Distress und Eustress

24.01.2015
Teilen

Hat Stress immer negative Auswirkungen auf Psyche und Körper? Die Antwort lautet: Nein! Freudehormone fressen Kampfhormone auf! Wenn wir uns z. B. ärgern und die kritische Marge an Kampfhormonen in unserem “Stresstöpfchen” erreicht ist, können wir nicht mehr klar denken. In solch einem Moment wäre es gut, wenn uns jemand zum Lachen brächte. Dann gewännen die Freudehormone die Überhand...

Hat Stress immer negative Auswirkungen auf Psyche und Körper?

Die Antwort lautet: Nein!
Wir unterscheiden zwei Arten von Stress, nämlich Dis-Stress und Eu-Stress.

Dis-Stress

Die lateinische Vorsilbe “dis” bedeutet “schlecht”. Dis-Stress (oder Distress) wird auch als negativer Stress bezeichnet. Diese Art von Stress wirkt destruktiv (zerstörerisch) auf unsere psychische und körperliche Gesundheit. Da es eine Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper gibt, kann man diese beiden Aspekte unseres Selbst nicht trennen.

Sind wir über einen längeren Zeitraum Distress ausgesetzt, kann dies schwere geistige, körperliche und seelische Folgen haben. Dauerhafter Negativ-Stress kann zu traumatischem Stress werden. Unsere Bewältigungsmechanismen, die uns normalerweise zur Verarbeitung emotionaler Belastungen zur Verfügung stehen, sind vehement überfordert.

Schnell auf “180”?

Unsere Nerven liegen blank, wir sind gereizt, aggressiv und schnell auf 180. Wir schreien unsere Kinder an und unser Partner kann uns nichts rechtmachen. Wir nörgeln an allem herum, nichts ist uns gut genug.

Es kann aber auch ins Gegenteil umschlagen. Depressive Vestimmungen, Lethargie und Freudlosigkeit können die Folge sein. Wir haben keinen Appetit mehr, leiden unter chronischer Müdigkeit bis hin zur Erschöpfung.

Im Artikel “Stressauslösende Umstände” sind zahlreiche Stressoren, also Stressfaktoren aufgelistet, die unsere Lebensqualität stark beeinträchtigen können. Sicherlich kommt dir der eine oder andere bekannt vor, weil du ihn selbst schon erlebt hast.

Erinnerst du dich an eine stressige Situation in der Vergangenheit?

TIPP:

Solltest du wieder einmal vor einer ähnlich belastenden Situation stehen, kannst du dir bewusst machen, dass du diese Art von Distress schon einmal ganz gut gemeistert hast. Das stärkt dein Selbstvertrauen!

Eu-Stress

Dieser Begriff leitet sich von einer griechischen Vorsilbe ab. “Eu” bedeutet “gut”. Euphorie ist ein vorübergehendes Gefühl gesteigerter Lebensfreude und Wohlbefindens. Eu-Stress (auch Eustress) ist also positiver Stress. Er wird nicht als Belastung empfunden. Musst du beispielsweise eine Aufgabe in einer vorgegebenen Zeit erledigen und tust dies mit größter Freude und Leidenschaft, so wirst du den Zeitdruck nicht als strapaziös oder überfordernd empfinden.

Im Gegenteil – du erledigst alles mit Leichtigkeit und Heiterkeit. Eustress erhöht die Aufmerksamkeit und fördert die maximale Leistungsfähigkeit von Körper und Geist. Nichts kann dich aus der Bahn werfen. Das Kribbeln in deinem Bauch fühlt sich angenehm an. Du strotzt vor Kraft und könntest Bäume ausreißen.

Beispiele für positiven Stress

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass wir von Stress meist im negativen Sinn sprechen, aber selten von Eustress? Dabei gibt es zahlreiche Beispiele für Eustress, z. B.  Sport, eine Hochzeit, die Vorfreude auf ein bevorstehendes Ereignis, eine Prüfung, auf die man sich gut vorbereitet hat etc.

Diese Ereignisse bedeuten zunächst auch Stress für den Organismus, denn es werden Kampfhormone (z. B. Adrenalin) ausgeschüttet, genau wie bei einer Gefahrensituation. Allerdings wirken sich freudige Ereignisse positiv auf unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit aus. Es werden nämlich gleichzeitig Freudehormone (z. B. Serotonin) ausgeschüttet, die Glücksgefühle in uns hervorrufen.

Vera F. Birkenbihl (1946-2011), Psychologin, Bestsellerautorin und ihrerzeit Leiterin des Instituts für gehirn-gerechtes Arbeiten, lehrt uns:

Freudehormone fressen Kampfhormone auf!

Wenn wir uns z. B. ärgern und die kritische Marge an Kampfhormonen in unserem “Stresstöpfchen” erreicht ist, können wir nicht mehr klar denken. Vielleicht kennst du ja jemanden, dem das schon mal passiert ist ;-)

In solch einem Moment wäre es gut, wenn wir jemanden hätten, der uns zum Lachen brächte. Dann gewännen die Freudehormone die Überhand und könnten die Stresshormone neutralisieren (siehe hierzu das Video von Vera F. Birkenbihl: Pragmatische Esoterik – Der kleine Weg zum großen Selbst). 

Wenn gerade niemand da ist, der dich  zum Lachen bringt, kannst du in 60 Sekunden dasselbe bewirken, so Frau Birkenbihl. Wenn wir lachen, drückt ein Gesichtsmuskel auf einen Nerv, der dem Gehirn signalisiert: “Achtung, Gehirnbesitzer lacht!” Sofort löst das Gehirn Freudehormone aus. Der Muskel ist sozusagen der Schalter, über den das läuft. Diesen Effekt können wir nutzen.

siehe "Die 60-Sekunden-Strategie"

Artikel letztmalig aktualisiert am 06.09.2015.

5 Wertungen (3.8 ø)
11489 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Gast
Wo ist der lach Nerv ? :)
#1 am 06.09.2015 von Gast
  0
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Mobbing: Psychoterror am Arbeitsplatz ►hier gehts zum kompletten Blog-Artikel Arbeitskollegen können ganz mehr...
Einkaufsstress - Teil 2 Shoppen für die Seele? Shoppen scheint uns weit mehr Vergnügen zu bereiten als mehr...
Einkaufsstress - Teil 1 Schnäppchenjagd im Supermarkt Einkaufsstress ist nicht nur ein Modewort, sondern eine mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: