Daniel Bahr 'Hoffentlich Allianz versichert'!

01.10.2014
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Der letzte Ex-FDP-Bundesminister für Gesundheit (BMG) in Deutschland fiel weniger durch visionäre Perspektiven als durch Gestaltung des Machbaren auf. Große Konflikte waren nicht sein Ding; eher diplomatisches 'Appeasement'. Mit liberalem Staats- und Gesellschaftsverständnis ("alles kann, nichts muss") war es konsequent, die Denkfabrik des 'Center for American Progress' zu verlassen.

Dieser dem US-Präsidenten Barack Obama nahe stehende "think tank" sollte bei dessen Gesundheitsreform beratend zur Seite stehen. 

Als Generalbevollmächtigter der Allianz Private Krankenversicherung anzuheuern, ist für Daniel Bahr wesentlich lukrativer und abgesicherter. Denn "ObamaCare" wäre eine Jahrhundertaufgabe gewesen, die frömmelnde, Macht-, Geld- und Markt-gierige US-Gesellschaft von dem Modell einer beitragsfinanzierten, solidarischen Krankenversicherung mit umfassendem Krankheits- und Gesundheitsschutz für A l l e zu überzeugen oder zu gewinnen. 

Das passt nicht in die unter dem vorletzten Ex-FDP-BMG Dr. med. Philipp Rösler krachend gescheiterte liberale Vorstellungswelt von Einheits-"Kopfpauschalen", bei der vom Auszubildenden bis zum Vorstandsvorsitzenden alle den gleichen Krankenversicherungs-Einheitsb(r)ei(trag) leisten sollten. Bei gleichzeitiger Stärkung der Privaten Krankenversicherung (PKV) wäre das eine weitere Umverteilung von unten nach oben gewesen. 

Die Allianz AG in München handelt langfristig ebenso global wie strategisch: Als Marktführer auf dem weltweiten Versicherungsmarkt holt sie sich mit Daniel Bahr nicht nur einen ehemaligen Bundesgesundheitsminister, sondern auch ein Mitglied der "Young Global Leader" des "World Economic Forums" (WEF = Weltwirtschaftsforum) ins Boot. Geschäftsführer des einflussreichen WEF in der Schweiz ist seit Anfang 2014 übrigens niemand anderes als Ex-FDP-BMG Dr. med. Philipp Rösler. 

Ob wir dann noch lange warten müssen, bis Allianz-, ERGO-, Deutscher Ring-, Gothaer-, Signal/Iduna-, DEBEKA-, HUK- und Continentale-Versicherungen bzw. ihre Lobby-Vertreter nach dem Vorbild der Hoteliers den halben Mehrwertsteuersatz für ihre Branche bei Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble durchgesetzt haben? 

Foto © Dr. Schätzler

Bildquelle: Internat. Thrombose-Kongress Prag Copyright Praxis Dr. Schätzler

Artikel letztmalig aktualisiert am 03.11.2014.

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Gast
honni soit qui mal y pense- gilt schon seit dem 14. Jahrhundert... was interessieren ein Jahr später 4,8% Bundeswahlergebnis...da sind ja keine Töpfe mehr zu gewinnen...
#2 am 07.10.2014 von Gast
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Nein, wir werden sehr wahrscheinlich nicht lange warten müssen. Haben die potenten Interessenten Protagonisten durch in der Bundespolitik auffallende deutliche Wandelbarkeit oder gar Gewissenlosigkeit entdeckt, heuern sie diese gezielt sofort an. Die Typen sind Viren, die, so mutmaßt man, leise und schnell alle anderen anstecken können. Die ganz Großen suchen ganz professionell nach Gescheiterten. Die haben die richtige Ausgangsposition. Sie sind sauer wegen Ihres Scheiterns und sind somit bereit allen zu schaden, um sich zu rächen. Gerade wackelige Persönlichkeiten, wie Rösler und Lindner, die die Personalnot an die Macht brachte, eignen sich besonders. Enttäuschung ist ein mächtiges Motiv.
#1 am 07.10.2014 von Karl-Heinz Licht (Medizinjournalist)
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