Die Grippewelle ist da!

16.02.2015
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Sie ist da. Es gibt nichts mehr zu leugnen. Heimlich, still und leise wurde sie nach Neujahr immer mehr, bis sie nun zu einer regelrechten Epidemie angewachsen ist. Jedenfalls in unserem ländlichen Brandenburger Gebiet.

Die letzte Woche habe ich nur mit Grippepatienten verbracht. Alle zeigen die exakt gleichen Symptome: plötzlicher Beginn, sehr oft mit teilweise hohen Fieber, auch oft bei erwachsenen Patienten, Glieder- Kopf-, Hals-, Ohrenschmerzen, Husten, Schnupfen, starkes allgemeines Krankheitsgefühl. Die Symptome halten meist eine gute Woche an, bei einigen kann es auch zwei Wochen dauern.

Machen kann man gegen einen Virus ja bekanntlich nicht viel, außer symptomatisch zu behandeln. Das meinen Patienten zu verklickern, kostet mich einiges an Kraft. Zumal diese Grippewelle auch viele Patienten erwischt, die sonst nicht so häufig Gast in der Praxis sind. Und diese sind dann entsprechend ungeduldig und möchten einfach nur geheilt werden. Was ich leider so nicht kann. Deswegen rede ich mir jetzt den ganzen Tag den Mund fusselig, ja das geht von alleine weg, ja ich weiß, Sie fühlen sich sehr krank, das gehört dazu. Folgende Hausmittel könnten Ihre Beschwerden lindern... Bei jedem Patienten erzähle ich den selben Psalm.

Ich hatte mir schon überlegt, einen Merkzettel zu machen, damit ich nicht mehr soviel das Gleiche erzählen muss, bin aber irgendwie wieder davon abgekommen. Viel wichtiger ist für mich der Versuch, mich vor dieser überbordenen Viruslast zu schützen. Die Desinfektionsflasche ist mein ständiger Begleiter. Bis jetzt hat meine Abwehr Erfolg. Ich hoffe, das bleibt so.

Und so langsam könnte die Grippewelle wieder abebben, ich würde auch mal wieder gerne andere Krankheiten behandeln, aber ich fürchte, dass dauert noch eine Weile. Seit dem Wochenende haben wir verstärkt auch Magen-Darm-Infekte, höchstwahrscheinlich Noro-Virus. Ich sehe schon die nächste Welle auf uns zurollen...

Bildquelle: Håkan Dahlström, flickr, CC-by

Artikel letztmalig aktualisiert am 22.02.2015.

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Gast
Habe die dieses Jahr doch recht hartnäckige Grippe mit Ferrum ph., mit Umkaloabo, da auch extremste Gliederschmerzen mit dabei waren u. gegen meinen zuvor starken bes. nächtl. Husten Prospan Hustensaft ( mit Efeu ) behandelt, als auch ich davon betroffen war. Mein Arzt hatte mir anfangs nur Ferrum ph. empfohlen, mich weder abgehört, noch einen genaueren Test gemacht, ob es sich um Influenza etc. handelt. Merkte bald, da zu Beginn der Husten nachts immer schlimmer wurde, dass das vom Hausarzt empfohlene Mittel alleine nicht ausreichte. Erst als ich die zwei oben noch aufgelistete einnahm, wurde es täglich besser. Dazu legte ich mich 2x täglich auf meine Bemer 3000 Matte u. benutzte besonders für die starken Schmerzbereiche im Schulter- u. Nierenbereich den Aplikator. Dazu Wärme im Rücken-/ Nierenbereich u. immer wieder Ruhephasen.
#15 am 22.02.2015 von Gast
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Gast
Ohja, die Grippewelle ist echt angekommen :/
#14 am 20.02.2015 von Gast
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Gast
Dr. med. Thomas Georg Schätzler, bitte mehr Deutsch reden, dann gibt es auch weniger Missverständnisse. Soviel ich weis, reicht die Tamiflu-Wirkung gerade mal für einen Tag weniger.
#13 am 19.02.2015 von Gast
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Bewusste Missverständnisse? Ich kommentiere hier doch n i c h t die derzeitigen Heerscharen von Patienten mit "Schnupfen", "Erkältung", katarrhalisch infizierten unteren und oberen Atemwegen, "grippalen Infekten" oder im englisch-sprachigen Raum aus Verlegenheit "common flu", "common cold" oder "influenza-like-illness" genannten. Sondern über die im HxNx System an den verschiedenen Influenza-Varianten Erkrankten. Nur und ausschließlich dabei besteht u. U. die Indikation zur Tamiflu® oder Relenza® Therapie, um den klinischen Verlauf abzumildern, abzukürzen und vital bedrohliche Komplikationen zu verhüten. Die konsequente Durchimpfung meiner Patienten/-innen ergänzt die Herdenimmunität,
#12 am 19.02.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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so dass in der letzten und vorletzten Influenza-Saison keine einzige Tamiflu®-Therapie eingesetzt werden musste. Aktuell hatte ich erst eine hochbetagte, multimorbide und immobile Patientin mit Pneumonie-Anamnese, die bei schwerer klinisch eindeutiger Influenza-Symptomatik mit Oseltamivir von mir erfolgreich behandelt wurde. Vgl. dazu "Comment - Influenza: the rational use of oseltamivir" von H. Kelly und B. J. Cowling http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(15)60074-5/abstract . Eine Influenza-Labordiagnostik ist jederzeit möglich und vom RKI ausdrücklich gefordert. Für GKV-Vertragsärzte besteht konkret ein Labor-Budget-Freistellung. Von daher ist mein erster Kommentar gelebte Praxis und nicht "witzige Theorie", wie #2 meinte.
#11 am 19.02.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Gast: wie war, dem ist nichts hinzuzufügen. Auch Angst vor Erkrankungen begünstigt das auftreten Selbiger.
#10 am 19.02.2015 von Matthias Reikowski (Heilpraktiker)
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Gast
zu#8 Viren kommen zufällig aus "der Natur", oder meinen Sie aus amerikanischen Militärlabors? zu#7 @Matthias Reikowski, das ist sogar sehr häufig, besonders bei Schulmedizinern. Ich wundere mich immer, wie die trotz häufigem Kontakt mit kranken Virusträgern so gesund bleiben. Nennt man auch "stille Feiung" und natürlich auch erworbene Resistenz durch frühere Erkrankung. Früher hatten Ärzte die z.B. an der Dialyse arbeiteten fast zu 100% Hepatitis B etc., z.T. recht heftig. Inzwischen gibt es ja Gott sei Dank die Impfung, deshalb ist das fast selten geworden. Freundliche Grüße auch an meinen Hausarzt
#9 am 19.02.2015 von Gast
  1
Gast
Wenn es um Viren geht, zurück zur Natur! Es gibt Pflanzen mit antiviraler Wirkung: z.B. Kapuzinerkresse und Meerettich auch als Fertigpräparat in Tablettenform und noch wirksamer ist Oregano Öl, wers vom Magen her verträgt, die Wirkung setzt beeindruckend schnell ein
#8 am 19.02.2015 von Gast
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Gast: Es gibt Menschen, die erkranken nicht, trotz Virus..... Woran liegt das wohl...?
#7 am 18.02.2015 von Matthias Reikowski (Heilpraktiker)
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Gast: ich empfehle einen Blick in die Biochemie oder genannte Literatur oder weitere wissenschaftliche Veröffentlichungen.
#6 am 18.02.2015 von Matthias Reikowski (Heilpraktiker)
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Gast
Hallo, Herr Dr. med. Thomas Georg Schätzler, früher sagte man eine Grippe dauert ohne Behandlung 1 Woche und mit Behandlung 6 Tage. Können Sie das mit Tamiflu deutlich verkürzen???
#5 am 18.02.2015 von Gast
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Gast
@ Matthias Reikowski, doch doch, sie erkranken tatsächlich an einem Virus. Und wie repariert man ein angeblich krankes Mitochondrion?
#4 am 18.02.2015 von Gast
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Aus meiner Praxiserfahrung heraus kommt es nicht nur auf die Viruslast, sondern auch auf unsere mitochondriale Leistungsfähigkeit an. Wird diese durch gezielte orthomolekulare Therapie optimiert, entwickeln wir auch eine bessere Resistenz gegen Erreger. Hierzu ist die einschlägige Literatur von Dr. Bodo Kuklinski, einem Internisten, Umweltmediziner und Pionier der Mitotherapie zu empfehlen. Die Literatur gibt es in der wissenschaftlichen Form für Therapeuten und als Ratgeber für Patienten. Ersteres kommt in Kürze auf den Markt. Patienten erkranken nicht an Virusstatikamangel oder Mangel an Desinfektionsmitteln sondern wegen gestörter Regulationsfähigkeit. Mit gezielter Mitotherapie lässt sich diese verbessern. Für Kritiker: Es geht ausdrücklich nicht um entweder - oder - sondern um gezielte Ergänzung verschiedener Therapiewege.
#3 am 18.02.2015 von Matthias Reikowski (Heilpraktiker)
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Gast
Witzig... Wieviele V.a. Influenza lassen Sie denn so "klinisch-labordiagnostisch" untersuchen und wer bezahlt die Untersuchung? Da klafft die Realität zwischen einer kleinen Landarztpraxis und ????-Ärzten wohl auseinander. Und: wann verordnen Sie denn Ihren GKV-Patienten Tamilfu? Bei Verdacht mit klinischer Symptomatik oder warten Sie auf die Laborergebnisse ? Wie rechnen Sie das ab? Der Kommentar klingt sehr nach "Theorie"...
#2 am 18.02.2015 von Gast
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Bedaure, das verstehe ich nicht: Ist das nun eine Welle grippaler Infekte oder eine örtliche Influenza-Epidemie, die Sie für Ihre Praxis im Bundesland Brandenburg beschreiben? Laut Robert-Koch-Institut wurden "nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) ... für die 7. Meldewoche (MW) 2015 bislang 6.251 ... klinisch-labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand 17.02.2015)". Wohlgemerkt, bundesweit auf knapp 81 Millionen Menschen in Deutschland bezogen. Gerade die Differenzierung bei respiratorischen Erkrankungswellen ist für die Therapie bedeutsam. Echte Influenzafälle werden mit Oseltamivir und Zanamivir (Tamiflu® und Relenza®) kausal antiviral behandelt, um schwere (bakterielle) Komplikationen wie Pneumonie, Myokarditis u. ä. zu verhindern und mit dem Virustatikum die Herdenimmunität zu halten. Bei anderen grippalen Virusinfekten wie Respiratorischen Synzytial (RS)-Viren, Rhinoviren, Adenoviren und humanen Metapneumoviren (hMPV) geht das nicht.
#1 am 18.02.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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