Die Gefahr von Alkohol wird noch immer unterschätzt

12.02.2015
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Dass Alkohol viele negative Auswirkungen hat, ist eine Tatsache, die fast jedem klar ist. Trotz zahlreicher Aufklärungskampagnen sterben jedes Jahr in Deutschland noch immer rund 74.000 Menschen aufgrund der direkten oder indirekten Folgen ihres Alkoholkonsums.

Trunkenheit im Straßenverkehr oder Leberzirrhose sind nur zwei der häufigsten Gründe für Tod durch Alkoholmissbrauch (Aufklärungskampagne des PKV-Verbands). Über zehn Liter reinen Alkohol trinkt statistisch gesehen jeder Deutsche über das Jahr verteilt. Manche Jugendliche trinken diese Literanzahl leider bedeutend schneller. So gelten bis heute etwa 1,3 Millionen Menschen als alkoholabhängig. Von denen unterziehen sich jedoch nur ca. 10 Prozent einer Therapie und das auch meistens erst viel zu spät, nämlich erst 10 bis 15 Jahre nach Beginn ihrer Abhängigkeit. 
 
Die Gefahr der Verharmlosung von Alkohol ist groß
 
Dadurch, dass Alkohol gesellschaftlich weitestgehend akzeptiert ist, wird oft gar nicht erkannt, dass eine Abhängigkeit besteht. Durch die weite Verbreitung von Alkohol werden oft auch die Gesundheitsrisiken, die mit dem Konsum einhergehen, ignoriert. Diese Risiken sind aber sehr vielseitig und dürfen nicht unterschätzt werden. 
 
Bei anderen Drogen herrscht, teilweise auch aufgrund ihrer Illegalität, ein höheres Risikobewusstsein, nicht so bei Alkohol. Bei Alkohol wird meist verdrängt, dass es sich um ein Gift handelt, dass den Körper langfristig schädigen kann. 
 
Alkoholkonsum kann Krebs auslösen
 
Ein Aspekt der besonders gerne ignoriert wird: Alkoholkonsum steigert das Krebsrisiko. 
 
Bereits geringe Mengen an Alkohol erhöhen die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken. Laut einer Berechnung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) aus dem Jahr 2011 sind in Europa Bier, Wein und andere alkoholische Getränke bei Männern für eine von zehn Krebserkrankungen mitverantwortlich. 
Für Tumoren, die z. B. im Mundraum, im Rachen aber auch in der weiblichen Brust auftreten, haben Fachleute keinen unteren Grenzwert ermittelt, ab dem Alkohol ungefährlich wäre. Dies bedeutet, dass auch geringe Mengen an Alkohol die Wahrscheinlichkeit für Krebserkrankungen erhöhen. 
 
Alkohol im Straßenverkehr
 
Konsumenten schädigen oft nicht nur ihren eigenen Körper, sondern sind auch häufig Unfallverursacher. Im Jahr 2012 wurden laut Statistischem Bundesamt 15.130 Verkehrsunfälle registriert, bei denen Alkohol eine Rolle spielte. Die Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu verursachen, steigt unter Alkoholeinfluss um den Faktor 4, wenn der Fahrer eine Blutalkoholkonzentration von 0,8 Promille hat. 
Alkoholunfälle sind meist folgenschwerer als andere Unfälle im Straßenverkehr. Während auf 1000 Verkehrsunfälle im Durchschnitt 12 tödlich Verunglückte kommen, ist die Zahl bei Alkoholunfällen fast doppelt so hoch: hier kommen auf 1000 Verunglückte 22 Tote. 
 

Artikel letztmalig aktualisiert am 12.02.2015.

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Farmer
Ich habe einen Freund, der (glaube ich) auch abhängig ist. Ich wünschte nur er würde es einsehen, denn die Zahlen sind erschreckend!
#1 am 12.02.2015 von Farmer (Gast)
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