menschliche und nur noch Abi-Leuchten studieren sieht!!
#4 am 11.03.2015 von Gast
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Gast
Guter Beitrag! Wie wahr...
#3 am 11.03.2015 von Gast (Studentin der Pharmazie)
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Gast
Ich bin seit einigen Jahren in der klinischen Ausbildung von Zahnmedizinstudenten tätig - und ja, die Schere öffnet sich schon während des Studiums. Von manchen unserer Absolventen würde ich mich nur sehr ungern selbst behandeln lassen. Eigentlich wäre ein Kompetenztest geeignet, die Zulassung zum Studium zu regeln. Damit würde man Wissen, Können und auch Einstellungen prüfen können. Sicher ist es schwierig, einen einheitlichen Bewertungsmaßstab für Kompetenzen zu entwickeln, aber der Nationale kompetenzbasierte Lernzielkatalog bildet dafür vielleicht eine Steilvorlage.
#2 am 11.03.2015 von Gast
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Gast
Ich war tätig in der Allgemeinmedizinischen Praxis und habe junge Kollegen abschnittsweise zum FA ausgebildet, es gab darunter solche die theoretisch sehr gut waren, aber nicht für die Praxis taugten, und andere Kollegen, die praktisch sehr gut waren und keinen NC vorher hatten. Man sollte für die Hausärzte -Allgemeinmediziner das Studium nicht vom NC ab- hängig machen. Ich würde vor allem die bevorzugen, die ihre Wartesemester mit einer mittleren med. Ausbildung genützt haben. Sie haben sich in der Regel in der Praxis bewährt. Ich hatte keinen NC und blicke auf ein erfolgreiche Praxis-Tätigkeit zurück und war sowohl als Landärztin, als auch im Ballungsgebiet tätig. FÄ für Allgemeinmedizini und Subqualifikation Betriebsmedizin
#1 am 11.03.2015 von Gast
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