Doktor, ich hab 'Rücken'!

25.02.2015
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Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) hat zum Thema Gesundheit und Patientenschutz am 9. Februar 2015 eine Studie zu Rückenschmerzen und deren hausärztliche Versorgung vorgestellt: Sie offenbart damit ein seltsam korruptives Verständnis, w e r eigentlich derartige Studien mit seiner Arbeitskraft bezahlen soll?

Zwei junge Test-Patientinnen mit angeblich verifizierbaren chronischen Rückenschmerzen besuchten je 30 Allgemeinmediziner. Sie wollten sich untersuchen und beraten lassen. Die Kriterien für eine gute Beratung, mit denen die Leistung der 60 Ärzte beurteilt werden sollte, wurden zuvor aus Leitlinien und Fachbüchern zusammengestellt und mit zwei Referenzärzten abgestimmt. 

Wes Geistes Kind die Studienautoren/-innen sind, kann man an folgendem Originalzitat aus der Studie ablesen: "Selbst der Patientin, die zuvor schon mehrere Orthopäden besucht hatte und ein Röntgenbild mitbrachte, auf dem ein Bandscheibenvorfall zu sehen war, wurde von keiner Ärztin zur Operation geraten. Sie wurde im Durchschnitt besser, länger und ausführlicher untersucht und beraten als die zweite, die noch bei keiner Ärztin gewesen war und zudem ein weniger selbstbewusstes Auftreten zeigte."

Dazu noch die wenig geistreiche Anmerkung: * Aus Gründen der Sprachästhetik wird in der Einzahl die weibliche und in der Mehrzahl die männliche Form verwendet. Meist sind dabei jedoch beide Geschlechter gemeint. 

Doch mit welchem Recht hat die VZHH zwei Patientinnen mit angeblich echten Beschwerden in Praxen verschiedener Hamburger Stadtteile geschickt, um den Erstkontakt mit Anamnese, Untersuchung und Beratung zu prüfen, wie sie selbst behauptet? Wie sollte ein Bandscheibenvorfall mit Nucleus pulposus Prolaps (NPP) und Ligamentum anulare Verformung ausgerechnet in einem "Röntgenbild" zu erkennen sein? 

Welche Berechtigung und welcher Verhaltenskodex stecken dahinter, wenn die Bewertungskriterien zuvor gemeinsam mit zwei allgemeinmedizinisch versierten Referenzärzten festgelegt wurden, die Erfahrung als Gutachter haben?

1. Wenn zwei Patientinnen mit echten Rücken-Beschwerden in der Lage und willens sind, 60 zufällig ausgewählte Hausärzte aufzusuchen u n d zu überprüfen, können diese beiden per definitionem keine objektivierbaren Rückenbeschwerden mehr haben bzw. haben schon therapeutische Mobilisierungsmaßnahmen absolviert.

2. Wer zu zweit mit ein und demselben Beschwerdebild zu insgesamt 60 Ärzten geht, erschleicht sich unberechtigter Weise Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und verstößt gegen § 12 des 5. Sozialgesetzbuches (SGB V). Dort heißt es wörtlich in Absatz 1: "§ 12 Wirtschaftlichkeitsgebot (1) Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen."

3. Hamburgs Verbraucherzentrale müsste sich m. E. dem Vorwurf des planmäßigen und vorsätzlichen Betrugs stellen: Denn durch Beauftragung und Veröffentlichung ihrer Erhebung an 60 Hamburger Ärzten o h n e deren rechtsverbindliche Zustimmung, zu Lasten der Ärzte, ihrer KV und letztlich der GKV will sie einen Vermögensvorteil dadurch erlangen, das sie neue zahlende Mitglieder findet, multimediale Aufmerksamkeit erlangt und weiter vom Senat der Stadt Hamburg subventioniert wird.

4. Zugleich fehlt es der Hamburger Verbraucherzentrale offensichtlich an Verständnis für ihr e i g e n e s korruptives Verhalten. Arbeitskraft und Arbeitszeit Hamburger Hausärzte (42 Prozent nahmen sich 15 Minuten bis max. 35 Minuten für die Patientinnen Zeit) wurden ausschließlich für eigennützig propagandistische und n i c h t medizinische Zwecke missbraucht.

Dass die Hamburger Verbraucherzentrale ein fehlendes Unrechtsbewusstsein hat, ist die eine Sache. Die andere aber ist, dass die Rechtsabteilung der Kassenärztliche Vereinigung (KV-HH) Hamburg schon längst einen Strafantrag hätte stellen müssen, bzw. eine Schadenersatz- und eine Unterlassungsklage in Erwägung ziehen müsste.

Doch die hält nur die gewählten Kriterien einer objektiven Bewertung von zwei Rückenschmerz-Patientinnen mit angeblich echten Beschwerden für zweifelhaft? Dass die beiden Frauen im Auftrag der VZHH nach Angaben mit chronischen Rückenschmerzen 60 zufällig ausgewählte Hausärzte überprüft haben und damit GKV-Leistungen erschwindelten, die ihnen gar nicht zustehen, fällt der KV-HH gar nicht mehr auf.

Ein klassisches Beispiel, wie man Versorgungsforschung nun wirklich nicht betreiben sollte.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Quellen:

A)        Zusammenfassung

http://www.vzhh.de/gesundheit/367003/allgemeinmediziner-gerade-mal-mittelmass.aspx

B)        Studiendarstellung 

http://www.vzhh.de/gesundheit/367007/2015-02-09_Allgemeinmediziner.pdf

Bildquelle (Außenseite): Anders Sandberg, flickr, CC by

Bildquelle: OP juvenile Skoliose Copyright Praxis Dr. Schätzler

Artikel letztmalig aktualisiert am 09.03.2015.

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and what the fuck you want bei einem Hausarzt mit Rücken? Der ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Spezialist für Vorsorgeuntersuchungen Blutdruckeinstellung, Diabetesbehandlung u.s.w. Kaufen Sie Ihre Wurst auch beim Bäcker? Schon mal was von interventioneller Schmerztherapie, intensiviertem Rückenprogramm, sachgerechter manueller Therapie gehört? Erstkontakt bei Hausarzt super. Weiterbehandlung bitte beim Profi
#18 am 05.03.2015 von Dr. med Herbert Hagen (Arzt)
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Ich habe es mir angetan und die Studie gelesen BEVOR ich kommentiert habe. Ganz klar: Studiendesign entspricht keinerlei Qualitätskriterien. Anlage und Fragestellung war von vorneherein auf Stimmungsmache aus, Die Bewertung und das Resümee sind schlicht falsch. Einige Fehler in Kurzform: Fragestellung ohne definierten Endpunkt der Zielerreichung. Keine geeignete Probandenwahl. Falsche Arztgruppe als Ansprechpartner ( Was soll ein Pat. mit Rücken/ BSV beim Hausarzt und dann noch nicht mal seinem eigenen?). Völlig verkannt wurde dass die beurteilten Kollegen sich extrem viel zu genommen haben (15-35 min) und zu über 75 % gute bis sehr gute Therapieempfehlungen gegeben haben. Es hat sich wohl bei den Hamburger Hausärzten herumgesprochen das ein BSV ohne passende Symptomatik keine OP Indikation ist. Insgesamt soweit man das beurteilen kann grauselige Studie, Lob für die getesteten Ärzten die in der großen Mehrzahl den gefakten Patienten nicht aufgesessen sind.
#17 am 01.03.2015 von Dr. med Herbert Hagen (Arzt)
  0
Arzt
Ich habe "Rücken" ist genau die richtige Überschrift, und die Ärzte sind dran schuld.
#16 am 01.03.2015 von Arzt (Gast)
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Arzt
In einem "Röntgenbild" kann man keine Bandscheibe sehen, geschweige denn einen "Prolaps" der auf Nervenwurzeln drückt. Zum Totlachen
#15 am 01.03.2015 von Arzt (Gast)
  1
Arzt
Ein fairer Dr. ist selbstverständlich verpflichtet, eine konkrete Therapieempfehlung zu geben, die seinem persönlichen Behandlungsrepertuar und dem ganz individuellen Einzelfall entspricht. Ich habe in einem Einzelfall schon eine bestimmte Operation! abgelehnt die der Patient ausdrücklich wünschte, da ich für ihn eine bessere operative Alternative hatte. Die Note des Patienten war mir völlig Wurscht. Erstaunlicherweise hat er am Ende zugestimmt, was mir eher unangenehm war. Und am Ende nach der Op waren alle zufrieden. Sehr subjektive "Benotung" durch 2 in Worten zwei Laien für Ärzte, die aber nicht behandeln durften, ist schon wirklich mehr als witzig. Das ganze noch auf allen Ebenen anonym und daher nicht überprüfbar, macht die Angelegenheit schlicht eindeutig vorsätzlich arztfeindlich.
#14 am 01.03.2015 von Arzt (Gast)
  1
Rückenpatient
@Sebastian Bertram (Student der Humanmedizin?) geruhen persönlich zu werden? Hat er den Satz überlesen: "erschleicht sich unberechtigter Weise Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) " ? Und nun zur Diagnose 1: Ein "stationärer" Bandscheibenprolaps von 5 Jahren ist offensichtlich eine Fehldiagnose! Hier Sport zu empfehlen und das auch noch mit Plus-Punkten zu versehen, zeigt die völlig laienhafte Inkompetenz der ganzen Angelegenheit, Studie kann man das keinesfalls nennen. Und von einer echten "Diagnose" im Fall 2 kann auch keine Rede sein, wenn man nur sagen kann wo es ungefähr weh tut. Die anonymen "Gutachter" verdienen daher eine schlechte Note. Der beste Arzt ist eigentlich der, bei dem der Patient mit Beschwerden reinkommt, und ohne Beschwerden wieder rausgeht. Das ist gelegentlich möglich aber war hier ausdrücklich nicht erwünscht. Eine "Beurteilung" durch Laien ist damit ausgeschlossen!
#13 am 01.03.2015 von Rückenpatient (Gast)
  1
Weder in der Zusammenfassung noch im Volltext der Studie werden irgendwelche Aussagen zu einer Fremdfinanzierung getroffen. Da die Verbraucherzentralen sowohl über eigene Steuergelder wie auch eigene Einnahmequellen verfügen (etwa Gebühren für Rechtsberatung) ist wohl davon auszugehen, dass diese finanziell wenig aufwändige Untersuchung aus eben diesen eigenen Geldern finanziert wurde und nicht aus Geldern von Krankenkassen. Auch im Post von Dr. Schätzler findet sich keinerlei Hinweis auf eine mögiche Finanzierung aus anderen Mitteln als denen der Verbraucherzentrale - der Vorwurf der Verschwendung bezieht sich auf die von den Ärzten aufgewandte Arbeitszeit, nicht die Mittel zur Studiendurchführung selbst! Ist es möglich, dass sie sehr impulsiv über eine Studie urteilen, die sie nicht gelesen haben, und Zusammenhänge herstellen, die ihnen zwar persönlich nahe gehen, aber faktisch nicht existieren? Krankenkassen in einem Fall die Nachuntersuchung von Operationen nicht finanziert haben, hat keinerlei Bezug dazu, wofür die Verbraucherzentrale Hamburg ihr Budget ausgibt.
#12 am 01.03.2015 von Sebastian Bertram (Student der Humanmedizin)
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Chirurg
"aber da die hier besprochene Studie wohl nicht von den Krankenkassen finanziert wurde," ... von wem den sonst?
#11 am 28.02.2015 von Chirurg (Gast)
  2
@Chirurg: Dass sie (?) als Chirurg keine Mittel für Nachuntersuchungen bewilligt bekommen, ist bedauerlich, aber da die hier besprochene Studie wohl nicht von den Krankenkassen finanziert wurde, glaube ich nicht, dass ich ihrem Argument hier folgen kann. Über die Verwendung der Mittel und die Wissenschaftlichkeit der Ergebnisse kann man streiten und ich stelle diese Argumente auch nicht a priori in Abrede. Der Blogbeitrag geht jedoch weiter als nur von Verschwendung und nicht belastbaren Ergebnissen zu sprechen. Ich halte es für überzogen, die juristische Keule schwingen zu wollen - die investigative Methode als solche kann gerechtfertigt sein, und selbst rein politisch betrachtet wäre es dumm (Streisand-Effekt). Ich halte es ebenso für verfehlt, a priori niedere Motive zu unterstellen.
#10 am 28.02.2015 von Sebastian Bertram (Student der Humanmedizin)
  4
Chirurg
@Sebastian Bertram , wirklich zu viel Toleranz, fragen Sie mal einen Chirurgen, der aus Qualitätsgründen, also seriös wissenschaftlich seine eigenen Operationen, oder auch nur eine einzige ganz spezielle Op-Technik (wie hier "Rücken") ein- oder zwei mal auf Kassenkosten nachuntersuchen möchte, sagen wir nach einem und nach 5 Jahren. Was meinen Sie wohl was der von den Krankenkassen zu hören bekommt! Hier ist dagegen nicht nur die Mittelverwendung sehr fragwürdig, sondern die völlig unwissenschaftliche Konzeption einer Qualitätsbeurteilung für eine einmalige Untersuchung. Eher eine Beleidigung, das sollte ein "Mediziner" auf den ersten Blick erkennen können.
#9 am 28.02.2015 von Chirurg (Gast)
  1
Es geht um etwas völlig anderes. Als Arzt wird man heutzutage wegen Budgetüberschreitungen wegen Verordnung von Medikamenten und Heil/ Hilfsmittel in Regress genommen, wenn die Ehefrau im selben Zimmer bei einer Weiterbildung übernachtet der Vorteilnahme oder der Steuerhinterziehung bezichtigt, wenn Sie einen Kugelschreiber annehmen der Bestechlichkeit bezichtigt u.s.w.. Da kann es nicht angehen, dass mit der knappen Ressource Arzt Schindluder getrieben wird wie von der Verbraucherzentrale. Wir müssen endlich lernen uns gegen die Auswüchse des Systemes und der ständigen ungerechtfertigten Angriffe von verschiedenen Interessengruppen zur Wehr setzen um unseren Beruf zu retten. Kein Mensch hat je behauptet dass in der kassenärztlichen Versorgung alles perfekt läuft. Aber Fairness gegenüber denen die mit hohem Einsatz unter persönlicher Haftung arbeiten ist Pflicht. Die ständigen Profilierungsversuche von Politikern, Lobbyisten u.s.w. muss aufhören. 95 % der Ärzteschelte ist unberechtigt
#8 am 27.02.2015 von Dr. med Herbert Hagen (Arzt)
  0
Peter Orderny, Physio
Sicher, das habe ich gelesen. Und ich gebe ihnen auch absolut recht Herr Dr. Schätzler. Mit so einer Maßnahme anderen Patienten der Termin zu nehmen ist nicht sinnvoll. Zur etwas umfänglicheren Auflistung, im Sinne eines schnellen Überblicks über das Ausmaß der Schieflage habe ich mich, zugegeben, hinreißen lassen aufgrund des Wordings von Herrn Dr. Hagen. Aber die drastischen Ergebnisse der Studien und Untersuchungen zeigen meines Erachtens genau die Notwendigkeit, nur mit deutlich sachdienlichere und bessere Vorgehensweisen wie das der VZHH. Da haben sie schon recht. Ich hatte, ohne es zu kommunizieren, schon weiter gedacht. Denn wäre alles in Ordnung gäbe es nicht ein so unschönes Bild verschiedenster Studien. Ich spekuliere, daß aufgrund des Gesamtbildes immer mehr solcher Unsinnigen oder vielleicht auch mal Sinnigen Ausreißer geben wird. Übergreifend betrachtet: Die Lage an sich ist nichts neues und wird auch immer drastischer in Studien aufgezeigt. Nur die Reaktionen der Verantwortliche darauf fehlt, bleibt aus oder geht in eine "falsche" Richtung. Z.B: weitere leistungs- Reduzierung, Therapiezeit Eingrenzungen, mehr Papierarbeit. Alles im Sinne der Beschäftigung. Denn je mehr wir zu tun haben um so weniger schauen wir uns diese Schieflagen wirklich an oder begehren sogar dagegen auf. Es ist vielleicht der falsche Ort, aber es scheint mir immer nötiger darauf hinzuweisen das die Lage noch viel „verzwickter“ ist als man es im ersten Moment glauben mag. Den Wissenschaftlich arbeitenden hat man wirklich gründlich abgewöhnt das Gesamtbild zu betrachten. Ob Arzt oder Patient, wir "tanzen" schon lange nach einer anderen Pfeife! MFG
#7 am 27.02.2015 von Peter Orderny, Physio (Gast)
  3
@Peter Orderny, Physio (Gast): Herr Orderny, haben Sie eigentlich meinen Blogbeitrag - Doktor, ich hab "Rücken" - gelesen? Es ging nicht um suboptimale oder "Optimale Herangehensweise". Auch mein "Ego" blieb völlig unbeschädigt. Es ging auch nicht um Schmerz-Versorgungsforschung mit "acht verschiedenen Fachärzten" und "späteren Stadien der Chronifizierung". Auch nicht "warum die Operationen, hier am Knie, so massiv zunehmen", da Rücken-OP's massiv rückläufig sind. Es ging auch nicht um die "Schmerzfalle" oder "ca. 3000 Suizide aufgrund von Schmerzen". Es ging einzig und allein darum, ob es zulässig und gerechtfertigt ist, dass die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) 60 Hausärzte/-innen wie die Puppen antanzen lassen darf, um ein vollkommen schiefes Bild der Versorgung unserer Rückenschmerz-Patienten zu zeichnen. MfG
#6 am 27.02.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
  2
Peter Orderny, Physio
Naja, das ist sicher keine Optimale Herangehensweise der VZHH. Vor allem fühlt sich das Ego mächtig auf den Schlips getreten, gerade derer die sich nun wirklich bemühen. Mann kann das ganze aber auch umdrehen. Möglicherweise war folgendes auch eine Motivation da mal genauer hin zu schauen. Z.b: das ernüchternde Resümee der Akademie-tutzingen. Hierbei wurden Schmerzen genereller betrachtet als nur auf den Rücken bezogen. "....., bevor Patienten in eine Facheinrichtung gelangen, haben sie durchschnittlich zehn Jahre lang Behandlungsversuche von acht verschiedenen Fachärzten über sich ergehen lassen; 80 % von ihnen lagen während dieser Zeit mindestens einmal im Krankenhaus und ein Drittel hat sich wegen der Schmerzen operieren lassen: In der Regel ohne Erfolg, doch mit viel verlorener Zeit. In späteren Stadien der Chronifizierung gelingt es meistens nur noch, den Schmerz zu vermindern, nicht mehr, ihn zu beseitigen..." Ist das ein Verbrechen? Moralisch ja, gesetzlich nicht. Auch der FCKO Report von 2011 fragt sich warum die Operationen, hier am Knie, so massiv zunehmen. Interessant ist die Annahme das der Bildungsstand und somit die Finanzmittel eines Patienten darüber entscheidet ob er alternative Therapien in Anspruch nehmen kann. Das zumindest sollen die besseren Zahlen sowohl was die Prävention als auch die Rehabilitation angeht aussagen. Flapsig ausgedrückt, wer sich also Privatleistungen "leisten" kann, kommt nicht in die "Schmerzfalle" die eine GKV Behandlung nach sich zieht KANN. Das halte ich für Bedenklich. Also alleine die Möglichkeit das auch nur irgendwas an oben genanntem stimmt, incl. der ca.3000 Suizide aufgrund von Schmerzen, rechtfertigt m.E. viele Optionen nachzuschauen woran es hapert ! Solange Bewegung ins System kommt, und Nachdenken erwirkt wird, hat die VZHH gute Arbeit geleistet. Denn hier kommt, außer dem Ego erstmal niemand zu Schaden.
#5 am 27.02.2015 von Peter Orderny, Physio (Gast)
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"Kritikunfähig" wäre die Ärzteschaft, wenn sie sich kritiklos alles gefallen ließe. Wir marschieren aber als Ärzte auch nicht in die Redaktionsräume der Medien oder in politisch angeblich korrekte Verbraucherzentralen, um als Meinungs-Tester "einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs" zu leisten. Sondern wir machen als niedergelassene Hausärzte unsere Arbeit mit unseren Patienten, die nicht nur Rückenbeschwerden alleine haben. Da können wir auf Test-Patienten mit vordiagnostizierten (und vorbehandelten!) Rückenkrankheiten, die in insgesamt 60 Arztpraxen anderen Kranken die Termine wegschnappen, gerne verzichten. MfG
#4 am 27.02.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Ich halte es für fragwürdig, kritischen Betrachtern von außen gewissermaßen aus dem Ohrensessel heraus niedere Motive zu unterstellen und juristische Schritte zu diskutieren. In einer demokratischen Gesellschaft muss jeder mit kritischer und investigativer Berichterstattung oder Forschung leben, und man sollte auch nicht erst dann, wenn man persönlich betroffen ist, in Entrüstung ausbrechen. Solche Tests werden in allen Branchen regelmäßig von Journalisten durchgeführt und leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs. Warum sollte die Medizin davon ausgenommen werden? Nur weil öffentliche Gelder verwaltet werden? Ich hoffe, dass die KV die diskutierten rechtlichen Schritte nicht einleitet. Ein Erfolg scheint mir keineswegs so sicher, wie es der Kommentar suggeriert, und es zeichnet unabhängig davon ein denkbar kritikunfähiges Bild der Ärzteschaft, wenn sie als Reaktion auf eine solche Studie allein mit dem juristischen Hammer droht.
#3 am 26.02.2015 von Sebastian Bertram (Student der Humanmedizin)
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Herr Dr. Schätzler, bitte stellen Sie einen Strafantrag gegen die Verbraucherzentrale Hamburg und melden Sie den Vorfall der zuständigen Aufsichtsbehörde mit Zielrichtung Entzug von öffentlichen Fördergeldern an diese Einrichtung. Lassen Sie es wissen wenn Sie Unterstützung benötigen. 120 gefakte Fälle bei einem Hausarzt bedeuten einen finanziellen Schaden von ca. 5400 € für die Solidargemeinschaft und am Schluss wegen Budgetierung und Abstaffelung für die Ärzteschaft. Das ist keine Bagatelle.
#2 am 26.02.2015 von Dr. med Herbert Hagen (Arzt)
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Ärtztin
Klasse Recherche, in was für einer Repubik leben wir eigentlich
#1 am 26.02.2015 von Ärtztin (Gast)
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