Bin ich normal?

04.03.2015
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Insbesondere junge Männer sind aufgrund photogeshopter Bilder und Pornos aus dem Internet häufiger über ihre Penisgröße verunsichert. Eine aktuelle Studie kann vielleicht zur Beruhigung beitragen.


Das sind nicht 20 Zentimeter, 
nie im Leben, kleiner Peter 
20 Zentimeter sind in Wirklichkeit viel größer.

(Möhre - 20 Zentimeter)


Immer wieder finden junge Männer den Weg im unsere Ambulanz, die der festen Überzeugung sind, dass ihr Penis zu klein geraten ist. Zum einen wird sich traditionell unter Männern wahrscheinlich bei kaum einem Thema so in die eigene Tasche gelogen wie bei der Penislänge, zum anderen sind falsche Vorbilder wie gnadenlos manipulierte Fotos (à la Long Dong Silver) und Pornofilme über das Internet allgegenwärtig und frei verfügbar, wobei Erotikdarsteller wohl kaum den Durchschnitt repräsentieren.

Eine Britrische Studie hat jetzt die durchschnittliche Penislänge und den mittleren Penisumfang bei gesunden Probanden im Rahmen einer Metaanalyse aus 20 Studien bestimmt. Insgesamt flossen so die Daten von über 15.000 Männern in die Analyse ein. Ausschlusskriterien waren angeborene Fehlbildungen und vorangegangene genitalchirurgische Eingriffe. Aus diesen Ergebnissen wurden dann Nomogramme errechnet.

Dabei fand sich eine durchschnittliche Penislänge von 9,16 cm im flacciden und von 13,12 cm im eregierten Zustand. Der mittlere Penisumfang betrug im schlaffen Zustand 9,31 cm und bei Erektion 11,66 cm. Der schlaffe Penis ließ sich durchschnittlich bis zu einer Länge von 13,24 cm strecken. Die größte Korrelation bestand zwischen der (schlaffen) gestreckten und der eregierten Länge.

Gleichzeitig räumt diese Studie mit Mythen auf, dass ein Zusammenhang zwischen Phallusgröße und Schuhgröße, Länge des Zeigefingers, Hodenvolumen oder Alter besteht. Der Deutsche Spruch "Wie die Nase des Mannes, so ist sein Johannes" wurde nicht untersucht, dürfte aber ebensowenig zutreffend sein. Auch die Annahme, dass afrikanische Männer besonders große Penisse haben, ist wenig haltbar, wobei die Studienlage hier eher dünn ist.

Interessanterweise liegt die durchschnittliche Penisgröße in Untersuchungen, in denen Männer Eigenauskunft über die Länge und dem Umfang ihres Geschlechtsteils gegeben haben, etwa einen Zentimeter über der Fremdmessung.

Diese Studienergebnisse sind zwar weder völlig neu, noch überraschend, aber sie können vielleicht zur Beruhigung beitragen, was eigentlich normal ist. Denn die den meisten, die Angst haben, ihr bestes Stück könne zu klein sein, haben einen durchschnittlichen Penis.

 

Literatur:

Veale D, Miles S, Bramley S et al. Am I normal? A systematic review and construction of nomograms for flaccid and erect penis length and circumference in up to 15,521 men. BJU International; Published Online: March 3, 2015 (DOI: 10.1111/bju.13010)

  

Bildquelle (Außenseite): Bernardo Henz, flickr / CC by-sa

Bildquelle: J. Ortiz / Wikipedia

Artikel letztmalig aktualisiert am 07.05.2015.

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Gast
Wenn mehr Aufklärung über den weiblichen anatomischen Zielort des "besten Stückes" stattfände wäre die Kuh vom Eis. Könnte man sich doch jedenfalls dann der technischen Anwendung und ihrer Möglichkeiten zuwenden.
#2 am 07.05.2015 von Gast
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Wurde schon vor Jahren in "Der Phallus-Komplex" von Marc Chatenieu beschrieben. ( www.Hautpille.de )
#1 am 09.03.2015 von Dr. Klaus Umbreit (Arzt)
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