Frauen schlafen anders

06.01.2015
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Nicht allein das Verliebtsein macht Frauen heute „schlaflos in Seattle“ und anderswo. In einer aktuellen Studie gab ein Drittel der Erwachsenen klinisch relevante Ein- und Durchschlafstörungen an. Ein Fünftel klagte darüber hinaus über eine schlechte Schlafqualität, wobei Frauen etwa doppelt so häufig betroffen waren wie Männer. Doch weshalb schlafen Frauen schlechter?

Salvador Dali brachte einmal seine Sicht vom Schlaf bildlich und wörtlich zum Ausdruck: „Um den Schlaf zu ermöglichen, ist ein System aus Krücken nötig, die sich in psychischem Gleichgewicht befinden. Wenn eine einzige Krücke ausfällt, erfolgt das Erwachen.“ Die Krücken, die der Künstler hier so treffend beschreibt, führen zu innerer Ausgeglichenheit, Ruhe und Entspannung – die Grundvoraussetzungen für einen erholsamen Schlaf. Unser Alltag sägt mit einer Vielzahl von Einflüssen an diesen Stützen und stört schließlich das Schlafempfinden. Anders als Männer gehen Frauen grundsätzlich eher ins Bett, brauchen aber dennoch länger zum Einschlafen und schlafen in der Regel naturgemäß ein paar Stunden mehr. Doch ein größer werdender Anteil der Frauen leidet immer stärker unter der Doppelbelastung von Beruf und Haushalt ergo Kindererziehung. Stress und Unruhe im Alltag, das Unvermögen wirklich abschalten zu können, führen schließlich zu behandlungsbedürftigen Schlafproblemen.

Die Hitparade der Schlafstörer

Zu den von Frauen am häufigsten genannten Symptomen des gestörten Nachtschlafes gehörten Schmerzen, Luftnot, innere Unruhe, Ängste sowie Depressionen, aber auch Herzrasen, Kopfschmerzen und Gelenkprobleme. Der weibliche Schlaf ist zeitlebens ein Wechselspiel der Hormone und wird gerade während Schwangerschaft, Menstruation und Wechseljahren immer störanfälliger. Im Alter zwischen 45 und 54 Jahren leidet etwa ein Drittel aller Frauen infolge der Wechseljahre zudem unter massiver Tagesmüdigkeit.

Langfristige Folgen gestörten Schlafes

Zu wenig Schlaf macht früher alt. Doch passiert noch weitaus mehr im Körper: Der Glukosestoffwechsel ändert sich und Stresshormone, wie Cortisol, werden verstärkt ausgeschüttet, sodass Hypertonie und kardiovaskuläre Erkrankungen folgen. Die Frauen sind zunehmend gereizt und unausgeglichen, das Risiko für depressive Gemütsphasen steigt. Gleichzeitig nimmt oft der Schlafmittelkonsum zu, was zu Abhängigkeit und einem langfristig gestörten Schlafprofil führt. Denn anders als vielfach vermutet, fördert das Schlafmittel zwar das Einschlafen, verkürzt bzw. verhindert aber die Tiefschlaf- und die Traumphasen, die der Körper für wichtige Reparaturprozesse und die Regeneration braucht. In der Folge wird der Mensch schließlich auch tagsüber müde und antriebslos, das Gedächtnis leidet und die Wahrscheinlichkeit für Fehler und Unfälle steigt exponentiell an. Ärztinnen und Ärzte sind davor natürlich ebenso wenig geschützt. Das Risiko für Fehldiagnosen steigt beispielsweise bei jungen, übermüdeten Ärzten um das 4,5-Fache.

Schnelle Hilfe bei Schlafstörungen

Die wichtigsten Säulen für einen erholsamen Schlaf sind innere Ruhe und Entspannung. Es empfiehlt sich, eine persönliche Schlafroutine aufzubauen und Entspannungsmethoden, wie beispielsweise Autogenes Training, Yoga oder Meditation, einfließen zu lassen und sich so auf die Nacht und das eigene Schlaferlebnis vorzubereiten. Da sich ein Leben in Stress nicht auf Knopfdruck in Entspannung umwandeln lässt, werden gerade anfangs viele Frauen weiterhin nicht auf Schlafmittel zur Unterstützung der Ruhe verzichten wollen. Bei stressbedingten Schlafstörungen kann alternativ mit pflanzlichen Arzneimitteln behandelt werden. Schlafforscher empfehlen beispielsweise ein natürliches Wirkpräparat aus Passionsblume, Hafer, Kaffee und dem Zinksalz der Baldriansäure. Dadurch lassen sich leichtere Unruhezustände und Ängste beruhigen, was schließlich einen positiven Effekt auf den Schlaf der betroffenen Patientinnen hat. Über den Tag genommen, wirkt das natürliche Arzneimittel zudem entspannend und kann somit die individuelle Reizschwelle für Belastungsstress im Alltag erhöhen.

 

Mehr über die Geheimnisse unseres Schlafes sowie eine Antwort auf die Frage, ob der Mond unseren Schlaf wirklich beeinflusst, finden Sie in diesen weiterführenden Artikeln zum Thema:

http://ideen-und-wissen.blogspot.de/2013/01/serotonin-reiche-nahrungsmittel_17.html

http://ideen-und-wissen.blogspot.de/2013/08/adipositas-und-kreislauferkrankungen.html

http://ideen-und-wissen.blogspot.de/2013/07/und-er-tut-es-doch-mond-beeinflusst.html

Artikel letztmalig aktualisiert am 06.01.2015.

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