Bis zu den Haarspitzen satt habe ich, ...

05.08.2014
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...dass die Bundesregierung, die CDU/CSU- und die SPD-Fraktionen bzw. der Spitzenverband (SpiBu) der GKV-Kassen bei den Hausärztinnen und Hausärzten, die innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung als Vertragsärzte permanent präsent sind, "demagogisches Weglassen" praktizieren.

 

Es wird mit k e i n e m einzigen Wort erwähnt, dass in Deutschland, gleich ob Privat- oder GKV-Kassen-Versicherte, im h a u s ä r z t l i c h e n Primär-Versorgungsbereich j e d e r Akut-Patient taggleich oder binnen 24 Stunden einen Termin bekommt. Gleiches gilt für die Notfall-, Wochenend- und Nachtdienst-Versorgung in Kliniken, Krankenhaus-Ambulanzen und Bereitschaftsdienst-Praxen bzw. Fahrdiensten in Stadt und Land. 

Dafür stehen private, familiäre, kulturelle, freundschaft- und gesellschaftliche Termine zurück, gehen Arzt-Ehen auseinander, leiden die Kinder und Enkelkinder, dürfen Ärztinnen und Ärzte auf Grund gesetzlicher Vorgaben n i c h t zu Gerichts-Schöffen gewählt werden: Weil es immer wieder Patienten gibt, die auf den letzten Drücker, oft mit wochen- bis monatelang aufgeschobenen Beschwerden am hausärztlichen Praxiseingang oder Privathaus klingeln, und selbst dann nicht mehr abgewiesen werden können, wenn die Sprechzeiten schon längst vorbei sind. Auch auf Partys oder Festen scheuen sich manche Zeitgenossen nicht, blitzartig Schuhe und Strümpfe auszuziehen, um dermatologische Altbefunde mit Sekundäreffloreszenzen vorzuzeigen, oder Hosenbeine hochzuziehen, um angeblich von drei Fachärzten verpfuschte Krampfaderoperationen zu präsentieren. Weiterführende Untersuchungen bis zum Ganzkörperstatus werden in den weniger frequentierten Nebenräumen erwartet. 

Fragen nach gesundheitsfördernden und krankheitsvermeidenden Ess-, Trink- und Lebensgewohnheiten werden mit lauter Selbstverständlichkeit gestellt, bzw. verstummen nur bei der Aufforderung, endlich mit Rauchen, Saufen und unkontrollierbarer Völlerei bei Adipositas permagna aufzuhören. 

Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands Dr. med. Ulrich Weigeldt hat völlig Recht, "eine Umkehr im Denken und Handeln" zu verlangen. In einer immer älter werdenden Gesellschaft werden vor allem Hausärzte gebraucht. "Wir brauchen viel mehr Nachwuchs", betont Kollege Weigelt. Heute arbeiteten viele Hausärzte 58 Stunden und mehr pro Woche. Das sieht der hausärztliche Nachwuchs im krassen Missverhältnis zur eigentlich intendierten, positiven "work-life-balance" und unvereinbar mit Familie, Beziehungen, Freundschaften und Hobbies. 

Als niedergelassene Vertrags-Ärzte arbeiten nach BÄK-Statistik (Stand 31.12.2013) nur noch 123.600 Kolleginnen und Kollegen für knapp 81 Millionen Einwohner in Deutschland. Früher waren es mehr. Zu meinem Staatsexamen 1975 an der Freien Universität Berlin und mit Beginn meiner Kliniktätigkeit in Bochum waren knapp 70 Prozent der "Kassenärzte" rein hausärztlich tätig und gut 30 Prozent Fachärzte. Zu Beginn meiner Tätigkeit als Haus- und "Vertragsarzt" 1992 arbeiteten etwa 60 Prozent primär- und 40 Prozent fachärztlich. Jetzt, im Jahr 2014, beträgt der Anteil an Fach- und Spezialärzten innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schon deutlich über 60 Prozent. Der Anteil der Hausärzte von unter 40 Prozent schwindet auf dem Land, aber auch in den Ballungszentren mit sozialen Brennpunkten und Randlagen überproportional bzw. lässt sich oft anteilig an der Gesamt-Versorgung gar nicht mehr beziffern, weil sich dort Fachärzte überhaupt nicht erst niederlassen wollen. 

Die Politik, gleich welcher Couleur, hat in Sonntagsreden bisher immer Loblieder auf die guten alten Hausärztinnen und Hausärzte gesungen, die ihr "Licht n i c h t zu sehr unter den Scheffel stellen" sollten. Die GKV-Kassen waren froh, dass Primär-Ärzte die medizinische und psychosoziale Grundversorgung für geringste Quartalspauschalen auf eigenes Risiko als Selbstständige sicherstellen, mit 24-Stunden- und Wochenend-Präsenz. Doch in der Realität, von Montag bis Freitag wurde in aller Seelenruhe zugeschaut, wie die hausärztliche Profession immer weiter ausblutet: Fehlende Lehrstühle für Allgemeinmedizin, mangelhafte hausärztliche Infrastrukturen, verschärfte Basel-2-Banken-Kriterien für Praxisgründungs-Kredite auf dem Land und in sozialen Brennpunkten, keine hausärztliche Interessenvertretung in den nach Mehrheitswahlrecht Facharzt-dominierten Selbstverwaltungs-Gremien, aktiver Boykott der Hausarzt-zentrierten Versorgungsverträge (HzV) durch einige große GKV-Kassen, Gängelung der allgemeinärztlich Tätigen durch Budgetierung, Regressierung und Bürokratieexzesse, um nur einiges zu nennen. 

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) legte zum 1. 10. 2013 einen neuen Hausarzt-EBM (Einheitlicher Bewertungsmaßstab) vor, nachdem entscheidende Beratungsziffern (HA-EBMneu GOP 03220) ersatz- und dokumentarlos gestrichen werden sollten. Bis zum 30. 6. 2014 war die 2. Beratung chronisch kranker Patienten oft mit Mehrfach-Systemerkrankungen als HA-EBMneu und GOP 03221 mit ganzen 2 Euro Praxis-U m s a t z bewertet - weitere Beratungen und Konsultationen sollten gefälligst umsonst erbracht werden! Der Umsatzbetrag nach GOP 03221 wurde jüngst zum 1. 7. 2014 von 2 auf ganze 4 Euro aufgewertet, Mehrfachinanspruchnahmen weiterhin inklusive. 

So sieht die hausärztliche Realität in der Gesundheits- und Krankheitsversorgung in Deutschland derzeit aus. 

Abbildung: Dreizehenmöwe Reykjavik/Iceland (als sie erfuhr, dass ein Hausarzt aus Deutschland sie fotografieren will!) © Dr. Schätzler 

Bildquelle (Außenseite): Robert Vautour, thinkstock

Artikel letztmalig aktualisiert am 30.09.2014.

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Kann es sein, daß in Deutschland anscheinend die "forschende" Pharmaindustrie regiert und daher etliches geändert werden muß? Es ist doch völlig irre, wie die Medikamente hier überteuert sind und die Politik schaut untätig zu. Wie bereits berichtet wurde, besteht hier weiterer Irrsinn bei der Verwendung der Kassenbeiträge, die z.T. immer noch zuviel für eigene Verwaltungskosten vergeuden. Da bleibt dann für die Ärzte nur der kümmerliche Rest, der nach der Verschwendungsorgie übrig geblieben ist. Daß es auch ganz anders geht, kann man in Skandinavien sehen, da ist das Gesundheitswesen viel einfacher und logischer aufgebaut. Dabei werden die Ärzte nicht mit Allmosen bezahlt, sondern gerecht entlohnt. Keiner muß unnötige Operationen forcieren, nur weil die für die Kliniken profitabler sind, sondern die Grundleistungen werden aus dem Staatshaushalt bezahlt und jeder Bürger ist versorgt. Aber da wir dazu neigen, gerne das "Rad neu zu erfinden", dürfen wir von unseren Nachbarn nichts lernen.
#23 am 16.09.2014 von Wolfgang Müller (Mitarbeiter Industrie)
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Bevor ich jetzt hier gesteinigt werde: Ich gelte als chronisch krank und könnte wenn ich wollte,Medikamente,Therapien und Betreuungsleistungen abgreifen bis der Arzt kommt (Kalauer).Ich tue es aber nicht.Ich mach Sport und reiße mich zusammen und achte auf mich,ich bin nur nicht berufstätig,das ist alles.ein bunter Hund,wer die eigene Nase gefunden hat und sehr griffig findet....
#22 am 25.08.2014 von Gast (Gast)
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"Jeder sollte sehen,was er dem System entnimmt"? Jeder entnimmt dem System was er kriegen kann in der Hoffnung dass man es nicht so deutlich sieht...Das ist mein Eindruck aller Orten.Die Ärzte sind doch inzwischen die 5. Macht im Staat,nach den Medien,was ich einigermaßen erstaunlich finde.Ist das deren Aufgabe?Und ich werde auch zur Möwe wenn ich überall sehe,wie jede Pipi-Gruppe (egal,wer) immerzu plärrt,sie bekäme zuwenig vom Kuchen ab.Angeblich ist die Medizinfabrik (Gesundheitssystem) ja zu teuer.Aber wer nach Holland deutet wird sofort drohend auf vöööllige Unvergleichkeit gestoßen .Heilpflanzen sollen täglich verboten werden,jede althergebrachte Alternative,sei sie noch so erprobt wird-die Studienlage sei gepriesen-sofort als Quacksalberei der Inquisition überstellt,die einen wollen nichts ändern,weil es es gut Geld gibt ,die Andern wollen per Vollkaskoerwartung eh nix ändern.Abteilung:Her damit , die Politik ist konfliktscheu,feige und korrupt.Hört ALLE auf zu jaulen,es nervt!
#21 am 25.08.2014 von Gast (Gast)
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Dr. Hasenbein
Ihr müsst den untersten Text zu erst lesen damit die Reihenfolge stimmt und einigermaßen ein Zusammenhang entsteht.
#20 am 12.08.2014 von Dr. Hasenbein (Gast)
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Dr. Hasenbein
Stattdessen lauten unsere Parolen: Wir brauchen nen höheren Punktwert als Allheilmittel gegen Korruption und Misswirtschaft im Gesundheitswesen. Zuletzt muss man auch die KV´en ändern. Alles was ich in der Klinik mache ist ok und kann über den Chef abgerechnet werden, aber möchte ich mich niederlassen dann sind die Hürden recht enorm. Für jeden Mist brauche ich einen Schein (der medizinisch betrachtet völliger Humbug ist mit didaktisch völlig fehlgeleiteten Kursen), den ich mir teurer (Geld und Freizeit) erkaufen muss. Zu guter Letzt müsste sich auch die Facharztordnung ändern, es gibt zuviele verschiedene. Dies führt dazu dass mehr Fachärzte vorgehalten werden müssen. Warum soll nicht ein Allgemeinchirurg etwa Gefäße operieren können ging doch früher auch oder?? Ja ja die Liste der dringend anstehenden Veränderungen ist lang aber wo kein Kläger....
#19 am 12.08.2014 von Dr. Hasenbein (Gast)
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Dr. Hasenbein
So und jetzt liebe Kollegen? Erzählt nicht das ginge nicht und wir haben es schon immer so gemacht. Ich kann mir schon ein System vorstellen, wo Leistungs- und Qualitätsabhängig die Kollegen auch getrennt in einer Gruppe (z. B. Poliklinik) bezahlt werden können. Dies ließe sich ganz leicht dank Computer und Algorithmen erzielen. Auch könnte man dann die Schwächen der Kollegen eruieren und hier dann besonders gezielt nachbessern. So da kommen wir dann zum nächsten großen Thema in der Gesundheitspolitik, die aber kaum Beachtung in der medialen Wahrnehmung findet: Die Ausbildungssituation. Mobbing, Bossing und Ausbildung nach Nasenfaktor durch chauvinistische Vorgesetzte sind leider Alltag und mindern sowohl die Qualität als auch, zurecht, die Bereitschaft deutscher Abiturienten diesen Beruf zu ergreifen. Schlimm ist es dass selbst die Fachgesellschaften dieses Problem negieren und den Marburger Bund das auch nicht interessiert.
#18 am 12.08.2014 von Dr. Hasenbein (Gast)
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Dr. Hasenbein
Warum haben wir Ärzte kein Dispensierrecht? Auch das könnte Kosten senken. Natürlich brauchen wir Apotheker, aber hier in Deutschland gleich mehr als Tankstellen???? Auch muss man den Patienten mehr in die Pflicht nehmen, falls nicht irgendwann nach Rasenmähermethode alle Leistungen Gekürzt werden sollen, was ungleich unsozialer wäre. Stichpunkte hierzu wären: Überflüssige Untersuchungen und Therapien bei Bagatellverletzungen und Bagatellerkrankungen (banaler Schnupfen etc.) oder Überflüssige Transporte mit RTW bei Bagatellen (Ich bin Chirurg (leider) und kann sicherlich einige Stories diesbezüglich erzählen). Oder Kontrolle der Compliance bei chronisch Kranken. Oft muss man freundlich seien auch nachts um 3 wenn ein Patient mit seit 5 Wochen bestehenden Kniebeschwerden eine rundum Versorgung wünscht. Hier muss so was her wie ne Praxisgebühr, ganz ehrlich der Mißbrauch in diesem Bereich geht locker in die Milliarden pro Jahr. Und man muss den Patienten auch mal in die Schranken weisen können, wie es wohl z. B. in Norwegen der Fall ist (ich weiß allerdings nicht ob das in Norwegen wirklich so ist es wurde mir von 2 Kollegen berichtet).
#17 am 12.08.2014 von Dr. Hasenbein (Gast)
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Dr. Hasenbein
Das ist ein generelles Problem. Wenn wir Ärzte ehrlich sind, ist das ganze Gesundheitswesen krank. Da müssen auch wir uns ändern und für eine glaubhafte positive Änderung des Gesundheitswesens einsetzen. Wir Ärzte sind ehrlich gesagt auch ein großer Teil des Problems und pochen auf Besitzstandswahrung. Warum muss es an jeder Straßenecke einen niedergelassenen Kollegen geben? Zumindest in Ballungszentren sollte es Polikliniken geben. Diese wären viel effizienter und böten potenziell bessere Ausbildungsmöglichkeiten für Kollegen. Parallel müsste der Gesetzgeber auch Druck auf die Pharma- und Medizintechnikfirmen ausüben. Stichwörter hierzu die ich nicht bis ins Detail erörtern möchte: Mangelnde Effektivität von Medikamenten, Medizinprodukten und von bestimmten Eingriffen. Ich sehe Milliardensparpotenzial.
#16 am 12.08.2014 von Dr. Hasenbein (Gast)
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Gegen die Freihandelsabkommen kann man zumindest Online-Petitionen unterzeichnen.... Das Gesundheitssystem wird man nicht in den Griff bekommen, solange der einzelne nicht weiß was er dem System entnimmt; es wird ja von den Kassen dargestellt wie ein Supermarkt ohne Kasse. Das Vergnügen, zu erläutern, was alles nicht bezahlt wird, haben dann wir Ärzte. Ich frage mich, wie lange die Ärzte und alle im Gesundheitssystem noch brauchen, bis sie begreifen, wie wir alle nach dem "divide et impera"-Prinzip kleingehalten werden: Allgemein-/Hausärzte gegen Fachärzte, Niedergelassene gegen Kliniker, Ärzte gegen Schwestern usw ... Dazu ein Qualitätssicherungs- und Zertifizierungswahnsinn, der Unsummen verschlingt (sprich aus der Patientenversorgung abzweigt!) und kaum etwas wirklich verbessert hat, außer daß Nischen und Parallelhierarchien für diejenigen geschaffen wurden, die mit der Patientenversorgung besser nichts zu tun haben wollen oder sollten ...
#15 am 07.08.2014 von Ulrich Mandlmeier (Arzt)
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Ja das Freihandelsabkommen ist definitiv schlecht.Aber wir Bürger können so gut wie gar nix dagegen machen.
#14 am 07.08.2014 von Gast (Gast)
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Gast
Es kommt noch schlimmer. Wenn Ende 2014 das TTIP unterzeichtet wird bekommen wir amerikanische Verhältnisse. Dann wir es so sein das die Hausärzte die Unter- und Mittelschicht für kleines Geld versorgen darf und die Oberschicht ins Krankenhaus geht. Und das in ganz Europa. Eine Grundversorgung wird es dann nicht mehr geben da sie nicht mehr bezahlt wird. Dann wird es wieder heißen " Arzt sein ist doch eine Berufung und keine Arbeit". Vieleicht werden wir ja dann wieder mit Naturalien entlohnt!
#13 am 07.08.2014 von Gast
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Dr.Bayerl
das mit den "Gerichts-Schöffen" ist mir neu, ein solches Gesetz ist zweifellos gesetzwidrig (Diskriminierung), wo kann man das nachlesen? Bei Parties habe ich mich (Hobbymusiker) gelegentlich als Berufsmusiker oder als Fernfahrer bezeichnet um den neusten Theorien über Medizin zu entgehen. mfG
#12 am 06.08.2014 von Dr.Bayerl (Gast)
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Gast
Also: Ausbeutung überall, absolute Weigerung, dies wahzunehmen. Folge dieser Wahnehmunsgsstörung ist der auffällige "hektische Stillstand", der nur von weiteren Komlizierungen unterbrochen wird - bislang einziges Lebenszeichen der Flickschuster im Hintergrund.
#11 am 06.08.2014 von Gast
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Gast
Für mich ist völlig klar, dass das Hausarztsystem nach Muster der DDR Betriebe abgewickelt werden soll. Kein politisch Verantwortlicher hat sich ernsthaft für eine Weiterentwicklung der Allgemeinarztausbildung in Wort und Tat eingesetzt. Ein paar gut organisierte Großpraxen werden von Rhön,Fresenius oder Asklepios geschluckt, die anderen finden sich allenfalls im Geschichtsbuch für die Nachwelt wieder. Es geht wie bei den Heinzelmännchen von Köln, wenn sie nicht mehr da sind ist das Geschrei groß solange sie da sind ist es wie eine Selbstverständlichkeit. Zum "Arztsein" : die Abschaffung dieses Wertbegriffes haben wir selbst betrieben, indem wir es zugelassen haben, dass sich ärztliches Handeln dem Gesetz der Wirtschaftlichkeit beugen soll und dass der Mammon sich auch in Fragen der Ethik behaupten darf. Wenn wir Ärzte im Handeln nur noch nach dem Diktat der Obrigkeit funktionieren, sind wir leider nur noch dienstleistende Mediziner!
#10 am 05.08.2014 von Gast
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Ich möchte mich hier anschließen und sehr für einen Wechsel in der Gesundheitspolitik plädieren. Dazu wäre die erste Voraussetzung, dass die einzelnen Fachgruppen damit aufhören, sich gegenseitig zu bekämpfen. Das spielt den Geringschätzern ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen nur in die Hände.
#9 am 05.08.2014 von Dipl.-Psych. Bernd Kuck (Psychotherapeut)
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Gert-Michael Gmelin, Allgemeinarzt
Das Schlimme ist, dass Sie mehr als recht haben. Für mich kommt noch etwas entwürdigendes dazu: Seit ca. 15 Jahren werden wir nicht mehr als mehr als Ärzte, sondern als Mediziner bezeichnet. Diese Nomenklatur betrachte ich als diskriminierend. So wird schon mit der Berufsänderung die Minderwertung eingeleitet.
#8 am 05.08.2014 von Gert-Michael Gmelin, Allgemeinarzt (Arzt)
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Gast
es wird Zeit das die Hausärzte und Hausärztinnen die wirklich sich bemühen für den Pat.dazu sein-entsprechend ihr verdienstes Honorar bekommen und Anerkannt werden-es wird an der Zeit das Poliker zum Erhalt dazubeitragen und alles reformieren mit Neuem Abrechnungssystem welches auch angepasst ist die Kosten aufzufangen. Paul Kruza
#7 am 05.08.2014 von Gast
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Gast
Ich bin seit Januar 2013 als Hausarzt niedergelassen und habe den neuen EBM als "Willkommensgeschenk" gleich mal vor die Nase gesetzt bekommen. Ich beklage mich nicht mal über die möglicherweise damit einhergehende Umsatzeinbuße (in meinem derzeitigen Stadium kann ich das sowieso nur schätzen), sondern vielmehr über die ganz offensichtliche Absicht, damit derartige Verwirrung zu stiften, dass einige schon durch damit einhergehende Falschabrechnung deutlich weniger verdienen. Zum Haare raufen. Und dann soll ich noch meinen eigenen Notdienst in Baden Württemberg über eine Umlage finanzieren und plötzlich 20% mehr Rente bezahlen. Ich bin wirklich am überlegen, ob ich meinen Sitz zeitnah wieder abgebe und in die Verwaltung/Industrie wechsle.
#6 am 05.08.2014 von Gast
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Leider scheinen alle Beteiligten sich nicht vom Althergebrachten lösen können. Hier gehört ein neues Gesamtkonzept her. Es gibt ja gute Beispiele im Ausland, an die man sich anlehnen könnte. Nein, weder Kassen, noch Politik, weder die ärtztlichen Fürstentümer, noch die Kollegen können sich aufraffen und das System, das nachweislich nicht funktioniert, zu verwerfen.
#5 am 05.08.2014 von Dr. med. Arnold Dietz (Arzt)
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Gast
Ich bin "nur" Patient, bin 75 Jahre alt und habe die altersbedingten Beschwerden, früher auch mehrere Male ernstere Erkrankungen. Ich ziehe den Hut vor den Leistungen, dem Verständnis und das individuelle Einfühlungsvermögen der Ärzte, gleich ob Fach- oder Hausarzt. Für die wachsende Unzufriedenheit der Ärzte habe ich volles Verständnis. Ich sehe als Grund für die Reglementierungswut die ausufernde Macht der Verbände und deren Funktionäre. Die scheinen total auszublenden, dass es die Mediziner sind, die Ihren Gagen, Statussymbole und Sitzungsgelder erarbeiten. Ich wünschte, die Ärz7te würden intensiver zusammen arbeiten und Einigkeit bei den Verhandlungen zeigen. Dietger P. Meine Beo n Symptomen Ärzte auf dem Alter entsprechend habe volles Verständnis über die Unzufriedenheit der Haus- und Fachärzte.
#4 am 05.08.2014 von Gast
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So sorgen Politik und Krankenkassen für eine dem Prädikat "medizinisch ausreichend" immer weniger genügende ärztliche Versorgung: Unterfinanzierung der Basisleistungen, IGel-Leistungen ermöglichen aber als medizinisch als überflüssig verunglimpfen, Bürokratisierung der Medizin vorantreiben, Wochenarbeitszeiten hochtreiben, Nachwuchsprobleme ignorieren, Ärzte- und Patiententourismus fördern. Und wenn wo die ärztliche Versorgung zu dünn geworden ist, dann sind die Ärzte schuld, die nicht dahin gehen wollen, wo keine Infrastruktur für Beruf, Familie und Freizeit vorhanden ist.
#3 am 05.08.2014 von Dr. Norbert Guggenbichler (Zahnarzt)
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Den Fachärzten geht es nicht anders, Ohre Äußerungen zielen auch gegen die Fachärzteschaft und somit in eine spalterische und falsche Richtung, ohne die eigentlichen Ursachen der verkorksten Gesundheitspolitik zu benennen oder wohl auch nicht erkannt zu haben.
#2 am 05.08.2014 von Dipl. med. Jean Edelstein (Arzt)
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Gast
Danke!
#1 am 05.08.2014 von Gast
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