Dampfen statt rauchen?

23.12.2014
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Dem Amerikanischen Schriftsteller Mark Twain wird der Ausspruch zu geschrieben: „Es gibt nichts Leichteres, als mit dem Rauchen aufzuhören. Ich selbst habe es schon 137mal geschafft.” Die Cochrane Collaboration hat jetzt untersucht, ob elektrische Zigaretten dabei helfen können, den Tabakkonsum einzuschränken.

Elektrische Zigaretten sind Geräte, die eine aus Polypropylenglycol, Glycerin und Wasser bestehende, aromatisierte und häufig nikotinhaltige Flüssigkeit (sogenannte Liquids) verdampfen, sodass das entstehende Aerosol von Konsumenten inhaliert werden kann. Dies soll eine weniger gesundheitsschädliche Alternative zum Tabakrauchen sein. Nicht zuletzt die sich ausweitenden Rauchverbote haben in den letzten Jahren zu deutlichen Zuwachsraten bei E-Zigaretten geführt. Trotzdem sind unter anderem Deutsche Ärzte meist eher zurückhaltend, Rauchern den Umstieg auf das Dampfen zu empfehlen, unter anderem, da die Nikotinsucht bestehen bleibt.

Eine Arbeitsgruppe der Cochrane Collaboration hat jetzt untersucht, ob E-Zigaretten dabei helfen können, langfristig mit dem Rauchen aufzuhören oder den Zigarttenkonsum um mindestens 50% zu reduzieren. Hierzu wurden 2 randomisierte kontrollierte Studien und 11 Kohortenstudien in einer Metaanalyse zusammengefasst. Dabei zeigte sich, dass Probanden, die E-Zigaretten als Nikotinersatz erhielten, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit längerfristig nichtrauchten oder deutlich weniger als ohne Dampfen, wobei die Studien mit einer relativ niedrigen Nikotindosis und älteren Verdampfern durchgeführt wurden. Schwerwiegende Nebenwirkungen des E-Zigaretten-Konsums wurden dabei nicht beobachtet. Obwohl es sich in Anbetracht der noch dünnen Studienlage nur um einen niedrigen Evidenzgrad handelt, kommen die Autoren zu dem Schluss, dass E-Zigaretten bei der Rauchentwöhnung unterstützen können.

Da es Liquids mit höheren Nikotinkonzentrationen und mittlerweile effektivere Verdampfer gibt, sodass das Dampferlebnis den von vielen Rauchern gesuchten Nikotinflash liefert, kann angenommen werden, dass unter diesen Umständen wahrscheinlich sogar höhere Aussteigerraten erzielt werden können.

Angesichts der medizinischen und gesundheitsökonomischen Folgen des Tabakrauchens ist jeder, dem der Umstieg auf das Dampfen gelingt, zu begrüßen. Und Nikotin allein ist zwar ein suchterzeugendes Nervengift, für sich genommen aber für ansonsten Gesunde kaum schädlicher als zum Beispiel Koffein.

Literatur:

McRobbie H, Bullen C, Hartmann-Boyce J, Hajek P. Electronic cigarettes for smoking cessation and reduction. Cochrane Database Syst Rev 2014; 12: CD10216 [Epub ahead of print]

Bildquelle (Außenseite): diego_cervo, thinkstock

Bildquelle: FergusM1970

Artikel letztmalig aktualisiert am 09.04.2015.

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Gast
ich bin vom Rauchen aufs Dampfen umgestiegen. Ich benutze lediglich mein liquid mit 3mg Nikotin, Glycerin und Aroma. Dampfe seit 2 Jahren und fühle mich viel besser.
#27 am 13.03.2016 von Gast
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DampfenRiechtGut
Nach fast 40 Jahren als überzeugter Stark-Raucher (40/Tag) bin ich seit 4 Wochen dank "Dampfen" rauchfrei und fühle mich bereits deutlich besser. Sicher ist ein radikaler Rauchstopp physiologisch noch wünschenswerter, dafür aber auch ungleich schwerer zu leisten. "Dampfen" kann als Ausstiegshilfe nicht einfach so beworben werden (dafür sorgt schon die unerträgliche Frau Pöschke-Langer), der Erfolg hängt auch an zu vielen Faktoren (der wichtigste ist reine Kopfsache) aber es war für mich 1000x Erfolg versprechender als Nikotinpflaster oder gar Hypnose. Ich kann zumindest jedem starken Raucher nur ans Herz legen, es zu probieren. Wichtig: 1. Kein billiges Gerät zum Probieren kaufen (eine vernünftige Dampfe ist immer noch billiger als 2 Stangen Zigaretten), 2. die ersten Tage der hustenreichen Umgewöhnung durchstehen, bis man das "Dampfen" und inhalieren gelernt hat und die Bronchen das mitmachen, 3. ausreichend Nikotin im Liquid verwenden, ruhig mit 1,8% Nikotin anfangen.
#26 am 09.04.2015 von DampfenRiechtGut (Gast)
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Gast
Und Nikotin allein ist zwar ein suchterzeugendes Nervengift, für sich genommen aber für ansonsten Gesunde kaum schädlicher als zum Beispiel Koffein. Find ich gut das nicotin alleine nicht als droge bezeichnet wird, aber es wirklich so schädlich wie coffein ist, bezweifle ich, wie viel mg/ µg tötenten denn so ein insekt und wie viel nimmt man auf?
#25 am 18.03.2015 von Gast
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Gast
Gibt es eigentlich Studien dazu, ob beim Dampfen auch Nicotin in die Umgebung gerät und so möglicherweise von anderen Personen mit inhaliert wird, ähnlich wie beim Passivrauchen ? - Freue mich auf eine Information, Dr. Renate Wilmanowicz
#24 am 08.03.2015 von Gast
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Kurtie
#21: Quelle?
#23 am 09.01.2015 von Kurtie (Gast)
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Gast
ICD F17.2 ist richtig, auch 2015
#22 am 08.01.2015 von Gast
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Gast
@ Kurtie Märchen aus 1000 und einer Nacht, nur das Nikotin ist neurotoxisch, der Rest ist kanzerogen aber nicht suchterzeugend.
#21 am 08.01.2015 von Gast
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"Kurtie", eine durchaus legitime Sichtweise, die Sie da äußern. Aber dann dürfen Sie nicht nach dem ICD-10 GM Code F17.1 und F17.2 fragen (Nikotin- bzw. Tabakabhängigkeit). ICD-10 GM ebenso wie DSM-IV beurteilen nicht die "Brutalität" von Krankheiten und Abweichungen bzw. "diese brutale Sucht", wie Sie schreiben, sondern nur "Gesichert", "Verdacht auf", "Zustand nach" oder "Ausschluss von" als G-V-Z-A; und "Links, Rechts, Beidseits" als L-R-B. Nicht mehr und nicht weniger.
#20 am 06.01.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Kurtie
Lieber Herr Dr. Schätzler. Ich sehe es nicht so, dass Tabakabhängigkeit (diese meint die F17) und Nikotinabhängigkeit gleichzusetzen sind. Ein Team um Jean-Pol Tassin vom College de France geht davon aus, dass Nikotin alleine diese brutale Sucht gar nicht auslösen kann, da es nicht zu einer Störung des Gleichgewichtes zwischen noradrenergen Zellen und serotoninergen Zellen führt. Es ist die desensibilisierende Wirkung anderer Stoffe im Tabakrauch für den natürlichen Schutz der serotoninergen Nervenzellen gegenüber Nikotin, die die Tabaksucht so schlimm machen. Der Trick der E-Zigarette ist es nun, den Konsumenten sein (wenig suchterzeugendes) Nikotin zu liefern und ihn so lange mit Ritualen und Ähnlichem psychich auf Trapp zu halten, bis sich der verantwortliche 5-HT1A-Rezeptor vom Rauchen erholt hat. Zurück bleibt eine je nach Sichtweise mehr oder weniger schlechte Gewohnheit und/oder eine leichte Abhängigkeit nach Nikotin, die mit der Abhängigkeit nach Kaffee vergleichbar ist.
#19 am 06.01.2015 von Kurtie (Gast)
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In beiden Systemen - der Internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD-10) und dem DSM-IV der American Psychiatric Association wird "Tabakabhängigkeit" mit "Nikotinabhängigkeit" gleichgesetzt. International ist DSM-IV gebräuchlich, in Deutschland ICD-10. Sechs Kriterien werden aufgestellt, von denen drei in den letzten 12 Monaten in Erscheinung getreten sein müssen, damit die Diagnose "Tabakabhängigkeit" gestellt wird: -Starker Wunsch oder Zwang, Tabak zu konsumieren. -Eingeschränkte Kontrolle über Beginn, Beendigung und Menge des Konsums. -Entzugserscheinungen bei Reduktion oder Beendigung des Konsums. -Konsum, um die Entzugserscheinungen zu mildern. -Toleranzentwicklung: Um eine gleichbleibende Wirkung zu erzielen, sind zunehmend höhere Dosen erforderlich. -Zunehmende Vernachlässigung anderer Aktivitäten und Interessen zugunsten des Konsums. -Anhaltender Konsum trotz des Nachweises von Folgeschäden. Reine Nikotinabhängigkeit (Nikotinsucht) ist nach ICD10-Code F17.1
#18 am 03.01.2015 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Kurtie
#14: Könnten Sie mir bitte mal die ICD10-Nummer von Nikotinsucht geben? Die F17 kann es nicht sein, da ist ausdrücklich von Tabak die Rede.
#17 am 03.01.2015 von Kurtie (Gast)
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Gast
Man kann auch Liquids ohne Nikotin dampfen. Ein Weg zum Ausstieg aus der Nikotinsüchtig kann sein, die Nikotindosis schrittweise auf Null zu reduzieren.
#16 am 01.01.2015 von Gast
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Ein Schritt, wenn sich durch das "Dampfen" die unangenehmen Nebenwirkungen des Rauchens, u.a. Lungenkarzinom etwas reduzieren lassen. Bleibt aber eine "Kopfsache", die den Schalter umlegen muss.
#15 am 31.12.2014 von Heilpraktiker Burkhard Aller (Heilpraktiker)
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Gast
#13 immer noch nikotinsüchtig?
#14 am 31.12.2014 von Gast
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Gast
Seit über 2 Jahren rauche ich nicht mehr - ich konnte von einem Tag auf den anderen auf die E-Zigarette umstellen. Davor hatte ich über 30 Jahre lang Zigaretten konsumiert. Seit der Umstellung sind alle unangenehmen Nebenwirkungen des Rauchens verschwunden. Keine Heiserkeit, keine Bronchitis, und nicht zuletzt kein unangenehmer Geruch mehr!
#13 am 30.12.2014 von Gast
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Konrad
Satzzeichen sind keine Rudeltiere.
#12 am 29.12.2014 von Konrad (Gast)
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Gast
Wenn "Dampfen" ganz ohne Nikotin wäre könnte man ja noch darüber reden, ansonsten: hässliche Nikotinsuchtreklame!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
#11 am 29.12.2014 von Gast
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Gast
In 3 Wochen sind es 3 Jahre her, dass ich mit dem Rauchen aufhörte und auf E-Zigarette umstieg. Alle paar Monate gönne ich mir vielleicht eine Schachtel Zigarette und werde dabei nicht rückfällig in Sachen Rauchen. Es stimmt, dass man mit dem Dampfen das Rauchen aufhören kann, falsch hingegen ist es, anzunehmen, dass damit die Sucht besiegt werden könnte. Dass das Dampfen wesentlich kostengünstiger ist, als das Rauchen, ist dabei ein äußerst angenehmer Nebeneffekt. Fazit nach 47 Jahren Nikotinsucht und 3 Jahren Dampfen: keine Kreislaufbeschwerden mehr und keine Husterei bzw. Lungenbeschwerden!
#10 am 29.12.2014 von Gast
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Gast
Ich nutze das dampen seit 1,5 Jahren und das Nikoin wird immer weniger !
#9 am 29.12.2014 von Gast
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Gast
Ich denke, das beim Dampfen das Ritual des "Rauch" inhalieren und ausstoßen erhalten bleibt, fördert die Langzeitakzeptanz als Nikotinersatz.
#8 am 29.12.2014 von Gast
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Kurtie
@Gerhard Wilhelm: Für Glycerin beträgt die maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK) 50 mg je m³ - also jenseits des Verbrauchs eines E-Dampfes. PG gilt abgesehen von möglichen allergischen Reaktionen als toxikologisch unbedenklich; eine MAK existiert nicht. Lediglich aufgrund der hygrosokopischen Wirkung der Stoffe sind Reizungen insbesondere der oberen Atemwege nicht ganz auszuschließen. Als Gegenmaßnahme ist ein Schluck Wasser normalerweise ausreichend.
#7 am 29.12.2014 von Kurtie (Gast)
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Gast
@Gerhard Wilhelm vielleicht hilft ihnen dieser Link um die Inhaltsstoffe eine E-Zigaretten Liquids auf Schädlichkeit zu analysieren. ;) http://www.ezigarettenguru.com/e-liquids-inhaltsstoffe/
#6 am 29.12.2014 von Gast
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Seit mehr als 20 Jahren gibt mir der Erfolg mit Hypnose recht. Ca. 95% meiner Probanden sind durch meine Hypnose rauchfrei! Auffallend ist, dass die Menschen die über 20 Zigaretten am Tag rauchen, leichter zu entwöhnen sind, als die Gelegenheitsraucher, oder die, die nur 5-10 Zigaretten am Tag rauchen! Der Forteil der Hypnose liegt auch darin, dass keine Gewichtszunahme, Nervosität oder Unruhe zu beklagen ist! Allen Alles Gute und einen guten Rutsch!!
#5 am 29.12.2014 von Prof Ernst Prammer (Psychotherapeut)
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Gast
Lieber Urodoc, es geht nicht um "Umstieg", sondern um eine kurzfristige AUSSTIEGST-HILFE.
#4 am 29.12.2014 von Gast
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Ich habs vor ca. 10 Jahren mit Nikotinpflaster geschafft, was mich interessiert ist ob die verdampften Alkohole nicht eine wie auch immer geartete schädliche Wirkung entfalten? Vielen Dank
#3 am 29.12.2014 von Gerhard Wilhelm (Diätassistent)
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Kurtie
Danke für diesen Bericht. Mir hat meine Ärztin den Umstieg zwar nicht direkt empfohlen, aber ihn dennoch auf Nachfrage von mir als lohnenswerten Versuch dargestellt. Nach 28 Jahren Rauchen und ca. einer viertel Million gerauchter Zigaretten bin ich heute auf den Tag genau seit 11 Monaten rauchfrei. Mir geht es gesundheitlich deutlich besser als vorher.
#2 am 29.12.2014 von Kurtie (Gast)
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Gast
Ich bin 2012 nach 39jährigen zeitweise exzessivem Zigarettenkonsum und einem iliacofemoralem Kunststoffbypass ( 2002 ) aufs Dampfen umgestiegen. Belohnt wurde das mit: zurückgekehrtem Geruchs - und Geschmacksempfinden, Ausbleiben des Raucherhustens, Extremitäten frieren bei kalter Witterung bei Weitem nicht mehr so wie zu Raucherzeiten, bessere Regeneration nach körperlicher Anstrengung und erhöhter sozialer Akzeptanz. ( Raucher stinken ! )Vor allem bei ärztlicher Behandlung - insbesondere zahnärztlicher - fühle ich mich wohler, weil die Kolleginnen und Kollegen meinen früheren Gestank nach kaltem Rauch nicht mehr ertragen müssen. Und meine Zähne sind viel schöner geworden.
#1 am 26.12.2014 von Gast
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