Keine Angst vor Hypnose

29.01.2015
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Gehörst du auch zu denen, die Angst vor Hypnose haben? Hast du Sorge, dass der Hypnotiseur dich fernsteuern und du unter Hypnose peinliche oder kriminelle Dinge tun könntest? Ich möchte dir die Angst vor Hypnose nehmen. Wie Hypnose funktioniert und wie wohltuend eine Trance-Sitzung sein kann, kannst du in meinem neuesten Artikel lesen.

Hast du auch Angst vor Hypnose?

Immer wieder höre ich von Menschen, dass sie Angst vor Hypnose haben. Sie würden zwar gerne eine Hypnosesitzung oder eine Rückführung haben, fürchten aber, dass der Behandler in der Trance mit ihnen etwas machen könnte, das sie nicht wollen oder dass sie in der Hypnose Dinge sagen oder tun könnten, die ihnen im Nachhinein peinlich sein würden…

In vielen Gesprächen, die ich mit Laien bisher über Hypnose geführt habe, trat die Befürchtung zutage, dass der Hypnotiseur die Macht hätte, Menschen nach Belieben zu manipulieren und fernzusteuern.

Das ist Quatsch!

Dieses Vorurteil möchte ich entkräften und dir die Angst vor einer Hypnose nehmen. Denn diese Annahme ist völlig falsch. Der Hypnotiseur hat keineswegs die Macht, dich nach seinem Gutdünken fernzusteuern. Ja, er hat  – genau genommen – nicht einmal die Macht, dich zu hypnotisiern. Ja, du hast richtig gelesen.

Wer das von sich behauptet und damit prahlt, ist ein Schwätzer, der lediglich sein Ego polieren will.

Ob du in einen Trancezustand kommst, ist einzig und allein deine Entscheidung. Der Hypnotiseur kann einen noch so tollen Einleitungstext haben und diesen mit den besten Einstreutechniken spicken. Wenn du ihm nicht vertraust oder nicht bereit bist, dich darauf einzulassen und dich (ein Stück weit) fallenzulassen, wirst du nicht in Trance gehen.

Na, wenn das nicht beruhigend ist… Der Hypnotiseur hilft dir lediglich dabei, in den Trancezustand zu gelangen. Er bereitet dir sozusagen den Weg. Er sorgt dafür, dass du dich wohlfühlst und es gemütlich hast. Er hilft dir, dich zu entspannen, damit du deine Aufmerksamkeit von außen nach innen lenken kannst.

Und du darfst gewiss sein, dass du unter Hypnose keine Dinge tust, vor denen du auch im Wachzustand zurückschrecken würdest. Jeder Mensch hat gewisse Hemmschwellen, die er niemals überschreiten würde. Wenn du also im Wachbewusstsein keinen Mord begehen oder nackt auf dem Tisch tanzen könntest, so wirst du das unter Hypnose auch nicht tun.

Was Hypnose ist und wie genau sie funktioniert, wird in dem Artikel Hypnotherapie und „Hypnosystemische Therapie“ von Gerlinde Meijer & Heribert Döring-Meijer kurz und knackig erklärt. Besser kann ich es nicht beschreiben, deshalb möchte ich dir diesen Artilkel sehr ans Herz legen.

Wozu ist eine Hypnose gut?

Durch die Tranceinduktionen wird dem Klienten der Zugang und die Aufmerksamkeit auf unwillkürliche Prozesse, auf das „Unbewusste„ ermöglicht (Meijer G. & H. Döring-Meijer). Mit Hilfe des Unbewussten (auch Unterbewusstsein genannt) können positive und kreative Lösungen erarbeitet werden, die der Klient in der für sich angemessenen Zeit in sein Leben integrieren kann.

Eisberg-bewusst-unbewusstMan sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar
Antoine de Saint-Exupéry

Ich selbst arbeite auch sehr gern mit Trance-Sitzungen und Rückführungen. Das Erleben von Empfängnis, Geburt und des eigenen Todes bzw. des Zustandes nach dem Tod sind gut geeignet, um Bewusstseinsbegrenzungen aufzuheben und den geistigen Horizont zu erweitern.

Auch hypnotische Sprachmuster nach Milton Erickson (1901-1980), die Arbeit mit Metaphern oder geführte Meditationen sowie Imaginationsübungen sind sehr wirksam und effektiv.

Fakt ist:

Grundsätzlich musst du vor Hypnose keine Angst haben. Wenn du Vertrauen zu deinem Therapeuten oder Coach hast, musst du dich nicht fürchten. Die meisten Menschen haben meines Erachtens eher Angst vor dem, was sie in der Hypnose sehen oder erleben könnten, z. B. dass sie schon einmal gelebt haben oder dass sie in einem früheren Leben etwas Schreckliches erlebt haben, vielleicht ein Opfer oder ein Schurke gewesen sind.

Diese Vorstellung schreckt viele ab, eine Rückführung oder Hypnosesitzung zu machen. Das ist sehr menschlich und verständlich, denn es besteht die Möglichkeit, dass ihr bisher vertrautes Weltbild im wahrsten Sinne des Worts “ver-rückt” werden könnte. Und das ist für den einen oder anderen ggf. schwer zu verdauen.

Aber du darfst beruhigt sein: Dein Unbewusstes wird nichts freigeben, womit du im Wachzustand und im Alltag nicht umgehen könntest. Eine geniale Schutzmaßnahme des LEBENS, nicht wahr?

In diesem Sinne wünsche ich dir spannende und heilsame Erfahrungen.


Literatur und Quellen:

Erickson M.H., E.L. Rossi & S.L. Rossi (1978): Hypnose. – Reihe Leben Lernen, Bd. 35. – Pfeiffer

Meijer, G. & H. Döring-Meijer: Hypnotherapie und „Hypnosystemische Therapie“ – http://www.claro-vita.net

Schmidt, G. (2010):  Wie hypnotisieren wir uns erfolgreich im Alltag – Einführung in hypnosystemisches Empowerment. – Workshop auf dem Kongress “Mentales Stärken” in Heidelberg, Oktober 2010. –  Auditorium Netzwerk.

Zeig, J. (2013): Meine Stimme begleitet Sie überall hin – ein Lehrseminar mit Milton Erickson. – 11. Auflage, Klett-Cotta.


Bildquelle Beitragsbild oben (Taschenuhr): http://www.gateofmindpower.com

Artikel letztmalig aktualisiert am 27.02.2015.

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Jana
Ich bin auch der Meinung, dass man Hypnose doch einfach mal ausprobieren sollte. Danach kann man sich immer dann eine Meinung bilden. Vielen Dank für den tollen Artikel. Mit besten Grüßen, Jana
#6 am 11.10.2016 (editiert) von Jana (Gast)
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obispo
Die Frage, was hilft bei Stress, lapidar mit Hypnose zu beantworten, ist dann doch etwas zu einfach. Zumal die wenigsten wissen was Hypnose bedeutet. Ich habe zwar keine Angst davor, bin allerdings doch einen anderen Weg, [Kommentar wurde wegen werblichen Inhalts von der Redaktion gekürzt], gegangen. Vielleicht auch, weil auch ich nicht weiß, was Hypnose ist
#5 am 28.07.2016 (editiert) von obispo (Gast)
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Dirk
Dem kann ich mich nur anschließen. Menschen haben die verrücktesten Vorstellungen von Hypnose, die meist durch die sogenannte Showhypnose genährt werden. Dort machen dann ausgewählte Menschen die verrücktesten und peinlichsten Dinge. Man muss sagen, dass eine Hypnose immer die Kooperation des Gegenüber benötigt, besonders auch bei der Showhypnose. Schade ist, dass viele Menschen dadurch verunsichert werden und dann leider die tolle Erfahrung einer Hypnose bzw. Hypnotherapie nicht in Betracht ziehen. Eine gute Möglichkeit sich einer Einzelsession zu nähern sind gute Hypnose mp3, die einem einen ersten Eindruck geben können, was eine Hypnose wirklich ist. Liebe Grüße Dirk [Kommentar wurde wegen werblichen Inhalts von der Redaktion gekürzt]
#4 am 01.07.2016 (editiert) von Dirk (Gast)
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Gast
Ich finde auch, dass man der Hypnose wirklich eine Chance geben sollte. Wenn andere Heilmethoden versagen kann man doch nichts verkehrt machen. Etwas mehr Vertrauen ist manchmal besser. Mit besten Grüßen, Jan [Kommentar wurde wegen werblichen Inhalts von der Redaktion gekürzt]
#3 am 23.06.2016 (editiert) von Gast
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Gast
Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Das ist, glaube ich, das größte Problem bei dieser Methode. Viele Menschen gehen mit zu hohen Erwartungen in eine Hypnose oder Vertrauen der ganzen Sache nicht wirklich. Deshalb sind sie nicht in der Lage sich darauf einzulassen. Viele von diesen Menschen denken dann man hätte Sie betrogen, wenn sie nicht in Trance fallen. http://ihvv.de
#2 am 22.01.2016 von Gast
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Gast
Hypnose wirkt am besten bei Menschen, die nicht ständig kontrollieren müssen, was mit Ihnen geschieht. Gilt übrigens auch für andere Heilmethoden. Viele Grüße Michael Büchler http://www.themen-der-gesundheit.de
#1 am 27.02.2015 von Gast
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